February 13, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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Begegnungen - Schutzräume für Kinder Symposium 2009
evangelische Akademie Tutzing
Begegnungen - Schutzräume für Kinder
Sind so kleine Hände, winzige Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann. Sind so kleine Füße, mit so kleinen Zehn. Darf man nie drauf treten, könn´sie sonst nicht gehn. Sind so kleine Ohren, scharf und ihr erlaubt. Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub. Sind so schöne Münder, sprechen alles aus. Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus. Sind so klare Augen, die noch alles sehen. Darf man nie verbinden könn´sie nicht verstehen. Sind so kleine Seelen, offen und ganz frei. Darf man niemals quälen, gehn kaputt dabei. Ist so´n kleines Rückgrat, sieht man fast noch nicht. Darf man niemals beugen, weil es sonst zerbricht. Gerade klare Menschen wär´n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückgrat haben wir schon zuviel. (Bettina Wegner)
Das Grußwort der Gastgeber Der französische Schriftsteller Denis Diderot, einer der größten Köpfe der Aufklärung, definiert es so: „Menschlichkeit. Das ist das Gefühl des Wohlwollens für alle Menschen. Diese edle und erhabene Begeisterung kümmert sich um das Leiden der anderen und um das Bedürfnis, es zu lindern; sie möchte die ganze Welt durcheilen, um die Sklaverei, das Laster und das Unglück abzuschaffen. Sie macht uns zu besseren Freunden und besseren Staatsbürgern. Es macht uns Freude, die Wohltätigkeit auf alle Wesen auszudehnen, die die Natur neben uns gestellt hat. Ich habe diese Tugend zwar in vielen Köpfen bemerkt, aber nur in wenigen Herzen.“ Der amerikanische Schriftsteller Henry James hat das kürzer ausgedrückt: „Drei Dinge sind im Leben eines Menschen wichtig – erstens: Menschlichkeit, zweitens: Menschlichkeit und drittens: Menschlichkeit“. Die Evangelische Akademie gilt als Denkfabrik. Gemeinsam mit Freunden, Weggefährten und Persönlichkeiten aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens möchten wir öffentlich über die Situation von Kindern und Jugendlichen nachdenken. Wir hoffen, dass wir von Tutzing aus den Funken entzünden können, der eine breite Diskussion über den Umgang unserer Gesellschaft mit den Schwächsten in Gang setzt. Sie an unserer Seite zu wissen, wäre eine große Freude. Helfen Sie mit, dass Menschlichkeit - insbesondere gegenüber Kindern und Jugendlichen - wieder Einzug in unser aller Handeln und Denken findet. Helfen Sie mit, dass Schutzräume für Kinder entstehen! Peter Maffay & Dr. Friedemann Greiner
Das Symposium 2009 Am 19. Mai 2009 fand in der renommierten Evangelischen Akademie Tutzing erstmals ein Symposium unter dem Oberbegriff „Begegnungen – Schutzräume für Kinder“ statt. Dieses Symposium ist als Folgeprojekt des Engagements von Peter Maffay im Zusammenhang mit „Begegnungen – Eine Allianz für Kinder“ zu sehen und dient der Schaffung eines Netzwerkes zum Schutz von Kindern. Rund 150 geladene Gäste aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens, darunter Persönlichkeiten wie Aliza Olmert (Frau des israelischen Premierministers), Bundesminister Sigmar Gabriel, Frank Elstner, Otmar Alt, Fußballnationalspieler Philipp Lahm etc. verfolgten die Konferenz. Als Keynote-Speaker konnte die Peter Maffay Stiftung in den Bereichen Politik, Kirche und Medien Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber und Markus Schächter, den Intendanten des Zweiten Deutschen Fernsehens, gewinnen. Auch Schirmherrin Dr. Ursula von der Leyen (Bundesministerin für Familie) ließ es sich nicht nehmen, ihre Ausführungen zum Thema „Schutzräume für Kinder“ persönlich in der Evangelischen Akademie vorzustellen. In seiner Begrüßungsrede ging Peter Maffay noch einmal auf seine Beweggründe ein: „Unser Engagement ist sicherlich nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Jedoch teile ich die Meinung von Erzbischof Tutu, dass alle Tropfen zusammen eines Tages einen reißenden Fluss ergeben, der dann die Ungerechtigkeit und das Elend wegschwemmt.“ Neben den Aktivitäten der Maffay Stiftung auf Mallorca wurde der Schulaustausch mit Gruppen aus Nordrhein-Westfalen, Israel und Palästina oder auch das neue Projekt der Peter Maffay Stiftung in Radeln, Rumänien, vorgestellt. Hierzu gab es einen eigenen Informationsraum. Der Tag endete mit einem Konzert, welches Peter Maffay und BAP Frontmann Wolfgang Niedecken moderierten. Gemeinsam mit der Peter Maffay Band spielten Künstler wie Bettina Wegner, Heinz Rudolf Kunze, Wolfgang Niedecken und Tsipi Mashid eine dreistündige Show im historischen Schlosssaal.
