Rede von Bürgermeister Werner Breuer

March 12, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
Share Embed


Short Description

Download Rede von Bürgermeister Werner Breuer...

Description

Rede von Bürgermeister Werner Breuer anlässlich der Verabschiedung des Technischen Beigeordneten Ulrich Wigand am Dienstag, dem 17. Februar 2009, 16.00 Uhr

Sehr geehrter Herr Wigand, sehr geehrte Frau Wigand, meine sehr geehrten Damen und Herren,

von Wilhelm Busch stammt die Weisheit: „Meistens hat, wenn zwei sich scheiden, einer etwas mehr zu leiden.“ Ich stelle mir heute, sehr geehrter Herr Wigand, die Frage, ob wir dies hier in der Verwaltung sind, die mehr leiden müssen, weil wir ein erfahrenes Zugpferd verlieren? Oder sind Sie es, der in Zukunft auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzichten muss? Nach nunmehr 8 jähriger Tätigkeit bei der Stadt Würselen als Technischer Beigeordneter verlassen Sie das Schiff, das wir beide gemeinsam in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit dem Verwaltungsvorstand 8 Jahre steuerten. Sie verlassen nunmehr das Boot und steuern in eine ganz andere Richtung weiter. Von hier aus wünsche ich Ihnen für Ihre weitere Lebensfahrt alles Gute und viel Glück. Wenn wir heute zu diesem kleinen Festakt hier in das Rathaus geladen haben, erinnern wir uns auch daran zurück, dass wichtige stadtentwicklungspolitische Maßnahmen und Projekte durch ein gemeinsames Streben erreicht werden konnten. Sie als Technischer Beigeordneter der Stadt Würselen und die Kommunalpolitiker auf der anderen Seite haben gemeinsam, um es wörtlich zu nehmen, Stein auf Stein gesetzt und die Entwicklung der Stadt Würselen vorangetrieben. Gerade der Technische Beigeordnete einer Kommune kann Zeichen setzen. Zeichen setzen, die nach außen hin sichtbar werden und lange Zeit auch bleiben. So war es Ihnen vergönnt, in Ihrer Dienstzeit an zahlreichen richtungweisenden Projekten für die Stadt Würselen selber Hand an zu legen und entscheidend voranzutreiben. Ich denke dabei nur an einige sichtbare Zeichen. Entscheidend haben Sie an der Entwicklung der Innenstadt und des Euregionalen Kalkhalden-Projektes mitgewirkt. Manche Planungsphase dort wurde durch Sie intensivst begleitet und vorangebracht. Aber auch die kleineren Bauprojekte lagen Ihnen am Herzen. Doch neben diesen augenscheinlichen Baumaßnahmen waren es auch viele zahlreiche versteckte Arbeiten, die Sie verantwortlich leiteten. Zahlreiche Kanalbaumaßnahmen, Entwicklung von Bebauungsplänen und vieles

2

andere mehr waren Dinge, an denen Sie in den letzten Jahren unter Volldampf arbeiteten. Sehr geehrter Herr Wigand, in den vergangenen 8 Jahren haben Sie für die Entwicklung der Stadt Würselen viel geleistet und Zeichen gesetzt. Hierfür danke ich Ihnen namens des Rates und der Verwaltung aber auch in meinem eigenen Namen herzlich. Dabei haben Sie mehr als nur Dienst getan. Sie haben sich für die Stadt Würselen über alle Grenzen sehr eingesetzt. Wir beide waren in Sachthemen nicht immer einer Meinung. Das ist auch ganz normal. Niemand kann mit anderen immer und zu jeder Zeit einverstanden sein. Das passiert immer wieder. Aber wesentlich ist, wie wir damit umgehen. Ich denke, wir sind in entscheidenden Fragen gut miteinander umgegangen. Selber haben Sie immer einen konsequenten und gradlinigen Weg verfolgt – auch wenn der für manch einen um Sie herum schwierig war und Sie aus der Politik oft heftigen Gegenwind bekamen. Sie setzten sich stets für die Sache ein. Wenn man mit Ihnen umzugehen wusste, konnte man mit Ihnen, sehr geehrter Herr Wigand, gut arbeiten. Schließlich verfolgten Sie und Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein strebsames Ziel: die Stadt Würselen weiter voranzubringen. Sehr geehrter Herr Wigand, ich versichere Ihnen an dieser Stelle ausdrücklich, dass Sie das Geld der Stadt Würselen nicht mit der Schubkarre herausgefahren haben, sondern, dass Sie beispielhaft Fördergelder nach Würselen geholt haben. Sie haben die besten Fachleute nach Würselen geholt. Sie haben mindestens deutschlandweit anerkannte Spezialisten und Fachleute für Würselener Projekte herangeholt. Dies zeigt sich daran, dass wir bei maßgeblichen Wettbewerben immer vorne gelandet sind. Lieber Herr Wigand, erlauben Sie mir den Nebensatz: Wenn auch nicht immer im Vordergrund bei Ihnen die Erfassung der Folgekosten stand, so haben Sie doch immer die wichtigen und für die Zukunft notwendigen Maßnahmen und Planungen im Auge behalten. Ebenfalls bescheinige ich Ihnen entgegen einiger Leserbriefschreiber, dass Sie nicht an vielen Missstände in Würselen schuldig sind. Sie sind nicht schuldig daran, dass die Bürgersteige der Kaiserstraße mit Kaugummi übersät sind. Sie sind nicht schuldig daran, dass in einigen Ritzen Gras und Moos herauswächst. Hier sollten sich die Leserbriefschreiber selbst, die Anwohner und einige Jugendliche mal überlegen wer für diese Missstände wirklich verantwortlich ist.

