Nell-Breuning Schule Jahrbuch 2010
March 15, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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Nell-Breuning Schule Jahrbuch 2010
Schülerarbeit Grundkurs „Bildende Kunst“
Verein der Freunde der Nell-Breuning Schule
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
I.
VEREIN DER FREUNDE DER NELL-BREUNING SCHULE ................................ 5 A. Grußwort ................................................................................................. 5
II.
SCHULLEITUNG .......................................................................................... 6 A. Grußwort des Schulleiters........................................................................ 6 B. Unterrichtsentwicklung mit dem Basismodell .......................................... 8 C. Prof. Dr. Andreas Helmke von der Universität Landau zu Gast................. 9
III. A. B. C. D. IV. A. B. C. D. V. A. B. C. D. E. F. VI. A. B. C. D. E. F. G. H. I.
BERUFLICHE GYMNASIEN......................................................................... 10 Sozialwissenschaftliches Gymnasium kommt an die Nell-Breuning Schule .............................................................................................................. 10 Oberbürgermeister Ralf Broß zu Gast im Seminarkurs der Nell-Breuning Schule Rottweil...................................................................................... 11 „cABIsino, jetzt machen wir das große Geld“ ........................................ 11 Abifahrt des WG und BTG nach Frankfurt............................................... 13 ZWEIJÄHRIGE BERUFSFACHSCHULEN ...................................................... 14 Übungsfirmenmesse Hechingen 2010 - fiktive Umsätze „real“ erarbeitet .............................................................................................................. 14 Neues Logo für die Übungsfirma ............................................................ 15 Neue Impulse für die Berufswahl........................................................... 16 Verabschiedung der zweijährigen Berufsfachschulen ............................ 17 KAUFMÄNNISCHE BERUFSSCHULE ........................................................... 18 Die Kaufmännische Berufsschule – 2010 ............................................... 18 KB3b – live bei der Bestätigung der neuen EU-Kommission ................... 19 in Straßburg dabei ................................................................................. 19 Verwaltungsfachangestellte besuchen Stuttgarter Landtag................... 20 Studienfahrt der Bankfachklasse nach Frankfurt vom 19.05. bis zum 21.05.2010 ............................................................................................ 21 Verabschiedungen ................................................................................. 22 Verabschiedung der Herbstprüflinge ..................................................... 23 HAUSWIRTSCHAFT UND SOZIALPFLEGE................................................... 24 Schüler im Kampf gegen Polio ............................................................... 24 Studienfahrt des Berufskollegs nach Berlin Gesundheit und Pflege II ... 25 Außerunterrichtliche Veranstaltung der Altenpflegeschülerinnen und -schüler ................................................................................................. 27 „Wieder einmal Zirkusluft schnuppern…“ .............................................. 27 Erfolgreiche Abschlussprüfungen in der Altenpflege und in der Altenpflegehilfe ..................................................................................... 28 „Augenschmaus und Ohrenhonig“- Fredericktag an der Berufsfachschule für Kinderpflege..................................................................................... 29 Kreative Gestaltung der beruflichen Erfahrung während des Praxiseinsatzes im Berufskolleg für Gesundheit und Pflege................... 30 Altenpflege - ein Job für jedermann/-frau? ........................................... 30 Kinderpflegerinnen haben ihr Halbfinale gewonnen .............................. 31 -2-
Nell-Breuning Schule J. K. L. VII.
Jahresrückblick 2010
Erster Schritt zum Erwerb der Fachhochschulreife an der NBS geschafft .............................................................................................................. 32 Premiere – Fachhochschulreife im Berufskolleg für Gesundheit und Pflege II ................................................................................................ 33 Abschlussgrillen der BFK1b.................................................................... 33
BERUFSVORBEREITENDE BILDUNGSGÄNGE ............................................. 34 A. Berufseinstiegsrallye an der Nell-Breuning Schule Rottweil .................. 34 B. Berufsreife erreicht................................................................................ 35 C. Einstieg in die Ganztagsförderung an der Nell-Breuning Schule ............ 36
VIII. FACHBEREICH UMWELT............................................................................ 37 A. Das Umweltjahr an der Nell-Breuning Schule ........................................ 37 IX.
FACHBEREICH NAHRUNGSZUBEREITUNG / TEXTILES GESTALTEN .......... 40 A. Ein Tag auf dem Erdbeerfeld mit der Klasse H2 ..................................... 40
X.
FACHBEREICH BIOLOGIE ......................................................................... 41 A. Betriebsbesichtigung bei der Roche AG ................................................. 41
XI.
FACHBEREICH SPORT ............................................................................... 42 A. Teilnehmer der Laufgruppe der Nell-Breuning Schule starten beim Tuttlinger Halbmarathon........................................................................ 42 B. Sportabzeichen ...................................................................................... 42 C. Wintersporttag ...................................................................................... 43
XII.
FACHBEREICH GESCHICHTE UND GEMEINSCHAFTSKUNDE....................... 46 A. Woche der Begegnung - Gäste aus Polen an der Nell-Breuning Schule in Rottweil ................................................................................................. 46 B. Schülergeführter Stadtrundgang durch das mittelalterliche Rottweil (WGEb) .................................................................................................. 47 C. Besuch im Landtag................................................................................. 47
XIII. FACHBEREICH KUNST............................................................................... 49 A. Projekt-Präsentation „Design“............................................................... 49 B. Ausstellung „I have a dream“ in der Volksbank Rottweil....................... 49 XIV.
FACHBEREICH DEUTSCH........................................................................... 51 A. Besuch des Sommertheaters im Rottweiler Bockshof ............................ 51 B. Theaterbesuche des 12. Jahrgangs ........................................................ 53
XV.
FACHBEREICH PHYSIK ............................................................................. 54 A. Exkursion des J1 – Physikkurses: .......................................................... 54 B. Arbeitsgemeinschaften im Bereich Mathematik und Physik 2010/2011 55 C. Informatik – AG 2009/2010 .................................................................. 56
XVI.
FACHBEREICH WIRTSCHAFT .................................................................... 58 -3-
Nell-Breuning Schule A.
Jahresrückblick 2010
Jahresrückblick 2010 - Fachschaft Wirtschaft........................................ 58
XVII. PRÄVENTION............................................................................................ 59 A. Weimarer Kultur-Express-Theater ......................................................... 59 XVIII. THEATER-AG ............................................................................................ 60 A. NBS Theater-AG beim „Casting“– Intensivprobentag mit der Film-AG Lörrach .................................................................................................. 60 B. NBS Theater-AG im Schuljahr 2010/11.................................................. 61 XIX. A. B. C. D.
SMV.......................................................................................................... 62 Send a Valentinsherz ............................................................................. 62 Schnitzeljagd im Juli .............................................................................. 62 Volleyballturnier der Oberstufe am 21. Dezember 2010 ........................ 65 Internationales Frühstück am 22. Dezember 2010 ................................ 66
A. B. C. D.
SONSTIGES SCHULLEBEN ......................................................................... 67 Tag der offenen Tür - ein voller Erfolg! .................................................. 67 Gestalte deinen (T)Raum von Schule.... ................................................. 70 Kreative Adventszeit.............................................................................. 71 Weihnachtlicher Jahresabschluss .......................................................... 72
XX.
XXI.
IMPRESSUM ............................................................................................. 73
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Nell-Breuning Schule
I. A.
Jahresrückblick 2010
Verein der Freunde der Nell-Breuning Schule Grußwort
Liebe Freunde und Förderer der Nell-Breuning Schule! Immer wieder sind wir überrascht, wie ein Jahr vorüberfliegt. Aber zum Glück schenkt die Weihnachtszeit ein wenig Ruhe für eine Besinnung und für Erinnerungen. Manch eine Begebenheit würde in Vergessenheit geraten, hätten wir sie nicht in Schrift oder Foto festgehalten. Dieser Jahresrückblick möchte nun wichtige Ereignisse, aber auch einfach nur Begebenheiten am Rande festhalten, ohne die der Schulalltag ärmer wäre. Ich möchte mich ganz herzlich bei den Kolleginnen und Kollegen sowie den Schülerinnen und Schülern bedanken, dass wir durch Ihre Berichte im Jahresrückblick Gelegenheit finden daran teilzuhaben. Denn auch das Jahr 2010 war voller Aktivitäten gewesen. Auch dieses Jahr konnte der Freundeskreis wieder dank Ihrer Spende der Nell-Breuning Schule helfend beiseite stehen. Schon traditionell führte der Freundeskreis die Vorbereitungs- und Laborkurse der medizinischen Fachangestellten durch und das gesellige Beisammensein im Anschluss der Elternpflegschaft war besser besucht denn je. Ebenso trugen finanzielle Hilfen für bedürftige Schüler dazu bei, dass die Erlebnisse einer Klassenreise für alle Schülerinnen und Schüler unvergesslich bleiben. Neu ist seit diesem Jahr die Möglichkeit, an der Schule den Europäischen Computerführerschein (ECDL) zu erwerben. Frau Hölle und Frau Senel stehen den Schülerinnen und Schülern dabei unterstützend zur Seite, der Freundeskreis hilft bei der finanziellen Abwicklung. Für die Nell-Breuning Schule war der Tag der offenen Tür ein Höhepunkt des Jahres. Auf diesem durfte sich die Schule den interessierten Eltern und Besuchern präsentieren. Der Freundeskreis war mit einem eigenen Stand vertreten und konnte hier dank der tatkräftigen Unterstützung der Schülerschaft neue Mitglieder gewinnen. Der Wintersporttag, der dieses Jahr wieder erstmalig stattfand, war ein besonderes Erlebnis, er bereitete viel Spaß und Freude und die Bilder sprechen eine eindeutige Sprache. Bevor ich Sie nun auf die Reise durch das Jahr 2010 der Nell-Breuning Schule schicke, wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen ein besinnliches aber auch fröhliches Weihnachtsfest. Gesundheit, Kraft und Glück mögen Ihnen in 2011 ein treuer Begleiter sein.
Sebastian Pfautsch Vorsitzender
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Nell-Breuning Schule
II. A.
Jahresrückblick 2010
Schulleitung Grußwort des Schulleiters
Liebe Mitglieder des Freundeskreises der Nell-Breuning Schule Rottweil, wie auch in den vergangenen Jahren, seit dem der Freundeskreis diesen Jahresrückblick herausgibt, nutze ich die Möglichkeit, aus Schulleitersicht einen Blick zurückzuwerfen, aber auch Ausschau zu halten, was die Schule und alle am Schulleben Beteiligten erwartet. Da Schuljahr und Kalenderjahr sich überlappen, lässt sich nicht alles chronologisch darstellen. Personelle Veränderungen brachte das neue Schuljahr mit sich. Herr Sassnick, der 15 Jahre lang Vorsitzender des Freundeskreises war, ging in den Ruhestand, der auch deshalb zum Unruhestand wurde, weil er die Not in der Lehrerversorgung ein wenig durch seine Bereitschaft reduzierte, noch ein paar Stunden zu unterrichten. Die Referendarin Kerstin von Kutzleben hat nach erfolgreicher Prüfung ihren Dienst am Bodensee begonnen, Herr Klein fand in Schramberg eine Anstellung. Neu sind mit Nico Dannecker und Tobias Nann zwei Referendare an die Schule gekommen, die derzeit durch Prüfungen gefordert werden. Frau Andrea Back (E, Sp, D) und Frau Gerwig (E, Rel ev.) sorgen ebenso für eine weitere Verjüngung des Kollegiums wie auch Frau Grncsó, die mit Ihren Fächern PPSP und SOP überhaupt erst die Errichtung des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums ermöglichte. Herr Remiger hat mit Biologie, Physik und Mathe eine große Lücke speziell in den zweijährigen Berufsfachschulen geschlossen. Frau Daniela Mager-Hauser verstärkt seit diesem Schuljahr als Direkteinsteigerin das Team für die Kinderpflegerinnen. Abgerundet wird die Schar der Neuen durch Frau Birgit Hugger, die mit den Fächern Gesundheitswesen und Rel (kath) uns unterstützt. Ich wünsche allen neuen Lehrkräften, dass sie sich an der Schule wohlfühlen und setze darauf, dass sie dazu beitragen, unser Leitbild täglich zu leben. Viel Zeit haben wir alle in die Schulentwicklung investiert. Feststellen lässt sich, dass sich in den letzten 8 Jahren die Schule gewaltig gewandelt hat, zum einen von innen heraus, zum andern aber, weil immer mehr Aufgaben vom Kultusministerium und vom Regierungspräsidium auf die Schulen übertragen wurden. Jede dieser neuen Aufgaben ist bei uns richtig angesiedelt, da sich aber an der Personaldecke kaum etwas geändert hat, bedeutet dies für alle Mitglieder der Schulleitung, dass die Belastung immer noch größer wird. Ich danke an dieser Stelle Herrn Rombach, Frau Jauch, Herrn Bauer, Herrn Kettner und Herrn Weinmann für die großartige Unterstützung und für den Teamgeist, der unsere gemeinsame Arbeit prägt. Wie schon erwähnt, haben wir seit diesem Schuljahr an der Nell-Breuning Schule drei Berufliche Gymnasien: BTG, WG, SG. Dies stellt speziell die Stundenplaner vor immer neue Herausfordungen, rundet aber die gymnasiale Angebotspalette ab. Das vor einem Jahr eingerichtete Berufskolleg Gesundheit und Pflege II hat sich sensationeller Weise gigantisch entwickelt. Vor einem Jahr hatten wir noch die Befürchtungen, dass es schwierig werden würde, die Klasse auch tatsächlich zum Laufen zu bringen. Wegen der großen Nachfrage haben wir schon für das laufende Jahr die Genehmigung bekommen, eine zweite Klasse zu eröffnen. Solche erfreulichen Entwicklungen haben meistens einen Nachteil: im Normalfall gibt es dafür keine zusätzlichen Stellen. Einen Rückgang haben wir zu verzeichnen im Bereich der Berufsvorbereitung. Dies ist aber eine positive Entwicklung, da es ja das Ziel ist, junge Leute nicht durch eine Berufsvorbereitung zu schicken, sondern gleich in einem Beruf anfangen zu lassen. -6-
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Der Rückgang der Schülerzahlen an den Grund- und Hauptschulen zeigt hier erstmals Wirkung, die sich in den nächsten Jahren noch verstärken wird. Mit den jetzt zu Werkrealschulen umgewandelten Hauptschulen werden wir bald eine völlige Veränderung in Bereich der zweijährigen BFS erleben. Dabei ist davon auszugehen, dass dies Auswirkungen haben wird auf unser bisheriges Angebot. Zum einen werden weitere Berufsfachschulen eingerichtet, um eine wohnortnahe Beschulung zu ermöglichen, zum anderen werden prozentual mehr Schülerinnen und Schüler als bisher die Werkrealschule besuchen und nicht mehr über die BFS zur mittleren Reife kommen wollen. Dies alles vor dem Hintergrund des 30%igen Schülerrückgangs im Landkreis in den nächsten 5 Jahren. Einklassige Schularten wie bei uns die BFS Hauswirtschaft und Ernährung und Gesundheit und Pflege werden sich noch schwerer tun im Wettbewerb zu bestehen. Hier kann schon ein Rückgang um 10 Schüler/-innen den Bestand gefährden. Die Initiative der Landesregierung für mehr Standorte von Beruflichen Gymnasien hat uns auch gravierende Konkurrenz gebracht. Neue Standorte in Schramberg und Tuttlingen wirbeln die bisherige Verteilung erheblich durcheinander. Die geografische Lage von Rottweil am Rand des Landkreises macht unsere Schule stark von den Bahn- und Buslinien abhängig. Die Einrichtung einer neuen Busverbindung von Gosheim nach Tuttlingen führte sofort zu einer Veränderung des Schülerstroms. Wer will schon in Aldingen und am Rottweiler Bahnhof umsteigen, um nach Rottweil zu kommen, wenn es ohne Umsteigen zum gleich weit entfernten Tuttlingen geht? Wir müssen bei diesen geänderten Rahmendingungen unseren Vorsprung verteidigen, was nur über Qualität möglich ist. Dazu sind wir neben der Selbstverantwortung für Unterrichtsqualität, Menschlichkeit und Schulatmosphäre auch auf die Unterstützung durch den Schulträger angewiesen. Baulich muss zumindest im Bereich des Kiosks einiges geändert werden, aber auch die mediale Ausstattung der Bibliothek muss sich verbessern, um mittelfristig ein Ganztagesbetreuungsangebot machen zu können. Der Versuch im laufenden Schuljahr, dieses in kleinem Rahmen im Bereich der Berufsvorbereitung umzusetzen, lohnt sich. Bisher ist es noch nicht erlaubt, an Beruflichen Schulen eine Ganztagesbetreuung anzubieten. Der Druck wird aber sicherlich in den nächsten Jahren steigen, auch weil wir den Eltern nicht vermitteln können, dass ihre Kinder an der Werkrealschule Ganztagesbetreuung erfahren, an den beiden Tagen, an denen diese an eine berufliche Schule müssen, diese Betreuung aber nicht angeboten wird. Es gibt also auch in den kommenden Jahren noch viel zu tun, um unsern Platz in der regionalen Schullandschaft zu behaupten. Unser motiviertes Kollegium und das Schulleitungsteam sind aber beste Voraussetzungen, um erfolgreich zu sein. Ich danke allen für den unermüdlichen Einsatz und wünsche allen Lesern dieses Rück- und Ausblicks schöne Weihnachtstage und im neuen Jahr Glück und Zufriedenheit. Wilhelm Rieber, Schulleiter
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Nell-Breuning Schule B.
Jahresrückblick 2010
Unterrichtsentwicklung mit dem Basismodell
Im Rahmen der Schulentwicklung beschäftigten wir uns in diesem Jahr mit dem Thema „Schulentwicklung“. Eingeladen hatten wir hierzu als Fachberater für Schulentwicklung und Mitautor des Basismodells, Herrn Knoblauch, vom RP Tübingen. Herr Knoblauch verstand es in hervorragender Weise, das Basismodell für die Unterrichtsbeobachtung an beruflichen Schulen zu erläutern. Auf dieser Grundlage wollen wir weiterarbeiten und Methoden zur Unterrichtsbeobachtung einführen und nutzen.