Peter Maffay Mit mehr als 40 Millionen verkaufter Tonträger gilt Peter Maffay seit rund vier Jahrzehnten als der erfolgreichste deutsche Rockmusiker. Mit 13 Alben erreichte der Mann aus Siebenbürgen Platz 1 der deutschen Charts – mehr Spitzenplatzierungen als jeder andere nationale oder internationale Musiker. Bis zu 700 000 Zuschauer pro Tour besuchten in den letzen Jahren die Konzertreisen. Nicht zuletzt durch seine Konzeptalben wie „Begegnungen“, die in Zusammenarbeit mit berühmten Künstlern aus aller Welt entstanden, verfügt Peter Maffay auch international über ein hohes Ansehen. Für sein musikalisches Projekt „Begegnungen – Eine Allianz für Kinder“ übernahm Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schirmherrschaft. Paten waren u. a. Israels Staatspräsident Shimon Peres, Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu, Liz Mohn sowie die Staatspräsidenten Hamid Karzai und Victor Juschtschenko. Für seine musikalischen Erfolge und humanitäres Engagement erhielt der Künstler zahlreiche Auszeichnungen, darunter zwei Bambis, diverse Echos, den World Vision Charity Award, den Steiger Award sowie den Verdienstorden Erster Klasse der Bundesrepublik Deutschland, aus den Händen von Bundespräsident Prof. Dr. Horst Köhler. Maffay gründete im Jahr 2000 die nach ihm benannte Peter Maffay Stiftung.
Dr. Friedemann Greiner Dr. Friedemann Greiner wurde 1946 in Nürnberg geboren. Nach Ablegung der Reifeprüfung studierte er Evangelische Theologie und Philosophie in München. Seit 1991 ist Dr. Friedemann Greiner Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen auf dem Gebiet des interreligiösen Dialoges, der Ökumene sowie der Politik und Theologie. In seiner Funktion als Akademiedirektor ist er Mitglied des Beirates der Akademie für Politische Bildung, Tutzing Vorsitzender der Jury des Toleranzpreises der Evangelischen Akademie Tutzing Vorsitzender der Jury des Marie-Luise-Kaschnitz-Preises Vorsitzender der Stiftung Schloss Tutzing Seit 1998 ist Dr. Friedemann Greiner Mitglied des Rundfunkrates des Bayerischen Rundfunks. Dr. Friedemann Greiner wurde mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber geehrt. Er ist Träger des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Träger des Bayerischen Verdienstordens.
