Stephan Hornung - Discover
March 19, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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INVESTMENT
Kleine Firmen, große Renditen
Fondsmanager im Porträt
Stephan Hornung fordert mit seiner Fondsberatung Discover Capital seit 2004 die Großen der deutschen Fondslandschaft heraus. Kaum jemand kennt sich mit kleineren europäischen und deutschsprachigen Börsenunternehmen so gut aus wie der Augsburger – und kaum jemand schafft mit Nebenwerten solche Renditen. Augsburg – das steht nicht nur beim Fußball für solide Erfolgsarbeit von Underdogs. Auch in der Fondslandschaft gibt es einen solchen FC Augsburg. Stephan Hornung zeigt seit nunmehr über einem Jahrzehnt, dass man mit kleinen Mitteln, aber viel persönlichem Einsatz mit den großen Branchenvertretern mithalten und den Vergleich sogar häufig gewinnen kann.
Blitzstart in der zweiten Reihe Mit nicht einmal 30 Jahren wagte Hornung zusammen mit dem ehemaligen Studienkollegen Christian Struck den Sprung in die Selbständigkeit. Nach fünf Jahren bei der Vermögensverwaltung des Altmeisters Dr. Jens Ehrhardt gründete er 2004 in seiner schwäbischen Heimatstadt die Fondsberatungsgesellschaft Discover Capital. Noch im gleichen Jahre folgte mit dem SQUAD Value der erste Aktienfonds. Für diesen sucht er seither zusammen mit seinem Kollegen Christian Struck nach unterbewerteten kleineren Börsenfirmen, speziell im deutschsprachigen Raum. „Der Startzeitpunkt war günstig. Viele Nebenwertefonds waren wegen des Zusammenbruchs des Neuen Marktes verschwunden.“ Kaum jemand wollte sich damals noch mit deutschen Nebenwerten beschäftigen. Hornung und Struck haben sich vom Schock des Neuen Marktes nicht abhalten lassen und analysierten, ob einige der Unternehmen nicht zu Unrecht unter die Räder gekommen waren. Die Mühen haben sich
gelohnt. Innerhalb von nicht einmal drei Jahren nach der Auflage verdoppelte sich der Wert des SQUAD Value Fonds.
Arbeiten statt präsentieren Anfangs noch in einem Kellerraum untergebracht, ist das Duo heute zusammen mit seinem siebenköpfigen Analystenteam auf zwei Etagen eines Augsburger Herrenhauses zu Hause, in dem man eher eine Arztpraxis vermuten würde. Der Standort passt zu Hornungs bodenständigem Auftreten. Auf große Etikette legt er nicht allzu viel Wert. Krawatte? Fehlanzeige. Und auch die Bilder in seinem Büro hängen nicht feinsäuberlich an der Wand, sondern müssen erst mal auf Regal oder Boden Platz nehmen. Für Stephan Hornung gibt es offenbar Wichtigeres. Was, das verrät sein Schreibtisch. Für den Pressebesuch hat er ihn nicht etwa herausgeputzt. Auf der gesamten Fläche verteilte Bilanzen, Analysen und sonstiges Researchmaterial zeigen, wie sein Arbeitstag geprägt ist.
Fleißarbeit Aktienanalyse ist für Hornung vor allem eins: Fleißarbeit. Den Großteil des Tages verbringt er mit Lesen – ob am PC, der Datenbank oder in Zeitungen und Zeitschriften. Die dicken Bilanzwälzer liest er gerne auch noch klassisch auf gedrucktem Papier. Diese Fleißarbeit ist die Basis für Hornungs Erfolge. Über die Jahre hat er zudem eine Vielzahl persönlicher Kontakte zu den Unternehmen wie auch zu anderen Finanzexperten geknüpft. Dieses Netzwerk hilft ihm zusätzlich, wichtige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Daneben besucht er regelmäßig Kapitalmarkttage, da sich dort an einem oder mehreren Tagen viele kleinere bis mittlere Unternehmen persönlich treffen lassen. Mit den Firmen des eigenen Universums von rund 500 Aktien unterhält er ohnehin regelmäßig Kontakt – ob durch persönliche Besuche oder auch per Telefon.
Aktien(studium)
Stephan Hornung ist einer der fachkundigsten Experten für deutschsprachige Nebenwerte.
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Wichtig ist für ihn auch die Zusammenarbeit mit Christian Struck. Das Duo lernte sich bereits während des Studiums kennen und merkte schnell, dass sie nicht nur ähnlich ticken, sondern auch eine große Leidenschaft teilen: Aktien.
Anzeige Der volle Schreibtisch zeigt, dass die Analyse von kleinen Firmen vor allem eins ist: jede Menge Fleißarbeit. An Faszination hat das für Hornung nichts verloren.
Hornung selbst hat sich bereits während des Studiums mehr mit Börse als mit dem Studium an sich beschäftigt. Im Börsenforum Augsburg kam er dieser Leidenschaft zusammen mit Christian Struck nach. Diese Leidenschaft verbindet sie bis heute. Wer sie nicht teilt, hat auch in ihrem Team keine Chance. Beim gemeinsamen Mittagessen ist diese gemeinsame Leidenschaft allgegenwärtig. Neben der bitteren Niederlage des FC Augsburg wird vor allem eins diskutiert: Aktien. Diese Leidenschaft und der Ehrgeiz, den Markt zu schlagen, treiben Hornung unverändert an.
Freund verschmähter Unternehmen Dass er sich wie kaum jemand sonst bei europäischen und speziell deutschen Nebenwerten auskennt, merkt man sofort. Egal auf welches Thema das Gespräch kommt, Hornung hat sofort die wichtigsten Rahmendaten und die entscheidenden Punkte parat. Ob über einen dänischen Eierschachtelhersteller, die britische Zeitarbeitsfirma oder den deutschen Softwarekonzern. Er beschäftigt sich gerne mit solchen Unternehmen, die von der breiten Öffentlichkeit und auch vielen Investoren kaum Aufmerksamkeit bekommen. Gerade Softwarefirmen sind ein Steckenpferd des Investmentexperten. Schon während des Neuen Markts hat er sich ausgiebig mit ihrer Analyse beschäftigt. Wie alle zu dieser Zeit hat er damals auch viel Lehrgeld bezahlt. Doch zum Glück habe er auch rechtzeitig Geld abgezogen. „Als die Blase platzte, wurde einfach wahllos alles massiv abgestraft. Dabei waren da auch Gute – man musste sich nur die Mühe machen, genau hinzuschauen. Und nach dem großen Crash konnte man mit den richtigen Nebenwerten auch wieder schnell gute Renditen verdienen“, erläutert Hornung.
Schadenversicherung
DKM Halle 4 Stand B18
Large Caps zählen zwar grundsätzlich auch zum Investmentuniversum. Aktien kleiner Firmen dominieren den SQUAD Value O
AssCompact hat mit Stephan Hornung über seine Arbeit als Fondsmanager gesprochen. Das VideoInterview kann über nebenstehenden QR-Code und unter www.asscompact.de abgerufen werden.
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Fondsmanager im Porträt
Fonds investieren. Das schärfe nicht zuletzt den Verantwortungssinn. In Panik ist der Nebenwerteexperte aber auch während der großen Korrekturen nicht verfallen. Stattdessen hat er seinen Investmentansatz konsequent weiterverfolgt.
und auch den SQUAD Growth, mit dem Hornung und Struck einen stärkeren Fokus auf Wachstumswerte und Spezialsituationen legen, aber deutlich. Gerade weil sie nicht so im Vordergrund stehen, gebe es hier gute Chancen für aktive Investoren. Die Märkte sind bei ihnen aufgrundn der wenig verbreiteten Informationen schließlich nicht so effizient wie bei Blue Chips.
Bewusster Verzicht auf Volumen Um so handlungsfähig wie möglich zu bleiben, hat Hornung die SQUAD-Fonds immer wieder teilweise für neue Anlagen geschlossen. Werden die Einzelpositionen zu groß, besteht bei Nebenwerten schließlich die Gefahr, nur schwer wieder heraus zu kommen und mit den eigenen Transaktionen die Kurse zu beeinflussen. Trotz seiner Performance und zahlreicher Auszeichnungen weist der SQUAD Value daher nur ein Volumen von rund 200 Mio. Euro auf. „Natürlich ist ein hohes Volumen verlockend. Aber von dem jetzigen kann ich auch gut leben und dafür kann ich meinen Investmentansatz nach wie vor genau so umsetzen, wie ich das möchte. Das ist mir wichtiger. Ich werde den Job ja vermutlich noch 30 Jahre machen“, so der 40-Jährige. Dass er und sein Team in Augsburg und nicht in Frankfurt oder New York sitzen, ist für ihn nie ein Problem gewesen: „Wir sind ja im Zweifel schnell in München oder Frankfurt. Und in den Alpen ist man auch schnell.“ Dort schaltet er privat gerne mal ab – ob beim Skifahren oder beim Wandern. Die Distanz zu den Hotspots der Finanzindustrie helfe zudem dabei, in emotionalen Marktphasen einen kühlen Kopf zu bewahren. Kühl, aber dennoch mit einer ungebrochenen Leidenschaft für Aktien.
Ruhe in heißen Zeiten Trotz aller Akribie und Leidenschaft gerieten auch die SQUAD Fonds in der harten Korrektur 2008/2009 deutlich unter Druck. Das hat selbst den bodenständigen Schwaben schlechter schlafen lassen und für frustrierte Tage im Büro gesorgt – zumal Hornung und Struck stets 50% ihres privaten Vermögens in ihre
Von Michael Herrmann, AssCompact
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Die Ruhe hat sich ausgezahlt, denn der SQUAD Value erholte sich schnell und der Fondswert hat sich seit der Auflage mittlerweile mehr als verdreifacht. Damit liegt der Fonds klar vor der allgemeinen Performance deutscher Aktien im gleichen Zeitraum. Obwohl Nebenwerte im Allgemeinen als riskanter gelten als Blue Chips, hat Hornung die Wertzuwächse zudem mit einer relativ niedrigen Volatilität von rund 10% seit der Fondsauflage erreicht. Der SQUAD Growth hat seinen Wert in der Spitze ebenfalls verdreifacht. Den Index für deutsche Nebenwerte hat er seit der Auflage im Jahr 2006 damit um rund 80 Prozentpunkte geschlagen.
Reiner Stock Picker Aus Benchmarks wie dem MSCI Germany Small Cap macht sich der Augsburger allgemein eher wenig. Natürlich misst er sich in Sachen Performance auch an Indizes sowie an Konkurrenzfonds. „Für den Kunden zählt schließlich am Ende vor allem eins: Performance“, so Hornung. Bei der Auswahl der Einzeltitel der SQUAD-Fonds spielen sie hingegen keinerlei Rolle. Auch Branchen- oder Ländergewichtungen interessieren ihn nicht. „Wir sind reine Stock Picker. Es zählt ausschließlich das einzelne Unternehmen und seine Bewertung.“ Im Idealfall sollten die Unternehmen überdurchschnittliche Wachstumsaussichten, ein attraktives Geschäftsmodell, günstige Bewertungskennzahlen sowie hohe freie Cashflows aufweisen. Einige Branchen meidet er allerdings schon. Biotechs sind ihm etwa zu unberechenbar: „Ich kann nicht einschätzen, ob ein Medikament die Zulassung bekommt oder nicht. Davon hängt der Unternehmenswert gerade bei Nebenwerten aber massiv ab, weshalb er sich oft nicht seriös berechnen lässt.“ Berechenbarkeit ist für den ValueInvestor aber das A und O. Wie beim FC Augsburg ist der Erfolg von Stephan Hornung schließlich kein Zufallstreffer, sondern das Ergebnis eines klaren Konzepts und jeder Menge Fleißarbeit. W
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