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Prof. Dr. Andreas Helmke von der Universität Landau zu Gast
Guter Unterricht „Wir wollen über Unterricht sprechen“ war Wunsch des Kollegiums der Nell-Breuning Schule in Rottweil (NBS). Zum Thema Unterrichtsqualität und Unterrichtsdiagnostik konnte der Bildungsforscher Prof. Dr. Andreas Helmke zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion gewonnen werden. Als Impuls für weitere Projekte zum Thema Unterricht sollte der Vortrag gesehen werden, sagte der stellvertretende Schulleiter, Axel Rombach, in seiner Begrüßung. Helmke verstand es hervorragend in sehr anschaulicher und auch humorvoller Art wichtige Gelingensbedingungen für guten Unterricht aufzuzeigen. Unterricht sei dann als gut zu bezeichnen, wenn er beim Schüler zu Lernaktivität führt und zentrale Bildungsziele erreicht würden. Helmke möchte hiermit vor allem Unterricht aus Sicht des Schülers betrachten und den Erfolg anhand der Lernwirkung beim Schüler bewerten. Die Effektivität sei dabei nicht nur von der Lehrperson und ihrem Unterricht, sondern auch von der Sozialisation und dem Lernpotenzial des Schülers sowie schulischer Rahmenbedingen abhängig. Ausdrücklich habe auch der Schüler eine Verantwortung für das Gelingen des Unterrichts. Als lernerfolgsrelevante Merkmale der Lehrperson bezeichnet Helmke das professionelle Wissen und die Lehrerpersönlichkeit. Die optimalen Lehrmethoden kann es nach Aussage von Prof. Helmke nicht geben, da gefragt werden muss: Gut wofür? Gut für wen? Gut aufgrund welcher Startbedingungen? Gut aus wessen Sicht?. Jedoch verwies Helmke auf zehn fächerübergreifende Merkmale, die universelle Gültigkeit besäßen. Hierzu gehöre die effiziente Klassenführung, die Strukturiertheit, die Lernerfolgskontrolle, Aktivierung und Motivierung, lernförderliches Unterrichtsklima, Schülerorientierung, Kompetenzorientierung, Umgang mit Heterogenität und Angebotsvielfalt. Gerade die effiziente Klassenführung sei ein in Deutschland stark vernachlässigtes Forschungsgebiet, über das viel zu wenig gesprochen würde. Alle Kriterien wurden von Bildungsforscher Helmke anschaulich anhand von Forschungsergebnissen und Videoaufzeichnungen demonstriert. Entscheidend für die Entwicklung von Unterricht sei aufgrund der Komplexität die Unterrichtsdiagnose, die Rückmeldung an die unterrichtende Person. Hierzu zeigte Helmke statistische Auswertungen über die Selbsteinschätzung des Unterrichtsgeschehens und die Einschätzung von Schülern sowie beobachtenden Lehrern/innen und deren teilweise großen Diskrepanzen. „Eine gute Sache“, „toll, mal wieder etwas aus Forschersicht zu hören“ waren einige der vielen positiven Rückmeldungen zu dieser Veranstaltung. Das Gesagte erschien sehr vernünftig und auch „mit dem gesunden Menschenverstand nachzuvollziehen“, waren ebenfalls Äußerungen der über 100 geladenen Lehrer/innen der NBS und benachbarter beruflicher Schulen. Die Zuhörer konnten somit eine Bestätigung ihrer professionellen Arbeit, Anregungen für eine Reflexion und Tipps zur Unterrichtsgestaltung erhalten. Axel Rombach bedankte sich bei Prof. Dr. Andreas Helmke für sein Kommen und bei der Kreissparkasse Rottweil für die großzügige finanzielle Förderung dieser Veranstaltung.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
III. Berufliche Gymnasien A.
Sozialwissenschaftliches Gymnasium kommt an die Nell-Breuning Schule
Seit dem Schuljahr 2010/2011 ist die Nell-Breuning Schule um eine Attraktion reicher. Wohl auch vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs an Fachkräften im sozialpflegerischen Bereich hat nun auch der Landkreis Rottweil zusammen mit ca. 15 weiteren Schulstandorten in Baden-Württemberg ein Sozialwissenschaftliches Gymnasium einrichten dürfen. Im Dezember 2009 erreichte uns die erfreuliche Nachricht, dass dieses SG an der NellBreuning Schule vorgesehen ist. Dies war gerade noch rechtzeitig, um über die verschiedenen Stellenausschreibungsverfahren eine Lehrkraft für das SG-Profilfach „Pädagogik & Psychologie“ zu gewinnen. Eingestellt wurde schließlich Frau Grncsó, die aus Sachsen nach Rottweil umgezogen ist und Sport als Zweitfach unterrichtet. Schon vor dem Ende der Bewerbungsfrist am 1. März war klar, dass das SG eine hohe Zahl an Interessenten haben würde. Am Ende hatten sich über 200 vor allem weibliche Schülererinnen für das SG beworben, so dass viele Schüler auch mit guten Bewerberzeugnissen abgewiesen werden mussten. Im September 2010 haben sich nun 30 Schülerinnen und ein Schüler auf den Weg zum SG-Abitur 2013 gemacht. Das Profilfach „Pädagogik und Psychologie“ am SG vermittelt Kenntnisse über die Grundbedingungen des menschlichen Verhaltens. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dabei einen Einblick in die Zusammenhänge zwischen menschlichem Sozialverhalten und Persönlichkeitsfaktoren, Sozialstrukturen und Lebensbedingungen. Sie setzen sich dabei auseinander mit pädagogischen, kulturellen und ökonomischen Wert- und Zielvorstellungen, die Erziehung und Ausbildung bestimmen. Zudem werden Grundkenntnisse im Management und in der Führung sozialer Einrichtungen erworben. Folgende Themen vermitteln einen Eindruck, welche Inhalte behandelt werden: • • • • • •
Wahrnehmung und Beobachtung Gedächtnis, Denken, Intelligenz Emotion und Motivation Felder der Psychologie Medienpädagogik und Medienwirkungsforschung Personale Kommunikation und Interaktion
Das Foto zeigt die Klasse mit ihrer Klassenlehrerin Frau Grncsó.
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Nell-Breuning Schule B.
Jahresrückblick 2010
Oberbürgermeister Ralf Broß zu Gast im Seminarkurs der Nell-Breuning Schule Rottweil
Der diesjährige Seminarkurs mit dem Thema „Gewinnerregion Schwarzwald- BaarHeuberg“ unter der Leitung von Herrn Stefan Müller und Herrn Arved Sassnick hatte den Rottweiler Oberbürgermeister Ralf Broß als Experten zu Gast. Jeder Seminarteilnehmer der 1. Jahrgangsstufe (12. Klasse) konnte sich für sein spezielles Thema Informationen direkt aus der Praxis holen. Ralf Broß war vor seinem Amtsantritt als Oberbürgermeister in Rottweil Leiter einer Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Bruchsal gewesen. Schon von daher konnte er kompetent Auskunft über harte und weiche Standortfaktoren, über Wirtschaftsförderung durch die Kommunen, über interkommunale Zusammenarbeit etwa am Beispiel des interkommunalen Gewerbegebiets RottweilZimmern geben. Nachdem die Schüler ihre Spezialthemen vorgestellt hatten, ergab sich eine intensive Befragung des eingeladenen Experten, aus der die Teilnehmer wertvolle Informationen für ihre schriftliche Seminararbeit gewinnen konnten. Der Oberbürgermeister seinerseits nutzte die Gelegenheit, eines der vier beruflichen Gymnasien in Rottweil näher kennenzulernen. Zum Abschluss dankte der Kurs Herrn Ralf Broß für sein Erscheinen.
C.
„cABIsino, jetzt machen wir das große Geld“
...so lautete das diesjährige Motto der Abiturienten des Biotechnologischen Gymnasiums und des Wirtschaftsgymnasiums. Dementsprechend ähnelte die neue Frittlinger Halle beim Abiball auch eher einem Casino als einer Turnhalle. Lena Schellhorn und Tim Reichel moderierten den Abend in der Frittlinger Spielbank. Unter dem Beifall ihrer Lehrer und Eltern überreichten Schulleiter Wilhelm Rieber und Abteilungsleiter Siegmar Kettner die Abizeugnisse an die 101 Abiturienten des WG und des BTG. Zusammen mit den Zeugnissen wurden zahlreiche Auszeichnungen bekannt gegeben und ausgehändigt. Herr Rieber unterstrich in seiner Ansprache die Notwendigkeit jegliches wirtschaftliche Handeln daraufhin zu hinterfragen, ob es ethisch vertretbar ist und dem Gemeinwohl dient. Er gab den Abiturienten mit auf den Weg, sich gesellschafts- und wirtschaftspolitisch einzubringen, aktiv für soziale Gerechtigkeit einzutreten und nicht Kapitalismus mit sozialer - 11 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Marktwirtschaft zu verwechseln. Er bedankte sich bei den Eltern und Lehrkräften für die Unterstützung und wünschte den Abiturienten viel Erfolg für die Zukunft. Umrahmt wurde der Abend durch ein vielseitiges Programm, an dessen Ende der fast schon als professionell zu bezeichnende Abifilm stand. Für musikalische Unterhaltung sorgten der Schulchor und die Schulband.
Neben zahlreichen Preisen und Belobigungen für insgesamt gute schulische Leistungen wurden folgende Fachpreise verliehen: Betriebswirtschaftslehre und Finanzmanagement am Wirtschaftsgymnasium (Preis der Kreissparkasse Rottweil): Larisa Fitera (Rottweil) Biotechnologie (Preis der BioPro-Stiftung): Rebecca Eberhardt (Dornhan-Weiden) Informatik: Andreas Pfundstein (Eschbronn) Deutsch (Scheffelpreis): Maximilian Lohmann (Dunningen-Seedorf) Katholische Religion: Larisa Fitera (Rottweil) Bischof-Sproll-Preis in Religion: Michaela Müller (Dunningen-Seedorf) Geschichte und Gemeinschaftskunde: Carina Benz (Dunningen) Bildende Kunst: Carola Storz (Epfendorf-Trichtingen) Mathematik: Mona Mutschler (Sulz-Hopfau) und Andreas Pfundstein (Eschbronn) Naturwissenschaften: Larisa Fitera (Rottweil) und Dunja Melber (Fluorn-Winzeln) Preis der Evangelischen Landeskirche: Maximilian Lohmann (Dunningen-Seedorf) Sport (Alfred Maul-Medaille): Maximilian Lohmann (Dunningen-Seedorf) Fremdsprachen: Larisa Fitera (Rottweil) Wirtschaftslehre am Biotechnologischen Gymnasium (Preis der Kreissparkasse Rottweil): Mona Mutschler (Sulz-Hopfau) Finanzmanagement: Michaela Müller (Dunningen-Seedorf) Musik: Maria Baier (Schramberg) Ernährungslehre am BTG: Eva-Maria Pinnow (Dunningen)
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Nell-Breuning Schule D.
Jahresrückblick 2010
Abifahrt des WG und BTG nach Frankfurt
Am 27. Okt. 2010 traten wir, der 13. Jahrgang des WG und BTG, unsere Fahrt nach Frankfurt am Main an. Nach einer vierstündigen Busfahrt erreichten wir unser Ziel. Als erstes stand eine Stadtführung durch die historische Altstadt Frankfurts auf dem Programm. Danach ging es gleich weiter ins Opel-Werk nach Rüsselsheim. Während der anderthalbstündigen Führung durch die gesamte Produktionsstätte wurde zunächst die Geschichte Opels in Augenschein genommen. Nach dieser „Zeitreise“ wurden die einzelnen Produktionsschritte bis zur Fertigstellung des Opels Insignia durch die Führung veranschaulicht. Anschließend kehrten wir in die Jugendherberge zurück um gemeinsam Abend zu essen. Da unsere JuHe direkt im Kneipenviertel „Altsachsenhausen“ lag, bot es sich an, dort abends einige Stunden zu verbringen. Am nächsten Tag ging es in aller Frühe nach Mainz ins ZDF. Dort brachte man uns durch eine sehr gelungene und unterhaltsame Führung die nötige Planung und den Organisationsaufwand näher, um eine TV-Sendung produzieren zu können. Nach dem interessanten Morgen ging es für uns im Geldmuseum weiter. Dort brachte man uns die Geschichte des Geldes und der verschiedenen Währungsformen der Vergangenheit und Gegenwart näher. Anschließend gab es noch einen Vortrag über das Deutsche Währungssystem. Es stand schon ziemlich früh fest, dass wir den Abend in einer Disco verbringen wollten. Selbst die Lehrer fanden ihren Weg zur Disco und feierten bis spät in die Nacht mit ihren geliebten Schülern. Insgesamt war es ein sehr gelungener Abend, der den Zusammenhalt der Abschlussklassen stärkte. Am Mittwoch besichtigten zwei WG Klassen den Frankfurter Flughafen und das BTG zusammen mit einer WG Klasse die BASF. Diese beiden letzten Reiseziele waren das Highlight unsere Frankfurtfahrt und sehr interessant für die jeweiligen Klassen. Danach machten sich die Klassen wieder auf die Heimreise und kamen gegen 17 Uhr in Rottweil an. Alles in allem empfanden die Abschlussklassen die Studienfahrt als sehr gelungen und freuen sich jetzt auf die Abi-Fahrt 2011.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
IV. Zweijährige Berufsfachschulen A.
Übungsfirmenmesse Hechingen 2010 - fiktive Umsätze „real“ erarbeitet -
Zum fünften Mal besuchte die Übungsfirma ReWo GmbH der Nell-Breuning Schule eine Übungsfirmenmesse. Dieses Mal konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Wirtschaftsschule erfolgreich in Hechingen präsentieren. In der ReWo GmbH werden mit fiktiven Reisen und Möbeln und fiktivem Geld betriebliche Abläufe wie Wareneinkauf und -verkauf, Buchhaltung und Personal realitätsnah bearbeitet. Mit über 800 anderen Übungsfirmen bundesweit handeln die Schülerinnen und Schüler der Klasse W2a und besuchen regelmäßig Übungsfirmenmessen. Die beiden betreuenden Lehrer Joachim Bauer und Matthias Jauch haben zum Ziel, kaufmännische Theorie mit praxisnaher Anwendung zu verbinden. Die Vorbereitungen für die Messe begannen bereits im Januar. Das Sortiment wurde festgelegt, der Messestand entworfen, die Messekataloge und Flyer erstellt und Kundengespräche trainiert. Gerade das Führen von Verkaufsgesprächen ist für die Schülerinnen und Schüler eine ideale Gelegenheit ihr kaufmännisches Wissen zu erproben. An der Messe selbst nahmen 24 Übungsfirmen teil, die von der Badehose bis zum Sportauto die unterschiedlichsten Artikel anboten. Der Messetag verlief für die ReWo GmbH äußerst erfolgreich. Reisen und Möbel im Gesamtwert von über 470.000 € wurden in einer Vielzahl von Gesprächen an die Messebesucher verkauft. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr motiviert und engagiert bei der Sache und festigten neben der praxisorientierten Anwendung auch ihre sozialen Kompetenzen. Doch mit dem Abschluss der Verkäufe auf der Messe ist es noch nicht getan. In den kommenden Wochen müssen Auftragsbestätigungen, Rechnungen und Lieferscheine verschickt und die Zahlungseingänge kontrolliert und gebucht werden. So wird die Messe noch lange für genügend Arbeit in der Übungsfirma sorgen.
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Nell-Breuning Schule B.