Das Programm: • • • • • • • • • • •
Einstimmung durch den Montessori-Tabaluga-Kinderchor Tutzing Begrüßung durch Dr. Friedemann Greiner und Peter Maffay Diskussionsrunde Referent: Prof. Markus Schächter, Intendant ZDF Grußwort der Bundesregierung durch Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen Statement Prof. Hans-Georg Näder Rumänischer Außenminister Komanescu Diskussionsrunde Referent: Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen Amts Diskussionsrunde Referent: Bischof Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche Deutschland Schlussworte von Peter Maffay und Dr. Friedemann Greiner Cocktailempfang mit musikalischer Begleitung durch das Klavierduo Martina und Kristina Bauer Abschlusskonzert
Die Keynote-Speaker Bundesfamilienministerin Dr. Ursula von der Leyen, bekräftigte ihr Engagement für den Schutz von Kindern und Ihre Rechte. „Wir sind nach Tutzing gekommen, weil wir wissen, dass es auch in Deutschland Kinder gibt, die auf der Schattenseite des Lebens geboren sind. Diese Kinder brauchen unsere besondere Unterstützung. Ich werde mich weiterhin mit aller Kraft dafür einsetzten, dass es Kindern gut geht. Auf mich können Sie bei Ihrer Allianz zählen,“ sagte die Ministerin in Ihrem Grußwort. Auch die Politik muss geschützte Räume und Orte der Begegnungen für Kinder schaffen: Dies betonte Vizekanzler und Bundesaußenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier bei dem Symposium und bedankte sich bei Peter Maffay für seinen Einsatz für benachteiligte Kinder weltweit. „Wertschätzung für Kinder ist nicht immer ausreichend gegeben, nicht nur in der Politik, auch in der Gesellschaft.“ Mehr Aufmerksamkeit für Kinder und eine Grundsicherung für Familien forderte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, in seiner Ansprache. Allein in Deutschland müssen rund drei Millionen Kinder von Hartz IV oder in Armut leben. „Wir brauchen eine eigenständige, verlässliche Grundsicherung für Kinder,“ mahnte der Berliner Bischof. Prof. Markus Schächter, der Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens nahm in seinem Beitrag „Die Medien und ihre Verpflichtungen“ Stellung im Hinblick auf die besondere Verantwortung, die die Medien hinsichtlich Aufklärung, Information und Bildung sowie bei der Entwicklung von medialer Kompetenz haben. Als Vater zweier Töchter erschüttert mich Kinderarmut in Deutschland – Gewalt gegen Kinder. Schutz – Schutzräume für Kinder sind leider keine Selbstverständlichkeit. Was wir als selbstverständlich betrachten braucht Fokus. In meinem Unternehmen stehen Kind und Karriere nicht im Widerspruch. Lassen Sie uns Zeichen setzen in der Familie, in Unternehmen, in unserer gemeinsamen gesellschaftlichen Verantwortung – nicht mehr Staat, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, gerade für Kinder, Prof. Hans Georg Näder.
Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Ursula von der Leyen und dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Horst Seehofer.
Dr. Frank-Walter Steinmeier, Bundesminister des Auswärtigen, Berlin: „Jetzt ist die Politik gefordert“.
Prof. Markus Schächter, Intendant des ZDF, Mainz: „Die Medien und ihre Verpflichtung“.
Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Berlin: „Gottes Kinder! Die Pflicht der Kirchen“.
Prof. Hans Georg Näder, Geschäftsführung Otto Bock HealthCare GmbH, Otto Bock Stiftung. „Lassen Sie uns Zeichen setzen“.
Die Schirmherrin
Das Logo Das Logo für das Symposium „Begegnungen – Schutzräume für Kinder“ wurde vom renommierten amerikanischen Künstler James Rizzi gestaltet. Rizzi gehört zu den gefragtesten Künstlern der Welt. Seine Arbeiten befinden sich in Museen, Galerien und privaten Sammlungen. James Rizzi lebt in New York und wird von den internationalen Medien in einem Atemzug mit den Pop Art Ikonen Keith Haring, Andy Warhol und Roy Lichtenstein genannt.
Die Ausstellungen
Die Peter Maffay Stiftung Ein Netz für benachteiligte Kinder Als Peter Maffay im Jahr 2000 die Peter Maffay Stiftung gründete, war klar, dass die Möglichkeiten, die sich durch die Popularität von Peter Maffay und den Erfolg seiner Musik ergeben, zur Förderung engagierter, gemeinnütziger Projekte eingesetzt werden sollten. Schwerpunkt der Peter Maffay Stiftung liegt in Pollença, einer Stadt im Norden der Baleareninsel Mallorca. Es handelt sich um eine Finca, abseits vom Massentourismus, im idyllischen Hinterland der Insel. Die Finca bietet konkret: Ein Ferienhaus, das ein- oder mehrwöchige Aufenthalte für Kinder und Jugendliche und das Kennenlernen der vielfältigen Aktivitäten auf der Finca ermöglicht. Die Kinder und Jugendlichen können hier in einer vertrauten Gemeinschaft Neuem begegnen und so die eigenen Grenzen erweitern. Es gibt Unterkünfte für 14 Kinder und Jugendliche und deren pädagogische Betreuer und Betreuerinnen. Einen Ökogarten mit einem eigenen Bewässerungssystem. Eine hofeigene Schaf- und Ziegenhaltung mit einer Molkerei und Käserei zur Verarbeitung der Milch. Eine eigene Bäckerei und einen Hofladen. Ein Musikstudio, welches für Musiktherapie oder Musikaufnahmen genutzt werden kann. Als Ergänzung der ländlich orientierten Projekte auf der Finca steht ein Stadthaus zur Verfügung, in dessen Räumen die Büros, ein Café/Restaurant und ein Tagungsraum untergebracht sind. Im Café/ Restaurant und auf dem Hofladen der Finca werden die ökologisch erzeugten Produkte verarbeitet und verkauft.
