February 17, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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ZUKUNFT MEDIEN
Nass – Selbstklebend – Rolle – Booklet: Die Vielfalt der Etiketten Magazin für die Druck- und Medienwirtschaft / Herausgeber: Verband Druck + Medien Nord-West e.V.
Ausgabe
2.2015 6,80 €
Fit for future markets. Unterscheiden Sie sich und setzen Sie auf Innovation. Egal ob Sie attraktive Nischen im Offsetdruck-Bereich besetzen oder in die Produktion von Digitalprodukten einsteigen wollen: Die innovativen Systeme von Müller Martini eröffnen Ihnen neue Wachstumschancen – in der Klebebindung ebenso wie in der Hardcover-Produktion und in der Sammelheftung.
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Editorial
Liebe Leserinnen und Leser, die Vielfalt an unterschiedlichen Produkten insbesondere bei Lebensmitteln und Drogerieartikeln ist in den letzten Jahren enorm gestiegen. Um sich hier von der Konkurrenz abzuheben, feilen die Hersteller nicht nur am Verpackungsdesign, sondern auch an dem dazu passenden Label. Gehen wir durch den Supermarkt, so stellen wir fest, dass mittlerweile nahezu jeder Artikel mit einem ansprechenden Etikett versehen ist. Und diese Art und Weise der Beschriftung entscheidet nicht selten darüber, welches Produkt schließlich den Weg in unseren Einkaufswagen findet. In der neuen Ausgabe bildet der Druck der „Multitalente mit Haftpotenzial“ einen inhaltlichen Schwerpunkt. Denn auf die Faszination von Etiketten angesprochen, schätzen die Hersteller insbesondere die Vielfalt an Kunden und Anforderungen, die das Geschäft so abwechslungsreich macht. Darüber hinaus starten wir in dieser Zukunft Medien eine kleine Reihe zum Thema Personal und Personalentwicklung und widmen uns im ersten Teil den Auszubildenden. Aktuelle Umfragen zeigen, dass die Zahl derjenigen jungen Menschen, die sich für eines der Berufsbilder in der Druck- und Medienwirtschaft entscheiden, sinkt. Mit dem demografischen Wandel allein ist dies nicht zu erklären. Doch was kann jeder einzelne Betriebe tun, um den Kontakt zu potenziellen Auszubildenden zu knüpfen? Die Möglichkeiten sind vielfältig. Wir zeigen Ihnen ein paar Ansätze zum aktiven Recruiting auf. Das Redaktionsteam der Zukunft Medien und der Verband Druck + Medien Nord-West wünscht Ihnen viel Spaß mit der neuen Ausgabe und eine wunderschöne Sommerzeit!
Ihr Oliver Curdt
Ausgabe 2.2015 // Zukunft Medien
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Inhalt
Die Vielfalt der Etiketten
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Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Inhalt
03 Editorial 06 News Schwerpunkt 08 Es kommt auf das Etikett an! 10 Labels für einen starken Auftritt 12 Die Spezialisten Wer dies liest… 14 Geschäftsfeld 3D-Druck 16 Fehldruck im Andruck Messen + Events 18 viscom 2015 – Zugang zu neuen Zielgruppen Unternehmen 20 Spielend einfach – copy-druck GmbH, Hamburg-Wandsbeck 22 Kerngeschäft Formulardruck – Ebeling-Drucke GmbH in Norderstedt 23 Freaks im besten Sinne – PrintsPaul GmbH & Co. KG, Eschweiler 24 Druckerei Köller+Nowak GmbH ersetzt HIFLEX durch pagina|net 26 IT-Lösung für Sehbehinderte – PAV, Lütjensee
Verband 28 Ganzheitliche Lösungen entwickeln! 30 PDF/UA:2014 – Standard für barrierefreie PDFs 32 Hamburg, meine Perle – Juniorentreffen 2015 34 Recruiting – Teil 1: Auszubildende 37 VDM NW und seine Akademie bekennen digitale Farbe 38 Unternehmerische Verantwortung als Antriebsmotor für Veränderungen 39 Mindestlohn – Was passiert eigentlich, wenn er nicht gezahlt wurde? 40 Umkleidezeit – vergütungspflichtige Arbeitszeit? 41 Trauer um Alfred Neven DuMont 41 Berechtigung des Personalleiters oder Prokuristen zum Ausspruch einer Kündigung Wissenswert 42 Farbe rockt! Bemerkenswert 44 Einfach mal Glas bedrucken...? 48 Der Verband von seiner schönsten Seite 50 Impressum / Persönliches / Rätselauflösung
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NEWS
Was kann der Siebdruck leisten? Was sind die funktionalen, industriellen Anwendungen dieser speziellen Drucktechnik? Auf diese Fragen gibt das Online-Nachschlagewerk www.screenprintingtechnology.org Antworten, illustriert mit vielen Beispielen. Die Website ist ein Projekt des Bundesverbandes Druck und Medien e.V. und des Deutschen Instituts Druck E.V. mit Unterstützung der Hochschule der Medien, Stuttgart. Es wird in Zusam-
Online-Nachschlagewerk www.screenprinting-technology.org
menarbeit mit Siebdruckereien sowie System- und Materialherstellern realisiert. Siebdruck ist in praktisch allen Produkten präsent, die wir täglich nutzen. Dessen sind sich Verbraucher wie auch Kunden kaum bewusst. Aber genau hier liegt die große Herausforderung für Siebdrucker, die darum ringen, ihren Kunden das volle, umfassende Leistungspotenzial dieser Drucktechnik zu erklären. Ziel des Projekts ist die Dokumentation von Anwendungsmöglichkeiten des technischen und funktio nellen Siebdrucks. Neben dem industriellen und gewerblichen Siebdruck können auch alle anderen Anwendungen im grafischen Bereich und im Textilsiebdruck dargestellt werden. Darüber hinaus können alle Anwender und Systemhersteller Beispiele und Daten eingeben. Die Validierung erfolgt durch das Redaktionsteam. Zielgruppen des Projekts sind sowohl potenzielle Kunden, Anwender und Produtktentwickler in zahlreichen Branchen als auch Auszubildende sowie Fach- und Hochschulen.
MARKO GRAUMANN FON 0 23 06. 2 02 62. 19 MAIL
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Crefelder Print Cocktail XIIII
Der renommierte NRW-Branchentreff von Faber, Gabler, Print Concept Roeber, Hilsenberg und Jacobi findet erstmals in der Hochschule Niederrhein/University of Applied Sciences vom 25. bis 27. August 2015 statt. Im Fokus des „Crefelder Print Cocktail XIIII“ stehen Digitaldruck, LFP, Multifunktion, Transfer-Sublimationslösungen, Textildirektdruck, Film erstellung, Weiterverarbeitung und 3D-Druck. Der VDM Nord-West ist als Partner auch vor Ort mit dabei.
/ Gautschfeste 2015 Viele Unternehmen unserer Branche, Berufsschulen und -kollegs sowie diverse Interessengemeinschaften und Druckwerkstätten gautschen Jahr für Jahr die Auszubildenden der Druckbranche nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie in einer Bütte. Auf zwei bevorstehende Gautschfeste möchten wir Sie besonders hinweisen: Der langjährigen guten Tradition folgend werden am Donnerstag der Kieler Woche, am 25. Juni, die neuen Fachkräfte der Druck- und Medienbranche ihre Zeugnisse erhalten. Die feierliche Freisprechung und die Zeugnisübergabe beginnen um 13:00 Uhr im Haus der Wirtschaft in der Bergstraße 2 in 24103 Kiel. Der VDM Nord-West wird sich bei den Feierlichkeiten wieder mit einem „Grußwort“ einbringen und die Absolventen und Gäste im Anschluss zum traditionellen Umtrunk einladen. Danach werden die Absolventen und ihre Begleitung mit einem Festumzug zum Gautschen abgeholt. Dieser Teil wird durch die Gewerkschaft ver.di begleitet und findet auf der Rathausbühne, Rathausplatz, 24103 Kiel statt. Sie sind herzlich zu diesem traditionellen Gautschfest auf der Kieler Woche eingeladen. Am Sonntag, den 28. Juni 2015 findet von 14:00 bis ca. 17:00 Uhr ebenfalls ein großes Gautschfest auf Schloss Horst in Gelsenkirchen
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Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
statt. Durchgeführt wird es vom „Handwerksmu seum - Alte Druckwerkstatt - Haltern“ in Koope ration mit der „Historischen Druckwerkstatt, Offizin Schloss Horst Gelsenkirchen“ und mit Unterstützung des Verbandes Druck + Medien Nord-West e.V. Das Gautschkollegium würde sich freuen, Sie als Gäste auf Schloss Horst (Turfstraße, 45899 Gelsenkirchen) begrüßen zu dürfen. Wenn auch Ihr Unternehmen eine Gautschfeier veranstaltet oder bereits veranstaltet hat, würden wir sehr gerne in einer der nächsten Ausgaben der Zukunft Medien mit einer Bilderserie darüber berichten, geben Sie uns bitte einfach Bescheid. Mehr Infos zu den Gautschfesten auch unter: www.vdmnw.de/veranstaltungen
Es freut sich auf Ihre Rückmeldung: STEFAN HÖYNCK FON 0 23 06. 2 02 62. 33 MAIL
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NEWS
Nicht versäumen: PXM-Roadshow zur neuen ISO für den Offsetdruck! Ende 2013 erschien die Normserie ISO 12647, mit dem Kernstück ISO 12647-2 für den Offsetdruck, nach mehrjähriger Überarbeitung in der dritten Ausgabe neu. Für eine praxis gerechte Umsetzung sorgen die PrintXMedia-Gesellschaften in bewährter Weise gemeinsam mit den Verbänden Druck und Medien. Im Rahmen einer Roadshow erfahren die Mitgliedsunternehmen nun aus erster Hand, welche Änderungen die ISO 12647-ff. bringt und welche Auswir-
kungen diese auf die tägliche Arbeit haben. Vor allem wird sich die Zusammenarbeit mit den Kunden ändern, die oftmals selbst Daten erstellen. Auf der Roadshow informieren die technischen Berater der PrintXMedia- Gesellschaften über den aktuellen Stand der Entwicklungen und sorgen für die notwendigen Hintergrundinformationen. Ebensowenig fehlen praktische Hilfestellungen in der Umsetzung für die tägliche Produktion.
Drucktuch weiter optimiert Der Drucktuchhersteller ContiTech Elastomer Coatings hat gemeinsam mit der Igepa group ein neues Produkt mit dem Ziel, eine noch bessere Druckqualität zu erreichen, entwickelt. Das Drucktuch ist mit einer kompressiblen Schicht ausgestattet, die aus modernen, sehr kleinen Mikropartikeln, sogenannten Mikrosphären, besteht. Sie sorgen für ein bestmögliches Rückstellverhalten und eine sehr gute Knautscherbeständigkeit. Dadurch wird die Lebensdauer des Drucktuchs, das unter dem Produktnamen Xcelent Phoenix als neue Handelsmarke der Igepa group erhältlich ist, verlängert. Das Förderverhalten des Drucktuchs Xcelent Phoenix wurde so entwickelt, dass der Einsatz auch bei Einzelantrieben neuester Technologie
Termine: » 23. Juni 2015 PRINTXMEDIA Consult Nord-West GmbH, An der Wethmarheide 34, 44536 Lünen » 24. Juni 2015 PRINTXMEDIA Consult Nord-West GmbH Kattreppel 2, 20095 Hamburg Dauer der Veranstaltung: 16 bis 18 Uhr Teilnahmegebühr pro Person: 30 Euro zzgl. MwSt. Anmeldung: Bitte bis 14 Tage vor dem Termin an: Silvia Klos FON 0 23 06. 2 02 62. 24 MAIL
[email protected]
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möglich ist. Das neue Drucktuch wird von ContiTech exklusiv für die Häuser der Igepa group produziert und als Rollenware am Conti Tech-Standort im thüringischen Waltershausen hergestellt. Die anschließende Endverarbeitung erfolgt in der Konfektionierstation der Igepa group in Reinbek. Hier werden die Drucktücher nach Kundenwunsch rechnerunterstützt (CAD) auf Format geschnitten, geschient und termingerecht an den Endkunden geliefert. Die Fertigung wird individuell auf den jeweiligen Maschinentyp zugeschnitten und kann sowohl mit Stahl- als auch Aluminiumschienen erfolgen. WWW.CONTITECH.DE
Alles nach Kundenwunsch: Die Drucktuchkonfektionierung der Igepa group am Standort Reinbek.
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Vertriebskongress der Druck- und Medienbranche Top-Speaker geben Impulse und stellen Tools für Ihren erfolgreichen Vertrieb vor 29. Oktober 2015 in Düsseldorf Weitere Infos unter:
[email protected] oder 0 23 06. 2 02 62. 26 campus – managementakademie für druck und medien gmbh, eine Initiative und Gesellschaft des VDM NW.
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Es kommt auf das Etikett an!
Schwerpunkt
Wer kennt sie nicht? Etiketten haben vielfältige Aufgaben an eigentlich fast allen Produkten. Sie dienen der Produktinformation, Werbung, als Echtheitssiegel (z.B. mit Hologramm) oder Verschlussmechanismus an Verpackungen. Sie übermitteln Informationen per Barcode (z.B. beim Bezahlen) oder mittels RFID-Techno logie (z.B. als Diebstahlschutz).
Etiketten dürfen aber auch das eine oder andere Produkt verzieren. Sie sind dazu dann in vielen Farben oder mehrfach veredelt zu bewundern. An Spirituosen oder Parfüm-Flakons sind oft geprägte, UV-glanz lackierte, gold- oder silberfarbene Etiketten zu finden. Thermosensible Druckfarben können sogar die ideale Temperatur von Getränken direkt am Etikett anzeigen. In Zeiten, wo die Spezialisierung ein wichtiger Aspekt zur Existenz sicherung sein kann, gibt es tatsächlich Märkte im Druckbereich, die zumindest keine Umsatzrückgänge zu verzeichnen haben. Der deutsche Markt für gedruckte Etiketten wies 2014 mit 1,183 Mrd. Euro gut 3,5 Prozent mehr Umsatz als 2013 aus. Der Anteil an der Gesamtproduktion der deutschen Druckindustrie betrug dabei immerhin 9 Prozent. Im Vergleich dazu waren es 2008 noch weniger als 7 Prozent. Nassleimetiketten und Selbstklebeetiketten Grundsätzlich unterscheidet man Nassleimetiketten und Selbstklebe etiketten. Der Anteil ersterer geht in den letzten Jahren deutlich zurück, was darauf zurückzuführen ist, das immer mehr Getränke in PET-Flaschen abgefüllt werden. Das Labeln der Flaschen erfolgt stattdessen mit sogenannten Wrap-Around und Roll-on-shrink-on-Techniken. Selbstklebende Etiketten sind mehrschichtig. Die Basiskomponenten Obermaterial, Klebstoff und Träger lassen ein großes Funktionsspektrum zu. Die Auswahl der Materialien und natürlich auch der Farben wird maßgeblich vom Verwendungszweck mitbestimmt. Lebensmittelechtheiten und migrationsfreie Kleber sind da gefragt, zudem werden viele Etiketten in der Produktion (z.B. Getränkeabfüllung) oder bei der Lagerung (z.B. Tiefkühlung) klimatisch schwierigen Bedingungen ausgesetzt. Sogenannte Liftlabel-Etiketten sind im Gegensatz zu permanenten Haftetiketten rückstandsfrei entfernbar. Für mehr Effizienz und Ressourcenschonung gibt es Selbstklebeetiketten ohne Trägermaterial.
Die große Vielfalt an möglichen Produkten im Etikettenmarkt bringt auch eine große Bandbreite an Herstellungsverfahren mit sich. Zur Produktion kommt oft der Flexodruck zum Einsatz. Seltener ist der Einsatz kleiner Tiefdruckanlagen. Im Offsetdruck wird neben schmalbahnigen Rollenmaschinen auch fallweise auf (großen) Bogenmaschinen gedruckt. Dort werden dann – insbesondere, wenn verschiedene Etiketten eine große Anzahl von Sonderfarben erforderlich machen – durchaus auch mal drei verschiedene Farben in einem Farbwerk gleichzeitig nebeneinander gedruckt! Personalisierte Etiketten Für kleinere Auflagen wird mittlerweile auch der Digitaldruck ein gesetzt. Eine der bekanntesten Produktionen war vor zwei Jahren die Individualisierung von Coca-Cola-Flaschenetiketten mit Vornamen. Sicherlich gibt es auch im Etikettensegment zahlreiche Anwendungs felder, in denen einfache Kennzeichnungszwecke für kurze Zeiträume die Technik bestimmen. Für Versand, Logistik und Transport oder an der SB-Waage im Supermarkt werden oft Laser, Thermodirekt- und Thermotransferdrucker eingesetzt. Alle zwei Jahre gibt es eine Fachmesse, die sich dem Thema Etikettenproduktion widmet. Die LabelExpo findet dieses Jahr wieder statt, vom 29. September bis 2. Oktober 2015 in Brüssel.