Jahresrückblick 2010
Neues Logo für die Übungsfirma
Die ReWo GmbH, Übungsfirma der zweijährigen Berufsfachschule, wurde 2005 gegründet. 2008 wurde die ehemals Kaufmännische und Sozialpflegerische Schule Rottweil in die NellBreuning Schule umbenannt. Mit der Namensänderung ging auch ein Wechsel des Schullogos einher. Dieser Wechsel soll nun auch in der Übungsfirma seine Fortsetzung finden. Aufgabe der beiden Übungsfirmenklassen W1a und W2a ist es, ein neues Logo zu gestalten. Um die Schülerinnen und Schüler bei ihrer anspruchsvollen Aufgabe zu unterstützen, wurde ein externer Berater gesucht, der viel Erfahrung bei der Gestaltung von Unternehmenslogos besitzt. Die Firma MARKKOM GmbH aus Rottweil war sofort bereit, kompetente Hilfestellung zu geben. Frau Mirjam Baur, Mediengestalterin bei MARKKOM, brachte in einem Vortrag die wesentlichen Elemente der Logogestaltung den Schülerinnen und Schülern näher. Ihre Ausführungen waren sehr anschaulich und wurden von vielen Beispielen untermauert. In der anschließenden Diskussion ging Frau Baur speziell auf das bisherige Logo der ReWo GmbH ein und gab Tipps, in welche Richtung sich das Logo entwickeln könnte. Nun ist es Aufgabe der Schülerinnen und Schüler sich Gedanken zum neuen Logo zu machen und das neue Wissen kreativ umzusetzen. Ziel ist es, bis Anfang Januar ein neues Logo zu haben, welches dann bei der Übungsfirmenmesse in Singen im März 2011 zum ersten Mal den öffentlichen Auftritt der ReWo GmbH prägen soll. Wir danken der Firma MARKKOM GmbH für die personelle Unterstützung unserer Übungsfirmenarbeit recht herzlich. Eva Kirner und Joachim Bauer
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Neue Impulse für die Berufswahl
Mit Berufsnavigator und Bewerbertraining fit für die berufliche Zukunft Noch nie war es für Jugendliche schwieriger, sich in der Berufswelt zu orientieren. Das Angebot an Ausbildungswegen und weiterführenden Schulen ist groß. Umso mehr fällt es Jugendlichen schwer, die richtige Entscheidung bei der Berufswahl zu treffen. Einen neuen Weg gehen dabei die zweijährigen Berufsfachschulen, deren Schülerinnen und Schüler der W1a und P1 am Berufsnavigator teilnahmen. Dank der Unterstützung durch die Volksbank Rottweil und deren Personalleiterin Christine Mathieu kam dieses innovative Instrument zur Berufsorientierung bereits zum zweiten Mal zum Einsatz. Parallel zum Berufsnavigator führten Auszubildende der Volksbank Rottweil eine Präsentation zum Thema „Verschuldung Jugendlicher“ vor. Neben den Ursachen für die Verschuldung Jugendlicher wurden auch Lösungswege aus der Schuldenfalle verdeutlicht. Der Berufsnavigator ist ein Computergestütztes Verfahren bei dem durch Selbstund Fremdeinschätzung die Stärken der Jugendlichen ermittelt werden. Jeweils vier Schülerinnen und Schüler, die sich gut kennen, bilden eine Gruppe. Mit Hilfe eines elektronischen Abstimmungsverfahrens beurteilen sie verschiedene persönliche Fähigkeiten einer Person aus der Gruppe – diese beurteilt sich auch selbst. Auf diese Weise wird die Ausprägung von 50 Eigenschaften abgefragt. Auf Basis dieser Daten erstellt ein Computer ein Stärkenprofil der Schülerin/ des Schülers, vergleicht dies mit einer Vielzahl von Berufsprofilen und wählt die zehn Berufe aus, deren Anforderungen am ehesten mit den Stärken der Teilnehmer/innen übereinstimmen. Nach dem Test erhält jeder Schüler/ jede Schülerin ein persönliches Beratungsgespräch von einem ausgebildeten Berufsberater. Das Stärkenprofil wird noch einmal erklärt, die vorgeschlagenen Berufe erläutert und mögliche Ausbildungswege aufgezeigt. Ist die richtige Berufswahl getroffen, gilt es für die Jugendlichen im nächsten Schritt einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Eine erste Hürde stellt die Bewerbungsmappe dar. In Kooperation mit den Fächern Betriebswirtschaftslehre und Textverarbeitung wurden in den Klassen der Wirtschaftsschule Bewerbungsmappen erstellt. Für die Berufsfachschüler aller 5 Klassen führte die Barmer GEK Krankenkasse ein Bewerbertraining durch. Wichtig dabei war es, dass Experten von außerhalb den Schülern verdeutlichten, was im realen Bewerbungsgespräch auf sie zukommt und welche Klippen es dabei zu umschiffen gilt. Zum ersten Mal wurde ein 3-stündiges Assessment-Center-Training in der Klasse W1b durchgeführt – ein Auswahlverfahren, das in immer mehr Unternehmen zum Einsatz kommt. Frau Mirjam Klassen und Frau Christine Heller, Trainer und Dozenten der Barmer - 16 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
GEK, bezogen in Rollenspielen und Diskussionsrunden die Schülerinnen und Schüler direkt in dieses moderne Instrument zur Personalauswahl ein. In vielen Übungen und anhand konkreter Beispiele wurde den Schülerinnen und Schülern veranschaulicht, was sie zukünftig in einem Assessment-Center erwarten kann und wie sie sich darauf vorbereiten können. Insgesamt waren alle Beteiligten mit dem neuen Berufsorientierungsangebot und Bewerbertraining sehr zufrieden, so dass eine Wiederholung an unserer Schule durchaus wünschenswert ist. Joachim Bauer
D.
Verabschiedung der zweijährigen Berufsfachschulen
127 Schülerinnen und Schüler aus 5 Klassen der zweijährigen Berufsfachschulen konnten nach erfolgreicher Prüfung im Rahmen einer Feierstunde verabschiedet werden. Im Beisein vieler Eltern und der Lehrkräfte erhielten sie ihr Abschlusszeugnis. Schulleiter Wilhelm Rieber betonte, dass die Absolventen neben der fachlichen Kompetenz auch soziale Kompetenzen, wie z.B. Pünktlichkeit und Teamfähigkeit erworben haben, die es ihnen ermöglichen, im Berufsleben aber auch im privaten Umfeld ein selbstständigeres und durchsetzungsstärkeres Leben zu führen. Umrahmt wurde die Feier durch musikalische Beiträge des Schulchors.
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Nell-Breuning Schule
V. A.
Jahresrückblick 2010
Kaufmännische Berufsschule Die Kaufmännische Berufsschule – 2010
Im Schuljahr 2010/11 besuchen knapp 600 Berufsschüler und 230 medizinische Fachangestellte die Nell-Breuning Schule. Die Schülerzahl bei den kaufmännischen Berufen blieb in der Summe relativ konstant, bei den medizinischen Fachangestellten war ein Rückgang von 6% zu verzeichnen. In den einzelnen Berufen hat sich jedoch der jeweilige Trend fortgesetzt, was in der unten dargestellten Grafik deutlich wird. Inhaltlich arbeiten wir u. a. an der verstärkten Förderung der Fremdsprachenkompetenz und bieten für die Bank-, Industrie-, Büro- und Großhandelskaufleute Wirtschaftsenglisch an. Die Schüler/-innen können auf eignen Wunsch eine Prüfung in diesem Fach ablegen (KMK-Zertifikat). Das Berufsbildungsgesetz sieht zur Förderung dieser Sprachenkompetenz in §2 Abs. 3 ausdrücklich die Möglichkeit vor, Teile der Ausbildung im Ausland durchzuführen. Die EU fördert derartige Aufenthalte innerhalb Europas. Im vergangenen Jahr konnten wir wieder eine große Zahl von Absolventen mit Preisen und Belobigungen auszeichnen, was wir als Bestätigung unserer guten Arbeit sehen. Wir berichten darüber im weiteren Verlauf des Jahresrückblicks. Der Pflegschaftsabend am 18.02.10 wurde von vielen Betrieben, Kanzleien und Praxen genutzt, um sich über die Berufsschule zu informieren und Wünsche zu äußern. Aus dem Kreis der Ausbilder/-innen wurden folgende drei Mitglieder als Vertreter gewählt: Christine Mathieu, Volksbank Rottweil, Michaela Brändle, BDT Rottweil, Birgit Volk, Metrax GmbH. Am 17. Februar 2011 ist die nächste Ausbilderpflegschaft terminiert, wozu alle Ausbilder/innen sehr herzlich eingeladen sind. Gelegenheit zum Austausch über die schulischen Leistungen ihrer Auszubildenden haben Sie ebenfalls an diesem Tag. Wir wünschen Ihnen ein erfolgreiches, glückliches und zufriedenes Jahr 2011. Rombach, 20.12.10
Anzahl der Auszubildenden nach Berufen 300
250
Jahr 07/08 Jahr 08/09
150
Jahr 09/10 Jahr 10/11
100
50
Berufe
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Medizinische Fachangestellte
Einzelhandelskaufleute / Verkäufer/-innen
Verwaltungsfachangestellte
Bankkaufleute
Steuerfachangestellte
Bürokaufleute
Großhandelskaufleute
0 Industriekaufleute
Anzahl
200
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
B. KB3b – live bei der Bestätigung der neuen EU-Kommission in Straßburg dabei Genau am 9. Februar 2010 wurde in Straßburg die neue EU-Kommission durch das Europaparlament bestätigt. Auch wenn der scheidende Ministerpräsident von BadenWürttemberg als neuer Energiekommissar nicht vor Ort war, war dies für die Schülerinnen und den einzigen Schüler der KB3b eine spannende Sache, da dies die erste EU-Kommission seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags im Dezember 2009 ist, erstmals auch mit einer ‚Außenministerin’ und einem Ratspräsidenten. Außerdem haben die Abgeordneten als Gegenleistung für ihr notwendiges Einverständnis zur Bestätigung der neuen Kommission dem Kommissionspräsidenten José Barroso selbstbewusst das Zugeständnis abgerungen, dass das EU-Parlament künftig auch Gesetzesinitiativen einbringen und mehr mitbestimmen kann. Nachdem die KB3b von der Zuschauertribüne die abschließende Lobesrede Barrosos auf die europäische Demokratie und das Parlament sowie die Abstimmung verfolgt und auch noch den einen oder anderen deutschen Abgeordneten erspäht hatte, konnte sie bei einer lebendig abgehaltenen Informationsveranstaltung über die Arbeit und das Funktionieren des EUParlamentes noch viel erfahren und fragen. Da wir bereits vor dem Parlamentsbesuch trotz eisiger Kälte das mittelalterliche Straßburg und das Münster erkundet hatten, kosteten wir anschließend gemeinsam elsässischen Flammkuchen und dann wurde noch die eine Mütze oder der andere schräge Ohrring erstanden, obgleich die Schülerinnen bekümmert feststellen mussten, „In Frankreich ist alles teurer als bei uns!“ - und das trotz EU-Binnenmarkt. Dennoch - weil der gesamte Tag gelungen war -, konnte die Klasse viel nach Hause mitnehmen. So sagte eine Schülerin auf der Rückfahrt im Bus zufrieden und auch etwas stolz: „Heute habe ich sehr viel gelernt.“ Eva Zeller
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Verwaltungsfachangestellte besuchen Stuttgarter Landtag
37 angehende Verwaltungsfachangestellte Stefan Teufel im Stuttgarter Landtag
besuchen den CDU-Landtagsabgeordneten
Im Juli besuchten 37 Schülerinnen und Schüler sowie ihre Begleitpersonen Frau Karrais und der Klassenlehrer Herr Kreiter auf Einladung des CDU-Abgeordneten des Landkreises Rottweil, Stefan Teufel, den Landtag in Stuttgart. Nach einem Besuch im Haus der Geschichte wurde die Gruppe der angehenden Verwaltungsfachangestellten im Landtag als Gäste von Stefan Teufel MdL herzlich empfangen. Es folgte eine Führung durch die Räumlichkeiten des Landtages. Anschließend konnten die Schüler im Rahmen einer Fragerunde in den direkten Dialog mit dem Abgeordneten treten. Aktuelle Themen aus der Landespolitik sowie aus dem Landkreis Rottweil, z.B. die Krankenhausdebatte, die anstehende Entscheidung des Gefängnisneubaus in Rottweil sowie die Talstadtumfahrung in Schramberg wurden diskutiert. Stefan Teufel, direkt gewählter Abgeordneter im Landtag für den Wahlkreis Rottweil, beschrieb in lebhafter Art, wie er als Jugendlicher zur Politik gekommen sei: „wir müssen uns in unsere eigenen Angelegenheiten einmischen und dafür kämpfen“, berichtet er gegenüber den Schülerinnen und Schülern der Berufsschule. Weiter erzählte er über seine umfangreiche Tätigkeit im Landtag, von seinen beiden Ausschüssen sowie von seinem Eintreten für die Belange seines Wahlkreises: „Ich setze mich für unseren ländlichen Raum, für den Ausgleich im gesamten Kreis ein, von Rottweil bis Schramberg.“ Darüber hinaus ließ ein Teil der Gruppe den Tag mit einem Bummel über die Fußgängerzone in Stuttgart ausklingen.
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Nell-Breuning Schule D.
Studienfahrt 21.05.2010
Jahresrückblick 2010 der
Bankfachklasse
nach
Frankfurt
vom
19.05.
bis
zum
Wie jedes Jahr gingen auch wir, die Bankfachklasse des dritten Lehrjahres, auf eine dreitägige Studienfahrt nach Frankfurt, dem Zentrum der deutschen Banken sowie des Wertpapierhandels. Unsere Studienfahrt startete am Mittwochmorgen um 8.00 Uhr am Busbahnhof. Auf dem Weg nach Frankfurt machten wir einen Stopp am ersten unserer Programmpunkte, dem AUDI Zentrum in Neckarsulm. Wir bekamen eine Führung durch das komplette Werk. So erfuhren wir einiges über die Geschichte AUDIs und durften uns danach einen Einblick verschaffen, wie aus verschiedensten Bauteilen nach und nach ein Auto entsteht. Vor und nach der Führung hatten wir die Möglichkeit, die Ausstellungsmodelle in der Halle zu bestaunen. So konnten wir in den ausgestellten Autos Probe sitzen und die extravaganten Fahrzeuge auch von innen erkunden. Außerdem gab es zu dem Zeitpunkt noch eine Ausstellung alter Rallye-Autos sowie verschiedener historischer Motorräder. Danach machten wir uns weiter auf den Weg nach Frankfurt, wo wir gegen 17:30 Uhr ankamen. Da das Wetter nicht so richtig mitspielte, entschieden sich einige der Gruppe in der Jugendherberge zu bleiben, während der andere Teil es kaum erwarten konnte, die ersten Eindrücke Frankfurts zu sammeln. Später am Abend versammelte sich die ganze Klasse mit den Lehrern, um gemeinsam auf Erkundungstour durch zahlreiche Bars zu gehen. Der nächste Tag hatte mehrere Programmpunkte, sodass wir nach dem Frühstück mit einer Stadtrundfahrt begannen. Uns wurde von dem historischen Frankfurt berichtet, wie sich das Wirtschaftszentrum Europas entwickelt hat und wie das heutige Frankfurt mit seinem Bankviertel aussieht. Die Stadtrundfahrt endete bei der Deutschen Bank. Hier lauschten wir dem nächsten Vortrag, in dem uns über den umweltfreundlichen Umbau der beiden Tower der DB erzählt wurde und wie sich die DB im Allgemeinen für den Umweltschutz einsetzt. Aber auch das Thema Investment Banking kam in dem Vortrag nicht zu kurz. Unser nächster Halt war das Dialogmuseum. Es erwartet uns eine Führung in kompletter Dunkelheit. Wir bekamen Blindenstöcke in die Hände gedrückt und starteten die aufregende Reise, in der wir uns auf unsere anderen Sinne - und nicht auf die Augen verlassen mussten. So durchquerten wir in vollkommener Dunkelheit einen Park, waren in der Stadt und auf dem Markt. Zu guter Letzt durften wir uns in einer Bar entspannen, hier mussten wir uns auf die Barkeeperin komplett verlassen, da man ja das Restgeld nicht so richtig sehen konnte. Für uns alle war das eine tolle Erfahrung, denn wir konnten uns mal in die Situation einer blinden Person versetzten und konnten die Welt mal mit „anderen Augen“ sehen. Nach diesem „dunklen“ Erlebnis gingen wir in den Kommunikationsraum. Hier waren verschiedene Spiele vorbereitet, die man nur meistern konnte, indem man auf seinen Partner einging. Es war interessant zu sehen, wie viel man durch Kommunikation erreichen kann und wie schwer die Aufgaben einem fallen, wenn man nicht an einem Strang zieht. Nach diesem langen und anstrengenden, jedoch auch sehr interessanten Tag ging es wieder zurück in die Jugendherberge. Nach einer kleinen Erholungspause gingen wir am Abend wieder ein bisschen weg. Am letzten Tag besichtigten wir den Maintower und bestaunten Frankfurt von oben. Dort hatten wir eine großartige Aussicht, denn wir hatten die ganze Stadt im Blick, z. B. die Commerzbankarena, den Flughafen, die riesigen Bankentower, den Hauptbahnhof und vieles mehr. - 21 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Nachdem wir alles von oben gesehen hatten ging es weiter Richtung Deutsche Börse. Auch hier wurde ein Vortrag über die Gründung sowie über die heutige Deutsche Börse gehalten. Es wurden uns die Basisinformationen über Wertpapier erklärt und der elektronische Handel über Xetra wurde gezeigt. Nach diesem Vortrag durften wir dann endlich in die Börse schauen. Wenn man jedoch an die alten Bilder von früher denkt, wie eine Börse damals aussah und wie viel los war, ist es heute ziemlich überschaubar. Jeder Börsianer hat seinen Platz mit bis zu sechs Monitoren. Dort werden Kurse beobachtet und Kundenaufträge schnellstmöglich ausgeführt. Nach der Besichtigung der wichtigsten Börse Deutschlands ging es direkt weiter zur Deutschen Bundesbank. Und wie konnte es auch anders sein: Wir hatten gleich zu Beginn einen einstündigen Vortrag über die Geldpolitik, wie die Deutsche Bundesbank versucht den Euro stabil zu halten und wie sie auf eine Inflation oder Deflation reagieren würde. Nach dem theoretischen Vortrag durften wir in das Geldmuseum. Wir konnten hier selbst unsere Fähigkeiten als Bundeskanzler unter Beweis stellen und verschiedene Herausforderungen, wie steigende Arbeitslosigkeit oder auch sinkender Konsum bewältigen. Doch was wäre ein Geldmuseum ohne Geld? In einem Tresorraum waren verschiedene historische Geldscheine verschiedener Zeiten und Länder ausgestellt, auch Münzen und deren Entwicklung bis zur heutigen Zeit konnten gesehen werden, sowie Goldbarren in verschiedenen Größen. Mit dem Geldmuseum endete unser letzter Programmpunkt der aufregenden Studienfahrt und so verließ unser Bus gegen 14:30 Uhr die Bankmetropole Frankfurt Richtung Rottweil. Alles in allem war der Ausflug nach Frankfurt ein gelungener Trip: Wir konnten viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Alexandra Hein, Tobias Hezel, BK2
E.
Verabschiedungen
Im Sommer wurden 188 Auszubildende aus sieben kaufmännischen Berufen verabschiedet. Neben den Zeugnissen wurden auch 15 Preise und 26 Belobigungen übergeben. 24 Auszubildende erwarben für hervorragende Kenntnisse in Wirtschaftsenglisch das Kultusministerkonferenz-Zertifikat.