Die Finca Ca‘n Llompart der Peter Maffay Stiftung bei Pollença/Mallorca.
Zwischen der von Dr. Jürgen Haerlin geleiteten TABALUGA KINDERSTIFTUNG und der PETER MAFFAY STIFTUNG gibt es eine enge Kooperation. Peter Maffay ist Schirmherr und Pate der Tabaluga Kinderstiftung, deren Schwerpunkt in den Projekten der Kinder- und Jugendhilfe im bayerischen Voralpenland, nahe des Starnberger Sees, liegt. Sie ist eine heilpädagogisch-therapeutische Einrichtung mit langjähriger Erfahrung. Beide Stiftungen haben ein umfassend abgestimmtes Netzwerk für benachteiligte Kinder entwickelt. Die Hilfsangebote beider Stiftungen beziehen sich auf Kinder und Jugendliche, bei denen das Erlebnis einer existenziell bedrohlichen Lebenssituation eine große Angst vor neuerlicher Verletzung und Sicherheitsverlust hinterlassen hat. Viele von ihnen haben ein berechtigtes Maß an Misstrauen gegenüber der Welt und anderen Menschen erzeugt.
Das Sternstundenhaus der Tabaluga Kinderstiftung im bayrischen Voralpenland.
Die Tutzinger Erklärung Begegnungen – Schutzräume für Kinder Tutzing * 19. Mai 2009 Kinder sind unsere Zukunft. In das Wohl, den Schutz und die Ausbildung der kommenden Generationen zu investieren, ist unsere Verpflichtung. Wir benötigen mehr Schutzräume für Kinder und Jugendliche und müssen der fortschreitenden Anonymisierung unserer Gesellschaft entgegen treten. Dafür benötigen wir eine breite Bewegung von Entscheidungsträgern aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Gemeinsam müssen wir immer wieder die Situation von Kindern und Jugendlichen hinterfragen und uns für eine Verbesserung ihrer Lebensumstände einsetzen. Durch meine Unterschrift verpflichte ich mich, den Schutz der Kinder- und Jugendrechte immer wieder in den Fokus meines Handelns zu stellen und im Rahmen der mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für eine Verbesserung der Lebenssituationen der künftigen Generationen zu kämpfen. Gerne möchte ich mithelfen, Schutzräume für Kinder zu schaffen und selbst als Multiplikator für solche Schutzräume aufzutreten. Ich fordere ein klares Bekenntnis für Kinder und Jugendliche. Sie müssen endlich den Platz in der Gesellschaft einnehmen, den sie verdienen. ____________________________________________________ Children are our future, and it is our duty to invest in the well-being, the protection and the education of the generations to come. We need more shelters for children and young people and must oppose the growing anonymisation of our society. This can only be realized with the broadly based support of decision-makers from all fields of public life.Together, we have to question the situation of children and young people again and again, committing ourselves to improving their living conditions. With my signature, I commit myself to focusing my actions again and again on the protection of children’s and young people’s rights and, as far as possible, to fight for the improvement of the situation of future generations. I will be happy to help creating shelters for children and act as a multiplicator for such shelters myself. I demand a clear commitment to children and young people. It is high time they occupied the position in society to which they are entitled.