Informationen für Aussteller und Besucher sowie Themen der Messe finden Sie unter www.labelexpo-europe.com.
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Schwerpunkt
Labels für einen starken Auftritt Mit dem Druck von Etiketten hat sich die Graphische Betriebe STAATS GmbH in Lippstadt einen Namen gemacht. Egal ob nass- oder selbstklebend, die Qualität bleibt in jedem Fall bei den Kunden haften.
In dem Unternehmensbereich STAATS.LABEL produzieren die Lippstädter eine Vielfalt an nassklebenden und selbstklebenden Etiketten auf Folie oder Papier. Ob mehrfarbig, unbedruckt, lebensmittelecht, ablösbar oder fest haftend, das Unternehmen hat für (fast) jeden Einsatzbereich eine Lösung. Die Haftetiketten werden im Offsetdruck, Digitaldruck, Hochdruck, Siebdruck und Flexodruck gefertigt. Der Betrieb kann bereits auf eine lange Tradition in diesem Bereich zurückblicken, denn seit 45 Jahren schon produziert STAATS Labels in unterschiedlicher Art, Größe und Form. Synergie-Effekte und erweitertes Portfolio Im April 2013 folgte eine für das Unternehmen richtungsweisende Entscheidung, als sich die beiden Geschäftsführer Gabriele und Rainer Staats für eine Kooperation mit der RAKO-GRUPPE entschieden. Hierbei handelt es sich um einen der größten und modernsten Hersteller von Haftetiketten und flexiblen Verpackungsmaterialien in Europa, Asien und Südafrika – mit 1.500 Mitarbeitern und über 80 Druckmaschinen an 13 Produktionsstätten. Durch eine Beteiligung der RAKO-GRUPPE an den Graphischen Betrieben STAATS wurde das Lippstädter Unternehmen in den Verbund eingegliedert. Die Kooperation verspricht beiden Unternehmen Synergie-Effekte sowie zusätzlichen Erfolg durch ein erweitertes Produktportfolio und die Ergänzung der bisherigen Möglichkeiten durch Spezialetiketten und Sicherheitslösungen für den Produkt- und Dokumentenschutz.
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Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Alles aus einer Hand Neben STAATS.LABEL bilden STAATS.DESIGN und STAATS.DRUCK zwei weitere Säulen des Unternehmens. Im Bereich STAATS.DRUCK liegt der Schwerpunkt auf hochwertigen Broschüren und Verpackungen, Briefbogen, Flyern und Montageanleitungen. Mit faszinierenden Möglichkeiten der Druckveredelung kann je nach Kundenwunsch die Qualität und Wertigkeit des Printprodukts verstärkt werden. Die Mitarbeiter der Abteilung STAATS-DESIGN entwickeln professionelle Werbestrategien, so dass das Unternehmen in der Lage ist, von der Idee bis zum fertigen Druckprodukt alles aus einer Hand anzubieten. Dazu gehört die gesamte Palette, angefangen bei Visitenkarten, Broschüren und Flyern über Briefpapier, Einladungskarten bis hin zu Verpackungen – und natürlich Etiketten. In sechster Generation Die Geschwister Gabriele und Rainer Staats leiten das Unternehmen bereits in der sechsten Generation. Die Anfänge der Familie Staats als Unternehmerfamilie reichen bis in das Jahr 1826 zurück, als Heinrich Staats die Lippstädter Druckerei erwarb. In den 1950er Jahren übernahm mit Hermann und Helmut Staats die fünfte Generation das Unternehmen und gründete im Jahre 1965 den jetzigen Firmensitz im Osten von Lippstadt. Die studierte Grafik-Designerin Gabriele Staats trat 1995 in das Unternehmen ein, 1996 folgte ihr der gelernte Offsetdrucker Rainer Staats in
Schwerpunkt
Gabriele und Rainer Staats leiten die Graphischen Betriebe Staats.
Seit 1965 ist das Unternehmen STAATS im Osten von Lippstadt beheimatet.
die Geschäftsleitung. Heute sind in den Unternehmensbereichen STAATS.DRUCK, STAATS.DESIGN sowie STAATS.LABEL insgesamt 48 Mitarbeiter beschäftigt.
sehen, die Einsatzzwecke sind sehr vielseitig und wir können die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen. Ob unbedruckt oder mehrfarbig, gerne mit hochwertigen Veredelungen wie Heißfolienprägung, Duftdruck, Relieflack und Rubbelfarbe. Wir meistern gerne Herausforderungen.
Die Zukunft Medien im Gespräch mit Gabriele Staats: Zukunft Medien: Wie ist der Etikettendruck bei Ihnen entstanden und wie hat er sich weiterentwickelt? Gabriele Staats: Etiketten drucken wir eigentlich schon immer – allerdings beschränkte sich in den Anfängen das Produktportfolio auf Nassklebeetiketten. Anfang der 1970er Jahre haben wir dann die Produk tion um eine Rollenhaftetiketten-Maschine erweitert. Den Anstoß gab damals ein großer Kunde, der seine Produktion von Nass- auf Rollenhaftetiketten umgestellt hat. Seitdem ist dieser Bereich kontinuierlich gewachsen. Durch ständige Investitionen und durch Erweiterung der Technik konnten wir den immer wachsenden Qualitätsansprüchen unserer Kunden gerecht werden und neue Kunden hinzugewinnen. Zukunft Medien: Was sind Ihre Zielgruppen? Gabriele Staats: Unser Kundenstamm ist sehr vielschichtig. Wir produzieren sowohl für große Kunden aus der Automobil-, Lebensmittel- und Pharma-Industrie als auch für eine Vielzahl von kleinen und mittel ständischen Unternehmen aller Branchen. Zukunft Medien: Für welche Einsatzzwecke sind die Etiketten bestimmt? Gabriele Staats: Sehr viele Produkte, die einer Kennzeichnungspflicht unterliegen, werden mit einem Etikett ausgestattet. Denken wir doch einmal an die vielen Etiketten, die wir täglich im Lebensmittelmarkt sehen. Jede Wurstpackung hat mindestens ein Etikett, und selbst auf Obst finden wir oftmals Haftetiketten als Qualitätsmerkmal. In jedem Auto sind übrigens rd. 100 Etiketten und Typenzeichen verklebt. Sie
Zukunft Medien: Wird das Portfolio noch erweitert? Gabriele Staats: Wir sehen uns fast täglich mit wechselnden Kunden anforderungen konfrontiert. Daher müssen wir uns auch ständig mit neuen Techniken und Möglichkeiten auseinandersetzen und neue Lösungen entwickeln. Immer häufiger wird nach kurzfristigen, kleinen und personalisierten Auflagen gefragt. Unser Digitaldruck als auch das neue Inkjet-Verfahren, mit dem selbst personalisiert in den Leim gedruckt werden kann, bieten sehr viele Möglichkeiten. Zukunft Medien: Welche Leistungen, die über den reinen Druck von Etiketten hinausgehen, bieten Sie in dem Bereich noch an? Gabriele Staats: Wir entwickeln Werbestrategien und bieten graphische Dienstleistungen sowie den Druck und die Veredelung von klassischen Printprodukten, zum Beispiel eine Heißsiegelung bis zu einem Format von 50 x 70 cm. Zukunft Medien: Was macht die Faszination von Etiketten aus? Gabriele Staats: Wir helfen mit dem Druck von ansprechenden Etiketten unseren Kunden, ihre Produkte besser zu vermarkten. Und dabei ist es die Vielseitigkeit unserer Kunden, die das Geschäft so abwechslungsreich und schön macht. Wir unterstützen sie bei der Umsetzung von Gewinnspielen und gezielten Werbemaßnahmen. Zukunftsvisionen, wie individuelle Codierungen, intelligente Etiketten (RFID) und Etiketten zur Produktsicherheit zur Vermeidung von Plagiaten werden schon heute von uns produziert. WWW.STAATS.DE
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Schwerpunkt
Die Spezialisten Mit dem Entschluss, sich auf die Herstellung von Rollenhaftetiketten und Bookletetiketten zu konzentrieren, trafen Jochem und Jürgen Heinen vor vier Jahren eine richtungsweisende Entscheidung für die Druckerei Heinen in Bad Münstereifel. Eine sinnvolle Ergänzung dieser Strategie bietet die Online-Plattform www.label24.de.
Bereits in den 1990er Jahren begann das Unternehmen, das sich bis dato ausschließlich dem Akzidenzdruck verschrieben hatte, Etiketten herzustellen. Mit dem Kauf einer 5-Farben-Rollenetikettendruckmaschine „Nilpeter“ stieg der Betrieb seinerzeit in den wachsenden Markt der Rollenhaftetiketten ein. Die Betriebsgründer Adolfine und Johannes Heinen wurden von einem damaligen Großkunden „gezwungen“, das komplette Bogenetiketten-Sortiment des Kunden auf Rollenhaftetiketten umzustellen, ansonsten wäre dieser abgesprungen. Aufgrund des großen Erfolges der neuen Unternehmenssparte „Rollenhaftetiketten“ entschieden sich Jochem und Jürgen Heinen, sich weiter in diesem Bereich zu spezialisieren und erwarben im Mai 2009 eine 6-Farben-Rollenetikettendruckmaschine vom Typ „Graficon Gallus“. Neben den sechs Druckwerken, einer Flach- und einer Rotationsstanzeinheit ist in die Maschine ein sogenannter Bookletfeeder integriert, mit dem das Unternehmen sein Angebot an Rollenhaftetiketten auf mehrseitige Bookletetiketten erweitern konnte. Booklet-Etiketten
Denn oftmals reicht der Platz auf einem „normalen“ Etikett nicht aus, um darauf alles Wichtige den Kunden mitzuteilen. Beispiele hierfür sind mehrsprachige Gefahrenhinweise, ausführliche Anleitungen, Mini- Prospekte oder Warengutscheine. Außerdem besteht nun die Möglichkeit, einen Rückseitendruck (auf das Abdeckpapier oder auf die Kleberschicht) aufzubringen und mit Hilfe einer Bahntrennvorrichtung Doppellagen-Etiketten herzustellen. Start von Label24.de
Rollenetiketten
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Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Ein weiterer wichtiger Meilenstein folgte im Jahre 2011 mit der Gründung der Online-Plattform www.label24.de. Seitdem können Kunden ihre Rollenetiketten direkt online kalkulieren und bestellen. Neben zwei weiteren Firmen war die Druckerei Heinen GmbH im Jahr 2011 euro paweit der dritte Anbieter einer solchen speziellen Internetseite für die direkte Kalkulation von Rollenetiketten. Mit der Anschaffung eines digitalen Klischeebelichters vom Typ „ESKO CDI“ wurde 2013 schließlich die bisherige Klischeeherstellung mit Hilfe eines vorher belichteten Nega tivfilms abgelöst. Zudem investierte die Druckerei Heinen in einen „Klischeewascher“. Hiermit werden die Klischees nach dem Druck maschinell und schonend von Druckfarben gereinigt. Anschließend werden die gereinigten Klischees in Druckverschlussbeutel gelagert. Durch diese Vorgehensweise können Klischees viel öfter für einen Nachdruck verwendet werden, was sich für den Kunden natürlich kostensparend auswirkt.
Schwerpunkt
Anfangs als eine Art „Mitnahmegeschäft“ neben dem klassischen Akzidenzdruck gestartet, umfasst der Etikettendruck mittlerweile 70 Prozent des Auftragsvolumens der Druckerei Heinen, wobei Jobs in einem Auflagenbereich von 1.000 bis 10.000 den größten Teil ausmachen. Zum Kundenkreis zählen insbesondere Firmen aus der Chemieindustrie sowie den Bereichen Ernährung und Tiernahrung. Mit dem OnlinePortal www.label24.de hat es das Unternehmen geschafft, Abnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern für seine Etiketten zu gewinnen. Doch dieses Marketingtool dient in erster Linie zur Kontaktaufnahme, um anschließend mit dem Kunden in einen näheren Kontakt zu treten. „Rollenetiketten sind sehr beratungsintensiv. In dem Zusammenhang sehen wir uns als Problemlöser“, erläutert Jochem Heinen, der gemeinsam mit seinem Bruder großen Wert darauf legt, nicht als unpersönliche Online-Druckerei abgestempelt zu werden. Im Gegenteil: Eine typische Vorgehensweise sei zum Beispiel, dass die Kunden oftmals mit bestimmten Gebindeformen an die Druckerei herantreten und um Vorschläge bitten, wie man das Produkt etikettieren könne. Diese Kreativität mache die Faszination des Etikettendrucks aus. „Mich reizt
Jochem (l.) und Jürgen Heinen haben sich auf den Etikettendruck spezialisiert.
die Vielfalt an Anforderungen“, bringt es Jürgen Heinen auf den Punkt. Diese beginne bei der Materialauswahl und reiche bis zu den tech nischen Kriterien, die Etiketten zum Teil erfüllen müssten. Das Know-how der Druckerei aus Bad Münstereifel hat sich mittlerweile in der Branche herumgesprochen, so dass jetzt verstärkt andere Druckhäuser, die selbst nicht in der Lage sind, Etiketten herzustellen, um „Kollegenhilfe“ bitten. Jochem und Jürgen Heinen wollen in den nächsten fünf Jahren den nächsten Schritt gehen und in den Digitaldruck für Rollenetiketten einsteigen, um auch den Kleinauflagenbereich abzudecken. „Mit unserer gewohnten Qualität zu vernünftigen Preisen“, wollen sie hier aber auf keinen Fall eine schnelle „Billiglösung“ schaffen, sondern diese Investition mit Augenmaß vorbereiten. In der Region fest verwurzelt Hohe Qualitätsansprüche und flexible Einsatzmöglichkeiten bei kleinen bis höheren Auflagen kennzeichnen über den Etikettendruck hinaus die Arbeit in der Druckerei Heinen, die zurzeit insgesamt sieben Mitarbeiter zählt. Von der individuellen Visitenkarte über Briefumschläge, Informationsmaterialien, Folder, Preislisten, Kalender und Kataloge bis hin zu hochwertigen Broschüren und Büchern werden nach wie vor sämt liche Drucksachen geliefert. Zudem erscheint jede Woche im hauseigenen Verlag das Mitteilungsblatt „Die Gießkanne“, gleichzeitig Amtsblatt der Stadt Bad Münstereifel. Neben den amtlichen Mitteilungen, Ärztenotdiensten und sonstigen Veröffentlichungen der Stadt- und Kur verwaltung finden sich hier aktuelle Nachrichten aus den Vereinen, Parteien und sonstige Geschehnisse. Überhaupt ist das Unternehmen weiterhin in der Region fest verwurzelt. Die Eltern der heutigen Firmenbesitzer, Adolfine und Johannes Heinen, gründeten im Jahre 1968 den Betrieb – seinerzeit noch im Ortskern von Bad Münstereifel. 1991 erfolgte der Umzug in eine große Produktionshalle mit Büro gebäude im Bad Münstereifeler Gewerbegebiet. In dem Jahr traten auch der gelernte Schriftsetzer (Industriemeister Druck) Jochem Heinen und sein Bruder Jürgen Heinen, der zuvor eine Ausbildung als Offsetdrucker sehr erfolgreich absolviert hatte, in die Geschäftsleitung ein. Die beiden elterlichen Firmengründer zogen sich im Jahre 2007 zurück.
Online-Kalkulator
WWW.LABEL24.DE
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Unternehmensportrait
Gayen & Berns · Homann GmbH – „wir machen Druck und Medien sicher“ Versicherungen zählen auch bei Druck- und Medien-Unternehmen zu den zentralen Elementen der Unternehmensführung. Bei der Findung des jeweils besten Angebotes, der Ausgestaltung der Verträge sowie beim oftmals anspruchsvollen Versicherungsmanagement zu helfen, steht im Fokus des Versicherungsmaklers Gayen & Berns · Homann GmbH. Das inhabergeführte Unternehmen, das vor mehr als zehn Jahren das Ver sicherungspaket GBHMedien-Police® entwickelt hat, beschäftigt mehr als 220 Mitarbeiter und ist an 13 Standorten in ganz Deutschland vertreten. Hervorzuheben ist in der inzwischen vielfach eingesetzten GBH-MedienPolice ® z.B. der Verzicht auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit im Sachversicherungsbereich (bis EUR 100.000), die Anwendung der „goldenen Regel“ im Rahmen der Sach- und Maschinenversicherung, die partielle Mitversicherung von Verschleiß sowie eine erweiterte Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung für Buchbinder. Für Lettershops: Selbst eine Fehlversendung von Briefen und Prospekten etc. gilt als versichert. Durch die Bündelung aller relevanten Versicherungen in einem einzigen Vertrag – von der Haftpflicht über die Betriebsunterbrechung bis hin zur Absicherung gegen Maschi nenbruch und Datenverlust – entfällt die Verwaltung von zahlreichen Policen. Es gibt einen zentralen Ansprechpartner, der Sie umfassend betreut und berät. Die Konditionen der Police sind deutlich besser als bei vergleichbaren Einzelpolicen. Dies gilt in der Regel auch, wenn neben der Police zusätzliche individuelle Ergänzungen, wie z. B. Kraftfahrzeuge und /oder Transportschadenrisiken, aufgenommen we rden. Die kostenfreie Erhebung der aktuellen Versicherungswerte sowie besondere Vorteile bei der Gutachter-Auswahl runden das attraktive Konzept ab.
Ihre Ansprechpartner:
Wolfgang Ossenbrüggen, Hamburg Tel. 040 37002 - 244
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Bernd Schulte-Ladbeck, Köln Tel. 0221 949748 - 20
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www.medien-police.de 14
Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Sascha Kolvenbach, Baden-Baden Tel. 07221 3684 - 43
[email protected]
www.gbh.de
Wer dies liest… ... erhält eine umfassende und systematische Darstellung des Geschäftsfeldes 3D-Druck, die sich gezielt an Unternehmer und Führungskräfte der Druckindustrie richtet. Vor dem Hintergrund, dass der 3D-Druck in der Branche bisher hauptsächlich auf Kongressen und Fachmessen vertieft wurde, leistet die Broschüre Pionierarbeit.
In jüngster Zeit fällt oftmals der Begriff „3D-Druck“, wenn in der Druckindustrie über Innovationen gesprochen wird. Während die einen die „additive Fertigung“ als Hype abtun („Das hat doch mit Drucken rein gar nichts zu tun!“), schwärmen andere von den enormen Potenzialen, angefangen beim Zahnersatz bis hin zum individuell designten fahrbaren Untersatz. Dem 3DDruck wird eine große Zukunft vorausgesagt, doch eröffnet er auch eine echte Perspektive für das Dienstleistungsangebot von Druck- und Medienunternehmen? Welche Parallelen und Unterschiede zur Medienproduktion gibt es? Diesen und anderen Fragen wirdmet sich die Publikation. So werden die technischen Möglichkeiten der additiven Fertigungstechnik detailliert beschrieben – von der Digita lisierung dreidimensionaler Objekte über die verfügbaren Materialien bis zu den Druckund Nachbearbeitungsverfahren. Dabei werden Aspekte wie Produktionsgeschwindigkeit und Produktqualität betrachtet, Da tenformate erläutert sowie die Möglichkeiten und Grenzen des mehrfarbigen 3D-Drucks aufgezeigt. Einen Schwerpunkt setzt die Veröffentlichung bei der Bewertung von Chancen und Risiken, die sich speziell für Druck-
und Medienunternehmen ergeben, wenn sie in das noch junge und dynamische Geschäft mit dem 3D-Druck einsteigen. Die 108 Seiten umfassende Publikation enthält 100 Abbildungen und Tabellen. Die Broschüre ist für Mitglieder der Druck- und Medienverbände kostenlos, Interessenten wenden sich bitte an den VDM NW. Für Nichtmitglieder beträgt der Preis 69,90 Euro zzgl. MwSt.
Die Broschüre ist auch im Point-Shop unter www.point-online.de erhältlich oder bei Silvia Klos FON 0 23 06. 2 02 62. 24 MAIL
[email protected]
DER JOKER KOMMT AM 25.09.2015
Mitgliederversammlung und Jahrestagung des Verbandes Druck + Medien Nord-West e.V. 24. bis 26.09.2015 in Düsseldorf. Lassen Sie sich vom Joker überraschen...
Fehldruck
Fehldruck im Andruck! Wer hat hier denn wieder Mist gebaut? Mensch oder Technik? Der Druckerei-Kunde hat ein sehr gutes Auge und einen noch besseren Grund, ungehalten zu sein. Helfen Sie mit, die sieben fiesen Fehler zu finden, die sich auf dem rechten Bild eingeschlichen haben. Ihre Kollegen werden es Ihnen danken!
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Fehldruck
Auflösung im Impressum der nächsten Ausgabe.
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Messen + Events
Zugang zu neuen Zielgruppen Als Druckmaschinen-Hersteller direkten Zugang zu den kreativen Anwendern erhalten und gleichzeitig Geschäfte mit der wichtigsten Kundengruppe Druckereien abschließen? Als Verpackungsdesigner auf Marketingentscheider treffen und zugleich mit Druckdienstleistern in Kontakt kommen? Oder als Digital-Signage-Anbieter mit Ladenbauern zusammenkommen und zugleich direkt mit Markenartiklern sprechen? Möglich macht es die viscom, die ihren Ausstellern und Besuchern den Zugang zu neuen Zielgruppen verschafft.
Mit ihren sechs Themenwelten umfasst die Messe alle Bereiche der visuellen Kommunikation. Die neue Tagesfolge von Mittwoch bis Freitag wird beibehalten. Die Messe findet vom 4. bis 6. November 2015 in Düsseldorf statt. Vielfältig Rund 340 Aussteller zeigen Neuheiten in den Segmenten large format printing, signmaking, object design, digital signage, POS display und POS packaging. Traditionell der größte Bereich ist dabei erneut large format printing mit den Themen Maschinen, Material und Zubehör. Hier wird die geballte Kraft der Druckindustrie vereint. Werbetechniker, grafische Betriebe und Medienproduktioner werden auf der viscom vor allem im Bereich signmaking fündig. Maschinen, Verfahren und Werbetechnik stehen hier im Mittelpunkt. Objekteinrichter, Ladenbauer und Marketingverantwortliche haben im Segment object design einen Anlaufpunkt für innovative Druckverfahren, Industriedesign und Visual Merchandising. Der Bereich digital signage wiederum eröffnet einen Blick in neue Technologien und Anwendungen, zum Beispiel digitale Leit- und Orientierungssysteme oder Systeme für die Unternehmenskommunikation. Full-Service-Anbieter zeigen die komplette Dienstleistung. Mit den Bereichen POS display und POS packaging geht es an den Marketing-Hotspot Point of Sale. Gezeigt werden die neuen Display- Generationen sowie Verpackungs-Highlights. Angesprochen werden Handel und Markenartikler ebenso wie Werbeagenturen und Manufakturen.
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Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Umsatzstark
International
Eine Messe, sechs Bereiche, unzählige Verbindungen: Durch die Synergien zwischen den Segmenten entstehen auf der viscom immer wieder neue Vertriebskanäle und der Zugang zu neuen Zielgruppen und Umsatzpotentialen. Nicht nur die Adressaten aus dem eigenen Kernsegment können hier gezielt angesprochen werden. Ein Blick über den eigenen Bereich hinaus eröffnet neue Chancen. Dabei ist die viscom besonders entscheiderstark: Rund 7.200 der insgesamt 10.064 Besucher der viscom im vergangenen Jahr hatten maßgeb lichen Einfluss auf die Kaufentscheidung in ihrem Unternehmen. Insgesamt gab es hier ein Investitionsvolumen von rund 181 Mio. Euro.
Der Rundumblick über die visuelle Kommunikation, den die viscom damit bietet, ist einmalig im europäischen Messemarkt. Das sehen auch viele der internationalen Besucher so, die zu 70 Prozent ausschließlich die viscom in Deutschland besuchen. Aus knapp 50 Ländern kamen die rund 25 Prozent ausländischen Besucher zur vergangenen Fachmesse nach Frankfurt. Vernetzt Für Aussteller und Besucher ist die viscom seit jeher mehr als nur Messe. Zahlreiche Events und Awards bringen die Branche zusammen und rücken die großen Innovationen in den
Messen + Events
Vordergrund. In Zusammenarbeit mit inter nationalen Medienpartnern und Verbänden ist die Messe Branchen-Netzwerk für die visuelle Kommunikation. Aus- und Weiterbildung sowie Inspiration und Best Practices sind die Säulen des umfangreichen Rahmenprogramms. Auch unterjährig bietet sie Ausstellern in Medien wie dem viscomblog eine Plattform und der Branche ein wertvolles Informationsmedium. Informativ Information und Inspiration bietet auch wieder das Rahmenprogramm der mit Vorträgen, Awards und Sonderflächen. Hier können Aussteller zu aktuellen Trendthemen Stellung nehmen und direkt mit interessierten Besuchern ins Gespräch zu kommen. Eine besonders wertvolle Präsentationsplattform ist dann auch wieder die viscom world of inspiration, die Unternehmen eine zusätzliche Möglichkeit gibt, Technologien, Produkte oder Dienst leistungen – von Verfahren über Materialien sowie Design bis hin zum finalen Produkt, eingebettet in die gesamte Prozesskette, zu zeigen. Hier stehen weniger beliebte Klassiker im Mittelpunkt, sondern Verrücktes und Ideen mit Inspirations-Potenzial. Jetzt bewerben: Der viscom BEST of 2015 Award Die Aussteller der Fachmesse haben auch 2015 wieder die Chance auf eine Auszeichnung durch den BEST of 2015 Award. Bis zum 25. August 2015 können sich ausstellende Hersteller und Händler (mit Genehmi-
gung des Herstellers) mit ihren Produkten, Projekten oder Dienstleistungen bewerben. Vergeben wird der Award in fünf Kategorien: „Signmaking“, „Großformatdruck / LFP“, „Lichtwerbung“, „Textilveredelung“ und „Software“. Als besondere Kriterien gelten die Marktfähigkeit sowie die Berücksichtigung wirtschaftlicher, gestalterischer und ökologischer Aspekte bei der Umsetzung. Zudem muss das Produkt zwischen dem 1. Mai 2014 und dem 4. November 2015 auf den Markt gebracht worden sein. Für den potenziellen Anwender muss sich ein deutlicher Mehrwert gegenüber bisherigen Lösungen, Maschinen oder Medien zeigen. Vorgestellt werden die Innovationen am jeweiligen Ausstellerstand während der viscom.
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Ausgabe 2.2015 // Zukunft Medien
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Unternehmen
Spielend einfach Die copy-druck Gesellschaft für Digital- und Offsetdruck mbH in Hamburg-Wandsbek hat eine Software entwickelt, mit der individualisierte Druckprodukte, Produktionssteuerung sowie Bestell- und Abwicklungsvorgang miteinander verbunden werden. Den Anstoß dazu gab ein Spielehersteller.
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Die Spezialität des Unternehmens liegt in der Optimierung ganzheit licher Arbeitsprozesse. Gemeinsam mit dem Kunden entwickelt das Team individuelle Kommunikationskonzepte für Design und Layout, Daten- und Bildbearbeitung, Datenmanagement, Druck, Weiterverarbeitung, Verpackung bis zur Distribution und Nachbereitung. Mit der Bitte, ein Konzept für die Herstellung von individuellen Spielkarten zu entwickeln, ist vor vier Jahren ein Spielehersteller an das Team von copy-druck herangetreten. Die Herausforderung für die Entwicklung eines solchen Auftragsmanagementsystems (AMS) bestand u.a. darin, eine stabile Farbausgabe für einzelne, individualisierte Spielkarten und Memospiele zu erzielen. Insgesamt ging es dem Spielehersteller auch darum, die Abläufe zu verschlanken. Bislang war in den Prozess noch eine Agentur eingebunden und die Lieferzeiten dauerten zu lange. Mithilfe des neuen AMS, das seit einem halben Jahr im Einsatz ist, kann copy-druck nun innerhalb von drei Werktagen die individualisierten Produkte an den Endkunden ausliefern. Zudem kann die Herstellung von Spielkarten unterschiedlicher Größe und Auflage generiert werden. Darüber hinaus lässt sich mit dem System der Materialaufwand optimieren, weil nur Bogen, die komplett mit Spielkarten belegt sind, auch bei copy-druck in die Digitaldruckmaschine gelangen. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil, angesichts von 80.000 Spielkartensets, die das Hamburger Unternehmen allein im vergangenen Jahr ausgegeben hat.
v.l.: Jens Beckmann (Geschäftsführender Inhaber), Catrin Kuhse (Geschäfts führende Inhaberin), Heinz Kuhse (Inhaber, Logistik und IT), Michael Winterseel (Nachhaltigkeit, Produkt- und Prozessentwicklung) und Udo Krämer (Geschäfts führer des Tochterunternehmens cupIT) mit einem Produkt zur spielerischen Schulung von Management und Teambildung, das konzeptionell nach inhaltlichen Vorgaben der Autorin bei copy-druck entwickelt und gefertigt wurde.
Verarbeitung der eingegangenen Daten eines Business-Auftrags zu dem entsprechenden Kartensatz. Es besteht die Möglichkeit, Anordnung und Motive manuell zu wechseln oder durch Ersatz zu platzieren.
Statusabfrage zu einem einzelnen Workflow. Ein Blick in die Zusatzinformationen ermöglicht einen Überblick aller auf dem Workflow verarbeiteter Aufträge.
Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Unternehmen
Kartenspiel mit Scancode zur Verarbeitung im AMS. An den entsprechenden Verarbeitungsstationen wird der derzeitige Stand des Einzelauftrags erfasst und an alle Stellen weitergeleitet.
Memokarten im Format 50 x 65 mm auf 600g-Karton gedruckt.
„Der Umweltschutz ist überhaupt ein wichtiger Faktor, der uns antreibt“, erläutert Geschäftsführer Jens Beckmann. So habe der Betrieb seit 2013 den Gesamtenergieaufwand um 25 Prozent senken und gleichzeitig seine Produktionsausgabe verbessern können. Nach dem Druck der Karten und Memospiele werden diese in der Weiterverarbeitung kaschiert, zeitgleich werden auch die Labels für die Kartons, in denen die Karten enthalten sind, produziert. Der Endkunde kann jederzeit nachhalten, an welcher Stelle des Arbeitsprozesses sein Produkt sich gerade befindet. Das Unternehmen hat seine neue Software-Lösung nicht nur für diesen einen Zweck entwickelt. Sie kann für andere, individualisierte Produkte wie Handbücher oder Schulungsunterlagen in verschiedenen Sprachen eingesetzt werden. „Überall dort, wo mehr als eine Seite gedruckt werden soll“, bringt es Michael Winterseel aus dem Projektmanagement auf den Punkt. Auch intern habe sich das AMS bereits bewährt, sorge es doch für eine homogene Auftragsverteilung, eine Verdichtung der Mitarbeiter-Ressourcen und eine verschwindend geringe Fehlerquote, die gegen ein Promille tendiere. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, das AMS an ein bereits vorhandenes Web-to-Print-Portal anzuschließen. Damit eröffnen sich laut Software-Entwickler Udo Krämer neue Perspektiven für Kunden, die über keine eigene AMS-Lösung verfügen. Bereits jetzt bastelt copy-druck an die Erweiterung des Systems mit zusätzlichen Modulen wie Lagermanagement bzw. dem Einrichten von Schnittstellen zu anderen Bereichen, z.B. zur Buchhaltung.
Über Copy-Druck Die copy-druck GmbH wurde im Jahre 1994 gegründet und hat sich in der Zeit im Raum Hamburg zu einem der führenden Häuser für Digitalund Offsetdruck entwickelt. Vor zehn Jahren ging die IT-Tochter comm-X GbR an den Start und wurde 2009 in cupIT GmbH & Co KG umbenannt. Das Team unterstützt die copy-druck GmbH in den Bereichen Asset- und Contentmanagement. Ebenfalls zur Gruppe gehören die MAIN Druckservice GmbH & Co. KG in Pfungstadt sowie seit April „Book-on-demand“ in Berlin, einer der größten deutschen Print-Anbieter für Autoren und Selfpublisher. WWW.COPY-DRUCK.DE
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Unternehmen
Kerngeschäft Formulardruck Eine über 70-jährige Tradition im Formulardruck genießt die Ebeling-Drucke GmbH in Norderstedt, die bereits frühzeitig in einem hart umkämpften Markt erfolgreich eine Sparte besetzt hat. Die Pflege langjähriger Kunden steht in dem von Hartmut Nehrkorn und Bernd Janisch geführten Unternehmen im Vordergrund. Gegründet im Jahre 1942 von Fritz Ebeling, widmete man sich frühzeitig dem Formulardruck für Kreditinstitute – 1947 zog die Firma sogar in das Haus eines wichtigen Kunden, der Sparkasse Hamburg. Nachdem man zwischenzeitlich an zwei unterschiedlichen Standorten produziert hatte, folgte 1970 die Zusammenlegung des Unternehmens am heutigen Firmensitz in Norderstedt. Kurz zuvor trat Hartmut Nehrkorn in das Unternehmen ein und übernahm zum 1. Januar 1994 gemeinsam mit Eberhard Armbrus die Geschäftsleitung. Wurden anfänglich die Produkte im Flexodruck hergestellt, setzte sich ab Mitte der 1970er Jahre zunehmend der Nass-Offsetdruck durch. „Wir sind für die großen Volumina zuständig“, erläutert Nehrkorn das Kerngeschäft. Den Schwerpunkt bilden Formulare für den Zahlungsverkehr – etwa 350 bis 400 Millionen von ihnen verlassen jährlich die Druckerei in Norderstedt, produziert wird im Zwei-Schicht-Betrieb. „Theoretisch können wir bis zu drei Millionen Formulare am Tag drucken“, beschreibt Nehrkorn die Kapazitäten im Werk. Zu den regelmäßigen Abnehmern gehören zahlreiche Kreditinstitute in Deutschland und dem angrenzenden Ausland, darunter auch zahlreiche Privatbanken. Darüber hinaus druckt das norddeutsche Unternehmen Lottoscheine und andere Belegleseformulare, ebenfalls in sehr hohen Auflagen. Sogenannte Endlosformulare wie Rechnungen und Lieferscheine und Durchschreibesätze ergänzen das
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Haben sich auf den Formulardurck spezialisiert: Hartmut Nehrkorn (r.) und Bernd Janisch, Geschäftsführer der Ebeling-Drucke GmbH.
Angebot der Ebeling-Drucke GmbH. Überwiegend Handelsunternehmen, z.B. Möbelhäuser, sowie Industriebetriebe sind es, die diese Endlosformulare nach wie vor in ihren Nadeldruckern einsetzen. Rundumversorgung des Kunden Aufgrund von Anfragen aus Industrie und Handel hat sich außerdem eine weitere Unternehmenssparte entwickelt, der Vertrieb von Computer-Etiketten. Diese werden z.B. für diverse Preisauszeichnungen benötigt und gewährleisten einen zuverlässigen Datentransfer. Das Geschäft mit den Etiketten ist auch ein gelungenes Beispiel dafür, was sich aus den gewachsenen Kontakten entwickelt hat.
„Wir wollen unseren langjährigen Kunden ein möglichst breites Angebot vorhalten“, beschreibt Geschäftsführer Bernd Janisch das Konzept, mit dem das Unternehmen über die Jahre erfolgreich am Markt agiert. Und sollte einmal ein Geschäftspartner klassische Akzidenzen benötigen, kann die Firma Ebeling auf ein Netzwerk zurückgreifen und ihm diese ebenfalls liefern. „Unsere Kunden haben eine starke Bindung zu uns, weil wir jahrzehntelang deren Probleme gelöst haben“, ergänzt Nehrkorn. Nicht selten kommt es vor, dass die Norderstedter erklären müssen, auf welchen Formularen etwa IBAN und BIC notwendig oder entbehrlich sind. „Viele können auch nicht zwischen Zahlschein und Überweisungsformular unterscheiden“, weiß Janisch aus der Praxis. Bereits bei der Kalkulation und der satztechnischen Beratung sei das Know-how seines Teams, das zurzeit 45 Mitarbeiter umfasst, gefragt. Die Befürchtung, dass ihr Kerngeschäft in absehbarer Zeit nicht mehr benötigt werde, haben die beiden Firmenleiter nicht. „Es ist ein stetiger, lang samer Prozess, bis das Papier einmal abgelöst werden sollte,“, so Hartmut Nehrkorn. Deshalb sei man nicht dem Druck ausgesetzt, übermorgen ein neues Konzept zu entwickeln, zumal sich auch die Zahl der Anbieter im Formulardruck in den letzten Jahren deutlich reduziert habe. WWW.EBELING-DRUCKE.DE
Unternehmen
Freaks im besten Sinne Seit acht Jahren ist der Unternehmer Paul Arndt ein exzellenter Fachmann für HP Indigo Digitaldruckmaschinen. Mit dem Umzug von Aachen nach Eschweiler bietet die PrintsPaul GmbH & Co. KG nun auf einem 3.500 Quadratmeter großen Gelände neue Möglichkeiten wie Schulungsräume und Showroom.
Blick in den Showroom des Unternehmens am neuen Standort in Eschweiler.
Anfänglich hat das Unternehmen allein mit den Maschinen gehandelt. Mittlerweile bietet die Firma ein komplettes Full-Service-Angebot, das in Fachkreisen auf der ganzen Welt Beachtung findet. Die Firma versteht sich als Ansprechpartner für alle Betriebe, die eine HP Indigo Digitaldruckmaschine betreiben, ohne vertraglich an den Hersteller gebunden zu sein. Hierbei handelt es sich in der Regel um Druckereien, die gebrauchte Maschinen erworben haben. Das Leistungsspektrum umfasst den kompletten Aufbau und die Installation der Maschinen, so dass der Kunde vor Ort über ein betriebsbereites System verfügt. Damit, so die Erfahrung, ist es allerdings oft nicht getan. Ergänzend führt PrintsPaul Schulungen und Trainings an diesen Digitaldruckmaschinen durch. Diese fanden bislang in der Regel im Betrieb des jeweiligen Kunden statt – mit dem Umzug in das neue Firmengebäude bietet das Unternehmen in seinem Schulungszentrum zur Vertiefung eine Kursreihe mit unterschied lichen Modulen, die aufeinander aufbauen, an. Level 1 beinhaltet das Erlernen von Basiswissen im Rahmen einer einwöchigen Operator-Schulung. Mitarbeiter Andreas Lück erläutert: „Der Job ist nicht mit dem Einschalten der Maschine und dem Papiereinlegen getan. Nur ein fundiertes Verständnis von Funktion und Technik ermöglicht die Fehleranalyse des Druckbildes.“ Aus diesem Grund sei eine Basisschulung an der HP Indigo zwingend. Weitere Schulungsmodule (Level 2/3) versetzen
das Bedienerpersonal in die Lage, über die Standardwartung hinaus eine Reihe von Reparaturen selbständig durchführen zu können. Zum Service von PrintsPaul gehört darüber hinaus die Generalüberholung der Maschi- Paul Arndt, Geschäftsnen, auch Reparatu- führer der PrintsPaul ren bleiben auf Dauer GmbH & Co. KG. nicht aus. Als eine besondere Stärke seines Unternehmens sieht Arndt die Möglichkeit, nahezu alle Ersatzteile für die Maschinen liefern zu können. Der Aufbau dieser Kompetenz habe dem Team eine jahrelange Recherchearbeit abverlangt. Mit diesem umfangreichen Service und Support für HP Indigo Digitaldruckmaschinen sieht sich die Firma in einer besonderen Nische. „Es gibt weltweit vermutlich nicht viele Unternehmen, die das leisten“, sagt Andreas Lück. Regelmäßig sei die Expertise des Teams gefragt, wenn eine HP Indigo begutachtet werden soll, die zum Verkauf ansteht. Potenziale ausschöpfen Paul Arndt will den Kunden auch zeigen, welche Möglichkeiten die Digitaldruckmaschinen bieten. „Die HP Indigo ist potenziell auf sieben Farben ausbaufähig, das Spektrum an Spot
farben wird zumeist nicht ausgeschöpft“, nennt er ein Beispiel. Mit leichten Modifikationen sei es etwa möglich, die Farbe Weiß, Sicherheitsfarben, Sonderfarben oder personalisiert zu drucken. Auch werde gemeinsam mit dem jeweiligen Operator überlegt, wie man das ein oder andere Produkt noch optimieren kann. Wer sich mit solchen Themen beschäftigt, kommt zwangsläufig schnell an den Punkt „Weiterverarbeitung“. Deshalb entwickelt das Unternehmen in Kooperation mit diversen Herstellern derzeit Anlagen, welche die Leistungen einer HP Indigo zu Themen wie Stanzen, Schneiden, Lackieren oder Laminieren sinnvoll ergänzen. Ideale Möglichkeiten, an ganz unterschied lichen HP Indigo Digitaldruckmaschinen zu „tüfteln“, bietet jetzt der unternehmenseigene Showroom am neuen Standort Eschweiler. Hier sind kontinuierlich Maschinen aller gängigen Baumuster betriebsbereit installiert. Interessierte Kunden können Leistungsfähigkeit und Qualität dieser speziellen Druckmaschinentechnik mit eigenen Daten und Bedruckstoffen intensiv testen. „Wir können alles zeigen, was an den Maschinen machbar ist“, meint der gelernte Produktdesigner Paul Arndt und fügt hinzu: „Wir verstehen uns weniger als Gebrauchtmaschinenhändler, sondern als Systempartner im besten Sinn.“
WWW.PRINTSPAUL.COM
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Unternehmen
Druckerei Köller+Nowak GmbH ersetzt HIFLEX durch pagina|net Wie bleibt eine Druckerei mit 20 Mitarbeitern im heutigen hart umkämpften Druckmarkt erfolgreich? Für Ingo Nowak, geschäftsführender Gesellschafter von Köller+Nowak in Düsseldorf, gibt es auf diese Frage mehrere entscheidende Argumente: Ein Angebotsspektrum, das neben der Gestaltung, dem Druck und der Logistik auch modernes Web2Print einschließt und eine Kundenbetreuung, die auch hält, was das Wort verspricht. Nicht zu vergessen ist seiner Meinung nach eine Administration und Auftragsverwaltung, die mit Hilfe eines modernen MIS organisiert wird. Das Unternehmen, das 3,5 Millionen Umsatz erzielt, nutzt deshalb seit September 2014 pagina|net. Dass bei dem 1977 gegründeten Unternehmen pagina|net zum Einsatz kam, hat zuallererst einmal mit einer Überraschung zu tun. 2013 entschied sich der bis dato eingesetzte Softwareanbieter, die MIS-Lösung HIFLEX mittelfristig einzustellen und auch die angeschlossene Shop-Lösung auslaufen zu lassen. Für die Köller+Nowak GmbH, die als Offset-Druckerei mit Heidelberger Maschinen produziert und unter anderem rund 30 geschlossene Bestellshops für Kunden betreibt, hieß das: Überlegen, wie die für das Unternehmen existentiell wichtige IT weiter aussehen kann, vor allem aber, welche MIS-Lösung statt HIFLEX eingesetzt wird. „Da wir nicht mehr bis zum Ende der Vertragslaufzeit warten wollten“, so Nowak, „haben wir uns unmittelbar nach Erhalt der Nachricht hingesetzt und den Markt sondiert.“ Die Anforderungen und Wünsche, die dabei eine Rolle spielten, waren klar definiert. Die Lösung sollte von einem Anbieter kommen, der wegen möglicher Support-Kosten seinen Standort in der Nähe hat und der über ein gutes Preis-Leistungsverhältnis verfügt. Nowak: „Wir stehen mit unseren Closed-Shops bei unseren Kunden in der Verantwortung. Aus diesem Grunde sind wir darauf angewiesen, bei unserem IT-Anbieter ernst genommen zu werden.“ Als wichtiger Aspekt für die Auswahl des künftigen MIS-Partners galt zudem die Politik der offenen Schnittstelle. Hintergrund dafür war, dass Köller+Nowak sich vorgenommen hatte, nach den vorherigen Erfahrungen MIS-Programm und Web2Print-Anwendung getrennt zu suchen und auch zu erwerben. „Ich kenne mich mit dem Thema IT sehr gut aus“, so der Geschäftsführer, „und wusste also, was ich wollte und erwartete. Um meine Ideen verwirklichen zu können, ist eine Live-Schnittstelle zwischen Shopsystem und MIS zwingend erforderlich.“
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Die Geschäftsführer der Druckerei Köller+Nowak GmbH, Ingo Nowak (r.) und Klaus Nürrenberg, setzen jetzt auf die MIS-Lösung pagina|net.
pagina|net machte das Rennen Rund drei Monate nach Beginn der Suche stand fest: Der künftige Partner im Bereich Web2Print wird die Lösung Obility, im MIS-Bereich bekommt PaginaNet den Zuschlag. Neben der größtmöglichen Übereinstimmung im Bereich der weichen Faktoren – also persönliche Chemie, Standort-Nähe und vergleichbare Unternehmensgröße – waren hierfür die Vorteile der Software ausschlaggebend. Nowak: „pagina|net war die einzige Anwendung, in
der die offene IT konsequent gelebt wurde und mit der die Schnittstelle zu Obility einfach und reibungslos zu erstellen war.“ Hinzu kamen eine integrierte Textverarbeitung, die optimale Verbindung mit den Office-Produkten sowie die modularen Ergänzungsmöglichkeiten wie zum Beispiel eine Projektplanung über eine Plantafel. Als relevant erwies sich zudem die Nutzung der bei Köller+Nowak schon lange in der Druckvorstufe und im Drucksaal eingesetzten jdf-Technologie. Die Nähe zu den Landesverbänden sorgte für zusätzliches Vertrauen.
Unternehmen
Zufrieden mit der Entscheidung Gut sieben Monate, nachdem pagina|net bei Köller+Nowak eingeführt wurde, ist man in Düsseldorf mit der Wahl sehr zufrieden. Die neue Software ließ sich problemlos auf die bestehende Hardware aufsetzen, die Daten werden zwischen Obility und pagina|net reibungslos ausgetauscht, der Support passt. „Da wir keine Trennung in Außen- und Innendienst, sondern nur Projektmanager für einen Kunden haben, nutzt im Grund jeder Mitarbeiter, der Kontakt zum Kunden hat, die Lösung. Was von ihnen geschätzt wird, ist, dass die Anwendung vor allem in der Auftragsbearbeitung kompakter strukturiert ist und die Möglichkeit besteht, kleinere Anpassungen selbst vorzunehmen.“ Nowak: „Das Vorgänger produkt war einfach schon ein wenig in die Jahre gekommen.“ Sichtbar wurde dies auch an einzelnen IT-Komponenten, wie zum Beispiel der Datenbank. Diese sei nun deutlich schneller. Wollen die Kundenberater von unterwegs oder bei einen Kundentermin Zugriff auf Kundendaten haben, ist dies auch möglich. Und auch was die Datenspeicherung angeht, fühlt man sich bei dem Druckbetrieb nun besser. Waren zuvor alle Stamm- und Auftragsdaten in einer Cloud gespeichert, wurden mit der Einführung von pagina|net diese in einen lokalen
Server vor Ort übertragen. „Wir haben nun einfach ein besseres Gefühl, unmittelbare Hoheit über unsere Daten zu haben und nicht Gefahr zu laufen, dass uns ein großer Konzern den Stecker zieht, falls es mal zu Problemen in der Zusammenarbeit kommt“, so Ingo Nowak.
WWW.KOELLERNOWAK.DE
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Unternehmen
IT-Lösung für Sehbehinderte Über eine besondere Auszeichnung durfte sich jetzt das Team des Unternehmens PAV aus dem schleswig-holsteinischen Lütjensee freuen. Beim diesjährigen Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand wurde das von PAV entwickelte Print-Mailing „NFC to Speech“ in der Kategorie AutoID/RFID zu den besten IT-Lösungen gewählt. stand ausgezeichnete Lösung läuft zurzeit noch eine Testphase. Das Unternehmen geht davon aus, dass es bis zur Praxiseinführung noch rund ein Jahr dauern wird. „Durch diese Entwicklung vereint PAV eine altehrwürdige Technologie, den Druck, mit den neuesten technologischen Trends der digitalen Welt, den NFC-Smartphones“, fasst Timo Stehn zusammen. Vom Formulardruck zu RFID-Lösungen
Isabel Höftmann-Toebe (l.) und Dr. Ingrid Toebe-Albrecht leiten das Unternehmen PAV in Lütjensee.
Die Technologie „NFC to Speech“ wurde für die Kommunikation mit Sehbehinderten entwickelt und ermöglicht ihnen, gedruckte Briefe mithilfe einer App auszulesen. Die Grundlage hierfür liefert ein in Papier eingebetteter NFCChip – die Abkürzung NFC steht für Near Field Communication, eine Technik zum drahtlosen Austausch von Informationen, zu der viele aktuelle Smartphones fähig sind.
NFC to Speech
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Zukunft Medien //Ausgabe 2.2015
Auf dem Chip ist der Inhalt des Dokuments digital hinterlegt, die entsprechende Stelle ist mit Brailleschrift gekennzeichnet. Wird nun ein NFC-fähiges Smartphone in die Nähe des Tags gehalten, öffnet sich eine App und liest dem Empfänger den Brief vor. „NFC to Speech ist die erste Lösung, welche es Unternehmen ermöglicht, sehbehinderten Kunden einen gedruckten Brief zuzustellen und die Gewissheit zu haben, dass dieser von den Betroffenen selbstständig und ohne kostenintensives Spezialgerät gelesen werden kann“, erläutert PAV-Marketingleiter Timo Stehn. Das Print-Mailing erfülle zudem hohe Datenschutz-Standards. Damit der Inhalt nur vom gewünschten Empfänger gelesen wird, erfolgt der Versand in einem Briefumschlag aus speziellem Material, welches das Auslesen des NFC-Tags durch unbefugte Dritte verhindert. Neben dem Vorlesen von Briefen wäre „NFC to Speech“ auch in der Lage, für die Erkennung von Objekten, wie z.B. Speisekarten, eingesetzt zu werden. Für die mit dem Innovationspreis-IT der Initiative Mittel-
Das Familienunternehmen PAV, das 1925 in Stolp (Pommern) als Paul Albrechts Verlag gegründet wurde, ist heute ein renommierter Anbieter von Druck-Erzeugnissen, Output-Dienstleistungen, Plastikkarten, RFID-Lösungen und IT-Services für Global Player aller Branchen. Bis 1944 entwickelte sich das Fami lienunternehmen zu einer bedeutenden Formulardruckerei mit einem angegliederten Betrieb in Berlin. Nach dem Krieg wurde der Verlag in Sandesneben (Schleswig-Holstein) neu auf gebaut und verlagerte 1956 seinen Firmensitz nach Lütjensee. Mit dem Kauf der ersten Rollenrotationsmaschine im Jahr 1957 spezia lisierte sich PAV auf den Formulardruck und begann 1972 mit der Produktion von Endlosformularen. Ergänzend zum bestehenden Produkt- und Leistungsportfolio wurde 1986 der Mailing-Service in das Produktionsprogramm aufgenommen. Bereits vor Einführung der Krankenversichertenkarte wurde 1991 die PAV Card GmbH als Tochterunternehmen gegründet. 1993 begann die Firma mit der Produktion der ersten Krankenversichertenkarten in Deutschland und zählt noch heute zu einem der Marktführer in diesem Bereich. Im Jahre 1997 bewies sich PAV erneut als innovatives Unternehmen und fokussierte das Output- Management. Seither erstellt, generiert, steuert und verteilt PAV elektronische und physische Dokumente an externe Empfänger. 2006 wurde das Portfolio mit der Serienproduktion von RFID-Inlays für ePassports erweitert. WWW.PAV.DE
Das Digitale Drucksystem der Zukunft?
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Verband
Ganzheitliche Lösungen entwickeln! Unternehmer und Unternehmensvertreter haben durch ihr Engagement in den Fachbereichen und Interessengruppen direkten Einfluss auf die Arbeitsthemen des Verbandes, profitieren vom Austausch über das Netzwerk und erhalten Informationen über Entwicklungen und Ergebnisse aus erster Hand.
Als technische Interessenvertretung des bvdm ist der Ausschuss Technik + Forschung (T+F) zuständig für Technologieentwicklung und Umweltschutz, anwendungsbezogene Forschung sowie Förderung von Verfahrens- und Produktverbesserungen. Zudem werden die Betriebe bei der Umsetzung erarbeiteter Standards in allen Produktionsprozessen von der Kreation der Daten bis zum Druck unterstützt, wodurch eine höhere Wirtschaftlichkeit der Unternehmen gefördert wird. Viele Fragen und Probleme betreffen nicht nur einzelne Anwender oder kleine Anwendergruppen, sondern die gesamte Branche. Dies wird immer wieder deutlich, wenn sich die Interessengruppen (IG‘s ) treffen. Daher ist verstärkt interdisziplinäre Arbeit erforderlich, um sinnvolle Lösungen für alle Betroffenen zu finden. Außerdem bestehen Kooperationen zu Forschungsgesellschaften, um Forschungsvorhaben anzu regen und zu fördern. Projektgruppe der IG Zeitungsdruck Beispielhaft ist eine Projektgruppe der IG Zeitungsdruck. Unternehmensvertreter versuchen mit Zulieferern die Frage nach den Anforderungen an zukünftige Produktionssysteme zu beantworten. Bereits zum zweiten Mal traf sich die Projektgruppe, um mit Herstellern über technische Herausforderungen, Entwicklungen und Lösungen für die Zukunft der Zeitungsproduktion zu sprechen – über die Marktentwicklung der gedruckten Zeitungen und der dazu notwendigen Techniken. Zwei wesentliche Anforderungen der Anwender wurden in der Diskussion immer wieder deutlich: Einerseits sollen die künftigen Systeme innovativ und flexibel sein, um die Attraktivität der Zeitung bei Lesern und Anzeigenkunden zu sichern und auszubauen, andererseits werden gerade angesichts sinkender Auflagen niedrigere Produktionskosten angestrebt. Über den Weg dorthin gibt es aber durchaus unterschied liche Auffassungen in den einzelnen Zeitungshäusern, wie die kontroverse Diskussion über die Vereinheitlichung der Zeitungsformate schon beim ersten Treffen zeigte: Während einige Teilnehmer für eine weiter
gehende Standardisierung in Richtung DIN-Formate plädierten, um das Produktspektrum der Zeitungsrotationen zu erweitern, sehen andere Zeitungshäuser diesbezüglich keinen Handlungsbedarf oder keinen Handlungsspielraum, da letztlich der Verlag darüber entscheidet. Schwerpunktthema des zweiten Treffens war der Digitaldruck. Die Teilnehmer sehen vor allem für Zeitungshäuser, die viele Regional ausgaben produzieren, Potenziale im Inkjetdruck. Mit Digitaldruck ließe sich die Regionalisierung stärken (mehr Lokalberichterstattung, regionalisierte Werbung). Für größere Auflagen dürfte sich der Digitaldruck aber auch in den nächsten fünf bis zehn Jahren noch nicht eignen. Möglicherweise ließen sich allerdings durch dezentrale Produktion die hohen Standort- und Logistikkosten großer Druckzentren umgehen. Die Nutzungszeiträume für Investitionen in Zeitungsrotationen liegen bei 15 bis 25 Jahren. Damit ist das Risiko groß, angesichts der dynamischen und unvorhersehbaren Entwicklung des Zeitungsmarktes (Prognosehorizont maximal ca. 5 Jahre), eine Fehlinvestition zu tätigen. Skepsis besteht gegenüber Digitaldrucksystemen aber auch hinsichtlich Verschleiß, Wartungsaufwand, Verfügbarkeit, Ersatzteilversorgung sowie Upgrade- und Retrofit-Möglichkeiten. Außerdem erscheinen die (laut Herstelleraussagen unvermeidbare) Bindung an die Verbrauchsmaterialien des Systemlieferanten sowie das im Digitaldruck übliche Klickkostenmodell als Problem. Es zeigte sich einmal mehr, dass die Frage nach der richtigen Technologie nur vor dem Hintergrund des jeweiligen Geschäftsmodells beantwortet werden kann. Die von beiden Seiten als sehr aufschlussreich angesehenen Gespräche sollen fort geführt werden.
Möchten Sie sich auch im Ausschuss Technik + Forschung (T+F) engagieren? Sprechen Sie uns an! FRANK WIPPERFÜRTH FON 0 23 06. 2 02 62. 36 MAIL
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Könnte das die Zeitungsdruckmaschine der Zukunft sein – ein digitales Drucksystem? Foto: KBA
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Verband
PDF/UA:2014 – Standard für barrierefreie PDFs Was wäre die Medienindustrie ohne PDF? Diese Frage müssen wir uns kaum stellen, wissen wir doch um die Wichtigkeit dieses Datenformates auch für Printbelange spätestens seit Einführung der PDF-X oder -A Standards.
Die Einführung von Standards war erforderlich, da aufgrund der Medienunabhängigkeit des PDF-Formates mit diesem auch alles möglich wurde. Und das nicht nur im Druckbereich, insbesondere wenn wir berücksichtigen, dass das PDF-Format ursprünglich für das papierlose Büro erfunden wurde. Alle Dienstleister können ein Lied davon singen, was tagtäglich für PDFs auf den Tisch kommen, die leider nicht genormt sind. Nun kommt einen weiterer Standard dazu, der jeden PDF-Erzeuger zusätzlich betreffen könnte: PDF/UA für Universal Accessibility.
bis hin zum Briefporto: Alles erfolgt über PDFDokumente. Und das alles noch im Web, auf Smartphone, Tablet, zum Download, mit Interaktivität und...
Zusätzliche Einsatzgebiete
Ja genau. Was ist mit den Usern mit Einschränkungen und Behinderungen? Denken wir nur an Blinde, Seh- oder motorisch Behinderte. Können und sollen diese nicht auch gleichberechtigt Informationen durch PDF-Inhalte erfassen, auch wenn Lesen nicht oder nur schwer möglich ist? Klar, dass der Ruf nach Accessibility im digitalen Zeitalter schon lange erschallt. Die Präsenz von Barrierefreiheit, gerade auch bei Veröffentlichungen von behörd lichen Institutionen, ist unabdingbar geworden. Etliche Gesetze und Verordnungen regeln bereits, wie und in welcher Form dort digital zu publizieren ist. Es musste nur ein einheitlicher Standard her, damit nicht jede Nation das eigene Süppchen kocht.
Im vielfach verzahnten Medienbereich ist es immer öfter so, dass der Kunde auch die Forderung nach einem PDF für andere Bereiche als den Druck stellt. Wieso auch nicht? Unser eigenes digitales Leben ist bereits auf ganz unterschiedliche Weise mit der Anwendung von PDFs verflochten: Elektronische Formulare, geprüfte Behördenkommunikation, bindende Verträge, Bestellungen, Kataloge, Nachschlagewerke etc.,
…Barrierefreiheit?
Universal Accessibility Spätestens seit August 2012 gibt es deshalb auch den internationalen Standard ISO 14289-1: PDF/UA-1:2012 für Universal Accessibility. Vor kurzem wurde sogar nachgebessert und im Dezember PDF/UA-1:2014 veröffentlicht, der die Vorgängerversion ersetzt. Dieser Standard legt fest, wie digitale Dokumente als PDF aufgebaut sein müssen, damit sie barrierefrei – also behindertengerecht – sind. Er definiert Regeln für PDF-Objekte und -Eigenschaften und enthält außerdem Anforderungen in Bezug auf die korrekte Art ihrer Nutzung. Durch klare technische Regeln wird hier die Erfassbarkeit von Informationen im PDF vorgegeben und Orientierung bei der Prüfung, der Softwarebeschaffenheit (z.B. barrierefreie PDF-Reader) und deren Entwicklung geschaffen. Technische Umsetzung Dies alles basiert eigentlich auf Tagged PDF, das schon seit 2001 auf dem Markt erhältlich ist. Darunter muss man sich die Anreicherung eines PDF mit zusätzlichen Inhalts- und Struktur informationen vorstellen, auf die z.B. barrierefreie PDF-Reader zurückgreifen, um Inhalte damit vorlesen zu lassen oder ander-
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Verband
(European Accessibility Act) vor, in Deutschland regelt dies schon länger die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung 2.0 (BITV 2.0). Damit verbunden werden sich nicht nur aktuell, sondern zukünftig auch Fragen zu Haftungsrisiken und Rechtssicherheiten von PDF-Veröffentlichungen ergeben, die dann mit dem Standard PDF/UA zu erfüllen sind. Nutzen Sie die kommenden Seminare unserer Akademie zum Thema InDesign, Acrobat und Barrierefreie PDFs, um sich darauf vorzu bereiten. weitig für Hilfsmittel und -geräte aufzubereiten. Das können assistive Technologien für Blinde, Seh- oder motorisch Behinderte sein. Also ist hier der Dokumentenersteller gefragt, jeglichen Inhalt eines PDFs mit Tags auszuzeichnen und eine klare hierarchische Struktur zu hinterlegen. Um UA-konform zu sein, muss auch eine klare Trennung zwischen eigentlicher Information und schmückendem Beiwerk erfolgen. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, wie die Inhalte im Layout tatsächlich sichtbar aufgebaut sind. Ein ergänzender Nebeneffekt ist übrigens, dass derart aufbereitete PDFs nicht nur im barrierefreien Bereich, sondern auch für die normalen Nutzung auf Smartphones, E-Readern und Tablets optimiert sind. Auch Suchmaschinen oder Archivsysteme liefern exaktere und eindeutigere Ergebnisse.
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Voraussetzungen Im Prinzip muss man schon ein offenes Dokument auf die UA-Konformität vorbereiten. Acrobat und diverse Tools anderer Hersteller können zwar auch bereits existente PDFs „umbauen“, aber das funktioniert nicht automatisch bzw., je komplexer Inhalte sind, gar nicht. Wenn InDesign das Standardwerkzeug zur Dokumenterstellung ist, sollte man dort auch schon entsprechende Funktionalitäten nutzen. Ähnlich sieht es mit anderen Layout- oder Office-Programmen aus. Vieles kann und sollte man schon vor der eigentlichen PDF-Erzeugung erledigen. Zur ersten Kontrolle, Problemlokalisierung und Optimierung sind dann Tools wie Acrobat u.a. einzusetzen. Dabei können für die UA-Konformität bis zu 136 Prüfkriterien (Matterhorn-Protokoll) eine Messlatte sein. Letztendliche Sicherheit würde dann ein Testing mit behindertengerechter Soft-/Hardware schaffen, am besten durch betroffene Menschen. Ausblick
MPO+
MISSION PROZESSOPTIMIERUNG+ – STEIGERUNG DES MITARBEITER-FACHWISSENS – PSO-FÄHIG ZU JEDER ZEIT – KONTROLLE MASCHINENTECHNISCHER PARAMETER Eine Initiative Ihres Verbandes Druck + Medien Nord-West e.V.
Natürlich ist zu erwarten, dass die Gesetzgebung diesen Standard in Zukunft weitaus verstärkter aufgreifen wird und weitere Verordnungen entwickelt, um gleichberechtigten Zugang zu Informationen zu ermöglichen. Die EU bereitet zurzeit ein Europäisches Barrierefreiheitsgesetz
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Verband
Hamburg, meine Perle Der Auftakt der Juniorentreffen 2015 des VDM NW fand dieses Jahr zum ersten Mal in Hamburg statt. 2 Tage, 2 Unternehmen und HotRod!
EMIL FREY KG – DA KOMMT FARBE AUF! Die Junioren trafen sich zunächst bei der Firma Emil Frey KG, Siebdruck + Schilder. Nach einer kurzen Begrüßung starteten die zehn Teilnehmer zu einem abwechslungsreichen Rundgang durch das Unternehmen: Von Siebdruck über Tampondruck, Digitaldruck und Folienschrift macht die Firma Emil Frey unter den Inhabern Hellmuth Frey und seinem Sohn Christian Frey, selbst auch im Juniorenkreis, fast alles möglich. Die Unternehmensführung durch den Betrieb ließ keine Fragen offen. Ganz nach dem Motto der Firma Emil Frey KG „Da kommt Farbe auf!“ konnte dabei zugeschaut werden, wie Glaspokale bedruckt, Glitzer und Nachleuchtfarben sowie Duftlacke auf Karten und sogar Blindenschrift auf Metallbögen aufgebracht werden.
Besuch bei der Firma Emil Frey KG, Siebdruck + Schilder.
HOTROD – DIE ETWAS ANDERE ART, HAMBURG ZU ERKUNDEN Nach diesem spannenden Firmenbesuch erkundeten die Junioren bei einer HotRod-Tour die Hansestadt Hamburg. Hierbei handelt es sich um eine Art motorisierte „Seifenkisten“, mit denen man bis zu 90 km/h auf der Straße
Die Dürmeyer GmbH ist in den Bereichen Offset- und Digitaldruck tätig.
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zurücklegen kann. Alles in allem eine rasante Tour bis zum alten Freihafen Hamburgs und mit Stopp an der Außenalster in der „Schönen Aussicht“, wo die Teilnehmer mit etwas Glück den ein oder anderen Promi beim Flanieren erwischen konnten! Nach der Tour wurde der Abend in der Speicherstadt bei leckerem Essen genutzt, um sich besser kennenzulernen und sich auszutauschen.
Verband
Bei einer HotRod-Tour erkundeten die Junioren die Hansestadt Hamburg.
DÜRMEYER – PRINT IN PERFEKTION Am nächsten Tag besuchten die Junioren die ebenfalls in Hamburg ansässige Dürmeyer GmbH. Das Firmenmotto lautet: „Print in Perfektion“. Das alteingesessene Hamburger Unternehmen ist in den Bereichen Offset- und Digitaldruck tätig, bietet aber auch einen Online-Shop für Kunstdrucke. Der Geschäftsführer Pascal Dürmeyer, ebenfalls im Juniorenkreis, wusste viel zu berichten. Dabei lag zunächst der Fokus auf dem von ihm eingeleiteten Change-Prozess im Unternehmen. Eindrucksvoll und offen erzählte er von seinen Erfahrungen als Geschäftsführer. Aber auch die technologischen Besonderheiten des Hau-
ses kamen nicht zu kurz: Gerade der Bereich Veredelung spielt hier eine große Rolle. Beispielsweise mit Lack für bereits kleine oder mittlere Auflagen, so dass nicht nur dem Auge etwas geboten wird, sondern auch das haptische Erlebnis nicht zu kurz kommt. Nach diesen zwei erlebnisreichen Tagen verabschiedeten sich die Junioren für das erste Mal in diesem Jahr und reisten mit spannenden Einblicken in zwei Hamburger Unternehmen und vielen neuen Erlebnissen wieder in alle Himmelsrichtungen gen Heimat. 2. JUNIORENTAG 2015 Nach dem Juniorentreffen ist vor dem Juniorentreffen. Der zweite Juniorentag des VDM
JUNIOREN GESUCHT! Mehrmals im Jahr trifft sich der Juniorenkreis zum Netzwerken sowie zu bestimmten Leitthemen. Bei den Treffen erfahren die Teilnehmer Neues aus der Branche und diskutieren mit den anderen Junioren viele interessante Ansatzpunkte für die anstehenden Herausforderungen!
» Sie sind zwischen 20 und 35 Jahre jung? » Sie werden zukünftig einen Druck- und Medienbetrieb leiten? » Sie sind diskussionsfreudig und wissbegierig?
NW steht bereits vor der Tür. Gemeinsam mit dem Referenten Steffen Dorka verbringen wir einen Tag in Lünen zum Thema „Im Team erfolgreich!“ Termin ist der 28. Juli 2015. Weitere Informationen und Anmeldung bei DANIELA KRAWINKEL FON 0 23 06. 2 02 62. 25 MAIL
[email protected] KATHARINA MATTERS FON 0 23 06. 2 02 62. 22 MAIL
[email protected] HENRIKE PRÖMMEL FON 0 23 06. 2 02 62. 13 MAIL
[email protected]
» Sie schauen auch einmal gerne über den Tellerrand und interessieren sich für zukunftsweisende Themen?
» Sie haben Interesse am lockeren Austausch mit Gleichgesinnten und an gemeinsamen Aktivitäten?
» S ie möchten in einem dynamischen Umfeld Ihre Kompetenzen weiter ausbauen und sich für die anstehenden Aufgaben rüsten?
Trifft dieses Profil auf Sie zu? Dann sprechen Sie uns gerne an. Wir freuen uns über steten Zuwachs.
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Es werden immer weniger …
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Verband
Mit diesem Artikel eröffnen wir eine Serie zum Thema Personal und Personalentwicklung und widmen uns im ersten Teil den Auszubildenden. Die jüngsten Statistiken sprechen hier eine deutliche Sprache: Es werden immer weniger Ausbildungen in unserer Branche begonnen. Und das trifft unsere Betriebe doppelt. Warum, das haben wir für Sie recherchiert. Ansätze, was Sie dagegen tun können, haben wir ebenfalls für Sie zusammengestellt.
Aktuelle Statistik Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbil dungsverträge der Branche lag 2014 bei 4.985. 2013 waren es noch 5.058, das ist ein relativ geringes Minus von 1,44 Prozent. Blicken wir nur sechs Jahre zurück, so waren es in 2008 noch 7.067 – im Vergleich rund 2000 weniger Auszubildende, die sich für eines unserer Berufsbilder entschieden haben. Das ist alarmierend. Schauen wir uns die gesamten Ausbildungs verträge vom ersten bis zum dritten Lehrjahr an, wird es noch deutlicher. Von gut 18.500 in 2008 sind wir im letzten Jahr noch bei 13.000. Ein Minus von 5.500 Ausbildungsverhält nissen. Das ist dramatisch. Die Gesamt ausbildungsverhältnisse sanken damit um 5,93 Prozent. Schaut man sich die beiden Grafiken an, so wird eines ganz deutlich: Es werden immer weniger. „Nicht schlimm“, sagen Sie? Dann gehören Sie zu den Betrieben die nicht (mehr) ausbilden. Aus Sicht derjenigen Betriebe, die für ihren eigenen Nachwuchs sorgen wollen oder müssen, ist dies jedoch harte Realität. Die Ausbildungsquote (Anteil der Auszubil denden an der Gesamtbeschäftigtenzahl) lag bei 8,4 Prozent, was bezogen auf die Gesamt industrie ein überdurchschnittlicher Wert ist. „Na dann ist doch alles gut“, könnte man meinen. Nein, gar nichts ist gut. Denn es werden viele offene Lehrstellen nicht besetzt. Kein eigener Nachwuchs – keine kompetenten Fachkräfte, ist eine der Folgen. Obwohl die Anzahl an Druckereien zweifelsohne sinkt, bedeutet dies in der Summe weniger Fachkräfte.
Dem Wettbewerb um die Besten des Landes stellt sich die Branche, die sich in einem struk turellen Konsolidierungsprozess befindet. Nicht genug, dass sich die Unternehmen in einem Verdrängungsmarkt behaupten müssen, sie müssen auch so manche Zukunftsperspek tive abhaken, da die kompetente Manpower fehlt. Dabei bietet die Druck- und Medienwirtschaft attraktive Berufsbilder und zukunftsfähige Weiterbildungsprofile an. Aber was hilft das, wenn sich immer weniger für unsere Branche interessieren? Nach wie vor klagen Unternehmen über man gelnde Voraussetzungen von Schulabgängern für eine Berufsausbildung. „Die beherrschen ja nicht einmal mehr die einfachsten Prozent rechnungen, geschweige denn können sie drei fehlerfreie Sätze formulieren.“ So oder so ähn lich hört man die Unternehmer klagen.
Da ist sicherlich manchmal etwas dran, aber schon die älteren Generationen beklagten sich über das sinkendes Engagement oder über mangelndes Benehmen. So blieben auch 2014 Ausbildungsstellen unbesetzt. Hinzu kommt, dass der Trend zum Studium sich weiter fortsetzt. Immer mehr Schulabgän ger mit Hochschulreife ziehen ein Studium ei nem Ausbildungsplatz vor, mittlerweile fast 50 Prozent. Erstaunlich vor dem Hintergrund, dass die Welt das deutsche duale Ausbildungssys tem bewundert und versucht zu kopieren bzw. zu importieren. Aber so ist es nun mal, das ist auch nichts Branchentypisches, daran brauchen wir uns nicht aufzuhalten. Schön, dass viele junge Menschen lernen wol len, schade nur, dass sie Lehrberufe als weni ger attraktiv empfinden als ein relativ verschul tes Bachelor-Studium. Eine aktuelle Umfrage
Die Gründe Trotz der hohen Ausbildungsquote und der großen Bereitschaft, überdurchschnittlich aus zubilden, stehen die Unternehmen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels vor der Herausforderung, alle Potentiale zur Beset zung von Ausbildungsplätzen auszuschöpfen.
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Verband
des DIHK bei 5000 deutschen Unternehmen zeigte, dass siemehr als 60 Prozent die Bachelor-Absolventen für nicht ausreichend qualifiziert halten und der Studienabschluss im Vergleich zu alten Studiengängen deutlich schlechter bewertet wird. Da können wir nur hoffen, dass viele Schulabgänger von dieser Umfrage erfahren haben. Doch zurück zu den Fakten.
brauchen wir heute Mitarbeiter, die neben den guten alten Tugenden ganz andere Qualitäten mitbringen oder entwickeln. Neben einer guten fachlichen Kompetenz erwarten wir kundenorientiertes Denken, einen ausgepräg ten Dienstleistungsgedanken, Flexibilität, Engagement und die Fähigkeit, vernetzt zu denken. Und nicht zu vergessen, eine gute kommunikative Fähigkeit.
Andere Branchen
Fazit: Wir suchen in einer immer kleiner werdenden Gruppe die noch Besseren. Na dann viel Spaß! Und da sind wir genau bei dem entscheiden
Auch andere Branchen haben rückgängige Ausbildungsabschlüsse zu verzeichnen, das zeigen u.a. die Ausbildungszahlen des
Mediengestalters, der außerhalb der Druckin dustrie mehrheitlich in der Werbebranche und in Marketingabteilungen der Industrie aus gebildet wird. Bereits im dritten Jahr ist hier ein Rückgang der Neuverträge zu verzeichnen, gegenüber 2013 um 2,61 Prozent. Das tröstet unterm Strich wenig. Die Industriekonzerne bieten ebenfalls Ausbil dungsplätze für Mediengestalter oder Kom munikationskaufleute an. Die Unternehmen können aufgrund ihrer Größe und Struktur ganz andere Entwicklungsmöglichkeiten an bieten als ein Betrieb mit 10 oder 50 Mitarbei tern. Das muss doch aber gar nicht so sein. Aktives Recruiting Die Unternehmen, die noch über genügend Bewerber verfügen, betreiben aktives Recrui ting. Sie warten nicht, bis sich junge Menschen bewerben, sie suchen sie oder noch besser: Sie werben um sie. Sie wollen mehr Große Unternehmen wie kleine Betriebe wol len heute mehr. Suchte man früher einen soli den, treuen Mitarbeiter, der pünktlich und or dentlich seine Arbeit tat, so wollen und
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den Punkt. Ihnen muss es Spaß machen, nach den „Richtigen“ zu suchen. Sie müssen kreativ werden, sie müssen Ihren Betrieb und die damit verbundene Chancen, die sie den jungen Menschen anbieten können, draußen ver kaufen. Ich höre immer wieder den Satz: „Wir würden ja ausbilden, wenn Interessierte kämen.“ Jetzt mal im Ernst: Woher sollen die Jugendlichen wissen, dass die Druckerei ein toller Arbeitgeber mit interessanten Berufs bildern sein kann? Ihre Möglichkeiten sind vielfältig. Wir haben sechs Ansätze für Sie zusammengestellt: 1. Machen Sie sich schick und bitte nicht nur für Ihre Kunden. Gehen Sie nach draußen. In Schulen gibt es Berufsorientierungstage, kaum eine Druckerei nutzt diese Chance. Drogerie märkte, Autohäuser und Industrieunterneh men tun es. 2. Machen Sie auf sich aufmerksam. Schlagen Sie da auf, wo junge Leute sind. Sportvereine, Stadtfeste, Bundesjugendspiele. Oder laden Sie zum Tag der offenen Tür ein und kombi nieren sie es mit einer Einladung an ihre Mit arbeiter und deren Angehörigen. Auch die können tolle Multiplikatoren sein.
3. Gehen sie online. Schalten Sie die Stellen anzeigen bitte auch online, da sind die Jugend lichen. 4. Werden Sie erfinderisch. Behalten Sie bitte im Hinterkopf, dass Großeltern einen starken Einfluss auf die Berufsauswahl ihrer Enkelkin der haben. Überlegen Sie sich, wo Sie diese Zielgruppe erreichen können. 5. Gehen sie alternative Wege. Prüfen Sie bitte auch, ob Studienabbrecher eine alternative Zielgruppe sein können. Oder Quer einsteiger, die bereits über eine gewisse Berufserfahrung und Reife verfügen. 6. Gehen Sie auf Ihren VDM zu. Wir sind
Experten in Sachen Recruiting und Personal entwicklung. Unser Angebot » W ir bieten Broschüren für Veranstaltungen, Schulbesuche oder einen Tag der offenen Tür. » Wir stellen Ihre Ausbildungsplätze online ins VDM-Portal. » Wir bieten Videos zu den Berufsbildern. » Wir unterstützen Sie bei Veranstaltungen. » Wir entwickeln mit Ihnen individuelle Kon zepte, um Sie als Arbeitgeber in Ihrer Region bekannter zu machen. » Wir berücksichtigen dabei immer Ihre kon krete Situation und Ihre Kapazitäten. » Wir bieten eine Stellenbörse, die Sie als Mit glied kostenlos nutzen können.
Sie möchten mehr Informationen, Sie haben Fragen und noch keine Antworten? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. SIMONE MARHENKE FON 0 23 06. 2 02 62. 34 MAIL
[email protected]
Verband
VDM NW und seine Akademie bekennen digitale Farbe Mit dem Programm „Geprüfter Web Professional“ startet zum ersten Mal eine Weiterbildung, die auf das vorhandene Printwissen von Mediengestaltern aufbaut und ihnen eine solide Einführung in das digitale Know-how ermöglicht. Mit dieser Initiative werden die möglichen Synergien und die Bedeutung von Print bei der Erstellung von Digitalmedien deutlich.
Die Veränderung der Kommunikationswege und -plattformen stellt die klassische Druck- und Medienbranche vor deutliche Herausforderun gen. Web und Apps verlangen bereits heute von vielen Mediengestal tern und Designern, dass sie sich mit Webtechnologien wie HTML, CSS oder JavaScript beschäftigen. Kennt man diese Schlüsseltechnologien, stehen die Zeichen gut, auch diese Medien bedienen zu können. „Wir sehen für unsere grafische Industrie Potenzial in den digitalen Medien und möchten für unsere Mitgliedsfirmen mit diesem Programm eine solide Basis anbieten, denn Print und Digital wachsen mehr und mehr zusammen“, so Oliver Curdt, geschäftsführender Vorstand des Verban des Druck + Medien Nord-West e.V. Das haben auch die teilnehmenden Agenturen, Druckereien, Medien dienstleister und Verlage erkannt, die ihre Mitarbeiter und damit ihr Unternehmen für die Zukunft aufstellen und qualifizieren. Bis Oktober nehmen sie an dem berufsbegleitenden Programm teil. Am Ende wer den sie ihr neues Wissen vor dem hochkarätigen Prüfungsausschuss unter Beweis stellen können. Bis dahin werden sie die wichtigen Grund lagen moderner Webseiten verinnerlicht und die Funktionalität und Bedeutung von Datenbanken, Suchmaschinen und dem Online-Marke ting kennengelernt haben. „Der hohe Praxisbezug und das direkte Umsetzen sichern dabei die Nachhaltigkeit und den Erfolg für die Teil nehmer und Unternehmer; das ist uns sehr wichtig“, ergänzt Simone Marhenke, stellvertretende Geschäftsführerin der Akademie.
Hochmotivierte Teilnehmer „Die Teilnehmer sind hochmotiviert und haben sich selber hohe Ziele gesetzt. Das hat mich total erstaunt und sorgt für eine wirklich tolle Arbeitsatmosphäre, wie ich beim ersten HTML5-Modul schon feststel len durfte. Das Niveau ist damit klar ganz oben angesetzt“, berichtet André Husken, Senior Berater und verantwortlich für die Inhalte und Qualität des Programms. Die Teilnehmer spiegelten alle zurück, dass sie sich auf das nächste Modul sehr freuen. Betriebe, die ihre Wurzeln und Kernkompetenzen im Print haben und sich mit den Themen fundiert auseinandersetzen möchte, sind in diesem Programm richtig aufgehoben. Interessierte Unternehmen können sich gerne detaillierte Informationen zum Programm unter www.web-professional.de ansehen oder persönliche Beratungstermine vereinbaren.
ANDRÉ HUSKEN FON 0 23 06. 2 02 62. 62 MAIL
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André Husken (r.), Senior Berater und verantwortlich für die Inhalte und Qualität des Programms, mit den Teilnehmern der Weiterbildung.
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Verband
Unternehmerische Verantwortung als Antriebsmotor für Veränderungen Zwei Jahre intensiver Auseinandersetzung mit den Kernthemen der Unternehmensführung liegen nun hinter ihnen. Zur Abschlussfeier kamen die Absolventen des zweiten Kurses des Senior campus Managementprogramms Ende April noch einmal zusammen.
Zufriedene Absolventen des zweiten campus Managementprogramms
Nachdem sich die Kursteilnehmer in den zurückliegenden Monaten mit Themen wie Strategie, Finanzen, Marketing, Medien management, Führung und Business Excellence intensiv befasst hatten, konnten sie mit Stolz ihre Zertifikate entgegennehmen. Im Rahmen der Abschlussprüfung hatte jeder Teilnehmer ein umfangreiches Unternehmenshandbuch erstellt und die Ziele und Maßnahmen, die sie für ihr Unternehmen definiert haben, überzeugend vor dem Prüfungsausschuss präsentiert. Hin und wieder jeden Stein umdrehen „Wer unternehmerische Verantwortung trägt, sollte hin und wieder einmal jeden Stein seiner Unternehmung umdrehen und sorgfältig nachschauen, was er darunter findet. Das campus
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Managementprogramm bietet gute Werkzeuge für die umfassende Analyse der Situation und vor allem für die Ableitung und Umsetzung der als sinnvoll oder gar notwendig erkannten Maßnahmen. Ich denke, das sind wir unseren Unternehmen und unseren Mitarbeitern schuldig“, so Torsten Bischof, Geschäftsführer der documenteam GmbH & Co. KG. Nicole Royar, Geschäftsführerin der SDK Systemdruck Köln GmbH & Co.KG, hat das Programm mit ihrem Führungsteam absolviert und ist mit dem Ergebnis ebenfalls hoch zufrieden: „Das campus Programm hat sowohl die Firma als auch uns persönlich weiter gebracht. Die Perspektive, in der wir Dinge beleuchten, hat sich geändert. Viele der erarbeiteten Ideen sind bereits in der Umsetzung, der Führungsanspruch an uns selbst ist gewachsen. Dadurch konnten bereits Erfolge erzielt werden, die vorher nicht machbar erschienen.“
„Wir sind sehr stolz auf Sie und die Ergebnisse. Sie belegen, dass Unternehmertum gepaart mit fachlichem Know-how zu fundierten, strate gischen Entscheidungen führen und die betrieblichen Erfolge sichern und ausbauen können“, so verabschiedete Oliver Curdt, geschäftsführender Vorstand des Verbandes Druck + Medien Nord-West, die Teilnehmer in seiner Abschlussrede. Die Absolventen, die zur Abschlussfeier in Begleitung ihrer Partnerinnen und Partner gekommen waren, sowie das campus Team hatten demnach allen Grund zu feiern und das taten sie bis in die frühen Morgenstunden. Im Rahmen des Alumniprogramms der campus Managementakademie soll der Austausch der „Ehemaligen“ künftig fortgesetzt werden. „Neben dem vermittelten fachlichen Knowhow auf Unternehmerniveau, ist das entstandene vertrauensvolle Netzwerk unter den Teilnehmern einzigartig. Das halten wir auf Teilnehmerwunsch natürlich auch nach Abschluss des Programms aufrecht und mode rieren den Austausch untereinander in einem halbjährlichen Rhythmus“, so Simone Mar henke, Geschäftsführerin der Management akademie. Ende Herbst startet ein modifiziertes Programm für Unternehmer und Führungskräfte der Druck- und Medienbranche. Interessenten können sich gerne jetzt schon melden und eine Reservierung vornehmen.
SIMONE MARHENKE FON 0 23 06. 2 02 62. 34 MAIL
[email protected] TERESA KOHNEN FON 0 23 06. 2 02 62. 26 MAIL
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Verband
Mindestlohn – Was passiert eigentlich, wenn er nicht gezahlt wurde? Seit Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes (MiloG) Anfang des Jahres wird viel über dieses Gesetz geschrieben. An verschiedensten Stellen gibt es Unsicherheiten über die Auslegung. Es stellt sich daher die Frage, was denn eigentlich passiert, wenn das Mindestlohngesetz nicht eingehalten wird.
Was ist bei Unterschreiten des Mindestlohns zu zahlen? In diesem Fall ist die getroffene Vergütungsabrede unwirksam. Was aber tritt an deren Stelle? Das ist umstritten. Zum Teil wird vertreten, dass schlicht der Mindestlohn zu bezahlen ist. Ein anderer Teil ist der Auffassung, dass an die Stelle des Mindestlohns die übliche Vergütung auf der Grundlage des § 612 Abs. 2 BGB tritt. Dies wäre dann wohl der tarifliche Lohn. Es bleibt abzuwarten, wie die Rechtsprechung entscheiden wird. Wurde der Mindestlohn unterschritten, muss zudem auf die Differenz zwischen dem zu niedrigen Lohn und dem tatsächlich zu zahlenden Lohn der Sozialversicherungsbeitrag, zuzüglich nicht unerheblicher Säumniszuschläge, nachgezahlt werden. Wann tritt Rechtssicherheit ein? Es stellt sich weiter die Frage, ob durch die Vereinbarung von Ausschlussfristen nach deren Ablauf Rechtssicherheit eintritt. Gemäß § 3 Abs. 1 MiloG sind Vereinbarungen, die den Anspruch auf den Mindestlohn unterschreiten, beschränken oder ausschließen, insoweit unwirksam. Eine Ausschlussklausel den Mindestlohn betreffend kann daher nicht wirksam vereinbart werden. Auch ein Verzicht auf den Mindestlohn ist auf der Grundlage des § 3 MiloG daher nicht möglich. Einzige Ausnahme stellt der Verzicht durch einen gerichtlichen Vergleich dar. Derzeit ist aber noch nicht entschieden, welche Anforderungen an einen solchen zu stellen sind. Dies betrifft insbesondere die Frage, ob ein gerichtlicher Vergleich i.S.d. MiLoG auch dann vorliegt, wenn dieser durch Vorschläge der Parteien eingebracht und schriftlich beschlossen wird und daher nicht der Überprüfung des Gerichtes unterliegt. Auch diese Frage wurde durch die Rechtsprechung noch nicht entschieden. Schließlich schließt § 3 Satz 3 MiloG auch die Möglichkeit der Verwirkung eines Anspruches auf den Mindestlohn aus. Das Einzige, wodurch schlussendlich Rechtssicherheit eintreten kann, ist der Ablauf der dreijährigen gesetzlichen Verjährungsfrist (§ 195 BGB). Erst danach muss der Arbeitgeber mit einer gerichtlichen Geltendmachung des Mindestlohn anspruches nicht mehr rechnen. Dies betrifft aber nicht die Sozialversicherungsbeitragsansprüche, diese verjähren gemäß § 25 Abs. 1 Satz 1 SGB IV in vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie fällig geworden sind. Vorsätzlich vorenthaltene Beiträge verjähren erst in 30 Jahren. Straf- und Ordnungswidrigkeiten Bei der Verletzung des MiLoG drohen empfindliche Bußgelder. Erhebliche Verletzungen können auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Fazit Erkennbar ist, dass es dem Gesetzgeber wichtig war, die Realisierung der Ansprüche auf den Mindestlohn umfassend abzusichern. Dies führt an verschiedenen Stellen derzeit zu Rechtsunsicherheiten. Für Fragen um den Mindestlohn stehen Ihnen daher gerne die Juristen des Verbandes beratend zur Seite. FRAUKE BUNTE-SUERMANN FON 0 40. 39 92 83. 21 MAIL
[email protected]
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procedo druck – Kooperationspartner des Verbandes Druck + Medien Nord-West Stellen Sie sich vor, Ihre Auftragslage entwickelt sich unerwartet positiv, Sie haben viel zu tun und brauchen Unterstützung. procedo druck, die Branchenlösung, die Ende 2006 in Kooperation mit dem Verband Druck + Medien Nord-West ins Leben gerufen wurde, stellt Ihnen erfahrenes Personal mit Fachwissen bereit. Zur Vertretung, zur Erprobung, für kurze Zeit oder für immer? Jemanden, der ins Team passt und der sich schnell im neuen Aufgabenbereich zurechtfindet!? Mitarbeiter (m/w): vielleicht Offsetdrucker, Kräfte für die Weiterverarbeitung, Rolleure oder engagierte Buchbinderhelfer, typosichere Me dien gestalter, jemanden, der sich auskennt, wenn es um Aufgaben wie Schneiden, Falzen, Zusammentragen, Kleben, Heften, Nuten geht. Oder den Profi, dem Lithografie und Retusche noch im Blut stecken, InDesign, Freehand, und QuarkXpress aber neue Leidenschaften sind. Sprechen Sie mit uns, möglichst, bevor ein Personalengpass auftritt. Wir können Ihnen zeitnah geeignete und qualifizierte Kräfte vorstellen, die den von Ihnen gestellten Anforderungen entsprechen und die Maschinen kennen, die bei Ihnen im Einsatz sind. procedo druck – Ihr Personaldienstleister für die Druckindustrie. Sie finden uns in Siegen, Köln und Düsseldorf.
Erstinformationen: Klosterstraße 45, 40211 Düsseldorf, 0211-1793592-14
[email protected], www.procedo-personalservice.de
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Verband
Umkleidezeit – vergütungspflichtige Arbeitszeit? Immer wieder wird die Frage an die Geschäftsstelle des Verbandes herangetragen, ob Zeiten des Umziehens mit zur Arbeitszeit zählen und daher die Mitarbeiter einen Anspruch auf Bezahlung dieser Zeit haben. § 2 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz definiert die Arbeitszeit als die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen. Ist das Umziehen also „Arbeit“?
Was genau zur vergütungspflichtigen Arbeitszeit zählt ist alles, was vom Arbeitgeber im Zusammenhang mit der eigentlichen Arbeitsleistung an Handlungen und Tätigkeiten verlangt werden kann. Dazu gehört selbst verständlich zunächst einmal die pure Verrichtung der Arbeit. Aber auch dann, wenn der Arbeitgeber z.B. das Tragen einer bestimm ten Kleidung vorschreibt, ist das Umkleiden als vergütungspflichtige Zeit anzusehen. Auch wenn der Arbeitgeber verlangt, dass das Umklei den im Betrieb zu erfolgen hat, zählt diese Zeit zur vergütungspflich tigen Arbeitszeit. In aller Regel hingegen – und so auch in der Druckindustrie – zählt das Umkleiden nicht zur vergütungspflichtigen Arbeitszeit, da hier, bis viel leicht auf ein firmeneinheitliches T-Shirt o.ä., keine bestimmte Kleidung vom Arbeitgeber vorgeschrieben wird, wie z.B. in Krankenhäusern oder
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in der chemischen Industrie. Das Aufhängen von Jacken u.ä. zählt zur persönlichen Sphäre der Lebensführung der Arbeitnehmer und unter liegt nicht der Vergütungspflicht. Damit ist das Umziehen keine „Arbeit“ und es besteht in der Regel kein Vergütungsanspruch. In gleicher Weise ist auch die Wegezeit vom Arbeitgeber nicht zu vergüten. Es ist Sache des Arbeitnehmers, die Wegstrecke zwischen Wohnort und Arbeitsstelle zurückzulegen (BAG Urteil vom 19.09. 2012, Az. 5 AZR 678/11).
WOLFGANG KAMPERMANN FON 0 23 06. 2 02 62. 17 MAIL
[email protected]
Verband
Trauer um Alfred Neven DuMont
Alfred Neven DuMont war Ehrenvorsitzen der des Aufsichtsrates der Mediengruppe M. DuMont Schauberg und Verleger des Kölner Stadt-Anzeiger, des EXPRESS, der Mitteldeutschen Zeitung, der Berliner Zei tung und des Berliner Kurier sowie der Ham burger Morgenpost. Von 1970 an war Alfred Neven DuMont Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsver leger, dessen Vorsitz er von 1980 bis 1984 innehatte und seitdem Ehrenmitglied war.
Von 1990 bis 1998 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln. Alfred Neven DuMont ist Träger des Gro ßen Verdienstkreuzes mit Stern, des Ver dienstordens der Bundesrepublik Deutsch land und des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. 2001 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln und die Honorarprofessur der Martin-Luther-Uni versität Halle-Wittenberg angetragen. Er hat sich viele Jahrzehnte um die Deutsche Druck- und Verlagsbranche verdient ge macht und war zahlreich ehrenamtlich tätig. Der Verband Druck + Medien Nord-West wird ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren. Vorstand, Geschäftsführung und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verbandes trauern mit der Verlegerfamilie.
Foto: www.ksta.de
Der Verband Druck + Medien Nord-West e.V. trauert um Alfred Neven DuMont, einen der bedeutendsten Verleger der Deutschen Nachkriegszeit. Der Kölner Verleger der Mediengruppe M. DuMont Schauberg, Alfred Neven DuMont starb am 30. Mai 2015 im Alter von 88 Jah ren im Familienkreis.
Berechtigung des Personalleiters oder Prokuristen zum Ausspruch einer Kündigung In arbeitsgerichtlichen Verfahren taucht gelegentlich die Fragestellung auf, ob derjenige, der die Kündigung unterzeichnet hat, hierzu überhaupt berechtigt war. Gibt es daran Zweifel, so kann die Gegenseite eine ausgesprochene Kündigung gem. § 174 BGB zurückweisen und für den Fall, dass die Kündigungsberechtigung tatsächlich nicht gegeben war, ist diese Kündigung unwirksam und damit sind möglicherweise zwingend zu beachtende Fristen (z.B. die Probezeit o.ä.) abgelaufen. Es ist zunächst darauf hinzuweisen, dass Perso nalsachbearbeiter grundsätzlich keine Position bekleiden, die regelmäßig zum Ausspruch ei ner Kündigung berechtigt. Dies gilt auch für den Fall, dass der Personalsachbearbeiter die Kündigung mit dem Zusatz „i.V.“ versieht. Eine vom Personalsachbearbeiter ausgesprochene Kündigung bedarf auf jeden Fall der Beifügung einer Originalvollmacht, die seitens des Inha bers/Geschäftsführers ausgestellt worden ist. Daraus wird erkennbar, dass diese Person, also der Geschäftsführer und der Inhaber, grund sätzlich sehr wohl berechtigt ist, die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses auszusprechen. Dies gilt, wenn mehrere Geschäftsführer vorhanden sind, auch für die Geschäftsführer, die übli cherweise nicht Personalangelegenheiten be arbeiten. Nach einer Rechtsprechung des Bundes arbeitsgerichtes aus dem Jahre 2011 galt, dass
Personalleiter in der Regel aufgrund ihrer Funktion und Stellung zum Ausspruch von Kündigungen befugt sind, sofern die Kündi gungsberechtigung den im Betrieb beschäftig ten Arbeitnehmern auch bekannt ist. Durch eine Entscheidung des Landesarbeitsgerichtes Hamm hingegen ist diese Rechtsauffassung nicht mehr so uneingeschränkt aufrechtzuer
halten. Dies gilt insbesondere dann nicht mehr, wenn der Personalleiter lediglich über eine beschränkte Prokura gem. § 48 HGB verfügt. Arbeitgeber sollten daher für eindeutige und ganz klare Verhältnisse sorgen, indem sie ihrer Belegschaft mitteilen, welche Personen in ihrem Unternehmen Kündigungserklärungen aussprechen dürfen. Hierbei ist die konkrete Bezeichnung der kündigungsberechtigten Per sonen maßgeblich, nicht hingegen eine Mittei lung, dass grundsätzlich „der Personalleiter“ zum Ausspruch von Kündigungen berechtigt ist. Eine solche Mitteilung ist „firmenüblich“, z.B. am „Schwarzen Brett“, zu veröffentlichen.
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Wissenswert
Farbe rockt! Die Werbewelt weiß um die Wirkung von Farben auf potentielle Kunden und setzt dieses Wissen gezielt ein. Doch nicht jedes Corporate Design und nicht jede Werbeaktion wird im erwünschten Maße wahrgenommen. Reklame-Beilagen, Broschüren und Mailings gehen direkt ins Altpapier und Werbemails werden sofort gelöscht. Das hat natürlich viele Gründe. Einer der wichtigsten bleibt: die Farbe. Farben wirken direkt und indirekt auf unsere Kaufentscheidungen. Sie bestimmen zu einem erheblichen Anteil darüber, was unser Interesse weckt, was wir als spannend, begehrenswert, langweilig, bedeutungslos oder abstoßend empfinden. Im Sport kann die Farbwahl der Trikots über Sieg und Niederlage entscheiden und eine „Colour of the Year“ hat für ein Jahr in der Modewelt die Krone auf – soviel haben wir in den vergangenen Beiträgen unseres Verbandsmagazins gelernt¹. In Unternehmen gehört die Farbpsychologie längst zur Marketing- Strategie. Gute Marketer wissen: Farben sind in der Werbung echte Rockstars! Das hauseigene Corporate Design muss – neben dem Namen und dem Logo – die Zielgruppe auch mit der Farbwahl überzeugen. Farben sind ein klares Identifikationsmerkmal, das Blicke fängt und bestenfalls im Gedächtnis bleibt: Was wäre Coca Cola ohne Rot, die Milka Schokolade ohne Lila oder ein Fußballklub ohne Vereinsfarbe? In unserer schnelllebigen Zeit ist der Augenkontakt zu Produkten oder Logos
Web-Test Trotz allgemein geläufiger Farbassoziationen ist es ratsam, die Wirkung vor der Veröffentlichung einer Website oder einer Kampagne, zum Beispiel durch einen A/B-Test zu überprüfen und anhand der Ergebnisse die Kampagne zu optimieren. Ein Anbieter eines A/B-Tests ist z.B. www.optimizely.de/ab-testing/. Weitere Informationen und Quellenangaben: www.absatzwirtschaft.de/e-mail-marketing-farbenanimieren-zum-lesen-51505/ www.unternehmer.de/marketing-vertrieb/151493beeinflussen-farben-conversions www.drweb.de/magazin/farben-auswahlen-und-optimaleinsetzen-experten-tipps-nicht-nur-furs-webdesign/ www.gruenderszene.de/allgemein/farben-in-werbung-undcorporate-design-istock www.marketinginstitut.biz/blog/2014/10/29/die-farbwahlihres-logos-ueber-ihr-unternehmen-aussagt/ www.adverti.de/farbpsychologie-die-passende-palettefuer-ihr-corporate-design/ http://thelogocompany.net/blog/infographics/psychologycolor-logo-design/
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bestenfalls noch flüchtig. Eine prägnante Farbe schafft eine präzise Identität. Eindeutige und klar benennbare Farben sind grundsätzlich einprägsamer als schwer zu dekodierende Farbtöne. Wer diese Faustregel ignoriert, wird auf dem Markt schnell übersehen. Kurz gesagt: Im Farbdschungel überleben nur die Stärksten. Bevor man sich für eine Farbe entscheidet, müssen einige Fragen geklärt werden. Will man Sachlichkeit und Seriosität oder eher Dynamik und Kreativität kommunizieren? Wie sieht eigentlich die Zielgruppe aus? Welches Geschlecht in welchem Alter? Welche Interessen haben sie? Bei international tätigen Unternehmen ist auch die Kultur, in der geworben wird, ein wichtiges Kriterium. Nur wenn Farbtöne und Grafiken treffend und stimmig ausgewählt werden, kann die Werbe botschaft ihre Wirkung gänzlich entfalten und gezielt wirken. Mit der passenden Farbe des Corporate Designs ist gute Werbung aber noch nicht garantiert. Schließlich gilt es, bei allen Werbemaßnahmen – ob bei Anzeigen, Plakaten, TV-Spots oder Direct Mails – immer wieder neu abzuwägen: Wie sind die Fotos des Mailings und der Produkt broschüren farblich abgestimmt? Was für Stimmungen erzeugen die Hintergrundfarben der Website und welche Farbkombination haben die Visitenkarten? Die Studie „Impact of Color in Marketing“² bekräftigt die Rolle der Farbgebung beim Webdesign und in der Onlinewerbung. Sie hat gezeigt, dass die Farbgebung einer E-Mail-Kampagne zu bis zu 90 Prozent über Erfolg und Misserfolg entscheidet. Sprich: Was landet im Papierkorb und was wird angeklickt und gelesen. Auch hier gelten die Eigenschaften und Wirkungsweisen einzelner Farbtöne. Rot zum Beispiel gilt als „laute Farbe“ und giert nach Aufmerksamkeit. Blautöne hingegen vermitteln ehrliche Absichten und Orange wird als besonders positiv und stimulierend empfunden. Zudem gibt es laut Studien unterschiedliche Vorlieben bei den beiden Geschlechtern. Frauen mögen die Farben Blau, Lila und Grün. Braun, Orange und Grau sind dagegen nicht so gerne gesehen. Die Favoriten der Männer sind für gewöhnlich Blau, Grün und Schwarz. Lila, Braun und Orange mögen sie eher weniger. Sollte die Zielgruppe folglich einen Schwerpunkt auf Frauen oder Männer legen, sollte dies bei der Farbwahl berücksichtigt werden. Nicht nur die menschliche Wahrnehmung und die persönliche Präferenz entscheiden über das Lesen oder Verwerfen von Werbemails, sondern auch die Spam-Algorithmen der Internetanbieter. Spamfilter suchen hauptsächlich nach Schlagwörtern, die als Spam-Auslöser gespeichert sind. Was viele nicht wissen: Auch das Verhältnis von Bildern zum Text kann ausschlaggebend sein. Grundsätzlich gilt: 25 Prozent Bilder und 75 Prozent Text. Und wer hätte es geahnt? Auch hier spielt die Farbwahl eine Hauptrolle. Die Praxis hat gezeigt, dass zum
Wissenswert
Die Auswirkung von Farben auf die Emotionen und Wahrnehmung des Menschen sind vielseitig. Mit verschiedenen Farben verbinden wir also verschiedene Dinge oder Emotionen. Daher sollte der Einsatz von der richtigen Farbe im Marketing bedacht sein. Der Color Emotion Guide zeigt Ihnen wie. (Quelle: http://thelogocompany.net/blog/infographics/psychology-color-logo-design/)
Fazit: Beispiel die umfangreiche Nutzung von Rot in Texten einer der meisten Spam-Auslöser ist. Spam-Filter arbeiten mit einem Scoring-System. Jedes Attribut (Text, Bilder, Format, Farbe) steht für einen gewissen Punktwert. Je mehr Punkte eine E-Mail erreicht, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese im Spam-Ordner landet. Unternehmen sollten also auch bei der Farbgebung darauf achten, den eignen Spam Score niedrig zu halten.
Für den erfolgreichen Marktauftritt eines Unternehmens und eine erfolgreiche Vermarktung der Produkte oder Dienstleistungen lohnt es sich, die Farbpsychologie zu Rate zu ziehen – heute umso mehr, weil es immer schwieriger wird, in einer Welt der Überinformation positiv aufzufallen. Die schöne bunte Welt ist in diesem Zusammenhang längst zu einem Ort des erbarmungslosen Wettbewerbs geworden. Schon ein Grundwissen der Farbenlehre kann hier den entscheidenden Unterschied machen.
¹ Z ukunft Medien; Ausgabe 3.2013, Seite 46-50; Ausgabe 1.2014, Seite 36-38; Ausgabe 3.2014, Seite 44-46
² w ww.emeraldinsight.com/doi/abs/10.1108/ 00251740610673332
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Einfach mal Glas bedrucken…?
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Bemerkenswert
Bei Druckprodukten denken viele Menschen immer zuerst an Zeitschriften, Zeitungen, Bücher. Oder an das Bedrucken von Papier. Dabei hat die Druckbranche noch einiges darüber hinaus zu bieten. Wie sieht es zum Beispiel mit Glas aus? Wie bedruckt man das, und was ist dabei zu beachten?
Als Crashkurs für angehende Glasdrucker kann dieser Artikel allerdings kaum verstanden werden. Zu speziell ist dieses Gebiet. Professionelle Vorgehensweise und viel Erfahrung machen einen großen Teil der Dienstleistung aus. Die Druckerei print-o-tec aus Ellerau, nördlich von Hamburg, hat mit dem Bedrucken von Glas und Kunststoffen eine Nische in der Druckund Medienbranche besetzt. Einst wurden dort vor allem Spielautomatenglasscheiben bedruckt. Dazu kommt mittlerweile der dekorative Werbedruck. Dabei gilt es stets zu beachten, ob das Objekt nach der Fer-
tigstellung transparent, opak oder beides sein soll. Häufig sollen nämlich nur Teile der Platte transparent sein, zum Beispiel bei Displays oder Lampenabdeckungen. Ebenso müssen die möglichen Druckverfahren richtig kombiniert werden. „Wir nutzen oft hybrid Digitaldruck und technischen Siebdruck bei einem Objekt“, erzählt Thomas Beyer, Geschäftsführer von print-o-tec. Je nach Einsatzzweck und der erforderlichen Haltbarkeit werden lösemittelhaltige Farben oder UV-Farben ausgewählt. Auch die Qualität der Rasterwiedergabe (mittels Sieb) spielt dabei eine Rolle. Im Siebdruck
kann auch keramische Farbe aufgetragen werden, die über Schmelzpigmente in das Glas eingebrannt wird. Um den Farben eine gewisse Leuchtkraft zu verleihen, wird häufig unter den Motiven eine weiße Basisschicht aufgedruckt. Wenn das Motiv auf beiden Seiten des Materials zu sehen sein soll, sind mitunter viele Druckgänge erforderlich. Dazu kommt die Schwierigkeit, dass entgegen der üblichen „Aufsicht“ auf das Druckprodukt gerade bei Leuchtschildern auch die Farbwirkung bei Hintergrundbeleuchtung berücksichtigt werden muss.
linke Seite: Rakel im Siebdruck, oben: Spiegel und Sieb
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Bemerkenswert
Denn ein Leuchtschild, beispielsweise ein Firmenlogo, soll tagsüber (bei Tageslicht von vorn) genauso wirken wie nachts (bei künstlichem Licht von hinten). Kunden wünschen auf Glas meist die gleiche Farbwirkung wie auf Papier. Dies hat zur Folge, dass das Farbmanagement beim Bedrucken von Glas und Kunststoff vor die Anforderung gestellt wird, die Farbwirkung der auf Papier nachzustellen. Das heißt, auch hier gibt der „Offset“-Druckstandard datentechnisch die Richtschnur vor. Ebenso wichtig: die Wiederholbarkeit. Somit spielt die Standardisierung letztlich auch in speziellen Nischen von Siebund Digitaldruck eine unverzichtbare Rolle. Da diese jedoch (noch) nicht gegeben ist, arbeiten Druckereien wie print-o-tec mit „Hausnor-
men“, um den Kunden die Sicherheit zu bieten, wie diese es aus dem Offsetbereich gewohnt sind. „Aus diesem Grund und den Anforderungen und Wünschen unserer Kundschaft entsprechend, haben wir uns letztes Jahr vom TÜV Rheinland nach DIN ISO 9001:2008 zertifizieren lassen“, führt der Geschäftsführer aus. Gerade die Beleuchtung von hinten bringt noch einen ganz anderen Aspekt in den Fokus. „Bei Hintergrundbeleuchtung sieht man jeden Fehler im Farbaufbau sowie Staub, Streifen und Farbstörungen“, so Thomas Beyer. Akkurates, sauberes Arbeiten ist da erstes Gebot. Da gerade Kunststoffplatten statisch aufgeladen sind, ziehen sie magisch jedes Staubkorn an. Im Gegensatz zu herkömmlichem Druck auf
apier muss der Glasdruck noch ganz andere P Anforderungen erfüllen. Die normale Licht echtheit spielt natürlich eine große Rolle. Wärme, Dampf und Feuchtigkeit sind aber ebenso wichtige Kriterien, wenn Druckprodukte in Thermen, Schwimmbädern oder Küchen zum Einsatz kommen sollen. Dass diese Produkteigenschaften erzielt werden, dafür hat sich print-o-tec auch zertifizieren lassen nach ISO 6270-2 (Beständigkeit gegen Feuchtigkeit). Tolle Effekte lassen sich auch bei Einsatz einer Silberverspiegelung erzielen. Dabei gibt es die Möglichkeit, eine komplette Spiegelfläche mit partieller Bedruckung zu erstellen oder aber auch die Spiegelfläche selbst nur partiell aufzubringen, zum Beispiel für einen Glastisch mit Spiegeleffekt. Grenzen setzen die Materialformate (Glasplatten haben bei größerem Format und entsprechender Stärke ein enormes Gewicht!) und thermoplastische Verformungen bei Kunststoffen. Letztere werden nach dem Druckprozess vorgenommen – zum Beispiel bei dekorativen, geschwungenen Pokalen aus Acrylglas oder Hauben für Leuchtkästen. Mittlerweile gibt es allerdings auch Möglichkeiten, Körper aus Glas nicht nur mittels Tampondruck zu bedrucken, sondern sogar digital, wie man auch unlängst auf Fachmessen wie der Inprint und Fespa sehen konnte. Die digitale Drucktechnik hat dem Segment des bedruckten Glases eine ganze Reihe von neuen Möglichkeiten eröffnet, insbesondere auch vor dem Hintergrund der meist recht kleinen Auflagen. Einfach mal Glas bedrucken? In Angesicht der Fülle an Materialien, Farben und Echtheitsanforderungen ist das auch künftig eine kleine Nische, die viel Spezialwissen erfordert. Dort entstehen ungewöhnliche Druckprodukte fernab des Papiers.
UV-Tintendruck
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Die deutschen Druckereien gehören zu den vielfältigsten und modernsten Industrien weltweit. In Zeiten digitaler Erfolgsmeldungen hört man jedoch immer häufiger die Frage:
Wie steht es um die Zukunft von Print? Die Antwort ist für viele überraschend: Print wächst – analog wie digital. Und dafür gibt es gute Gründe: Print wird geschätzt, ist innovativ, nachhaltig und erreicht die Menschen. Dank des Internets wird heute mehr gedruckt als je zu vor.
www.die-zukunft-wird-gedruckt.de
Der Verband von seiner schönsten Seite. vdmnw.de/nw-impressionen
Lisa Harings, Düsseldorf: „Das Foto habe ich morgens auf der Rheinkniebrücke in Düsseldorf aufgenommen, als ich mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren bin. Nebel und Sonneneinstrahlung schufen eine derart perfekte Atmosphäre, dass ich dieses atemberaubende Motiv sofort einfangen musste. Der Rheinturm scheint auf dem Bild förmlich zu schweben.“
Zu den NW-Impressionen.
Der Verband von seiner schönsten Seite
Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinnerin unseres zweiten Fotowettbewerbs um die schönste NW-Impression steht fest. Der Preis geht an Odett Gritt Pfenning aus Trittau mit ihrer kontrastreichen Aufnahme, die sie nach dem Abklingen eines heftigen Unwetters an einem Abend über dem Billetal in Schleswig-Holstein gemacht hat.
Das Redaktionsteam wünscht der Gewinnerin ein erlebnisreiches Wochenende für Zwei im Herzen des stylischen Medienhafens in Düsseldorf – im Radisson Blu Media Harbour Hotel und in der „Meerbar“. Die Highlights dieses Szene-Treffs sind eine 15 m lange, indirekt illuminierte Bar sowie der dezent beleuchtete und hochwertig ausgestattete Speisesaal, in dem die Gäste die von der Küche frisch zubereiteten, kreativen Speisen genießen können.
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Impressum // Persönliches
geburtstag
Firmenjubiläum
Juni 2015
Juni 2015
75 Jahre Werner Makossa, Makossa Druck und Medien GmbH, Pommernstraße 17, 45889 Gelsenkirchen ›››› 75 Jahre Horst Werner, Hanse Printprodukte GmbH, Holstenhofweg 49, 22043 Hamburg ›››› 60 Jahre Heinz-Peter Bachmann, Bachmann GmbH, Siemensweg 7, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock ›››› 60 Jahre Ulrich KümpeR, Buschmann Druckerei GmbH & Co. KG, Nevinghoff 18, 48147 Münster ›››› 50 Jahre Dirk Devers, L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien, Marktweg 42-50, 47608 Geldern ›››› 50 Jahre Lutz Lippert, Lippert-Druck GmbH, Alte Landstraße 20, 42477 Radevormwald ›››› 50 Jahre Marcus Schulte-Glade, Glade Print & Papier Manufaktur, Weststraße 52, 57392 Schmallenberg
150 Jahre Wilhelm Köhler Verlag GmbH & Co. KG, Brückenkopf 2a, 32423 Minden ›››› 90 Jahre Paul Albrechts Verlag GmbH, Hamburger Straße 6, 22952 Lütjensee ›››› 70 Jahre Emil Frey KG Siebdruck + Schilder, Kleine Bahnstraße 7, 22525 Hamburg ›››› 40 Jahre druckpartner Druck- und Medienhaus GmbH, Am Luftschacht 12, 45307, Essen. Juli 2015 90 Jahre Johann Stermanns GmbH & Co. KG, Kühlwetterstraße 46, 52072, Aachen
Juli 2015 50 Jahre Olaf Eggers, Eggers Druckerei & Verlag GmbH, Dührenkamp 1, 23774 Heiligenhafen ›››› 50 Jahre Achim Krause, Clasen GmbH, Spielberger Weg 58, 40474 Düsseldorf ›››› 40 Jahre Christoph Brochmann, Brochmann GmbH, Girardetstraße 76, 45131 Essen
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Auflösung des Fehldrucks 1/2015
IMPRESSUM HERAUSGEBER VERBAND DRUCK + MEDIEN E.V. AN DER WETHMARHEIDE 34 / 44536 LÜNEN FON 02306. 20262. 0 FAX 02306. 20262. 99
[email protected] WWW.VDMNW.DE; VERANTWORTLICH OLIVER CURDT, GESCHÄFTSFÜHRER VERBAND DRUCK + MEDIEN NORD-WEST E.V.
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Papier Inhalt: Scheufelen, bvs ® matt 135 g/m2 Umschlag: Scheufelen, Heaven 42 ® matt 200 g/m2
redaktionsteam oliver curdt, geschäftsführer STEFAN HÖYNCK, STELLV. GESCHÄFTSFÜHRER KATJA WAHL, MARKETING / KOMMUNIKATION VERLAG + GESAMTHERSTELLUNG TECKLENBORG | DRUCKHAUS+VERLAG SIEMENSSTRASSE 4 / 48565 STEINFURT FON 02552. 920. 02 FAX 02552. 920. 160 WWW.TECKLENBORG-VERLAG.DE
verlagsREDAKTION MICHAEL HEMSCHEMEIER FON 02552. 920. 205 FAX 02552. 920. 210
[email protected] ANZEIGENMARKETING CHRISTINA TECKLENBORG FON 02552. 920. 108 FAX 02552. 920. 100
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