Der stellvertretende Schulleiter StD Axel Rombach gratulierte den Absolventen zum Abschluss ihrer qualitativ hoch stehenden Ausbildung. Er hob hervor, dass unser Land hervorragend ausgebildete Fachkräfte benötige, die Kreativität und Leistungsfreude mitbringen, damit wir auf dem globalisierten Weltmarkt erfolgreich sein können. Der festliche Rahmen wurde aufgelockert, indem die Auszubildenden in einer spielerischen Interviewrunde ihre Erfahrungen und Pläne mitteilten. - 22 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Musikalisch bereicherte das Duo Beate Vöhringer (Klavier) und Barbara Lasarzewski (Gesang) die Feier. Zeitnah stand die Verabschiedung von 73 medizinischen Fachangestellten und einer Arzthelferin an. Bezugnehmend auf die aktuelle Gesundheitsdebatte und die Krankenhaussituation im Kreis forderte Rombach die Absolventinnen auf, sich konstruktiv an dieser Situation zu beteiligen und Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. In einem anschließenden Interview mit den Absolventinnen konnten diese bestätigen, dass die Ausbildung in Schule und Praxis den Erwartungen, mit Menschen zu arbeiten und ihnen zu helfen, entsprach. Es bestand eine sehr große Zufriedenheit. „Wir wurden sehr gut ausgebildet in der Schule und in der Praxis“ wurde vielfach geäußert.
F.
Verabschiedung der Herbstprüflinge Im Rahmen einer Feierstunde im Foyer gratulierten Schulleiter Wilhelm Rieber und stellvertretender Schulleiter Axel Rombach 26 Auszubildende im Bankbereich zum erfolgreichen Abschluss der Berufsschule. Rombach nahm Bezug auf den Namensgeber der Schule Oswald-von-Nell-Breuning und wünschte den Absolventen im Beruf, immer den richtigen Weg zwischen Verantwortung gegenüber den Gläubigern und Solidarität mit den Schwächeren zu finden. Mit einem witzigen Programm und einem kleinen Präsent verabschiedeten sich die Schülerinnen und Schüler bei ihren Lehrerinnen und Lehrern und luden die Gäste zu einem kleinen Imbiss ein. Für musikalische Unterhaltung sorgte die Schulband.
Verabschiedet wurden an der Schule auch die Herbstprüflinge im Bereich Büro, Einzelhandel, Großhandel und öffentliche Verwaltung.
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Jahresrückblick 2010
VI. Hauswirtschaft und Sozialpflege A.
Schüler im Kampf gegen Polio
Im Rahmen eines Halbjahresprojektes als Vorbereitung auf den Tag der offenen Tür im Februar 2010 beschäftigte sich die Klasse I des Berufskollegs für Gesundheit und Pflege intensiv mit dem Thema „Polio“. Nahezu unglaublich, dass es in unserer heute so hochzivilisierten Welt immer wieder zu Ausbrüchen der im Volksmund als Kinderlähmung bekannten Krankheit kommt, und das obwohl diese in Europa bereits als ausgerottet gilt. Warum eigentlich? Gibt es doch Impfstoffe, die eine Ansteckung verhindern können. Diese sind jedoch in Ländern wie Afrika und Indien nach wie vor für viele Menschen nicht erschwinglich. Jedoch wird eindringlich auch hierzulande vor Neuerkrankungen durch Einschleppung der Polioviren auf Grund der gestiegenen Mobilität gewarnt, denn von vielen wird die Impfung in Deutschland einfach abgelehnt. Ist es Ignoranz oder einfach Unwissenheit gegenüber der tatsächlichen Schwere der Krankheit und den zurückbleibenden dauerhaften Schäden? Vielleicht ist es auch das Ergebnis mangelnder Aufklärung mutmaßt die aktive Klasse zusammen mit ihren Lehrerinnen Gisela Jauch und Birgit Lehmann-Obier und möchte deshalb mit verschiedenen Aktivitäten über Polio informieren und mit dazu beitragen, die Übertragungskette zu unterbrechen. Die Fragen und die Bedeutung dieser Erkrankung mit ihren Folgen und Problemen wurden mit Hilfe von Plakaten in der ersten Dezemberwoche im Foyer des Neubaus dargestellt. Im Dezember fand bereits parallel dazu ein vorweihnachtlicher Kuchenverkauf statt, dessen Erlös von 137.- € und alle weiteren Einnahmen die Klasse spenden wird. Zusätzlich wurde ein Fragebogen für Schüler entwickelt, eine Homepage zu diesem Thema erstellt und ein Film gedreht. Ein Bericht von Andrea Hauser
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Nell-Breuning Schule
B.
Jahresrückblick 2010
Studienfahrt des Berufskollegs nach Berlin Gesundheit und Pflege II
Sei einzigartig, sei vielfältig, sei Berlin! Die Idee für diese Fahrt nach Berlin entstand bereits im BKP I. Unter der Federführung von Frau Jauch wurde Volker Kauder, Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion und Abgeordneter des Wahlkreises Rottwei/Tuttlingen, angeschrieben. Erst die Zusicherung einer großzügigen finanziellen Unterstützung von seinem Büro in Form einer Reisekostenvergütung ermöglichte uns die weite Fahrt nach Berlin. Letztlich konnte man sich auf einen Termin direkt nach den Fasnetsferien 2010 einigen und dann hieß es: Berlin, wir kommen! Am Abend des Fasnet-Dienstages ging es dann endlich mit dem Bus über Nacht nach Berlin. Gleich am ersten Tag stand das Highlight mit dem Besuch des Bundestages auf dem Programm. Nachdem man sich kurz im Hostel frisch gemacht hatte, brachte uns unser Busfahrer Erkan auch schon direkt vor die Tür des Paul-Löbe-Hauses. Aufgrund des „Politischen Aschermittwochs“ wirkte das Regierungsviertel beinahe wie ausgestorben und so hatten wir leider nicht die Möglichkeit, Herrn Kauder persönlich kennen zu lernen und einmal live eine Plenarsitzung zu erleben. Ein leckeres und exklusives Mittagessen im PaulLöbe-Haus und der Blick von der Kuppel des Reichstages entschädigten uns aber für diesen Umstand weitgehend. Die anschließende Stadtführung zeigte uns neben dem Glanz und Glamour, den z.B. das KaDeWe versprüht, auch die Schattenseiten einer Metropole wie Berlin. Einige der Schülerinnen zeigten sich sehr davon beeindruckt, dass man sich hinter dem Bahnhof-Zoo aus einem Automaten Spritzen ziehen kann, wie bei uns Zigaretten. Auch ein spontaner Besuch in der Bahnhofsmission hat bei vielen von uns seine Spuren hinterlassen. Die lange Busfahrt und das kalte Berlinale-Wetter steckten uns in den Gliedern und so hatte am Abend jeder nur noch den Wunsch nach einer schönen warmen Dusche und einem bequemen Bett. Der nächste Tag startete mit einem Besuch bei Madame Tussauds, bei dem viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit nutzten, um sich einmal mit den begehrtesten Stars ablichten zu lassen. Ein paar von uns genossen im Anschluss daran eine Fahrt in einer Stretchlimousine quer durch Berlin. O-Ton: „Schoh irgendwia cool, wir Landoier in so einer Limousine auf´m Wäg midda durch Berlin!“ Am Nachmittag trafen wir uns alle wieder, um das Museum „The Story of Berlin“ zu besichtigen. Neben einem Luftschutzbunker, der im 2. Weltkrieg gegen einen atomaren Angriff errichtet worden war, bot dieses Museum allerhand Informationen über die Geschichte dieser faszinierenden Stadt. Während sich einige von uns am Abend in den Discotheken der Stadt vom Rhythmus der Beats aufheizen ließen, fanden sich 10 Leute zusammen, um die geniale Show der Blue-Man-Group zu besuchen. Bis spät in die Nacht wurde noch in der Hostel eigenen Bar gequatscht und gelacht. - 25 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Mit einem Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen starteten wir in den letzten Tag vor der Heimreise. Vor allem eine Gruppe von uns war schwer betroffen von den Schilderungen eines Zeitzeugen, der über die grausamen Methoden der Staatssicherheit in der DDR berichtete. Von so vielen Grausamkeiten mussten sich einige von uns erst einmal erholen und wie sollte das besser gehen, als bei einem ausgedehnten Shopping auf dem Kurfürstendamm. Einige fanden sich dann am Nachmittag noch ein, um das Museum am „Checkpoint Charlie“ zu besichtigen, welches vor allem durch seine liebevolle Aufmachung und seinen detaillierten Beschreibungen lange zum Verweilen einlud. Am Abend trafen wir uns alle zu einem gemeinsamen Abschlussessen beim Italiener. Hier tankten wir noch einmal Kraft, um uns spät in der Nacht von einem Nachwächter durch das älteste Stadtviertel Berlins, das Nikolaiviertel, führen zu lassen. Neben vielen interessanten Informationen über die Geschichte Berlins wurden wir auch in einige Sagen und Mythen eingeweiht. Nach dieser nächtlichen Stadtführung verschlug es die meisten wieder in die Generator-Bar, um in gemütlicher Runde die Reise ausklingen zu lassen. Am nächsten Tag saß die Klasse BKP II mit ihren begleitenden Lehrern Frau Jauch und Gerhard Biebl bereits sehr früh wieder im Bus in Richtung Heimat. Auf dem Weg zurück ins gute alte Schwabenland kamen wir bei der Ausfahrt von Berlin an einem Schild vorbei, welches uns mit folgenden Worten verabschiedete: „Sei einzigartig, sei vielfältig, sei Berlin!“ Diese vier Tage waren viel zu kurz, um so eine lebendige und tolle Stadt wie Berlin begreifen zu können, aber wir konnten einen kleinen Eindruck von dieser Einzigartigkeit und dieser Vielfältigkeit gewinnen. Wir verabschieden uns somit bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“.
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Außerunterrichtliche Veranstaltung der Altenpflegeschülerinnen und -schüler „Bewegung pflegt und belebt“, unter dieser Überschrift fand ein Fachkongress in Kehl statt, den die Klasse BFA 2 mit ihren Lehrerinnen Frau Röcker, Frau Siegl-Bialek und Frau Wilhelmi am 19.10.2010 besuchte.
Besonders neugierig waren die Teilnehmer auf Sr. Juliane Juchli. Seit 1956 gehört sie der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Kreuz an. Sie wirkte als Krankenschwester, als Lehrerin für Krankenpflege und verfasste zahlreiche Werke zu Themen der Pflege, Gesundheit und Lebenshilfe. Ihr Standartwerk „Pflege, Theorie und Praxis der Gesundheitsförderung und Pflege Kranker“ hat internationale Anerkennung gefunden. Wie erwartet, beeindruckte sie durch ihren engagierten, lebendigen Vortrag das Publikum. In weiteren Referaten und Erfahrungsberichten wurde sehr anschaulich dargelegt, wie Bewegung belebt. Es wird dem zu Pflegenden u. a. Sicherheit vermittelt und die Pflegeperson vermeidet durch richtiges Bewegen Folgeschäden an der Wirbelsäule, den Gelenken und Bändern. Das vorgestellte Pflegekonzept der Kienästhetik ist interaktiv angelegt, das heißt, jede Bewegung des Pflegenden oder des Gepflegten aktiviert die Ressourcen des betroffenen Menschen und steigert seine Lebensqualität. Die glaubwürdige Schilderung der erstaunlichen Erfolge, die dabei erzielt werden können, wirkte als starker Motivationsschub bei den Schülerinnen und Schülern für den Alltag in einem pflegerischen Beruf. Mit diesem Schwung kann nun das zweite Schulhalbjahr in Angriff genommen werden.
D.
„Wieder einmal Zirkusluft schnuppern…“
…konnten die Bewohnerinnen und Bewohner des Spittel Seniorenzentrums in Schramberg. Die Schülerinnen und Schüler des 2. Ausbildungsjahres der Berufsfachschule für Altenpflege hatten unter der Leitung ihrer Fachlehrerin Frau Sprenger zum Thema „Feste und Feiern“ ein buntes Programm zusammengestellt. Eine Verkäuferin mit Bauchladen verteilte schon vor der Vorstellung Magenbrot an die Zuschauer und unter dem Namen „Zirkus Hoppsala“ gab dann der Zirkusdirektor nach gemeinsamen Einmarsch aller Akteure die Manege frei.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Mit einem Sitztanz zu Beginn wurden die Zuschauer aufgefordert, die Bewegungen mitzumachen. Danach wurden sie in die Welt des Seiltanzes, Tanz mit der Schlange und des Jonglierens entführt. Ein Clown sang das Lied „Oh mein Papa“, bei dem alle gerne mit einstimmten. Anschließend begeisterte der Hund „Gipsy“ das Publikum mit seinem Können und die „Pferdedressur“ nach dem bekannten „Zirkus Renz Marsch“ motivierte zum Mitklatschen. Auch die charmante Bauchrednerin mit ihrer Puppe „Kunibert“ konnte die Zuschauer für sich gewinnen. Aus dem fernen Orient angereist, verzauberte „Aisha“ mit ihrem Bauchtanz. Die Musikclowns „Francesco“ und „der dumme Augustin“ waren ein weiterer Höhepunkt bevor die „Socks“ mit ihrem „Mana Mana“ den lustigen Schlusspunkt setzten. Mit einem Schinkentäschle aus dem „Bauchladen“ für jeden Zuschauer verabschiedete sich der „Zirkus Hoppsala“. Die Mitwirkenden waren: Dimitra Amoruso, Fabio Casula, Sarah Eßlinger, Vanessa Grasse, Ursula Haas, Gisela Haberstroh, Miriam Hess, Sabine Katz, Alexander Kurpjuhn, Sarah Fee Schwarz, Melanie Spiegelhalder und Emanuel Veit.
E.
Erfolgreiche Abschlussprüfungen in der Altenpflege und in der Altenpflegehilfe
Die Schülerinnen der Berufsfachschule für Altenpflege haben die staatliche Prüfung bestanden, die nach dem bundeseinheitlichen Altenpflegegesetz durchgeführt wurde. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, praktischen und mündlichen Bereich. Die 3-jährige Ausbildung, die nach dem Lernfeldkonzept durchgeführt wird, hat zum Ziel, die für die berufliche Laufbahn notwendige Handlungskompetenz zu erreichen. In Zusammenarbeit mit den Einrichtungen der Altenpflege, die für die praktische Ausbildung verantwortlich sind, ist die Altenpflegeschule für die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse zuständig. Mit großer Motivation starten nun die frisch examinierten Altenpflegerinnen und Altenpfleger ins Berufsleben. Gleichzeitig haben die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule für Altenpflegehilfe ihre Abschlussprüfung bestanden und erhalten mit diesem Abschluss den Einstieg in die Altenpflegeausbildung.
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Nell-Breuning Schule F.
Jahresrückblick 2010
„Augenschmaus und Ohrenhonig“- Fredericktag an der Berufsfachschule für Kinderpflege
Zum diesjährigen Fredericktag war Frank Stark aus St.Georgen-Peterzell bei den Kinderpflegerinnen zu Gast. In vielfältiger Weise begeisterte er die Praktikantinnen mit Sprachspielen, Figurentheater, Bilderbuchtheater, Improvisations- und Mitmachtheater oder auch mit Zauberei. Fasziniert lauschten die Berufspraktikantinnen der lebendig vorgetragenen Bilderbuchgeschichte “Bella“, in der Frank Stark mit Kopftuch und Brille verkleidet, blitzschnell in die verschiedenen Rollen der Oma oder der kleinen Bella schlüpfte und deren Charaktere unter Einsatz von Gestik, Mimik und Stimme gekonnt umsetzte. Ebenso waren die Kinderpflegerinnen Akteure beim Mitmach- und Tuchtheater und erhielten durch einfaches Figurentheater viele hilfreiche Anregungen und Methoden zur Umsetzung kurzer Geschichten. Allen machte dieser Seminartag sichtlich Spaß und sicherlich werden in den nächsten Wochen in den Kindergärten und Kindertagesstätten lustige Geschichten oder Bilderbücher zu hören sein.
Fredericktag Der Fredericktag hat sich zum Ziel gesetzt, bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Lust am Lesen zu steigern und er setzt sich für den kreativen Umgang mit Literatur ein. Der Tag wurde nach dem Kinderbuch von Leo Lionni „Frederick“ benannt. Statt wie die anderen Mäuse Futter für den Winter zu sammeln, sammelt Frederick Worte und Sonnenstrahlen und erfreut die anderen Mäuse im Winter mit seinen Geschichten. Seit 1997 gibt es jedes Jahr das landesweite „Literatur-Lese-Fest“ in der Zeit vor und nach dem 20. Oktober.
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Nell-Breuning Schule G.
Jahresrückblick 2010
Kreative Gestaltung der beruflichen Erfahrung während des Praxiseinsatzes im Berufskolleg für Gesundheit und Pflege Sinnlos Menschen macht die Augen auf, euch geht es viel zu gut Ihr raucht und trinkt, ihr denkt nicht dran, was ihr damit nur tut. Alles was ihr habt, reicht euch noch lang nicht aus, was ist schon eins, das reicht nicht aus, ich brauch ein zweites Haus. Menschen macht die Augen auf, ihr seit so voller Wut könnt ihr nicht mal zufrieden sein, bei allem was ihr tut. Ob Husten oder Schnupfen, schon ist das Unheil groß die Welt ist ja so ungerecht, wie werd ich's wieder los. Menschen macht die Augen auf, ihr hört nicht richtig zu ihr hetzt und schreit und weint und kommt so nicht zur ruh. das ist zu viel und das zu wenig und überhaupt ist alles schlecht ihr meckert hier, beschwert euch da, euch ist gar nichts Recht. Menschen macht die Augen auf, ihr seht nicht richtig hin Manipulieren, Konkurrieren, das ist nicht der Sinn. sucht auf der Welt nach Liebe und Glück, lasst altes ruh'n schaut nicht zurück Menschen macht die Augen auf, eure Sinne sind taub, denn manchmal ist das Leben, schöner als man glaubt. seid zufrieden, nehmt an was Gott euch Schenkt, denn manchmal steckt in einem Moment, mehr als man wirklich denkt
Gedicht von Elona Benz, BKP2a
H.
Altenpflege - ein Job für jedermann/-frau?