Die Musiker Maffays Medium ist die Musik. Daher hat Peter Maffay und Band am Abend der Veranstaltung gemeinsam mit engagierten Künstlerfreunden ein Konzert im intimen Rahmen der Akademie gegeben. Folgende Künstler wirken mit:
Wolfgang Niedecken ist Frontmann der Kölner Kultband BAP und wurde 1951 geboren. Für seine führende Rolle bei der Anti-Rassismus-Kampagne in den 90er Jahren erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Seit 2004 ist er Botschafter der Organisation „Gemeinsam für Afrika“. Regelmäßig reist Wolfgang Niedecken in Kriegs- und Krisenregionen, er sammelt Spenden für Projekte u.a. in Uganda und informiert die deutsche Öffentlichkeit in Interviews und Talkshows über die katastrophale Situation. Niedecken ist längst zum Sprachrohr eines toleranten Deutschlands geworden und setzt sich immer wieder gegen aufkeimende Fremdenfeindlichkeit und gegen Rassenhass ein. So gehörte er auch zu den Mitinitiatoren des berühmten „Arsch-huh“ Konzerts auf dem Kölner Chlodwigplatz. Nach über 30 Jahren, 20 Plattenveröffentlichungen und mehreren Millionen verkaufter Tonträger zeigen BAP und Wolfgang Niedecken keine Ermüdungserscheinungen. Wolfgang Niedecken erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Musikpreis der Stadt Frankfurt und den Landesverdienstorden Nordrhein- Westfalen.
Heinz Rudolf Kunze lebt am Stadtrand von Hannover und konnte im Jahre 2005 sein 25jähriges Bühnenjubiläum feiern. Als Liedermacher, Autor und Übersetzer gehört er seit vielen Jahren zu den renommiertesten Künstlern der Bundesrepublik. 1987 erhielt er den RTL-Sonderlöwen in der Sparte „Neues deutsches Lied“. Im selben Jahr spielte er mit seiner Band in der damaligen DDR 70 Konzerte, davon drei vor je 40.000 Zuschauern. Kunze engagiert sich nicht nur für die musikalische Früherziehung an Schulen, sondern auch für die Multiple Sklerose Gesellschaft in Niedersachsen, jüngst gab er dort ein Benefizkonzert. Den größten kommerziellen Erfolg feierte Heinz Rudolf Kunze in den 90er Jahren, das Album „Brille“ steigt von 0 auf 4 in die deutschen Charts. Neben dem Praetorius-Musikpreis wurde Heinz Rudolf Kunze im Jahre 2007 auch mit dem niedersächsischen Staatspreis für sein künstlerisches Schaffen geehrt. In seiner Laudatio unterstrich Ministerpräsident Christian Wulff noch einmal die wertvollen Leistungen für die deutsche Musiklandschaft.
Bettina Wegner wurde in Westberlin geboren, zog dann in die DDR und trat im Laufe ihrer Karriere mit Konstantin Wecker, Joan Baez und Angelo Branduardi auf. Ihr bekanntestes Lied ist „Kinder (Sind so kleine Hände)“, welches auch das Leitwort zum Symposium „Schutzräume für Kinder“ bildet. Bettina Wegner hat sich schon immer politisch engagiert und kritisierte in der damaligen DDR massiv die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Danach wurden ihre Auftrittsmöglichkeiten weiter beschnitten, sie wurde von der Stasi bespitzelt und vom politischen System unter Druck gesetzt. Ihre Konzerte waren überfüllt und zweifelsohne gehört sie seit den 80er Jahren zu den Vorreitern der Friedensbewegung. Bettina Wegner setzt sich stark für die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein. In Interviews und Fernsehbeiträgen macht sie auf den Verlust von Werten, Nähe und Erziehung aufmerksam, die zu den ureigensten Elternpflichten gehören. Heute tritt sie nur noch selten auf, für das Symposium von Peter Maffay machte sie eine Ausnahme und präsentierte dort noch einmal ihren großen Hit „Kinder“.