3

Verehrter Herr Wigand! Wie wir uns nun etwas aneinander gewöhnt und besser kennen gelernt haben, heißt es nunmehr Abschied zu nehmen. Der Rat dieser Stadt hat sich mehrheitlich gegen eine Wiederwahl ausgesprochen, so dass Ihre Wahlzeit bei der Stadt Würselen nunmehr Ende Februar abläuft und Sie somit aus dem Dienst der Stadt Würselen ausscheiden. Für Ihre Tätigkeit im öffentlichen Dienst und für die Stadt Würselen kann ich Ihnen von dieser Stelle aus nur Dank sagen und Ihnen für Ihre weitere Zukunft alles Gute wünschen. Mit Ihnen, Herrn Wigand, als Technischen Beigeordneten der Stadt Würselen geht ein Mann, der Spuren hinterlässt. Diese Spuren werden Zeugnis Ihrer Arbeit hier im Rathaus bleiben. Ein Minister soll einmal einen Tag nach seiner Abdankung einen Brief an seinen ehemaligen Staatssekretär mit den Worten begonnen haben: „Sehr verehrter Herr Kollege! Ich weiß nicht, ob Sie sich meiner noch erinnern…..“ Das beweist, dass er als Ruheständler Realist war: Er kannte den Spruch: „Le roi est mort, vive le roi!“ Der König ist tot, es lebe der König! Er wusste, mit dem Abschied ist auch der Einfluss dahin, und man kann dankbar sein, wenn man bei einigen Menschen wenigstens eine Zeitlang noch in Erinnerung lebt, in guter Erinnerung. Sehr geehrter Herr Wigand, ich versichere Ihnen als Bürgermeister der Stadt Würselen, dass Sie bei mir und ich glaube auch bei den Menschen, die Ihre Arbeit nur von der sachlichen und nicht von der politischen Seite sehen, noch lange positiv in Erinnerung bleiben. Die Rathaustüre ist für Sie immer offen und ich wünsche mir, dass wir uns bei der einen oder anderen Gelegenheit wieder sehen. So z.B. bei dem Spatenstich zur K34, der sog. Osttangente, die Sie bis kurz vor der Realisierung maßgeblich betreut und vorangetrieben haben. Der Spatenstich findet übrigens am 3. April statt. Doch bevor ich schließe, möchte ich Ihnen, sehr geehrter Herr Wigand, noch ein kleines Geschenk der Stadt Würselen mit auf den Weg geben und Ihnen, sehr geschätzte Frau Wigand, einen Blumenstrauß überreichen. Natürlich haben wir überlegt, was man Ihnen zum heutigen Tage schenken kann. Auch hier haben wir uns selbstverständlich umgehört und erfahren, dass Sie ein Weinliebhaber sind. Diese Seite von Ihnen ist auch allgemein nicht so bekannt. Wappenteller Stadt Würselen Weingutschein Verwaltungsvorstand

View more...

Comments

Copyright © 2020 DOCSPIKE Inc.