Weit verbreitet ist die Ansicht, ob Kindererziehung, Raumpflege oder Altenhilfe, dafür braucht man nicht viel, das kann jeder. Doch mein Pflegepraktikum über 14 Tage in einem Altenheim hat ausgereicht meine Sichtweise zu ändern. Wer lebt im Altenheim? Die meisten Bewohner sind Frauen um die 85 Jahre. Auf Grund von körperlichen Gebrechen und geistigem Abbau sind sie meist nicht mehr in der Lage, sich selbst zu versorgen oder durch Laien versorgt zu werden. Sie können oft nicht mehr gehen und stehen, sind verlangsamt im Denken und ihren Bewegungen, können keine komplexen Handlungsabläufe mehr organisieren, haben körperliche Gebrechen, haben ein schlecht sitzendes Gebiss oder gar keine Zähne mehr, können nur noch schlecht sehen und/ oder hören, sind teilweise gelähmt oder haben Schluckstörungen, können sich nicht mehr artikulieren und sind oft auf Grund komplexer psychischer Störungen misstrauisch und schwierig im Umgang, das heißt, sie brauchen Hilfe bei einfachsten, täglichen Abläufen, wie Aufstehen, Waschen, Anziehen, bei der Ernährung und dem Toilettengang, meist bis zum Abend, wenn es wieder ins Bett geht. Nachts schlafen sie unter Umständen schlecht, sind unruhig und ängstlich und brauchen teilweise auch beruhigende Ansprache. - 30 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Sie haben alle ein Anrecht auf liebevolle Zuwendung, geduldige Anleitung sowie auf Kommunikation und aktivierende Pflege. Doch wie sieht der Alltag im Heim nun wirklich aus? Ein Minimum an Pflegepersonal muss Maximales leisten und die Heimbewohner in kürzester Zeit optimal versorgen. Wie soll das gehen? Um den Pflegebedürfnissen im Altenheim gerecht zu werden, braucht es die Anerkennung dieses Berufs als anspruchsvolle, achtenswerte Tätigkeit, welche auch entsprechend bezahlt werden muss. Jeder der diese Art von Arbeit macht, sollte stolz darauf sein dürfen. Die Altenpflege kann nicht als Lückenbüßer für „keinen besseren Job gefunden…“ herhalten. Versetze ich mich in die Lage eines älteren Menschen, möchte ich nicht morgens um 9 Uhr an den Tisch und abends um 19 Uhr in mein Zimmer zurück geschoben werden. Ich möchte nicht, dass mir das Essen im Akkord in den Mund geschaufelt wird, während ich kaum schlucken kann und ich möchte auch nicht vor einem panierten Schnitzel sitzen während ich keine Zähne zum Kauen mehr habe. Viele kleine Details müssen im täglichen Ablauf berücksichtigt werden. Neben qualifizierten Pflegefachkräften braucht es auch noch ausreichend Personal und ehrenamtliche Mitarbeiter, die sich um einen abwechslungsreichen Tagesablauf bemühen, z. B mit Vorlesen, Singen, Gymnastik, Stricken, Basteln und Backen. Doch hier hat sich in den letzten Jahren schon einiges getan. Immer mehr Wert wird auch auf ansprechende Gestaltung des Lebensraums und Berücksichtigung der Biografie der Bewohner gelegt. Nur durch genügend Anregungen im Alltag und Anerkennung von außen bleiben wir in der Lage, möglichst lange ein selbständiges Leben zu führen. Das gilt für alle, ob alt oder jung. Praktikumsbericht von Hannah Wellmer, BKP 2a
I.
Kinderpflegerinnen haben ihr Halbfinale gewonnen
Für 20 Schülerinnen der Berufsfachschule für Kinderpflege gab es einen Sieg: Sie haben ihre Abschlusszeugnisse nach zwei Jahren Berufsausbildung entgegengenommen. An der Abschlussfeier haben die Familien, Freunde, Praxisanleiterinnen und Lehrerinnen teilgenommen. Für ihre Gäste führten die Schülerinnen einen Tanz auf, der Teil ihres Abschlussprojektes war. Das Projektthema war recht schnell gefunden: Im allgemeinen Fußballfieber einigten sich die Schülerinnen rasch auf das Thema WM 2010. Das Projekt entwickelten die Schülerinnen unter der Anleitung ihrer Lehrerinnen Sabine Kammerer und Petra Thums. Den krönenden Projektabschluss bildete der WM-Nachmittag, den die Schülerinnen für zwei eingeladene Kindergärten der Region gestalteten. 40 Kinder aus den Kindergärten „St. Silvester“ in Bühlingen und dem Katholischen Kindergarten Rottweil-Altstadt hielten wie die „echten“ Fußballer Einzug in die Turnhalle der Nell-Breuning Schule. Die Kinder erlebten eine spannende und informative Reise durch fünf Länder, hüpften gemeinsam mit den Schülerinnen den WM-Tanz und gestalteten schließlich mit Begeisterung noch ihren eigenen, original afrikanischen Fußball aus Zeitungspapier. Nach dieser aufregenden Zeit entspannten sich die Schülerinnen am Tag nach ihrer Abschlussfeier bei schönstem Sommerwetter am Bodensee. Hier konnte die eine oder andere auch die Enttäuschung über das verlorene Spiel der deutschen Fußballmannschaft vergessen.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Für diese 20 Schülerinnen wurde dieses Jahr dennoch ein Sommermärchen wahr: Sie alle haben einen Kindergartenplatz für das Berufspraktikum gefunden. Ab Anfang September befinden sie sich in ihrem langen Endfinale, aus dem sie dann hoffentlich alle siegreich als staatlich anerkannte Kinderpflegerinnen hervorgehen werden.
J.
Erster Schritt zum Erwerb der Fachhochschulreife an der NBS geschafft
Schülerinnen und Schüler haben das Einjährige Berufskolleg für Gesundheit und Pflege (BKP I) erfolgreich abgeschlossen. Von den 29 Schülerinnen und Schülern werden 19 nach den Sommerferien das BKP II besuchen und in einem Jahr die Fachhochschulreife erwerben. Die übrigen Schülerinnen und Schüler beginnen im September eine Berufsausbildung im sozialpflegerischen oder medizinischen Bereich. Während des Schuljahres spielten neben der Vermittlung schulischer Inhalte auch der Erwerb bzw. die Vertiefung der Sozialkompetenz eine bedeutende Rolle. Die Klasse zeigte z.B. sehr viel Engagement bei einem Halbjahresprojekt, das das Thema „Polio“ beinhaltete und bewies viel Phantasie bei ihrer Verabschiedung unter dem Motto „Die Nacht der Stars“. Die entsprechende Dekoration und ein vielfältiges Programm bereicherten den Abend. Die Abteilungsleiterin Gisela Jauch und die Klassenlehrerin Birgit Lehmann-Obier gratulierten den Schülerinnen und Schülern zum erfolgreichen Abschluss und überreichten ihnen die Zeugnisse. Anschließend traf man sich mit den Eltern und Lehrer/innen am sommerlichen Buffet, das die Klasse selbst zubereitet hatte und ließ den Abend gemütlich ausklingen.
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Nell-Breuning Schule K.
Jahresrückblick 2010
Premiere – Fachhochschulreife im Berufskolleg für Gesundheit und Pflege II
„Wir haben´s gerockt!“ Unter diesem Motto fand in der Aula das Abschlussfest der Schülerinnen und Schüler aus dem Berufskolleg Gesundheit und Pflege II statt. Gemeinsam mit Frau Gisela Jauch, der Abteilungsleiterin des BKP, konnte der Schulleiter Herr Wilhelm Rieber bei der feierlichen Zeugnisübergabe insgesamt 28 Schülerinnen und Schülern zu überwiegend guten bis hervorragenden Leistungen gratulieren. Zusätzlich zu dem Abschluss der Fachhochschulreife sicherten sich insgesamt 15 Schülerinnen und Schüler den Abschluss als Assistent im Bereich Gesundheit und Sozialwesen. Die erfreulich hohe Abschlussquote von über 90%, so Herr Rieber, sei ein Resultat des unermüdlichen Einsatzes der Schülerinnen und Schüler. Daneben hätten aber auch die Lehrkräfte und nicht zuletzt die Familien und Freunde einen Anteil an diesem Erfolg. Mit dem Abschluss haben sich die Schülerinnen und Schüler eine Vielzahl von Möglichkeiten für ihren weiteren Werdegang eröffnet. Einige von ihnen werden ihre schulische Laufbahn an weiterführenden Instituten fortsetzen. Andere nutzen ein freiwilliges soziales Jahr zur Berufsorientierung bzw. -vorbereitung. Der Großteil der Abschlussklasse schließt eine Ausbildung im Bereich Gesundheit und Pflege an. Mit diesem Kurs verließ zum ersten Mal eine Klasse das zum Schuljahr 2009/10 neu eingerichtete BKP II. Dass der Sektor Gesundheit und Pflege in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung und Anerkennung gewinnt, wird unter anderem an den steigenden Anmeldezahlen für das Berufskolleg für Gesundheit und Pflege I und II deutlich. Im laufenden Schuljahr kann die Nell-Breuning Schule erstmals zwei Züge BKP II anbieten. Die Zeichen stehen gut für eine erfolgreiche Entwicklung dieses Ausbildungsganges.
L.
Abschlussgrillen der BFK1b Jahresabschlussgrillen der jetzigen BFK2B bei Frau MagerHauser im Garten.
Gemütlicher Ausklang eines schönen bewegten Jahres 2009/2010
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Nell-Breuning Schule
VII.
Jahresrückblick 2010
Berufsvorbereitende Bildungsgänge
A. Berufseinstiegsrallye an der Nell-Breuning Schule Rottweil Die Hinführung an die Berufs- und Arbeitswelt war das Ziel der Berufseinstiegsrallye für die Schülerinnen und Schüler des Berufseinstiegsjahres (BE). Begonnen hatte der Tag mit einem Einstellungstest an der Schule, bei dem unter anderem das Allgemeinwissen der Schülerinnen und Schüler abgefragt wurde. Im Anschluss daran waren die Jugendlichen in Gruppen innerhalb Rottweils unterwegs, um Informationen zum Thema „Übergang Schule – Berufsleben“ zu sammeln und um an den einzelnen Stationen verschiedene Aufgaben zu lösen. Hierfür besuchten sie die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) sowie verschiedene Banken und erfuhren, welche Unterlagen beim Eintritt ins Berufsleben erforderlich sind, bzw. was bei der Eröffnung eines eigenen Girokontos zu beachten ist. Im Berufsinformationszentrum (BIZ) informierten sie sich mit Hilfe unterschiedlicher Medien über die Inhalte verschiedener Berufsbilder. Schnellstmögliche Verbindungen zum Ausbildungs- bzw. Arbeitsort konnten am Bahnhof erfragt oder nachgelesen werden. Dass auch eine ärztliche Untersuchung notwendig wird, wenn man eine Ausbildung im Lebensmittelbereich beginnt, erfuhren die Jugendlichen im Gesundheitsamt. Wichtig für jeden Berufsstart sind auch Informationen über vollständige Bewerbungsunterlagen. So fragten sich die einzelnen Teams in den Schreibwarengeschäften und bei den Fotostudios der Innenstadt durch. An dieser Stelle sei allen Geschäftsinhabern für ihre Bereitschaft gedankt, dass Sie bei dieser Aktion mitgemacht haben. Die Schülerinnen und Schüler äußerten sich beeindruckt über die Offenheit und Hilfsbereitschaft, die ihnen entgegen gebracht wurde. Zurück in der Schule wurde das Engagement, das alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gezeigt hatten, hervorgehoben. Die besten Teams wurden bei der Siegerehrung mit Preisen prämiert. Im Anschluss daran dankte Abteilungsleiter Gerd Weinmann der Jugendberufshelferin Viola Vasterling und den Lehrkräften für die Planung, Organisation und Durchführung dieser Veranstaltung.
Siegergruppe der Berufseinstiegsrallye
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Nell-Breuning Schule B.
Jahresrückblick 2010
Berufsreife erreicht
Verabschiedungen in den berufsvorbereitenden Bildungsgängen In einer Feierstunde verabschiedete die Nell-Breuning Schule Rottweil die Schülerinnen und Schüler des Berufseinstiegsjahres und der Kooperationsklassen Förderschule – Berufliche Schule sowie Hauptschule – Berufliche Schule. Abteilungsleiter Gerd Weinmann hob in seiner Ansprache besonders hervor, dass die große Mehrheit der Jugendlichen im zurückliegenden Schuljahr das Ziel der Berufsreife erreicht und damit einen Schritt in Richtung eigenständiges Leben gemacht hat. Er gratulierte den Schülerinnen und Schülern zu diesem Erfolg und bedankte sich gleichzeitig bei den Eltern und den Lehrkräften für ihre Arbeit. Ein besonderes Dankeschön ging an die Klassenlehrer/innen Angelika Belser, Gudrun Dames, Silvia Fiedaschek, Wendelin Haag, Heidi ForsterHoffmann, Sigi Keefer, Brigitte Porath, Thomas Schmid sowie an die in diesen Klassen tätigen Sozialpädagoginnen Christine Diehl und Viola Vasterling. Gerd Weinmann führte die positiven Ergebnisse auch auf den über das normale Maß hinausgehenden Einsatz der genannten Personen zurück. Ein weiterer Grund für die guten Resultate sah er in der hervorragenden Zusammenarbeit der beteiligten drei Schulen Achert-Schule, Konrad-Witz-Schule und Nell-Breuning Schule. Denjenigen Jugendlichen, die einen Platz an einer weiterführenden Schule oder eine Lehrstelle erreicht haben, gab er den Ratschlag mit auf den Weg, Lernen als lebenslangen Prozess zu begreifen. Den anderen Schülerinnen und Schülern legte er nahe, sich der eigenen Schwächen bewusst zu werden und diese gezielt vermindern zu wollen.
Die Klassen KOP2a und KOP2b mit ihren Klassenlehrern Frau Belser und Herrn Haag
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Einstieg in die Ganztagsförderung an der Nell-Breuning Schule
Im Januar 2010 fand sich eine Gruppe von Lehrkräften unserer Schule zusammen, um sich mit dem Thema Ganztagsförderung zu beschäftigen. Man einigte sich auf folgende Zielformulierung: „Ganztagsförderung soll den Lernerfolg ermöglichen, den Erfahrungshorizont erweitern und für eine eigenverantwortliche Lebensgestaltung motivieren.“ Ganztagsförderung sollte also nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe nicht zum Ganztagesunterricht werden. Schnell war klar, dass eine Ganztagsförderung an einer beruflichen Schule, die ohnehin unter Lehrermangel leidet, nur mit zusätzlichen Ressourcen möglich sein würde. Deshalb wurde zu einer weiteren Sitzung Frau Susanne Kugler vom Kultusministerium eingeladen, deren Arbeitsgebiet unter anderem auch die Ganztagsförderung umfasst. Sie erläuterte die formalen Voraussetzungen für die Aufnahme ins Ganztagsförderungsprogramm und gab etliche Tipps für die praktische Umsetzung. Erfreulicherweise wurde unsere Schule wenig später mit den Klassen KOP2 (Kooperationsklasse Hauptschule – Berufliche Schule) und KFB2 (Kooperationsklasse Förderschule – Berufliche Schule) in das Ganztagsförderungsprogramm aufgenommen. Im Schuljahr 2010/2011 konnte deshalb eine halbe Stelle mit einer sozialpädagogischen Fachkraft für diese Aufgabe besetzt werden. Träger dieser Maßnahme ist die BBG (Berufliche Bildung GmbH in Rottweil). Frau Christine Diehl und Herr Thomas Gensler teilen sich diese halbe Stelle, wobei Frau Diehl schwerpunktmäßig die Klasse KOP2 und Herr Gensler hauptsächlich die Klasse KFB2 betreut. Zur Erreichung des oben genannten Ziels „Lernerfolg ermöglichen“ wurden in beiden Klassen Zeiten eingerichtet, in denen die Schüler/innen unter Aufsicht ihre Hausaufgaben erledigen können. Darüber hinaus wird eine Binnendifferenzierung dadurch ermöglicht, dass sich gleichzeitig eine Lehrkraft und auch die sozialpädagogische Fachkraft um eine Klasse kümmern. Um den Schülerinnen und Schülern eine warme Mittagsmahlzeit anbieten zu können, wurden unterschiedliche Wege beschritten. Die Kooperationsklasse mit der Hauptschule kann - wie schon aus dem ersten Schuljahr gewohnt – weiterhin in der Mensa der KonradWitz-Schule essen. Für die Klasse KFB2 hieß die Maxime „Schüler kochen für Schüler“. Da die Klasse im fachpraktischen Unterricht in zwei Gruppen aufgeteilt ist und sowohl am Montag als auch am Dienstag eine Gruppe im Fach Nahrungszubereitung unterrichtet wird, wurde beschlossen, dass jeweils die Nahrungszubereitungsgruppe auch für die andere Gruppe mitkocht. Zum Mittagessen treffen sich beide Gruppen in der Küche im Klassenverband. Den Erfahrungshorizont der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und gleichzeitig auch die Freude an der Bewegung zu fördern stand im Mittelpunkt der Projekte, die Frau Diehl in der Klasse KOP2 durchführte: Mountainbiking und Laufen bei Wind und Wetter sollten das Durchhaltevermögen trainieren und die eigene Belastbarkeit deutlich machen. Im zweiten Schulhalbjahr werden die Themen Umgang mit Konflikten, Konzentrationsübungen und Bewerbertraining behandelt. Gerd Weinmann
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Nell-Breuning Schule
VIII. A.
Jahresrückblick 2010
Fachbereich Umwelt
Das Umweltjahr an der Nell-Breuning Schule
1. Aktion „Blühende Landschaft“ Bienen, Hummeln, Schmetterlinge & Co sind unersetzlich für die Bestäubung unserer Nutzpflanzen. Doch wo finden diese Insekten heute noch Nahrung? Auf Feldern, Wiesen und öffentlichen Flächen blüht es immer weniger. Deshalb haben wir rund ums Schulgebäude vier Beete angelegt und verschiedene Blühmischungen eingesät. Die Bilder zeigen deutlich, wie sich die „Bienenweide“ zur „Augenweide“ entwickelte.