Tsipi Mashid wurde 1983 in Ashkelon, einer schönen alten Stadt an der israelischen Mittelmeerküste geboren und ist dort auch aufgewachsen. Ihre Kindheit war geprägt von einer liebevollen Familie tunesischen Ursprungs, von der sie viel Unterstützung erfuhr. Während ihrer zwölfjährigen Schulzeit an der Kunstschule von Ashkelon lernte sie neben den konventionellen Unterrichtsfächern auch Klavier und Flöte zu spielen und – was für sie das Wichtigste war – zu singen. „Singen ist die Liebe meines Lebens!“ sagt Tsipi. „Als ich bei der Armee war, habe ich in der Militärband gesungen – es war schon eine beeindruckende Erfahrung, an den militärischen Grenzposten zu sein und dort unsere Soldaten zu unterhalten“.Nach ihrem Wehrdienst arbeitete Tsipi weiter an ihrer musikalischen Entwicklung – sie sang in Musicals und nahm am Vorsingen für die israelische TV-Version von „American Idol“ teil. Sie trat in der Fernsehshow auf und gewann im Handumdrehen die Herzen der Zuschauer. Im Jahr 2007 lud Peter Maffay Tsipi ein, bei seinem Charity-Projekt „Begegnungen – Eine Allianz für Kinder“ mitzuwirken. Im April/Mai 2007 tourte sie mit ihm durch Deutschland.
Klavierduo Martina & Kristina Bauer Die Faszination der Musik und vor allem des Klaviers zog die in München geborenen Schwestern schon früh in ihren Bann. Bereits der erste Klavierunterricht brachte beide sehr bald solistisch und mit Orchester aufs Podium, so dass sie jeweils ab dem 9. Lebensjahr regelmäßig und begeistert im Konzertleben aktiv waren. Nach dem Abitur begannen sie -zeitversetzt durch den Altersunterschied von fünf Jahren- ihr Musikstudium an der Musikhochschule München. Es folgte die Meisterklasse an der Musikhochschule Würzburg und Weimar. Als Klavierduo haben sie nun in kürzester Zeit zahlreiche Rundfunkaufnahmen gemacht, Klavierkonzerte für 2 Klaviere aufgeführt und Klavierabende an 2 Klavieren gegeben.
Münchner Merkur, den 20. 05. 2009
Münchner Merkur, den 20. 05. 2009
SZ-Landkreisausgaben
STARNBERG
Freitag, 22. Mai 2009 Starnberg Seite R4
Süddeutsche Zeitung, den 22. 05. 2009
Ein Deutschrocker in neuer Mission Peter Maffay zeigt sich angetan von der großen Resonanz des Symposiums über misshandelte Kinder Tutzing T „Es war einer der schönsten Tage in diesem Jahr, bis jetzt “, sagt Peter Maffay. Klingt nach ziemlich vielen Einschränkungen. Aber die Skrupel rühren womöglich von dem ungewohnten Part her, den der Deutschrocker bei diesem ersten Symposium über die Situation traumatisierter, verwaister oder misshandelter Kinder in der Evangelischen Akademie Tutzing übernehmen muss: Maffay findet sich in der Rolle des Gastgebers, Moderators und Fragestellers wieder. Mit Akademiedirektor Friedemann Greiner und dem Journalisten Gero von Boehm sitzt er auf dem Podium und hört zu, wie Bischof Wolfgang Huber über die Probleme von Mittelschicht-Eltern redet oder Außenminister Frank-Walter Steinmeier über anrührende Hilfsaktionen spricht und sein Misstrauen am Effekt politischer Maßnahmen durchklingen lässt. Maffay hakt nach, stellt fest, dass Besucher aus allen Teilen der Gesellschaft zu der Tagung „Begegnungen – Schutzräume für Kinder“ gekommen sind, darunter Vertreter von Stiftungen, Rektoren, Künstler
Gemeinsam für Veränderungen: Peter Maffay mit seinen Kumpels in Tutzing. und Prominente. Und er resümiert, er glaube, dass „die Summe aller Anstrengungen Veränderungen erzeugen werden“. Wie ihm die neue Rolle liegt? Es macht Spaß, sagt er und lacht. Sänger sind zum Singen da, findet indes BAP-Chef Wolfgang Niedecken. Und er erzählt eine Geschichte dazu: wie er vor Mädchen in Nord-Uganda, die von Rebellensoldaten vergewaltigt worden waren, als Redner antreten
sollte. Die Frauen hätten protestiert, sie fanden, Niedecken sollte seine Westerngitarre rausholen. Was er nun zum Glück auch in Tutzing tut. Vorher reduzierte Bettina Wegner ihre Lieder („Sind so kleine Hände“) bis aufs Skelett, die israelische Sängerin Tsipi Mashid, eine kleingelockte Schönheit, bot Musik der pathetischen Gesten. Bei Niedecken nun setzt das Breitwand-Kino der Gefühle ein,
Foto: Treybal
der unplugged gespielten Stadionhymnen („Verdamp lang her“). Und am Ende gibt’s eine Art Klassentreffen: Eine MaffayForever-Band mit dem Percussionisten Ray Cooper und den Gitarristen Carl Carlton und Frank Diez groovt bei „Eiszeit“ so ungeheuer gutgelaunt, dass es eine Freude ist. Das letzte Stück des Abends stammt von den Stones, „Gimme shelter“. Was könnte besser passen? Gerhard Summer
SZ-Landkreisausgaben Süddeutsche Zeitung, den 20. 05. 2009
Mittwoch, 20. Mai 2009 Starnberg Seite R1, Würmtal Seite R1
Prominente Paten für eine bessere Kinderwelt Symposium in der Evangelischen Akademie soll gesellschaftliche Diskussion in Gang setzen SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
Von Gerhard Summer
Tutzing T „Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft“, „Wer an den Kindern spart in Zukunft verarmen“: Sätze wie diese prägten eine Tagung in der Evangelischen Akademie Tutzing, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Lebensumstände der Schwächsten in unserer Gesellschaft zu verbessern. Rund 25 Teilnehmer waren zum Symposium „Begegnungen – Schutzräume für Kinder“ gekommen, zu den Referenten gehörten Familienministerin Ursula von der Leyen, ZDF-Intendant Markus Schächter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen
Kirche Deutschland. Ziel des Symposiums war es, viele Prominente und Multiplikatoren für das Projekt zu gewinnen und eine gesellschaftliche Diskussion in Gang zu setzen. Die von Rockstar und Paten der Tabaluga-Stiftung, Peter Maffay, und Akademiedirektor Friedemann Greiner ersonnene Diskurs war höchst aufwendig organisiert, das Sicherheitsaufgebot der Polizei beeindruckend. Rund um die Akademie waren am Dienstag acht große Polizeiwagen postiert, auf dem Hof posierten Figuren aus dem Tabaluga-Musical wie Bienenkönigin, 08/15 und Arktus. Das Symbolbild für die Tagung hatte James Rizzi entworfen: einen Baum mit bunten Vögeln, auf
dem Kinder schaukeln. Vor dem Eingang zur Rotunde stand ein Modell des Baums mit Kinderwünschen. Außenminister Steinmeier begann seine Rede mit persönlichen Anmerkungen. Wenn er die Bilder seiner Kinder abrufe, sehe er nicht einen geschützten Raum, sondern ein offenes Feld. Seine Mutter habe nämlich bei der Wiederaufforstung von Wäldern mitgearbeitet, „und wir Kinder aus Flüchtlingsfamilien sammelten uns am Waldrand“. Wie Steinmeier sagte, sei in vielen Stadtvierteln von Duisburg, Hamburg, Köln und Berlin das ganze Ausmaß der Krise sichtbar. Viele Familien seien überhaupt nicht mehr zu erreichen, weder durch staatliche Verwal-
tung, noch durch privates Engagement. Ihre Kinder bekämen nie Betreuungseinrichtungen zu Gesicht und wenn doch, dann fehlten sie in Schulen und Kindergärten. Steinmeier appellierte an Eltern, sich in der Erziehung die Mühe zu machen, Kindern Grenzen zu setzen. Bischof Huber zufolge sind Familien längst keine Schonräume mehr, sondern „Erfahrungsräume des Glücks und des Schreckens“. Er zitierte aus einem Brief von Eltern, die beide arbeiten und trotzdem kaum über die Runden kommen: „Es darf nichts passieren: kein Loch im Auspuff unseres Autos, keine defekte Waschmaschine“. Hubers Ansicht nach kein Einzelfall in Deutschland.