Vorher:
Nachher:
Die jetzt verblühten Pflanzen bleiben stehen bis zum Frühjahr als Unterschlupf für Kriechtiere und halten die Flächen unkrautfrei. Auf einem Beet wurde bereits eine Mohnmischung (Frostkeimer) eingebracht und auch die anderen Beete sollen wieder blühen, denn wir wollen lieber „öffentliches Bunt“ statt „öffentlichem Grün“.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Helfen Sie mit! Hier ein paar Tipps für Ihren Garten: - Säen Sie Blühmischungen (Fachhandel) in einer Gartenecke aus. Zur Not geht auch ein Pflanzkübel auf dem Balkon - Vermeiden Sie gefüllt blühende Pflanzen – sie liefern weder Nektar noch Blütenpollen - Gewürzkräuter wie Oregano, Thymian und Salbei sind bei Blütenbesuchern besonders beliebt - Sorgen Sie für blühende Pflanzen von Frühjahr bis Herbst. Geeignete Frühblüher sind z.B. Schneeglöckchen, Winterling, Traubenhyazinthe, Krokus, Osterglocken, Haselnuss und Saalweide. Geeignete Spätblüher sind Sommerflieder, Sonnenblumen, Herbstastern, Fetthenne, Efeu und wilder Wein.
2. Blumenzwiebel-Pflanzaktion Gerade noch rechtzeitig vor dem ersten Schnee steckten wir die Zwiebeln von fast 100 Schneeglöckchen, Narzissen, Tulpen, Anemonen, Krokussen und Traubenhyazinthen. Meine SchülerInnen meinen: „In Französisch entdeckten wir unseren grünen Daumen.“ „Mit dem eigenen Gartengerät und den Zwiebeln von Frau Klinger ging es ab in den Garten, damit dann im Frühling die Schule in neuem Glanze blüht.“ „Pflanzen war toll, mal was anderes. Wir sind das nächste Mal wieder dabei.“ „Während die eine Gruppe beim Zwiebelstecken war, erfanden wir Kreuzworträtsel auf Französisch für unsere gartenfreudigen Mitschüler. Das fand ich gut, hat Spaß gemacht und war nicht so kalt wie draußen.“ und
„Was im Herbst bemüht, im Frühjahr erblüht.“
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Jahresrückblick 2010
Vielen herzlichen Dank an meine fleißigen HelferInnen: - aus dem Kurs Französisch B (Eingangsklasse): Caroline, Claudia, Eva, Franziska T., Manuela, Matthias, Nico und Tim - aus der WG 1b: Carina und Melanie und - Herrn Stöhr für seine Unterstützung!
Ohne Euch wäre das nicht möglich gewesen – freuen wir uns auf den Frühling! Beate Klinger P.S. Es ist immer wieder erfreulich, wie rege unser Sammelbehälter für leere Druckerpatronen und Tonerkartuschen genutzt wird. Schön, dass wir nicht zu den Leuten gehören, bei denen solche Patronen im Restmüll landen, obwohl sie so einfach wieder zu verwenden wären. Neu ist auch, dass wir ab sofort alte Handys sammeln und der Wiederverwertung zuführen. Den eifrigen Sammlern auf diesem Wege ein Dankeschön!
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IX. Fachbereich Gestalten A.
Jahresrückblick 2010
Nahrungszubereitung
/
Textiles
Ein Tag auf dem Erdbeerfeld mit der Klasse H2
„Wir könnten doch wieder einmal ein saisonales Projekt durchführen!“, schlug Frau Weber vor. Frau Matheis sowie die jetzige Klasse H2 fanden die Idee gleich super. Ausgerüstet mit Körben startete im heißen Juli die „Reise“ um 8.30 Uhr nach Hausen zum Erdbeerfeld. Nach einer 45-minütigen Wanderung kamen wir erschöpft, aber voller Freude, an, dann wurde uns gezeigt, wo wir Erdbeeren pflücken durften. Mit viel Motivation machten wir uns an das Erdbeerpflücken. „Lecker!“, hörte man aus Reihe drei. Schmatzgeräusche aus Reihe vier! Erdbeerlippen verrieten die Naschkatzen. Nach einer Stunde waren wir endlich fertig und die Erdbeeren wurden gewogen. Es waren 75 Kilo! Schweißgebadet traten wir die „Heimreise“ an. In der Schulküche zauberten wir dann leckere Erdbeermarmelade. Die übrigen Erdbeeren und die Marmelade konnten wir in der Pause mit 50 € Erfolgsumsatz verkaufen. Es hat uns sehr viel Spaß gemacht.
Carina Flaig & Angelika Becker
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Nell-Breuning Schule
X. A.
Jahresrückblick 2010
Fachbereich Biologie Betriebsbesichtigung bei der Roche AG Die Biotechnologen der NellBreuning Schule gingen auf Spurensuche: Wie können mit Hilfe moderner biotechnologischer und chemischer Untersuchungsmethoden bei einer Straftat hinterlassene Spuren analysiert werden? Im Rahmen der Projekttage 2010 hatten die Schülerinnen und Schüler des BTG1 die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Methoden der Kriminalistik in Theorie und Praxis vertraut zu machen. Ihre Erkenntnisse präsentierten sie mit einem selbst geschriebenen Theaterstück, welches sowohl den
Akteuren als auch den Zuschauern viel Spaß bereitete.
Einen ganz anderen Bereich der Biotechnologie konnte die Klasse bei einer Betriebsbesichtigung bei der Firma Roche AG in Basel erleben. Im Mittelpunkt stand der Herstellungsprozess eines Präparates, welches in der Krebstherapie eingesetzt wird. Die Schülerinnen und Schüler erhielten Einblick in den Bereich der Forschung und die vollautomatisierte Produktion. Die vielen neuen Eindrücke und Informationen konnten auf der Rückfahrt im Zug ausführlich diskutiert werden.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
XI. Fachbereich Sport A.
Teilnehmer der Laufgruppe der Nell-Breuning Schule starten beim Tuttlinger Halbmarathon
Zum vierten Mal war die Laufgruppe der Nell-Breuning Schule in Tuttlingen am Start. Dabei sah es in diesem Jahr – durch Verletzungen und andere Ausfälle bedingt – ganz so aus, als ob keine Teilnahme zustande kommen würde. Doch dann machte sich eine kleine Gruppe, unterstützt durch den Fachabteilungsleiter Joachim Bauer und die Lauftrainerin Annette Hölle, am Samstag, 12. Juni 2010, auf in Richtung Tuttlingen. Beim Halbmarathon gingen Beatrix Brüstle und Matthias Fischer erfolgreich für das NBSTeam auf die Strecke. Bei angenehmen Temperaturen und etwas weniger Zuschauerunterstützung als in den letzten Jahren meisterten sie die 21 Kilometer und 95 Meter bravourös! Beatrix Brüstle kam als 3. in ihrer Altersklasse und 14. Frau überhaupt nach 1:46:11 Stunden strahlend ins Ziel. Etwa eine Minute schneller, nämlich in 1:45:18 Stunden, jedoch durch harte Konkurrenz in der Altersklasse nicht ganz so weit vorn platziert, überlief Matthias Fischer als 16. in seiner Altersklasse und in neuer persönlicher Bestzeit die Ziellinie. Das Fazit der kleinen Gruppe: Die Wettkampfteilnahme macht Spaß und bringt neue Motivation fürs Training. Und so wird auch im nächsten Schuljahr die Laufgruppe der NellBreuning Schule das Ziel einer Wettkampfteilnahme ins Auge fassen. Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind jederzeit herzlich willkommen!
B.
Sportabzeichen
Lehrkräfte schafften im Juli 2010 erfolgreich das DOSB - Sportabzeichen
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Nell-Breuning Schule C.
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Wintersporttag
Nach langjähriger Abstinenz fand im März erstmals wieder ein Wintersporttag an unserer Schule statt. Für die insgesamt 800 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler standen die Programmpunkte „Schlittschuh fahren“, „Rodeln“, „Winterwanderung“ und „Ski/Snowboard fahren“ zur Auswahl. Am Freitag starteten um acht Uhr morgens zwei Busse mit ca. 80 Schülern und acht begleitenden Lehrern in Richtung Feldberg. Dort angekommen, wurden nur schnell die Skipässe verteilt und los ging es auf einem oder zwei Brettern. Das Wetter war herrlich: blauer Himmel und Sonnenschein. Aufgrund der niedrigen Temperaturen war der Schnee schön griffig und es war ein wunderschöner Skitag am Feldberg. Erst gegen Mittag kamen immer mehr Skisportler auf die Pisten. Aber man musste nirgendwo lange anstehen, so dass die Zeit bis zur Rückfahrt voll ausgekostet werden konnte. Als dann alle unfallfrei und pünktlich wieder bei den Bussen waren, fuhren 88 glückliche Wintersportler zurück nach Rottweil.
In die Eishalle nach Schwenningen zog es ca. 450 Schülerinnen und Schüler. Um der Teambildungskultur der NBS bestmöglich nachzukommen, fanden sich die Schülerinnen und Schüler bereits auf dem Parkplatz in sinnvoll sortierten Gruppen zusammen – - 43 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Kriterium für die Zugehörigkeit zu einem Team stellte die Schuhgröße dar. Im Entenmarsch konnten anschließend die Schülerinnen und Schüler eines Schuhgrößenteams ihre Schlittschuhe abholen. In Begleitung von 20 Lehrkräften stellten die Schülerinnen und Schüler verschiedener Schularten und Klassenstufen in freudiger Stimmung ihr Können auf dem Eis unter Beweis. Einige brachten das Eis bei einer heißen Schokolade oder einem Kräutertee im Café „Eisbär“ zum Schmelzen. Nach dreistündigem Pirouettendrehen und ordnungsgerechter Schlittschuhabgabe konnte die Heimfahrt schließlich angegangen werden.
Da der Winter ausgerechnet an unserem Wintersporttag eine kleine Pause einlegte, konnten die Rodler auf Grund des Schneemangels nicht wie geplant auf die Rodelbahn nach Saig. Stattdessen fuhren die 72 Rodler mit Schlitten, Bobs und Plastiktüten ausgerüstet nach Feldberg-Seebuck. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel machte es allen großen Spaß, gemeinsam den Hang hinunterzurodeln oder auch die anderen bei ihren Rodelversuchen zu beobachten. Neben Wettrennen und Schneeballschlachten gab es auch einen "Wettkampf" um die besten Haltungsnoten. Andere Schüler stellten ihr Gefährt auf eine harte Belastungsprobe - so wurde getestet, wie viele Personen auf einem LKW-Schlauch oder "Poporutscher" Platz haben. Dass hierbei auf dem Weg ins - 44 -
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Jahresrückblick 2010
Tal der eine oder andere vom Gefährt purzelte und so manche Fahrt vorzeitig in einer Schneewehe endete, trug enorm zur guten Stimmung bei.
Unter der kundigen Führung von Herrn Bauer, der eine Wanderung organisiert hatte, marschierten etwa 60 Schülerinnen und Schüler mit den begleitenden Lehrern voran einige Kilometer, bis gegen Mittag an der Turnhalle in Göllsdorf Station gemacht wurde. Dort wartete bereits Herr Bauer Senior mit dem schon vorgeheizten Grill, so dass alle Hungrigen schnellstmöglich ihr mitgebrachtes Grillgut zubereiten konnten. Die etwas Fußlahmen begaben sich von dort aus in Begleitung ihrer Lehrerinnen zum Bahnhof, der tapfere Rest wanderte über den langen Berg zurück zur Schule.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
XII. Fachbereich Geschichte und Gemeinschaftskunde A. Woche der Begegnung - Gäste aus Polen an der Nell-Breuning Schule in Rottweil Auf Einladung der Initiative Gedenkstätte Eckerwald weilten Gäste aus Polen, Frankreich und Norwegen in Rottweil. Es sind Überlebende der Konzentrationslager am Rande der Schwäbischen Alb und Familienangehörige dieser Zeitzeugen. Zu den Schwerpunkten der „Woche der Begegnung“ gehören Besuche in Schulklassen, wo die Überlebenden über ihre Schicksale und die Zustände in den Konzentrationslagern berichten (Initiative Gedenkstätte Eckerwald). Die Klasse WG1b (Wirtschaftsgymnasium) nutzte diese Gelegenheit, Geschichte persönlich erfahrbar werden zu lassen. Konzentriert und betroffen verfolgten die Schülerinnen und Schüler die Ausführungen, die von der Mutter einer Mitschülerin einfühlsam übersetzt wurde. Die drei polnischen Gäste waren als Kinder in das System der Vernichtungslager geraten, der jüngste von ihnen war dort geboren worden. Seine beiden älteren Brüder hatten das Lager Dautmergen überlebt, der Vater war hier zu Tode gekommen. Ob Kindheit als solche überhaupt empfunden werden konnte, ob es ihnen schwer falle, über diese Zeit zu sprechen, was sein Großvater aus Schörzingen ihm berichtet habe, das bewegte die Schüler am Schluss der Begegnung. Sie brachten damit zum Ausdruck, wie nahe ihnen die Ausführungen der Gäste aus Polen gegangen waren.
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Jahresrückblick 2010
Schülergeführter Stadtrundgang durch das mittelalterliche Rottweil (WGEb) „Die große historische Welt zeigt sich im Kleinen in der Stadt, in der man lebt.“ (Bergmann, K.: Gegenwartsbezug im Geschichtsunterricht, 2002, S. 80). Diese Erfahrung konnten auch die Schülerinnen und Schüler der WGEb am 29.11.2010 bei einem schülergeführten Stadtrundgang durch das mittelalterliche Rottweil machen. An acht Stationen stellten Schülergruppen von jeweils drei bis vier Personen der Klasse unterschiedliche Inhalte zum Leitthema „Mittelalterliches Rottweil“ vor. Dabei wurde zum Beispiel beim Hinaufsteigen zum Hochturm und bei dessen Besichtigung die Bedeutung für die mittelalterliche Stadtbefestigung deutlich. Im Heilig-Kreuz-Münster konnte das „In-den-HimmelStreben“ eines gotischen Baus erfahren werden und an einem der zahlreichen Brunnen wurde der alltagsgeschichtlichen Frage nach Wasserversorgung und Abwasserentsorgung im mittelalterlichen Rottweil nachgegangen. Trotz Schnee und winterlichen Temperaturen war die historische Exkursion ein Erfolg. Sie ermöglichte es, vor der Schultüre mit „Geschichte“ in Berührung zu kommen und diese bewusster wahrzunehmen.
C.
Besuch im Landtag
Nach eingehender Behandlung des Themas „Landtag“ im Gemeinschaftskundeunterricht machten sich drei Klassen der Berufsfachschulen auf den Weg nach Stuttgart. Auf Einladung des Landestages durften 80 Schülerinnen und Schüler in Begleitung ihrer Lehrer, Herrn Oeser und Herrn Sassnick, für gut zwei Stunden auf den Sesseln der Abgeordneten im Plenarsaal des „Hohen Hauses“ Platz nehmen. Nach einer Einführungsrunde, in der grundlegendes Wissen zu Landtagswahlen, Landtagsabgeordneten, zum Präsidium des Landtages und nicht zuletzt zur Landesregierung aufgefrischt wurde, stand dann der erste Höhepunkt bevor: die Simulation der ersten Landtagssitzung nach einer Wahl. Mit Begeisterung wählten die Schülerinnen und Schüler in der Rolle von Abgeordneten „ihr“ Landtagspräsidium. Gelächter brandete immer wieder auf, als bei der Wahl der Präsidiumsschriftführer weniger „Fraktionsdisziplin“ sondern vielmehr persönliche Sympathie waltete. Anschließend folgte der mit großer Spannung erwartetet zweite Höhepunkt, die Fragestunde mit den zwei Abgeordneten des Wahlkreises Rottweil, Stefan Teufel (CDU) und Dieter Kleinmann (FDP). Hier zeigte sich, dass entgegen des gelegentlich beklagten - 47 -
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Jahresrückblick 2010
Desinteresses der Jugendlichen an Politik durchaus auch eine erkleckliche Anzahl von Schülerinnen und Schülern in deutlichen Worten ihre Fragen zu formulieren wussten und sich nicht sofort mit jeder Antwort zufrieden gaben, sondern höflich, aber bestimmt auf eine detailliertere Beantwortung insistierten. Die Fragen kreisten hier u. a. um die Probleme fehlender Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche aus sozial schwachen Familien, den G8-Zug an Gymnasien, das Kopftuchverbot für Landesbedienstete und natürlich auch um die in unserer Raumschaft zur Zeit heftig diskutierte Frage des JVA-Baues. Mit Blick auf die Landtagswahl im nächsten Jahr wurde anschließend informationsgesättigt die Rückfahrt mit der zum Glück noch existierenden Gäubahn angetreten.
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XIII. Fachbereich Kunst A.
Projekt-Präsentation „Design“
Im Juli präsentierte der Kurs „Bildende Kunst WG1 und BTG1 im Neubau seine Projekte zum Thema „Design“. Die Gruppen hatten für dieses Projekt unter der Leitung von Herrn Knubben ein halbes Jahr Zeit. Mit viel Kreativität präsentierten fünf Gruppen an diesem Tag ihre Ideen. Die Flyer, das Produkt selbst und auch ein so genannter Messestand mit den Produkten wurden von den Schülern an diesem Nachmittag den interessierten Zuschauern präsentiert. Es war erstaunlich, was die Schüler präsentieren konnten: • • • • •
Bella Bag – ein Fußball, der zu einer tollen Tasche umfunktioniert werden kann Bruno Clevers bärenstarkes Klopapier, welches man bei seiner Sitzung auch zum kreativen Gehirnjogging verwenden kann eine Vase, die sich meldet, wenn der Wasserstand nicht mehr ausreicht Chachett, ein Schmuckstück, das ganz dezent die Antibabypille versteckt und der Anwenderin hilft, diese nicht mehr zu vergessen und Malokah, eine Produktlinie für Kindermäntel, durch deren Verkauf Schulen und Kinderheime in Afrika unterstützt werden.
Ein spannender Nachmittag mit gelungenen Präsentationen und Ideen, die begeistern.
B.
Ausstellung „I have a dream“ in der Volksbank Rottweil
Bereits zum zwölften Mal schrieb das Kultusministerium Baden-Württemberg unter der Schirmherrschaft des Kultusministers und in Zusammenarbeit mit den Volks- und Raiffeisenbanken den „Jugendkunstpreis“ aus. Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses des Wirtschafts- und Biotechnologischen Gymnasiums der Nell-Breuning Schule in Rottweil, die in diesem Jahr das Abitur absolvierten, haben sich an diesem Wettbewerb beteiligt. Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs hieß "I have a dream“. Dieses Zitat aus der Rede von Martin Luther King auf einer Großdemonstration der Bürgerrechtsbewegung in den Vereinigten Staaten im Jahre 1963 sollte junge Künstlerinnen und Künstler zu Werken der bildenden Kunst inspirieren. Sich mit den eigenen Träumen auseinanderzusetzen und die darin verborgenen Ängste, aber auch Hoffnungen und Visionen bildnerisch auszudrücken, war das Ziel des Wettbewerbs. Die Ergebnisse sind vielschichtig und vielfältig und lassen erahnen, wie unterschiedlich die eigenen Träume von einer gerechteren Welt sind.
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Jahresrückblick 2010
Die Schüler-Werke wurden im Mai 2010 in der Hauptstelle der Volksbank Rottweil einem öffentlichen Publikum vorgestellt. Die Volksbank erwarb das von einer überregional besetzten Fachjury prämierte Bild der Schülerin Constanze Löwenkamp. Volksbankchef Henry Rauner übergab bei der Eröffnung am 10. Mai 2010 allen am Wettbewerb beteiligten Schülerinnen und Schüler Anerkennungspreise. Der Schulleiter der Nell-Breuning Schule, Wilhelm Rieber, sprach ein Grußwort. Jürgen Knubben führte in die Ausstellung ein. Den musikalischen Rahmen setzte die Schulband unter Leitung von Sigmar Kettner. Die Zusammenarbeit der Nell-Breuning Schule Rottweil mit der Volksbank Rottweil soll auch in Zukunft fortgesetzt werden. Jürgen Knubben
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XIV. Fachbereich Deutsch A.
Besuch des Sommertheaters im Rottweiler Bockshof
Molière (eigentlich Jean-Baptiste Poquelin; * vermutlich am 14. Januar 1622 in Paris; getauft am 15. Januar; † 17. Februar 1673 in Paris)
Molière: „Der eingebildete Kranke“ oder das Experiment, ob die „Online-Wetterprognose“ auch in Rottweil zutrifft Was hier wie ein Besuch einer Wetterstation aussieht, täuscht: Im Rahmen der Kooperation unserer Schule mit dem Zimmertheater Rottweil schauten sich die Schüler der Eingangsklassen aller Schularten gemeinsam mit ihren Deutschlehrern am Montag vor den Sommerferien Molières Theaterstück „Der eingebildete Kranke“ an. Bei gefühlten 10°C und einer Luftfeuchtigkeit von „80%“ wurden wir freundlicherweise vom Zimmertheater Rottweil mit Regenponchos ausgestattet.
Schick, unsere Schüler in den vom Zimmertheater verteilten Regenponchos
Viele Anrufe vor Schulbeginn sollten nun klären, ob bei diesem Starkregen eine Vorstellung möglich sei. Doch das Ensemble ließ sich nicht vom Wetter beirren, die Prognose versichere, dass genau während der Vorstellung der Regen in Rottweil aufhöre. Auf dieses Experiment wollten wir uns zuerst nicht einlassen, doch das Eintrittsgeld war bezahlt und die Schüler inhaltlich auf das Stück vorbereitet. Als das Spiel im vollen Gang war, der Hypochonder Argan ließ sich gerade einen seiner täglichen Einläufe verabreichen, hörte es tatsächlich auf zu regnen. Nun konnten alle die Probe, ob die Erbschleicherin Béline Argan wirklich liebt oder nur an sein Geld will, beobachten. Argan stellte sich tot und belauschte seine Tochter Angélique sowie seine junge Ehefrau Béline. Leider war das Ergebnis seiner List nicht so erfreulich für ihn: Er fühlte sich betrogen von seiner hübschen Frau. Seine Tochter hingegen liebte ihn über alles. So wurde am Ende der Komödie über die falsche Liebe seiner Frau, die geldgierigen Ärzte und die Wehwehchen eines Hypochonders gelacht! Annett Hörning - 51 -
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Jahresrückblick 2010
Es regnet nicht mehr
Realistische Kulisse im Rottweiler Bockshof
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Theaterbesuche des 12. Jahrgangs
In diesem Jahr hat der 12. Jahrgang seine in der 11. Klasse begonnenen Theaterbesuche fortgesetzt. Im März 2010 stand der Besuch von Kafkas „Der Process“ im Stadttheater Freiburg auf dem Programm und im April 2010 „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt im Zimmertheater in Rottweil. Dabei konnten die Schüler/innen nicht nur die theatrale Umsetzung ihrer im Deutschunterricht behandelten Abiturslektüren erleben, sondern auch völlig unterschiedliche Inszenierungskonzepte und Theaterhäuser kennen lernen.
März 2010 – Stadttheater Freiburg
In der kostspieligen, bildgewaltigen Freiburger Inszenierung verfolgten die Schüler/innen Franz K. bei seinem Weg in das Gericht, in die Verwicklungen seines rätselhaften Prozesses und in die innersten Abgründe. Dabei begegnete er neben anderen Figuren nicht nur den Frauenfiguren mit wollüstig üppigen Körpern, mit Glatzen oder schreiend orangenen oder giftgrünen Kleidern, sondern auch seinem Advokaten, dem Priester mit einem Spitzhut und nicht zuletzt einem Chor, der Gänsehaut erzeugend ein feierliches „Agnus Dei“ sang, das einem Schuldspruch gleichkam, April 2010 Zimmertheater bevor K. sich selbst in den Tod führte. Die (alb-) Rottweil „Der Besuch der alten traumhafte Atmosphäre und das Triebhafte wurden Dame“ nicht nur durch die grotesk anmutenden Bilder und Sexualsymbole erzeugt, sondern auch durch das Spiel auf der wasserüberfluteten Bühne mit einem angeleuchteten meterhohen Wasserfall und durch elektronische und sphärische Klänge. So schön diese Inszenierung anzusehen gewesen sei, kritisierten einige Schüler/innen, habe sie gerade jedoch durch das Pompöse und Perfekte eine Distanz geschaffen, die es so im Rottweiler Zimmertheater überhaupt nicht gegeben habe. Hier ist es gelungen, mit einfachen Mitteln in einer schlichten, in grau getünchten Guckkastenbühne mit Fenstern und mit Objektfiguren eine intime und doch beklemmende Atmosphäre zu schaffen, als die skurrile Claire Zachanassian ihren Rachefeldzug gegen ihre Jugendliebe Ill, die sie einst verraten hatte, unter Ausnutzung der Käuflichkeit der Güllener vollzog. Dies kam bei unseren Schüler/innen gut an. Besonders beeindruckend für alle war, dass Schüler unserer Schule mitspielten. E. Zeller
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XV. Fachbereich Physik A.
Exkursion des J1 – Physikkurses:
Wissenschaft (vor)gestern und aktuell
Zum Schuljahresende 2009/2010 besuchten die Schülerinnen und Schüler des J1 – Physikkurs zusammen mit den Lehrkräften Tobias Nann und Christian Hupfer das ehemalige Sonnenobservatorium auf dem Schauinsland bei Freiburg. Mit dem Kleinbus brachen wir am 26. Juli 2010 um 8 Uhr in Rottweil auf und erreichten gegen 10 Uhr den nebelverhangenen Schauinsland – das richtige Kontrastprogramm zum eigentlichen Zweck der Veranstaltung, sich auch die Sonne wissenschaftlich zu betrachten. Um 11 Uhr empfing uns Herr Dr. Reiner Hammer, Mitarbeiter des Freiburger KiepenheuerInstituts für Sonnenphysik (KIS) in den Gebäuden des alten Observatoriums, dessen Gründung 1943 durch militärische Anforderungen initiert wurden. Herr Dr. Hammer informierte ausführlich, anschaulich und schülergerecht in einem Vortrag über die wissenswerten Vorgänge in und auf unserer Sonne und führte anschließend durch den Refraktorteleskop – Turm, wo man tatsächlich die Sonne betrachten konnte, da ab diesem Moment der Himmel aufbrach. In diesem Zusammenhang wies Dr. Hammer auf die Gefahren hin, sich die Sonne mit bloßem Auge oder durch ein optisches Instrument zu betrachten – irreparable Schädigungen des Sehvermögens seien die Folge. Weitere Stationen der Führung waren der acht Meter hohe Spiegel-Zoelestaten-Turm und das Kellerlabor, welches zwar “technisch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand, aber immer noch gut zu gebrauchen sei” – die Temperatur von konstant 8°C und die Dunkelheit des Labors ist jedoch sehr gewöhnungsbedürftig, ebenso die Unterkünfte der Wissenschaftler, die vor allem während des Winters nicht nur auf dem Berg arbeiteten, sondern auch dort wohnten. Die Schüler staunten einerseits über die Fakten und physikalischen Vorgänge in der Sonne, andererseits auch über die “Einfachheit” der wissenschaftlichen Ausrüstung, die bis etwa zur Mitte der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts genutzt wurde, bevor das KIS das Hauptteleskop auf Teneriffa in Betrieb nahm. Heutzutage wird das Schauinsland – Observatorium für Führungen (in der Regel an jedem 1. Sonntag in den Monaten Mai bis September), für Tagungen, zur Studentenausbildung im Rahmen eines Astrophysik-Praktikums des KIS und für den Test wissenschaftlicher Instrumente oder auch für Lehrerfortbildungen genutzt. Die Führungen sind kostenlos und auf Anfrage auch zu anderen Terminen vereinbar – Interessenten mögen sich bitte an Herrn Hammer (0761-3198216) wenden oder sich auf der Webseite des Instituts informieren (www.kis.uni-freiburg.de)
Nach knapp drei Stunden Führung und versehen mit Informationsmaterial brachen wir dann bei schönem Wetter gegen 14 Uhr zur Rückfahrt nach Rottweil auf. Christian Hupfer
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Jahresrückblick 2010
Teilnehmer des Physikkurses beim Ausflug zum Sonnenobservatorium auf dem Schauinsland, im Hintergrund rechts der Zoelestatenturm und das Hauptgebäude
B.
Arbeitsgemeinschaften im Bereich Mathematik und Physik 2010/2011
Auch an einer kaufmännischen Schule gibt es Schüler, die sich für mathematischnaturwissenschaftliche Problemstellungen interessieren, die im Lehrplan aus Zeitgründen nicht vorgesehen sind; manche der Schüler planen, nach dem Abitur ein Studium einer Naturwissenschaft oder der Mathematik zu beginnen. Daher habe ich mich entschlossen, eine AG anzubieten, die den Interessen der Schüler entgegenkommt. Zur Auswahl gegen Ende des Schuljahres 2009/2010 standen • • •
Mathematik – AG: “Mathematik jenseits des Abiturniveaus” Linux - Informatik – AG: Das Betriebssystem Linux, dessen Verwaltung und Programmierung Astronomie – AG: Die Welt der Sterne, der Planeten, Orientierung am Himmel und unser Weltbild, mit Beobachtsabend
Das Angebot richtet sich in erster Linie an Oberstufenschüler des beruflichen Gymnasiums, aufgrund der Inhalte idealerweise an Schüler der Jahrgangsstufen, aber auch Schüler der Eingangsklassen waren/sind willkommen.
Aufgrund der Nachfrage durch die Schüler sind aus einer AG nun drei Arbeitsgemeinschaften mit jeweils zehn bis zwölf Teilnehmern geworden, die AGs werden in einem vierzehntägigen Wechsel durchgeführt. Es ist geplant, einige der Ergebnisse eventuell informell beim Informationstag der Beruflichen Gymnasien zu präsentieren und auf das Angebot hinzuweisen. Christian Hupfer
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Informatik – AG 2009/2010
Aufgrund der Nachfrage von Schülern habe ich mich im Schuljahr 2008/2009 entschlossen, eine “Informatik – AG” für das Schuljahr 2009/2010 anzubieten.
Im Rahmen der AG beschäftigten wir uns mit der Datenverarbeitung, Visualisierung und vor allem auch mit der Beschaffung von Daten im Bereich der Naturwissenschaften, in dem wir physikalisch-technische Fragestellungen mathematisch modellierten und mittels numerischer Näherungsverfahren in Simulationen umsetzten, deren Ergebnisse dann mit bekannten Lösungen verglichen, gleichzeitig aber auch neu interpretiert wurden. Wir verwendeten die “alte” Programmiersprache “C” und das frei erhältliche (OpenSource) – Programm “gnuplot” um uns losgelöst von überfrachteten Programmiersystemen auf die elementaren Algorithmen und mathematischen Näherungsmethoden konzentrieren zu können. Im Rahmen der AG behandelten wir Themen, die zum Teil über den Lehrplan der Fächer Mathematik oder Fächer hinausgehen, manche Unterrichtsthemen wurden aufgegriffen und unter anderen Gesichtspunkten behandelt, bzw. mit anderen Methoden neu vorgestellt, bzw. von den Schülern untersucht. • • • • • • • • • • • •
Numerische Differentiation und Integration – Streifenzerlegung von Flächen Erzeugung von Zufallszahlen Random Walk als Beispiel von Zufallsbewegungen (z.B. Moleküle) in mehreren Dimensionen Monte – Carlo – Simulationen (Wahrscheinlichkeitsspiele, Flächenberechnung mittels stochastischer Prozesse) Konvergenztests Lösen von Nullstellenproblemen über Intervallschachtelung oder Newton - Verfahren Erzeugung von Fraktalen wie Sierpinski – Dreieck, “Apfelmännchen” und Julia Menge Planetenbewegung im Rechner Ausgleichskurven (oder die Frage: “was macht eigentlich der Taschenrechner im Regressionsmodus?”) Lösungen von Differentialgleichungssystemen am Beispiel eines geladenen Teilchens im Magnetfeld Taylorreihen als Approximation von Funktionen Fourierreihen als Beispiel der Erzeugung von periodischen Signalen
Wir bedanken uns bei Herrn Perschke für die technische Unterstützung bei der Einrichtung des Compilersystems. Christian Hupfer
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
Bild 1: Oben: Das berühmte "Apfelmännchen", entstanden aus einer selbstgeschriebenen Computersimulation in der Informatik-AG, unten: das Sierpinski - Dreieck, als Ergebnis einer Wahrscheinlichkeitssimulation
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
XVI. Fachbereich Wirtschaft A.
Jahresrückblick 2010 - Fachschaft Wirtschaft
Wie auch in den vergangenen Jahren waren die Kolleginnen und Kollegen auch in diesem Jahr voller Tatendrang und haben einige Vorschläge zur Verbesserung des Unterrichts und der organisatorischen Abläufe gemacht. So wurde beispielsweise ein Vorschlag zur Behandlung der Waren bzw. Werkstoffkonten im Rechnungswesenunterricht ausgearbeitet. Der von Herrn Kreiter erarbeitete Vorschlag, dass in Anlehnung an die integrierte Unternehmenssoftware die Warenbuchungen in Echtzeit erfasst werden sollen, wurde an das LEU gesandt, welches diesen dann an den Prüfungsausschuss weitergeleitet hat. Es bleibt abzuwarten, in wieweit dieser Vorschlag von den entsprechenden Gremien angenommen wird. Die Fachschaft Wirtschaft hat im vergangenen Jahr eine neue Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, bei der Unterrichtsentwürfe gesammelt und allen Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung gestellt werden sollen. Daneben wurden in den Sitzungen die neuen gesetzlichen Regelungen besprochen, die einen Einfluss auf den Unterricht haben. Viele Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich Wirtschaft haben zusammen mit ihren Klassen im vergangenen Jahr Erkundungen im Bereich Wirtschaft durchgeführt. Neben Betriebsbesichtigungen in der näheren Umgebung, z.B. bei der Fürstenberg-Brauerei in Donaueschingen und Porsche in Stuttgart, wurden auch mehrtägige Fahrten in die Bankenmetropole Frankfurt unternommen. Eine mehrtägige Fahrt der Bankfachklasse in die Finanzmetropole Frankfurt fand im Mai statt. Im Zuge dieser Fahrt lernten die zukünftigen Bankfachleute nicht nur die Börse, die Deutsche Bank und die Bundesbank kennen, sondern erhielten auch einen Einblick in die Produktion von Autos bei AUDI in Neckarsulm. Von der Führung im Dialogmuseum waren die angehenden Banker besonders beeindruckt. Dort kann man in alltäglichen Situationen erfahren, wie es ist, wenn man nichts sehen kann, denn die Führung findet in völliger Dunkelheit statt. Bei einer weiteren Fahrt der Jahrgangsstufe 2 des Wirtschaftsgymnasiums und des Biotechnologischen Gymnasiums nach Frankfurt nahmen die Schülerinnen und Schüler an einem sehr informativen Vortrag der Bundesbank teil und konnten dabei bereits gelerntes wieder entdecken und vertiefen. Auch ein Besuch beim ZDF in Mainz und dem Frankfurter Flughafen stand auf dem Programm. Die Gruppe des Biotechnologischen Gymnasiums besuchte auf der Rückfahrt nach Rottweil die BASF in Ludwigshafen. Auch für das kommende Jahr sind solche Fahrten geplant und die Kolleginnen und Kollegen arbeiten bereits an der Zusammenstellung der Programme. Im Namen der Fachschaft Wirtschaft Stephanie Holder-Gronauer
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Nell-Breuning Schule
XVII. A.
Jahresrückblick 2010
Prävention
Weimarer Kultur-Express-Theater
Im Rahmen der Präventionsarbeit war im März das Weimarer Kultur – Express – Theater mit seinem Stück „Hunger! Der Killer in mir!“ zu Gast. Das Thema Bulimie, Magersucht und die Momente, die im Leben von pubertierenden Mädchen bedeutend sind und somit zum Auslöser von Essstörungen werden können, wurden in diesem 70minütigen Theaterstück behandelt. Mara und Nele sind Freundinnen und haben sich vorgenommen abzunehmen. Eine gescheiterte Liebesbeziehung Maras führt dazu, dass die beiden darum wetten, wer so schnell wie möglich die meisten Pfunde verliert. Von Schokoladendiät bis zur Suppendiät wird alles ausprobiert, doch der erwünschte Erfolg ist nur von kurzer Dauer, der Jo/JoEffekt lässt beide wieder zunehmen. Nun muss anders nachgeholfen werden, um die Traumfigur zu erreichen: Zigaretten sollen das Hungergefühl verdrängen, Salzwasser wird in riesigen Mengen getrunken und schließlich wird der Finger zum Erbrechen in den Hals gesteckt. Die dann genommenen Abführmittel sollen die Kalorienaufnahme unterbinden. Nele kann sich aus diesem selbst zerstörerischen Kreislauf befreien und beginnt eine Therapie, durch die sie langsam ihre Einstellung zu sich selbst ändert. Mara dagegen will sich nicht helfen lassen, noch weitere 2 kg abnehmen – und stirbt. Die Schülerinnen und Schüler waren von dieser Inszenierung zutiefst beeindruckt: „So still war es bei uns während einer Schulaufführung noch nie“, äußerte sich eine Schülerin im späteren Gespräch. Im Anschluss an die Aufführung nahmen sich die Schauspielerinnen noch Zeit für Fragen und zur Klärung des Unterschiedes zwischen Bulimie und Magersucht. Die Schüler/innen zeigten reges Interesse daran und wurden durch diesen Vormittag ganz gewiss zum Nachdenken angeregt. B. Lehmann–Obier (Präventionslehrerin)
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
XVIII. Theater-AG A. NBS Theater-AG beim „Casting“– Intensivprobentag mit der Film-AG Lörrach „Wo immer du gerade bist: Wir holen dich da raus! And don’t forget: the world is waiting for you! “ (aus: Lutz Hübner: Creeps) 25.000 Jugendliche hatten sich für die letzte Model-Casting-Show von Heidi Klum, „Germanys Next Topmodel“ 2010, beworben! Nur eine wurde es. Auch andere Casting-Shows wie Dieter Bohlens „Deutschland sucht den Superstar“, „Popstars“ usw. finden Zulauf von Jugendlichen in dieser Größenordnung. Viele träumen, auf diesem Weg in den Kreis der Reichen und Berühmten zu kommen. Wer es geschafft hat, nimmt eine harte und häufig unfaire Behandlung in Kauf. Sprüche von Dieter Bohlen, wie „Du hast deinen ganz eigenen Stil. Aber ich find den absolut scheiße“, führen zu Tränen, andere lassen ihn galant über sich ergehen - um am Ende doch wieder in der Vergessenheit zu versinken? Denn wer kennt noch die Stars der ersten Runden? Was steckt hinter diesem Run auf die Casting-Shows? Mit dieser Problematik setzt sich das Jugendstück von Lutz Hübner „Creeps“ auseinander, das die NBS Theater-AG seit diesem Halbjahr einstudiert und zu Beginn des nächsten Schuljahres zur Aufführung bringen will. Am Samstag, dem 19.6.2010 fand ein außergewöhnlicher Probentag statt. In Kooperation mit der Film-AG der Kaufmännischen Schule Lörrach, die dazu extra anreiste, wurden Szenen gespielt und gedreht, sodass dieses Material im Stück eingesetzt werden kann. Dazu verwandelte sich der dunkle Flur vor den Biologieräumen flugs in ein Filmstudio und das „Casting“ konnte beginnen. Mehrfach wiederholten die Schüler/innen ihre Szenen, um nach den Anweisungen der professionell ausgerüsteten „Kameraleute“ aus Lörrach noch an der Haltung, dem Zusammenspiel, der Raumposition oder am Text zu feilen. So war dieser intensive Probentag zwar anstrengend, brachte den hochmotivierten Schüler/innen aber auch sehr viel Spaß, da viel Kreativität freigesetzt und das Spiel verdichtet wurde . E. Zeller
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Nell-Breuning Schule B.
Jahresrückblick 2010
NBS Theater-AG im Schuljahr 2010/11
Lust auf Theaterspielen? Gierig auf Neues? Im Kopf. Im Herzen. Im Körper. Praktische Erfahrungen sammeln? In Improvisationen, mit Texten, mit Kostüm + Maske Unter diesem Motto hatten die Schülerinnen und Schüler bis zu den Herbstferien die Möglichkeit, in Schnupperstunden Einblick in das Theaterspielen zu erhalten. Inzwischen hat sich neben der alten Gruppe, deren vier Spieler/innen an ihren Rollen für „Creeps“ weiter arbeiten, eine neue Theatergruppe mit 9 Personen gebildet. In der ersten Phase werden die neuen Schüler/innen mit zahlreichen Übungen an das Theaterspiel herangeführt. Jeder Probennachmittag hat einen anderen Schwerpunkt: Vertrauen, Wahrnehmung, Improvisation, Imagination, Präsenz, Raum und Bühne und zuletzt Körperbewusstsein und -ausdruck. Dazu experimentierten die Schüler/innen mit Gesten und mit dem Ausdruck von Emotionen über den Körper, ohne dabei Mimik einzusetzen, die im Alltag den Körperausdruck dominiert. Um dies zu erleichtern, wurden weiße Neutralmasken zu Hilfe genommen (siehe Foto). Neben der Hinführung an das Medium Theater bleibt bei Improvisationsspielen natürlich genügend Raum für das Ausleben und Intensivieren der Spielfreude. Da auch diese Gruppe ein Stück einüben möchte, bleibt noch offen, wie und wann die beiden Gruppen zusammengeführt werden. E. Zeller
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
XIX. SMV A.
Send a Valentinsherz
Die Valentinstagsaktion wurde von dem Organisations-Team "Send a ..." durchgeführt, das sich aus dem SMV-Tag gebildet hat. Hierzu organisierte das Team für den Valentinstag zum ersten Mal Rosen und Schoko-Herzchen, die die Schülerinnen und Schüler an ihre Schulkameraden an der Nell-Breuning Schule und Erich Hauser Gewerbeschule verschicken konnten. Die bestellten Rosen und Schoko-Herzchen wurden von den Mitgliedern des Organisations-Teams verteilt. B.
Schnitzeljagd im Juli
Die Eingangsklassen der Berufsfachschulen und der Beruflichen Gymnasien kämpften sich in Teams bei überraschend gutem Wetter durch die Botanik rund um die Nell-Breuning Schule. Dabei mussten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Stationen, wie z. B. Kirschkernweitspucken, Murmelsuche in einem abgesteckten Waldstück, Baumstammweitwurf und Geräuscheraten durchlaufen. Die Stationen wurden von den Lehrern der Nell-Breuning Schule betreut, die die Schülerinnen und Schüler größtenteils zu Höchstleistungen animieren konnten. Um die Schülerinnen und Schüler nicht nur körperlich sondern auch geistig herauszufordern, lösten die Teams an jeder Station ein Quiz zu verschiedensten Themengebieten, wie z. B. alles rund um die Schule, Filmquiz, Politik und Schokolade. Bei der Siegerehrung am folgenden Tag wurden die für die Schülerinnen und Schüler sicherlich interessantesten Fragen von Herrn Rieber aufgelöst. Zum Beispiel: Wie groß die Schulleitung wäre, wenn man diese übereinander stellen würde, wie schwer diese sei, wenn man sie zusammen auf eine Waage stellen würde und wie alt diese wäre, wenn man ihr Alter summiert. Die erfolgreichsten Teams der Schnitzeljagd waren WGEd (Platz 1), BTGE (Platz 2) und WGEa (Platz 3). Diese Klassen erhielten einen Gutschein zum gemeinsamen Eisessen. Insbesondere das Engagement der vielen Schülerinnen und Schüler haben die Schnitzeljagd zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lassen.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Volleyballturnier der Oberstufe am 21. Dezember 2010
Wieder ein voller Erfolg war das traditionelle Oberstufen-Volleyballturnier, welches die SMV am letzten Dienstag vor den Weihnachtsferien veranstaltete. 17 Mannschaften des WG, BTG, SG, sowie des BKP kämpften in diesem Jahr um den Titel des Volleyballchampions. Doch nicht allein sportliches Können zählte bei dieser Veranstaltung. Um den Spaß am gemeinsamen Sporttreiben und den Teamgeist zu fördern, mussten alle in einheitlicher "Verkleidung" antreten. Originelle Kostüme, wie z.B. Schneewittchen und die sieben Zwerge, die Bäckermeister der Weihnachtsbäckerei, Waldmeister, Freischwimmer, die Flower-Power-Girls … und ein großes Publikum sorgten für eine ausgelassene Stimmung und heiße Wettkämpfe.
Am Ende besiegten „Müllers Maschinen“ aus der WG1d den letztjährigen Titelgewinner, die Waldmeister, (WG2b) im kleinen Finale und errangen so den dritten Platz. Im Finale besiegte die Mannschaft Mean Machine (WGEa) das Bäckerteam aus der Weihnachtsbäckerei (WGEc). Im abschließenden Spiel gegen die noch ausgeruhte Lehrermannschaft konnte das Gewinnerteam der Schüler „Mean Machine“ dann zwar noch einige spektakuläre Punkte erzielen und ging zunächst deutlich in Führung, aber schon nach kurzer Zeit hatten die Lehrer sich dann warmgespielt und den Punkterückstand aufgeholt und gewannen zum Ende das Spiel mit einem deutlichen Vorsprung. Der Sonderpreis für das Team mit der originellsten Verkleidung ging in diesem Jahr an die WGEc, die „Weihnachtsbäckerei“. - 65 -
Nell-Breuning Schule D.
Jahresrückblick 2010
Internationales Frühstück am 22. Dezember 2010
Schülerinnen und Schüler aus 17 verschiedenen Klassen feierten und frühstückten zusammen am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien beim internationalen Frühstück. Auch wenn in diesem Jahr sehr ungewöhnliche Länder vertreten waren, wie z.B. das Plätzle- oder Muffinland, Nimmerland, das Himmel & Hölle-Land, die Spooky Islands oder auch das Marsland, so waren die Stände dennoch kreativ geschmückt und mit den tollsten und fantasievollsten Leckereien bestückt. Für beste Unterhaltung und gute Stimmung sorgte wie immer die Schulband mit ihren fetzigen Rhythmen. Außerdem gab es in diesem Jahr ein besonderes Highlight: den ersten Auftritt von Frau Vöhringer mit ihrem neu gegründeten Blasensemble. Im Rahmen des internationalen Frühstücks fand auch in diesem Jahr wieder die Spendenaktion „jeder Schüler spendet einen Euro“ statt. In diesem Jahr wird damit eine Schule in den Slums von Indien unterstützt. Mit dem gespendeten Geld sollen die Schüler dort mit Schulranzen und die Klassenzimmer mit neuen Teppichen ausgestattet werden.
Den ersten Preis für den schönsten Stand mussten sich in diesem Jahr zwei Klassen teilen, die WG1a (Spooky Island) und die WGEc (Transsilvanien). Den zweiten Platz belegte das BKP1 mit ihrem (B)Engel Cafe und den dritten Platz erhielten die „Marsmännchen“ aus der H2.
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
XX. Sonstiges Schulleben A.
Tag der offenen Tür - ein voller Erfolg! Am 6. Februar 2010 fand an unserer Schule wieder einmal ein Tag der offenen Tür statt. Eingeladen waren insbesondere Eltern und Vertreter der Ausbildungsbetriebe, aber auch alle anderen, die sich für die Schule interessieren. Ein Schwerpunkt des Tages lag auf den Informationsveranstaltungen zu den verschiedenen Schularten, die die Nell-Breuning Schule zu bieten hat. In großer Zahl nahmen die Eltern potentieller neuer Schülerinnen und Schüler, manche gemeinsam mit ihren Kindern, dieses Angebot wahr. Im Anschluss daran bestand dann die Möglichkeit, sich einen Eindruck vom Schulhaus zu verschaffen, vor allem aber die vielen Angebote zu nutzen, die die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern mit großem Engagement an zwei Projekttagen vorbereitet hatten. Die beeindruckende Vielfalt der Angebote spiegelte das breite Spektrum der Schule anschaulich wieder.
Angefangen bei den musikalischen Darbietungen von Chor und Band, die wie immer einen Höhepunkt darstellten, über Projekte zu den Themen „Lernen“, „Ergonomie“ oder zu verschiedenen Ausbildungsberufen bis hin zu informativen Schülerpräsentationen zum Thema Globalisierung wurden unterschiedlichste Einblicke in das schulische Leben gewährt. Die Altenpflegeschülerinnen und -schüler boten mit ihrem liebevoll gestalteten Marionettentheater einen humorvollen Einblick in das Leben im Seniorenheim, in dem auch die Figur „Nellie von Breuning“ nicht fehlte. Schülerinnen und Schüler der WG 1a rissen mit ihrem englischsprachigen „Herzblatt“-Theaterstück die Zuschauer zu wahren Lachsalven hin. Die Bio-Chemie-Show „Dem Täter auf der Spur“ des BTG 1 bot im Rahmen eines Theaterstücks einen fesselnden Einblick in die Möglichkeiten forensischer Experimentaltechniken. Den Kinderpflegerinnen im ersten und zweiten Ausbildungsjahr gelang es mit ihrem vielfältigen Projekt zum Thema „Afrika“ besonders gut, die Besucher zum Mitmachen zu motivieren – bei ihnen konnte man trommeln, tanzen, sich schminken lassen und Ausstecherle verzieren und backen. Und dies ist nur ein sehr kleiner Einblick in die gezeigte Vielfalt. Das leibliche Wohl kam dank „American Coffeeshop“, Teestube, Crêpes-Stand, „Mäc Däftig“ und weiterer Angebote nicht zu kurz. Die zahlreichen Besucher würdigten denn auch das Engagement von Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern durch großes Lob. Informativ, anschaulich, unterhaltsam- der Tag der offenen Tür war ein voller Erfolg! Andrea Kern - 67 -
Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
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Nell-Breuning Schule
Jahresrückblick 2010
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Nell-Breuning Schule B.
Jahresrückblick 2010
Gestalte deinen (T)Raum von Schule....
Unter diesem Slogan konnten die Schülerinnen und Schüler ihren eigenen Traum von Schule ein Stückchen näher kommen und ihre Vorstellungen in einem Ideenwettbewerb einbringen. Gesucht wurde der beste Entwurf zur Umgestaltung des Flurbereichs auf Ebene 3 in einen Stillarbeitsraum mit PC-Arbeitsplätzen. Die OES-Projektgruppe „Wohlfühlen“ hat den Ideenwettbewerb im April ausgeschrieben, bis zum 18. Juni 2010 hatten die Schülerinnen und Schüler Zeit ihre Gestaltungsvorschläge einzubringen. Anlass des Wettbewerbes waren die Ergebnisse einer Umfrage, die die OES-Projektgruppe zum Wohlfühlen der Schülerinnen und Schüler an der Ideenwettbewerb 2. Platz
Schule durchführte.
Am 29.06.2010 war es dann soweit: Die Schüler präsentierten ihre Ergebnisse, die anschließend von einer Jury, die aus Vertretern der Schulleitung, der SMV, dem Fachbereich Kunst und der OESProjektgruppe bestand, prämiert wurden. Die Teilnehmerinnen stellten liebevoll ausgearbeitete Modelle und Pläne mit zahlreichen Details und kreativen Elementen vor. Da jedoch keiner der eingereichten Vorschläge allen Anforderungen der Ausschreibung entsprach und auch nicht ohne Eingriffe umgesetzt werden konnte, wurde kein 1. Preis vergeben.
Ideenwettbewerb 3. Platz
Den 2. Preis erhielt Simone Heinz aus der WG1b und zwei dritte Preise gingen an Carmen A. Jäger aus der WGEd und an das Team Melanie Klinger und Lena Zielke aus der WGEb. Die eingereichten Wettbewerbsideen können in den Vitrinen neben dem Haupteingang auf Ebene 2 angeschaut werden. A. Gompper, E. Zeller
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Nell-Breuning Schule C.
Jahresrückblick 2010
Kreative Adventszeit
Dank des liebevollen Einsatzes von Frau Schwarzwälder und Ihrem Team wird unsere Schule weihnachtlich:
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Nell-Breuning Schule D.
Jahresrückblick 2010
Weihnachtlicher Jahresabschluss
Angeregte Gespräche….
Fröhliche Stimmung…
Musikalische Einlagen…
Singen sie schon?
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Nell-Breuning Schule
XXI.
Jahresrückblick 2010
Impressum
Redaktionsausschuss: Frau Marina Recec (Schulverwaltungsassistentin) Frau Gisela Jauch (Abteilungsleiterin) Herr Sebastian Pfautsch (Vorsitzender des Vereins der Freunde der Nell-Breuning Schule) Herr Axel Rombach (Stellv. Schulleiter) Verantwortlich: Herr Sebastian Pfautsch Herr Axel Rombach Fotos: Frau Marina Recec Herr Axel Rombach weitere Kollegen/-innen Korrektur: Frau Marina Recec Herr Sebastian Pfautsch Layout: Herr Sebastian Pfautsch Frau Marina Recec Umschlagentwurf/Deckblatt: Schülerarbeit Grundkurs „Bildende Kunst“
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