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BILD München, den 20. 05. 2009
Danksagung Veranstaltungen wie das Symposium und das Konzert „Begegnungen – Schutzräume für Kinder“ lassen sich nur realisieren, wenn man die Wege des Gewöhnlichen verlässt. Wir danken daher für die großzügige Unterstützung, die vielen freundlichen Ratschläge und die unkomplizierte Hilfe: • dem Team der Evangelischen Akademie Tutzing, Elke Tuchenhagen, Martin Kurz, Lidwina Kurz, Thomas Börner • Dr. Friedemann Greiner • SONY BMG • Edgar Berger • Daniel Maurer • Otto Bock Firmengruppe • Prof. Hans Georg Näder • Joachim Hamacher • MONTBLANC Hamburg • Thomas Schnädter • Volkswagen AG • Jörg Frommberger und Henning Teichmann • Gemeinde Tutzing • Landratsamt Starnberg • PHOENIX • Wernesgrüner Brauerei AG • Stefan Didt • Coca Cola Erfrischungsgetränke AG • Adelholzner • Weinkellerei Hex vom Dasenstein • Dem Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) • Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und Sekretariat Prof. Dr. Wolfgang Huber • Minister Armin Laschet • Natalia Fedossenko und Prof. Klaus Schäfer • Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen • Bundestagsvizepräsidentin Dr. Susanne Kastner • Annette Verheyen und dem Büro der Bundestagsvizepräsidentin Dr. Susanne Kastner • Michael van Almsick • Schoberth
• Weingut Prinz zur Lippe • Auswärtiges Amt, Markus Potzel und Dr. Andreas Görgen • Ruth Kaplan und Judy Kabiri (Office of Aliza Olmert) • Büro Peter Maffay & Red Rooster • Polizei Starnberg und EPHK Norbert Reller • Gero von Boehm und Interscience Film Heidelberg & Paris • Großfoto Stühler Bochum • Prof. Martin Traub • TABALUGA Kinderstiftung und dem Montessori Kindergarten Tutzing • Didi Hentschel und BAP – Büro Köln • Bernd Hölcke, Management Heinz Rudolf Kunze • Roy Aloni • James Rizzi und dem Team der ART 28 GmbH • Elisabeth Bayrle, Blumenhaus Liesl • Peter Molnar, Satz und Druck • Zimmerei Ludwig Gansneder • Klaus Dirr • Stefanie Schuster • Sebastian Szaktilla • Coppenrath Verlag Münster • Bettina Wegner • Wolfgang Niedecken • Heinz Rudolf Kunze • Wolfgang Stute, Büro HRK Hannover • Tsipi Mashid • Peter Maffay – Band • Anja Tomaszweski • Markus Oskamp • Max Schmidt-Kuhl • Hans-Jörg und Sandra Nawrath • Dorothee Jäger-Wolf • Guido Frebel • allen fleißigen Helfern, die für eine gelungene Veranstaltung gesorgt haben
Impressum Herausgeber und Redaktion
Peter Maffay Stiftung Klenzestrasse 1 82327 Tutzing Telefon: 08158 - 930 50 Fax: 08158 - 930 567 E-Mail:
[email protected] Web.: www.petermaffaystiftung.de
Projektleitung
Hellen Medien Projekte GmbH Kornweg 1G 44805 Bochum Telefon: 0234 - 890 15 810 Fax: 0234 - 890 15 811 Web.: www.maffay-begegnungen.de
Peter Maffay Stiftung Klenzestrasse 1 82327 Tutzing Telefon: 08158 - 930 50 Fax: 08158 - 930 567 E-Mail:
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Evangelische Akademie Tutzing Schlossstrasse 2 + 4 82327 Tutzing Telefon: 08158 - 251 0 Fax: 08158 - 251 110 Web.: www.ev-akademie-tutzing.de
Konzept und Gestaltung
Werbeagentur Designstudio Tutzing Werner Jungwirth Klenzestrasse 1 82327 Tutzing Telefon: 08158 - 91407 00 Web.: www.designstudios.info
Foto
Lichtblick - Guido Frebel
Druck
EOS Klosterdruckerei 86941 St. Ottilien Telefon: 08193 - 71 700 Web.: www.eos-druck.de
„Stark
ist, wer mehr Träume hat als die Realität zerstören kann.“ Hans Kruppa
In Kooperation mit der Otto Bock Stiftung und der Evangelischen Akademie Tutzing
Mit freundlicher Unterstützung von: