5/2008 Oktober
FILM NEWS
BAYERN Der FilmFernsehFonds Bayern informiert
• Vorschau: Medientage München Rückschau: cinec • Festivals: Filme aus Bayern in Montréal, Los Angeles und Hof • Literaturverfilmung: Friedrich Ani im Interview, Buchtipps
IM WINTER EIN JAHR Karoline Herfurth tanzt. Im neuen Film von Oscar-Preisträgerin Caroline Link spielen Malerei und Tanz eine große Rolle. Der Film feierte Premiere in Toronto und eröffnet die Hofer Filmtage. Foto: © Constantin Film Verleih GmbH
www.fff-bayern.de
DER FFF BAYERN
42. INTERNATIONALE HOFER FILMTAGE 2008
FREUT SICH ÜBER DIE PREMIERE DER GEFÖRDERTEN KINOFILME, DOKUMENTATIONEN UND NACHWUCHSFILME.
IM WINTER EIN JAHR Regie: Caroline Link Produktion: Constantin Film, Bavaria Film
DIE FRAU DES ANARCHISTEN Regie: Marie Noelle, Peter Sehr Produktion: P’ Artisan Film, Cargo Films, KV Entertainment, J.Ibarratxe & Co.
IN JEDER SEKUNDE Regie: Jan Fehse Produktion: TV60Filmproduktion
EL ULTIMO APLAUSO – DER LETZTE APPLAUS Regie: German Kral Produktion: German Kral Filmproduktion, Happinet
DER ROTE PUNKT Regie: Marie Miyayama Produktion: Münchner Filmwerkstatt
AM RANDE
MENSCHLICHES VERSAGEN Regie: Michael Verhoeven Produktion: Sentana Film, WDR, BR
Regie: Inga Nemstsveridze Produktion: HFF München, Münchner Filmwerkstatt
BASSIONA AMOROSA Regie: Pawel Siczek Produktion: Junge Götter Film- und Medienproduktion
FilmFernsehFonds Bayern GmbH Sonnenstr. 21 I 80331 München Tel. 089-544 602 -0 I Fax 089-544 602 21
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Editorial
Inhalt Medienszene Bayern . . . . . . . . . . . . . .2 Kinostarts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8
Bewegter Herbst
Sendetermine . . . . . . . . . . . . . . . . . . .10 Nachwuchs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .12
Manches kommt wie erwartet, manches überraschend und manches ganz anders, als man denkt. Bayern bekommt einen neuen Ministerpräsidenten, erstmals seit über vierzig Jahren wird die Bayerische Staatsregierung von einer Koalition gestellt, in Berlin wird ein neues Filmfördergesetz verabschiedet und die Welt wird von einer Finanz- und Bankenkrise heimgesucht, deren Auswirkungen auf die Wirtschaft heute noch gar nicht absehbar sind. Was kann das alles für den Film bedeuten? Es steht zu hoffen, dass die neue politische Weichenstellung im Freistaat im Bereich der Filmpolitik keine grundlegenden Veränderungen bringen sollte. Bayern ist ein starker Film- und Medienstandort mit einem hohen kreativen Potenzial, herausragenden Ausbildungsstätten für Fernseh- und Filmberufe, innovativen Produktions- und Vertriebseinheiten und einer leistungsfähigen Infrastruktur. Dies zu erhalten und im deutschen und weltweiten Wettbewerb der Standorte weiter auszubauen, dürfte auch Ziel der neuen Staatsregierung sein. Die Weichen hierfür werden mit der Aufstellung des nächsten Doppelhaushalts gestellt. Nur mit einer starken Film- und Fernsehförderung kann Bayern seine Spitzenstellung als Medienland behaupten. Die Verabschiedung des neuen Filmfördergesetzes durch den Deutschen Bundestag wird auch keine unerwarteten Überraschungen bringen. Hier wird ein Fördersystem, dass sich über Jahrzehnte hinweg glänzend bewährt hat, fortgeschrieben, in De-
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tailfragen modifiziert und geänderten Marktbedingungen angepasst. Dabei bleibt es bei dem richtigen Grundgedanken, dass alle Verwerter, die den Film als ein besonderes, ästhetisches Kultur- und Wirtschaftsgut nutzen, einen angemessenen Beitrag zur Erhaltung und Förderung des deutschen Films zu leisten haben. Diese Förderung der Filmwirtschaft durch Selbsthilfe, wie sie das FFG regelt, ist eine wichtige und unverzichtbare Säule im gesamten deutschen Filmfördersystem, das zusammen mit dem DFFF und der BKM-Förderung auf Bundesseite und mit den großen regionalen Förderungen auf Seiten der Länder ein funktionsfähiges Ganzes bildet. Sie setzt deshalb eine Solidarität aller Branchensegmente voraus, ohne die nicht nur das FFG, sondern die gesamte deutsche Förderlandschaft in eine Schieflage geraten würde. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Filmbranche sind heute noch nicht abzusehen. Da sie aber nahezu alle Branchen gleichermaßen betrifft, ist nicht anzunehmen, dass sie die Filmwirtschaft, die traditionell auf hohe Fremdfinanzierung angewiesen ist, verschonen wird. Hilfreich für den Film ist allerdings, dass die bestehenden Fördersysteme einen nicht unwesentlichen Teil der benötigten Fremdfinanzierung sicherstellen. Ein Grund mehr, gerade in diesen schwierigen Zeiten darauf zu achten, dass die Filmförderung in Deutschland im Bund wie in den Ländern, besonders aber auch in Bayern finanziell ausreichend ausgestattet ist und bleibt.
Dr. Klaus Schaefer
Cluster audiovisuelle Medien . . . . . .14 In Produktion . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16 Vorgestellt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .18 MEDIA News . . . . . . . . . . . . . . . . . . .20 Festivals und Preise . . . . . . . . . . . . . .22 Literaturverfilmung . . . . . . . . . . . . . .26 Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .30 Wer macht was . . . . . . . . . . . . . . . . . .31 Produktionsspiegel . . . . . . . . . . . . . .32
Impressum Film News Bayern – Nr. 5 - Oktober 2008 Erscheinungsweise: 6x jährlich Hrsg.: FilmFernsehFonds Bayern GmbH – Presse und Information Geschäftsführer: Dr. Klaus Schaefer Adresse: Sonnenstr. 21; 80331 München Tel.: 089-544 602-0; Fax: -60 Internet: www.fff-bayern.de Redaktion: Lothar Just (V.i.S.d.P.), Olga Havenetidis E-Mail:
[email protected] Mitarbeit: Birgit Baehr (S. 4), Katja Leiser (S. 6, 8-10, 19, 27), Christiana Wertz (S. 14), Anke Gadesmann (S. 20), Dr. Michaela Haberlander (S. 22), Tina Rausch (S. 26-28), Alina John (S. 28/29), Julia Rappold (S. 29), Ute Meißner (S.32-37) Anzeigen: Alexandra Mesch Fotos: Albrecht GmbH/ Studio Loske (S. 2), Constantin Film (S. 7, 9, 24,), Instinkt Film (S. 12), megaherz (S, 16), Mediengruppe Schwabing (S. 16), RatPack (S. 16), Parnass Film (S. 17), Neue Bioskop Film (S. 17), Virtual Experience (S. 19), Alexandra Mesch (S. 22), TV60Filmproduktion (S. 8, 24), P’Artisan Filmproduktion (S. 24), Junge Götter Film- und Medienproduktion (S. 24), Münchner Filmwerkstatt e.V. (S. 24), German Kral (S. 24), Sentana Film (S. 24), Majestic (S. 8), loopfilm (S. 9), Peter Schamoni Filmproduktion (S. 9), Mascha Film (S. 10), ARD Degeto/teamWorx (S. 10), Movienet (S. 10), Imbissfilm (S. 10), Olga Havenetidis (S. 4, 6, 7, 12, 16, 17, 18, 19, 26) Layout: plan.it, München Druck: J. Gotteswinter, München Redaktions- und Anzeigenschluss für die Ausgabe 6/2008 ist der 28. November 2008.
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Medienszene Bayern Die Welt der Filmtechnik zu Gast in München
Unten: Zu Besuch auf der cinec: Medienminister Eberhard Sinner und Dr. Klaus Schaefer. Erste Station war der Stand von ARRI. Geschäftsführer Dejan Illic (3.v.l.), Marketingleiter Markus Baumung (4.v.l.) und Vertriebschef Thomas J. Popp (r.).
Die 7. Internationale Filmtechnikmesse cinec war für die Veranstalter ein voller Erfolg: Im Vergleich zur letzten Messe vor zwei Jahren gab es diesmal 23 % mehr Fläche, 11 % mehr Aussteller und 6 % Prozent mehr Besucher. Letztere kamen aus allen Kontinenten, und zwar aus 58 Nationen, um sich in den Ausstellungshallen und im Rahmenprogramm von den neuesten Entwicklungen in der Kamera- und Lichttechnik einen Überblick zu verschaffen. »Wir sind hochzufrieden mit der Filmtechnikmesse, auch die Resonanz der Aussteller und Besucher war durchweg positiv«, resümierte Veranstalterin Angelika Albrecht von der Albrecht GmbH. Den fulminanten Messeauftakt bildete die Verleihung der cinecAwards im Alten Rathaussaal in München.
30 Bewerbungen waren eingegangen; die neun Preisträger in verschiedenen Kategorien waren die Firmen ARRI, bebob GmbH/ Cineparts, Rosco, cmotion GmbH, Vantage Film GmbH J.L. Fisher Inc. und RTS Rail&Tracking Systems GmbH. Als zentrales Thema der Messe erwies sich nach wie vor die Kameratechnik, stark vertreten war auch das Angebot der Lichttechnik - in dieser Kategorie wurden der Präsenz und dem innovativen Entwicklungsstand der Branche entsprechend vier der begehrten cinecAwards vergeben. Gut besetzt zeigten sich auch die Sparten Camerasupport/Grip, Ausrüstung und Zubehör, Dollies, Tracks und Kräne. Der Servicebereich sowie neue Technologien für 3D waren ebenfalls im Programm. »Es is hervorragend, dass wir in München diese Messe haben und sie sich so gut entwickelt«, sagte Medienminister Eberhard Sinner bei einem Messerundgang.
Medientage München über »Wert und Wirksamkeit« Die 22. Medientage München (29.-31. Oktober 2008) beleuchten in diesem Jahr das Nutzungsverhalten von Rezipienten. Dieses hat sich im vergangenen Jahrzehnt rasant verändert: Internet, Mobile Kommunikation, Web 2.0 gehören zu den neuen Plattformen, die zusätzlich zu den klassischen Medien um die Aufmerksamkeit des Zuschauers kämpfen. In den verschiedenen Veranstaltungen wird es zum Beispiel darum gehen, welche Konsequenzen dieses veränderte Nutzungsverhalten auf die Medienmacher und die Qualität der Inhalte hat. Eröffnet werden die Medientage mit einer Podiumsdiskussion zum Thema »Wert und Wirksamkeit in der digitalen Medienflut», auf dem Podium sitzen unter anderem Prof. Dr.
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Hubert Burda, Prof. Dr. Thomas Gruber und Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring. Der Printgipfel beschäftigt sich mit »Publishing Wachstum unter veränderten Bedingungen« und der Onlinegipfel mit »Digital Advertising - Goldrausch oder Crash der Konvergenzen?«. Der FFF Bayern veranstaltet in Zusammenarbeit mit KPMG eine Podiumsdiskussion über das neue Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz der Bundesregierung (30.10., 10.-11.30 Uhr) und ein Panel über den deutschen Film und sein Image (30.10., 14.-15.30 Uhr ). Dabei wird es um die von einer FFA Studie entwickelten Defizite gehen: Liegt es an den Stoffen der Autoren oder an der Umsetzung durch die Regisseure? Wieso werden die
deutschen Schauspieler nicht als Stars wahrgenommen? Wie kann das Profil des deutschen Films geschärft werden? Der Nachwuchs kann sich in der MedienArena informieren, wie sich die neuen Formate auf die Aus- und Weiterbildung auswirkt: »Crossmedia« und »Digitalisierung« gehören zu den Schlüsselbegriffen der neuen Ausbildungsinhalte im Medienbereich. Der Förderverein TOP Talente wird gemeinsam mit dem MedienCampus Bayern und der Hochschule für Fernsehen und Film München ein Panel zum Thema »Der digitale Film - vom Drehbuch bis in die Kinos« veranstalten. Im Fokus werden die Berufsfelder im Film stehen. Weitere Informationen unter: www.medientage-muenchen.de.
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Das kreative Netzwerk für Ihr Programm. Perfekte Infrastruktur Programm-Highlights Internationale Vermarktung
Die Rosenheim-Cops
Buddenbrooks
Das Gelübde
Die wilden Hühner und die Liebe
Kirschblüten – Hanami
Robert & Horst, München
Tatort
Sturm der Liebe
Bavaria Film GmbH, Bavariafilmplatz 7, 82031 Geiselgasteig, www.bavaria-film.de
Photos: Rolf von der Heydt, Stefan Falke, Marco Orlando Pichler, Thomas Kost, Jo Bischoff, Christian Rieger, Mathias Bothor
Im Winter ein Jahr
M E D I E N S Z E N E
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Ulrike Ziegler aus dem Vorstand von Framepool im Bürohaus in der Münchner Infanteriestraße.
Framepool expandiert nach New York und Chicago Es war der Filmtheoretiker Béla Balázs, der 1931 gesagt hat: »Ein Museum der Filmkunst anzulegen, wäre dringende Pflicht des Staates«. Aus verschiedenen Gründen hat das nicht funktioniert, aber durch die Digitalisierung haben sich für die Archivierung von Filmmaterial neue Möglichkeiten ergeben. Die Münchner Firma Framepool versteht
Besuchermillionäre bei deutschen Produktionen Das Kinojahr 2008 erlebt einen Höhenflug mit einheimischen Produktionen: Bereits neun deutsche Filme haben in diesem Jahr die Millionen-Besuchergrenze überschritten. In den ersten sechs Monaten lag der Marktanteil des deutschen Films bei 33,9 %, wobei über 10 Mio. Besucher auf die Filme Keinohrhasen, Unsere Erde und Die Welle entfielen. Unter den Besuchermillionären sind fünf vom FFF Bayern geförderte Kinofilme: Der Baader Meinhof Komplex, Kirschblüten, Sommer, Die wilden Kerle 5 und Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. Im Herbst starten zudem die FFFgeförderten Kinofilme Krabat, Die Geschichte vom Brandner Kaspar, Im Winter ein Jahr und Nordwand. Es darf daher in diesem Jahr auf einen neuen Rekord beim Anteil des deutschen Films gehofft werden.
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sich als Bewegtbild-Portal, das von Filmemachern für Filmemacher bestückt wird. Wer in diesen Tagen ins Kino geht, der kann beispielsweise in zwei großen Produktionen Footage von Framepool entdecken: In 39,90 sind es unter anderem die Weißwurst-Bilder, die von Framepool eingekauft wurden. Zwei kurze Szenen in Der Baader Meinhof Komplex sind ebenfalls Footage von Framepool, und zwar eine historische Aufnahme einer frühabendlichen Berliner Straße und sowie ein typischer Schwarzweiß-Fernseher der späten Sechziger. Es sind oftmals die Establishing Shots, die Produzenten in FootageArchiven kaufen, Szenen, die viel Aufwand zum Drehen erfordern, aber notwendig sind, um dem Zuschauer dabei zu helfen, die darauffolgende Szene in den richtigen historischen und geografischen Kontext zu betten. Mittlerweile bietet Framepool etwa 430.000 Shots auf der Homepage an, sie dauern jeweils zwischen drei Sekunden und zwei Minuten, allein 192 Stunden historisches Material ist dabei. Die ältesten Aufnahmen sind von 1896 und zeigen Bismarck. Auch dabei sind historische Filmaufnahmen aus
dem München der Dreißiger/ Vierziger Jahre, denn sie sind teilweise in Farbe gedreht. Das Prinzip von Framepool besteht aus zwei Grundannahmen. Erstens: Bei allen Dreharbeiten entstehen Bilder, die aus verschiedenen Gründen nicht in die Endfassung des Films gelangen. Diese Bilder zur Weiterverwertung anzubieten, kann hilfreich sein für andere. Zweitens: Bei allen Dreharbeiten entstehen Bilder aus verschiedenen Gründen nicht, die aber gebraucht werden. Diese bei einer Footage-Firma zu suchen, kann hilfreich sein. Das Konzept geht so gut auf, dass Framepool heute mit Kooperationspartnern arbeitet in Italien, Südafrika, Israel, Thailand und Schweden. Büros und Repräsentanten sind in Los Angeles, Miami, Saragossa, Paris und London. Seit diesem Sommer bestreitet die Münchner Firma auch Büros in New York und Chicago. Gerade weil das Archivmaterial europäisch geprägt ist, könnte es auch in den USA erfolgreich sein. Da die Filmbranche dort noch mehr als anderswo ein PeopleBusiness ist, ist es besonders wichtig, seine Leute vor Ort zu haben.
Besucherzahlen deutscher Kinofilme 2008 Platz/Titel Verleih 1 Keinohrhasen Warner 2 Unsere Erde Universum (Walt Disney) 3 Die Welle* Constantin 4 DWK 5 Walt Disney Studios 5 Asterix b. d. Olymp. Spielen Constantin 6 Warum Männer nicht zuhören... Constantin 7 Der Baader Meinhof Komplex Constantin 8 Kirschblüten - Hanami Majestic Film 9 Sommer Constantin 10 Freche Mädchen Constantin 11 Kleiner Dodo Warner 12 Urmel voll in Fahrt Constantin 13 Wolke 9 Senator/Central 14 Räuber Kneißl Movienet 15 Die Drachenjäger Universum (Walt Disney)
Start 20.12.07 07.02.08 13.03.08 21.02.08 31.01.08 29.11.07 25.10.08 06.03.08 17.04.08 17.07.08 01.01.08 01.05.08 04.09.08 21.08.08 24.04.08
Besucher 6.281.477 3.725.853 2.563.156 1.685.391 1.574.238 1.200.128 1.082.001 1.025.769 1.000.430 965.281 543.321 396.247 296.967 204.860 187.145
Alle blau markierten Filme entstanden mit Förderung des FFF Bayern * FFF Verleihförderung, Stand: 08.10.2008, Quelle: Vdf
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Koproduktionstreffen in Turin
CITTA-Events
Seminare in der Filmwerkstatt
Auf dem Koproduktionstreffen in Montréal sind drei binationale Projekte entstanden offenbar eine erfolgversprechende Art der Vernetzung. Für die Anbahnung deutsch-italienischer Projekte gibt es auch bald eine Gelegenheit: Vom 18. bis 20. November 2008 findet das europäische Koproduktionstreffen Cinema & Audiovisual European Days in Turin statt. Parallel dazu gibt es erstmals in diesem Jahr die CineShow. Dabei handelt es sich um eine Film- und Technikmesse, die den einzigen italienischen Handelsmarkt für Kino und Fernsehtechnik darstellt. Wer ein Projekt im Bereich Spielfilm, Dokumentation oder Animation für einen italienischen Koproduzenten hat und dieses im »Co-Production Forum« vorstellen möchte, meldet sich bitte bei Michaela Haberlander/FFF. Weitere Informationen unter www.europeandays.com.
Mit den Konsequenzen der Globalisierung für unser Leben und unseren Umgang mit dem Wandel beschäftigt sich CITTA - Forum für Neues Bewusstsein. Das Event wird vom 31. Oktober bis zum 2. November von PLANET LILA Productions im Forum am Deutschen Museum veranstaltet. Vorträge, Workshops, eine Tagung und eine Messe, Konzerte sowie ein Filmfestival, vom Kulturreferat der Stadt München unterstützt, sollen die Vielfalt und Komplexität des Themas Globalisierung verdeutlichen, die verschiedenen Sichtweisen dokumentieren, Raum für Gedankenaustausch und im besten Fall eben ein »neues Bewusstsein« schaffen. So umfasst die Programmgestaltung neben den Themen Umwelt, Wirtschaft und Ethik weitere Aspekte, die sich auch in der Auswahl der 23 Spiel- und Dokumentarfilme widerspiegeln. Infos: www.citta-forum.de.
Die Münchner Filmwerkstatt e.V. und die Bavaria Film GmbH veranstalten gemeinsam mit dem Mediencampus Bayern e.V. ein Seminarprogramm für Filmschaffende auf dem Bavaria Film-Gelände. Die Themen der neun Wochenendseminare, die von Oktober bis Dezember stattfinden, decken nahezu den gesamten Entstehungsprozess eines Filmes ab: Von Drehbuch und No-Budget-Produktion, über Regie und Inszenierung von Laiendarstellern, Lichtgestaltung, Kamera und Visual Effects, bis hin zu einer Einführung in die Filmanalyse ist alles dabei. Die Referenten sind zum Großteil Praxis erfahrene Professionals, die teilweise auch regulär Lehraufträge wahrnehmen. Die Teilnehmer sollen vom Know How der Referenten profitieren, ob zur beruflichen Weiterbildung oder aus cineastischem Interesse. Weitere Infos: www.muenchner-filmwerkstatt.de.
Phantastische Erfindung gewinnt Forschungs-Förderpreis
der Realität fand sie keine Möglichkeiten, also dachte sie sich eine aus: Mit Hilfe einer Beißschiene, die mittels Sensoren an die Pedalen angeschlossen ist, kann ein Querschnittgelähmter wieder spielen. So realisierte Sharon von Wietersheim ihr Drehbuch als Regisseurin, ihr Film Die Zeit, die man Leben nennt mit Kostja Ullmann in der Hauptrolle lief im April im ZDF. An jenem Abend saß der Ingenieur Rüdiger Rupp im Labor in der orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg und forschte. Das Telefon klingelte, seine Frau war dran: »Hast du deine Erfindung schon weitergegeben?» fragte sie und riet ihm, das ZDF einzuschalten. Rupp sah die letzten Minuten von Die Zeit, die man Leben nennt und war verblüfft. Was er da sah, das Prinzip, mit der Beißschiene die Pedalen des Klaviers zu bedienen, entsprach exakt seinem Forschungsprojekt, seiner Erfindung! Sein erster Gedanke war, zugegeben: »Mist. Ich bin schon wieder Zweiter!« Er besorgte sich die DVD, um den Film ganz anzusehen. »Der Film zeigt die Pha-
se, die ein typischer Querschnittsgelähmter durchläuft«, sagt Rupp. »Er zeigt aber auch, wie der Lebensmut zurückkehrt.« Und damit der Lebensmut zurückkehrt, müssen eben manchmal Hilfsmittel erfunden werden, ob im Film oder im wahren Leben. Auch wenn Rüdiger Rupp Zweiter war mit der öffentlichen Bekanntmachung einer Beißschiene, so hat er doch jetzt einen Preis gewonnen: Den »Forschungs-Förderpreis 2008« der Deutschen Stiftung Querschnittlähmung (DSQ). Bei der Verleihung Ende August in den Münchner Hotel »Vier Jahreszeiten« stellten die Veranstalter auch Die Zeit, die man Leben nennt vor. Unter den Gästen befand sich auch der damalige Ministerpräsident Günther Beckstein, der in seiner Rede vom Vorhaben sprach, »Bayern in die fünf innovativsten Länder der Welt aufsteigen« zu lassen. Da kommt so eine Erfindung, die Sharon von Wietersheim in kreativen Prozessende und Rüdiger Rupp in naturwissenschaftlicher Forschung erdacht haben, gerade recht.
Ob der Mensch sich etwas ausdenken kann, was nicht immer schon bereits bestanden hat, beschäftigt die Philosophie seit Jahrhunderten. Drehbuchautoren sind zuweilen in der Situation, etwas zu erfinden, damit ihre Geschichte funktioniert. Sharon von Wietersheim zum Beispiel: Ihr Held, ein begnadeter junger Pianist, ist nach einem Unfall querschnittgelähmt. Klavier kann er nicht mehr spielen, weil er die Pedalen nicht mehr bewegen kann. Sharon von Wietersheim wollte einen mutmachenden Film drehen. Dazu gehörte, dass der junge Mann auf jeden Fall wieder Klavier spielen können muss. In
Bei der Verleihung des DSQ-Forschungs-Förderpreises wurden honoriert: Rüdiger Rupp (r.), Leiter der Forschungsabteilung im Querschnittzentrum der orthopädischen Universitätsklinik Heidelberg sowie Sharon von Wietersheim und Kostja Ullmann für »Die Zeit, die man Leben nennt«.
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Die Verleihung der Starter-Filmpreise der Stadt München fand in diesem Jahr erstmals im ARRI statt. Stadtrat Nikolaus Gradl und Kulturreferent Dr. Hans-Georg Küppers (l.) vergaben insgesamt fünf Filmpreise, darunter an Alexander Riedel für »Draußen bleiben«, an Target Film (Kathrin Geyh, Daniela Ljubinkovic, Michaela Kezele) für »Milan« und an Tim Trachte für »Der Herrscher von Edessa«. Außerdem wurden drei Starter-Kinoprogrammpreise vergeben: An Dr. Dieter Buchwald für das Cinema, an Christian Pfeil für das Monopol-Kino und an Thomas Wilhelm für das Neue Rex.
Medienszene Bayern im Bild Sie wirken zwar noch recht frisch, sind aber tatsächlich seit 50 Folgen das Ermittlerduo im Münchner Tatort: Udo Wachtveitl und Miroslav Nemec. Zum Jubiläum gab es eine Torte und eine wunderbare Laudatio von Dominik Graf. Ende September wurde die 50. Folge »Liebeswirren« ausgestrahlt. Darin lösen Franz Leitmayr und Ivo Batic den Mord an einen Mann aus der Homosexuellenszene. Mitgespielt haben auch Franz Dinda (rechts) und Jan Messutat (2.v.r.).
»Einen besonderen Beitrag zur gesellschaftlichen Kommunikation« leisten die Gewinner des Robert Geisendörfer Preises, des Medienpreises der Evangelischen Kirche. Mitte September fand die Preisverleihung im Großen Sitzungssaal des Rundfunkrats im BR statt, Fernsehdirektor Prof. Dr. Gerhard Fuchs sprach das Eröffnungs-Grußwort. Zu den Preisträgern gehörten Jo Baier und Michael Watzke in der Kategorie Fernsehfilm für »Das letzte Stück Himmel«. Mit diesem Film, so die Begründung der Jury, »macht Jo Baier die Schönheit der Schöpfung für uns alle sichtbar«. Im Bild: Michael Watzke (l.), Redakteurin Bettina Ricklefs (M.) und Bettina Reitz (r.), Leiterin Spiel-Film-Serie, BR.
»U 900« feierte Premiere in Essen. Unter den Premierengästen war Klaus Schaefer, den Hauptdarsteller Atze Schroeder höchstpersönlich begrüßte. Premiere des meistdiskutierten Film des Jahres: Die Macher des Spielfilms »Der Baader Meinhof Komplex« Bernd Eichinger und Uli Edel und die Hauptdarsteller Bruno Ganz, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu und Joanna Wokalek auf dem 100 Meter langen roten Teppich vor dem Münchner Mathäser-Kino. Ende Januar wird feststehen, ob der Film zu den fünf Nominierten für den Oscar in der Kategorie »Bester nicht-englischsprachiger Film« gehören wird.
Nordwand Kinostart: 23. Oktober 2008 Drama; Produktion: DOR FILM-WEST Produktionsgesellschaft m.b.H., MedienKontor Movie, Dor Film, Triluna Film AG, Majestic Filmproduktion; Koproduktion: Lunaris Film- und Fernsehproduktion, BR (Redaktion: Bettina Reitz, Hubert von Spreti), ORF, SF DRS; Produzenten: Danny Krausz, Boris Schönfelder, Rudolf Santschi, Benjamin Herrmann; Koproduzenten: Gerd Huber, Dr. Kurt Stocker; Förderung: FFA, FFF Bayern, Medienboard Berlin-Brandenburg, Österreichisches Filminstitut, Zürcher Filmstiftung, Bundesamt für Kultur Sektion Film, Filmstiftung NRW, DFFF; Verleih: Majestic (Fox); Drehbuch: Benedikt Röskau, Christoph Silber, Rupert Henning, Philipp Stölzl, Johannes Naber; Regie: Philipp Stölzl; Darsteller: Benno Fürmann, Johanna Wokalek, Florian Lukas, Ulrich Tukur, Georg Friedrich, Simon Schwarz 1936 ist die Presse in Deutschland auf der Suche nach germanischen Heldengeschichten. Was wäre da eine bessere Schlagzeile als »Deutsche Bergsteiger haben die Eiger Nordwand bezwungen – Das letzte Problem der Alpen ist gelöst?« Chefredakteur Arau schickt seine Mitarbeiterin Luise Fellner heim nach Berchtesgaden, um die Sensationsstory propagandistisch festzuhalten. Dort trifft sie auf Andi und ihre Jugendliebe Toni, zwei leidenschaftliche Bergsteiger, die sich tatsächlich vorgenommen haben, die »Mordwand« zu meistern, um sich selbst und der Welt zu beweisen, zu was sie fähig sind. Aber die beiden sind nicht die Einzigen, die Ruhm und Anerkennung auf dem Gipfel suchen. Während Luise erkennt, dass sie Toni noch immer liebt, entbrennt in der Wand ein erbitterter Wettstreit mit der österreichischen Gruppe, den die schaulustige Haute Volée von der Terrasse des Luxushotels im Tal aus mitverfolgt. Doch aus dem Kampf gegen die anderen wird bald ein Kampf gegen die Naturgewalten und schließlich einer um das nackte Überleben… Philipp Stölzls brillant besetztes Drama ist eine echte alpenländische (D/AT/CH) Koproduktion und beruht auf der wahren Geschichte des Bergsteigers Toni Kurz.
Kinostarts In jeder Sekunde Kinostart: 27. November 2008 Drama; Produktion: TV60Filmproduktion/Goldkind Film mit BR (Redaktion: Hubert von Spreti, Bettina Ricklefs); Produzenten: Sven Burgemeister, Andreas Schneppe, Bernd Burgemeister; Förderung: FFF Bayern, DFFF, FFA; Verleih: X Verleih (Warner); Drehbuch: Christian Lyra, nach einer Idee von Jan Fehse; Regie: Jan Fehse; Darsteller: Sebastian Koch, Mina Tander, Wotan Wilke Möhring, Ronald Zehrfeld, Jenny Schily, Barbara Auer In seinem Regiedebüt widmet sich Kameramann Jan Fehse (Sams in Gefahr, Herr Bello) der Geschichte der Familie Frick. Die Tochter des Paares leidet an einer Erbkrankheit und die unterschiedlichen Wege der Eltern damit umzugehen belastet deren Ehe. Schließlich verliebt sich Dr. Frick in die Galeristin Luisa. Die trifft Ben, der mit Sarah zusammen war, die wiederum Christoph für ihn verlassen hat. Die Beziehungskisten der Beteiligten verflechten sich und schließlich geschieht ein Unglück…
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Im Winter ein Jahr Kinostart: 13. November 2008 Drama; Produktion: Bavaria Film Produktion, Constantin Film Produktion; Koproduktion: BR (Redaktion: Bettina Reitz), ARD Degeto (Hans-Wolfgang Jurgan); Produzenten: Uschi Reich, Martin Moszkowicz; Förderung: FFF Bayern, DFFF, FFA, Medienboard Berlin-Brandenburg; Verleih: Constantin; Drehbuch + Regie: Caroline Link; Darsteller: Karoline Herfurth, Josef Bierbichler, Corinna Harfouch, Hanns Zischler Oscar-Preisträgerin Caroline Link erzählt, basierend auf einem Buch von Scott Campbell, die bewegende Geschichte einer von einem Schicksalsschlag getroffenen Familie. Eine Frau beauftragt einen Maler, ein Bild ihrer beiden Kinder anzufertigen. Eines der Kinder, der Sohn, starb vor einem Jahr bei einem Unfall. Die Tochter kommt zu Sitzungen in das Atelier. Während das Bild entsteht, sprechen das Modell und der Maler über die Familie des Mädchens, ihren verstorbenen Bruder und das Leben des Malers. Allmählich entsteht ein Prozess, in dem beide ihre seelischen Blockaden aufbrechen. Der in Bayern und Brandenburg gedrehte Film feierte seine Weltpremiere im Rahmen des diesjährigen Toronto International Film Festivals und eröffnet die Hofer Filmtage 2008.
Comeback Kinostart: 20. November 2008 Dokumentarfilm; Produktion: loopfilm mit BR (Redaktion: Petra Felber), HFF München; Produzenten: Oliver Halmburger, Maximilian Plettau; Förderung: FFF Bayern; Verleih: WTP International; Drehbuch, Regie + Kamera: Maximilian Plettau; Darsteller: Jürgen Hartenstein, Markus Kone Drei Jahre nach seinem Rückzug aus der Boxwelt arbeitet Jürgen »The Rock« Hartenstein, der ehemalige deutsche Box-Champion, an seinem Comeback. Verbissen und ehrgeizig nimmt der ehemalige deutsche Meister im Supermittelgewicht im heimischen Keller das Training wieder auf. Woche für Woche telefoniert er Boxpromotern hinterher, bis er endlich wieder an einem US-Profikampf teilnehmen darf. In Philadelphia, der Heimat Rockys, bekommt er seine Chance. HFFAbsolvent Maximilian Plettau, der das Projekt bis auf Musik, Schnitt und Ton weitgehend alleine umgesetzt hat, verzichtet auf den Einsatz eines Kommentators und lässt seine brillanten Bilder für sich sprechen. Für diese nahm er im Juni 2008 den Deutschen Kamerapreis in Köln entgegen. Botero – Geboren in Medellin Kinostart: 30. Oktober 2008 Dokumentarfilm; Produktion: Peter Schamoni Filmproduktion; Produzent: Peter Schamoni; Drehbuch + Regie: Peter Schamoni; Förderung: FFF Bayern, FFA, BKM; Verleih: Concorde; Sprecher: Mario Adorf Nach seinen Portraits über Max Ernst, Niki de Saint Phalle und Friedensreich Hundertwasser widmet sich Peter Schamoni anlässlich des 75. Geburtstages von Fernando Botero, den er seit vierzig Jahren kennt, der Persönlichkeit und dem Werk des kolumbianischen Bildhauers und Malers. Er inszeniert seine Dokumentation bunt und üppig wie Boteros Bilder, beleuchtet aber auch, dass dieser sich hinter der vordergründigen Naivität seiner Werke auch mit ernsten Themen, wie beispielsweise den Verbrechen der Amerikaner in Abu Ghraib, auseinander gesetzt hat.
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S E N D E H I N W E I S E
Sendetermine Sonntag, 19. Oktober 2008, 21.45 Uhr, 3sat Donnerstat, 23. Oktober 2008, 23.30 Uhr, WDR
Freitag, 24. Oktober 2008, 20.15 Uhr, Das Erste
Otzenrath 3 ^Grad kälter
Jule Ronstedt spielt Luisa, eine Powerfrau, die versucht Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Und Jule Ronstedt spielt Jenny, eine verträumte Lebenskünstlerin, die sich nicht binden lassen will. Luisa und Jenny sind Zwillingsschwestern wie sie gegensätzlicher kaum sein könnten. Als beide aufeinander treffen und ihre Rollen tauschen kommt es zu allerlei Verwicklungen. Der Familienfilm, bei dem Dirk Regel Regie führte (Kamera: Martin Farkas), wurde in München und am Starnberger See gedreht. In weiteren Rollen spielen u.a. Michael Fitz, Charles Brauer, Markus Krojer und Andrea L’Arronge.
Das 700 Jahre alte Dorf Otzenrath ist eines von etwa zwanzig niederrheinischen Dörfern, die dem Neubau des modernsten Braunkohlekraftwerks der Welt, »Garzweiler II«, bis 2045 weichen müssen. 1998 hat die nordrheinwestfälische Landesregierung dem Energie-Unternehmen den Abbau der Kohle in dem 48 km² großen Areal genehmigt. Daraufhin wurde der Ort abgerissen und die dort lebenden Menschen innerhalb von fünf Jahren umgesiedelt. Regisseur und HFF-Absolvent Jens Schanze dokumentierte die kollektive Zwangsumsiedelung im Jahr 2000 mit seinem Film Otzenrather Sprung. Nun gibt es dank der Fortsetzung Otzenrath 3 Grad kälter ein Wiedersehen mit den Menschen von damals. Schanze spürt den Konsequenzen des Heimatverlusts und dem neuen Lebensgefühl der Bewohner in der Siedlung „Neu-Otzenrath“ nach. Mascha Film produzierte den Film, der Nachwuchsförderung vom FFF Bayern erhielt.
Sonntag, 19. Oktober 2008, 23.15 Uhr, BR »Ich habe den Film im Kopf« – Portrait des Filmproduzenten Günther Rohrbach
Anlässlich des 80. Geburtstags des Produzenten Prof. Dr. Günther Rohrbach ehrt der Bayerische Rundfunk den Wegbereiter des deutschen Films mit einer Dokumentation über sein Leben und Schaffen. Im Laufe seiner langen Karriere vom WDRRedakteur über den Studiochef der Bavaria Film hin zum Ehrenpräsidenten der Deutschen Filmakademie hat der Grand Seigneur diverse Kino- und Fernseherfolge produziert. Darunter sind u.a. Wolfgang Petersens Das Boot und Die unendliche Geschichte, die Schimanski-Kinofilme, Peter Timms Go, Trabi, Go, Loriots Ödipussi, Rainer Werner Fassbinders Berlin Alexanderplatz, Joseph Vilsmaiers Stalingrad, Dominik Grafs Die Sieger und Helmut Dietls Schtonk sowie Aimée & Jaguar und Die weiße Massai. Rohrbach propagierte den »amphibischen Film«, der sowohl für das Kino, wie auch für das Fernsehen geeignet sein sollte, entdeckte und förderte junge Talente, nahm Lehraufträge und Honorarprofessuren wahr und wurde vielfach ausgezeichnet. Die Regisseurin Antje Harries besuchte ihn bei seinen Projekten Effi und Anonyma – Eine Frau in Berlin und lässt Weggefährten zu Wort kommen.
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Hilfe, meine Schwester kommt!
Samstag, 1. November 2008, 20.15 Uhr, BR Wer früher stirbt, ist länger tot
Rosenmüllers Lausbubengeschichte hat das Genre Heimatfilm aus der Versenkung geholt und eine bayerische Nouvelle Vague ins Rollen gebracht: fantastisch und gleichzeitig verwurzelt in der bayerischen Heimat. Wer früher stirbt, ist länger tot erzählt die Geschichte des 11-jährigen Sebastian Schneider, der das Fegefeuer fürchtet, weil er denkt, er trage die Schuld daran, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist. BR-Redakteurin Cornelia Ackers hatte Rosenmüllers Langfilm-Debüt ermöglicht.
Mittwoch, 6. November 2008, 00.45 Uhr, BR Mit 16 bin ich weg
Nach der Trennung ihrer Eltern muss die 15-jährige Jenny neu anfangen. Jenny, ihr kleiner Bruder Moritz und ihre Mutter sind in eine fremde Stadt gezogen, in der alles anders ist. Und dann ist da noch die neue Schule. Doch bald entwickelt sich alles positiv und Jenny schöpft wieder Hoffnung - bis ihr depressiver Vater brutal in ihr neues Leben einbricht… Der Kurzspielfilm zum Thema Stalking wird im Rahmen der Reihe des »jungen Films« am Mittwochabend im Bayerischen Fernsehen gezeigt. Drehbuchautor und Regisseur Mark Monheim erhielt für seinen HFFAbschlussfilm FFF-Nachwuchsförderung und gewann den First Steps Award 2008. Redaktionell betreut wurde der Film von Claudia Gladziejewski und Birgit Metz (BR).
Film News Bayern 5-2008
Während ihres Aufenthalts im Kinderhospiz hat Anna ein VideoTagebuch gedreht.
Nachwuchs Präventives von diwafilm
Begegnungen im Kinderhospiz
Normalerweise bekommt der Fernsehzuschauer erst etwas zu sehen, wenn es zu spät ist: Die Leiche liegt am Boden, das Geld ist verschwunden, das Haus ist abgebrannt. Die Kommissare ermitteln. Das wollten die Produzenten von diwafilm änder: Sie produzieren die Serie Die Jugendcops. Zur Zeit läuft die erste Staffel, 12 Folgen à 45 Minuten, mittwochs auf SAT 1. Die Doku begleitet die Beamten der Münchner ZEG (Zivile Einsatzgruppe) zu ihren Einsätzen. Das besondere daran ist, dass diese Beamten präventiv tätig sind - sie versuchen, Jugendliche auf dem Weg in die Kriminalität aufzuhalten und zwar bevor diese möglicherweise kriminell werden. Sie klären auf, sie beraten und sie greifen ein. Die nachgestellten Szenen helfen, sich ein genaues Bild ihres Arbeitsalltags zu machen. Produzent Daniel Harrich, der seinen Kurzfilm Acholiland unter anderem mit FFF-Nachwuchsförderung finanziert hat, konnte für Die Jugendcops Warner Brothers als Koproduzenten gewinnen. Dies ist das Ergebnis von Daniel Harrichs Networking. Vor vier Jahren, Harrich war gerade mit einem Stipendium in Atlanta gewesen, versuchte er sich in Los Angeles. Durch einen zufälligen Kontakt in einer Whiskey Bar gelangte er zu einem Job im mail room der Talentagentur Endeavor. »Jeder, der anfängt in der Agentur, fängt im mail room an«, sagt Harrich. Dort blieb er allerdings nur vier Tage. Mit einem Gespür für die richtige Strategie arbeitete er sich in Windeseile hoch und wurde zum Assistenten eines Agenten. Dabei lernte er so viele wichtige Leute der Branche kennen, dass er heute nicht nur oft zwischen München und Los Angeles hin- und herfliegt, sondern es auch wirklich schafft, amerikanische Koproduzenten für seine Projekte zu finden. Für die Dokumentation Lindbergh konnte er sogar Michael Moore als Sprecher gewinnen. Allen Nachwuchsproduzenten, die davon träumen, Koproduzenten aus den USA für ihre Projekte zu finden, empfiehlt Harrich: »Geht nach L.A., arbeitet ein paar Jahre bei einer Talentagentur und dann kennt ihr genug Leute«.
Wie kann man leben, wenn man um den Tod des eigenen Kindes weiß, und machtlos ist? Diese Frage hat die Regisseurin Andrea Asch (Der rote Teppich) beschäftig, während sie zwei Jahre lang an ihrem Dokumentarfilm über das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach im Allgäu gearbeitet hat, der ersten Einrichtung dieser Art in Süddeutschland. Bis du mich abholst... heißt der FFF-geförderte Film (Instinkt Film Produktion, BR-Redaktion Dr. Renate Stegmüller), der nun fertiggestellt ist. »Wie das Leben und der Tod selbst, gibt der Film aber keine konkreten Antworten, bietet keine pragmatischen Lösungen«, sagt Andrea Asch, »er beobachtet, fokussiert zeitweise und lässt immer wieder Begegnungen zwischen Menschen auf ihrem ganz persönlichen Lebensweg zu«. Im Vordergrund stehen Hannah, Matthias und Anna, die alle an unheilbaren Krankheiten leiden. Im Kinderhospiz begegnen sich die Kinder und ihre Familien. Ein Video-Tagebuch entsteht, jemand entpuppt sich als Rock-Star, und ein anderer erzählt vom Engel, der bereit stehen und jeden abholen wird. »Der Dokumentarfilm erzählt, warum der Tod nicht stärker als das Leben sein kann«, erklärt Andrea Asch. Am 1. November um 21.40 Uhr strahlt der BR den Dokumentarfilm aus, am 8. November findet im ARRI eine Kinovorführung statt. Alle, die im Film mitgewirkt haben, auch die Kinder und ihre Familien sowie Mitarbeiter und Pfleger des Kinderhospizes werden anwesend sein.
VGF-Stipendien vergeben Beide sind Produzenten: Daniel Harrich und seine Mutter Danuta Harrich-Zandberg in den Räumen von diwafilm in Grünwald. »Meine Mutter ist die Geschichtenerzählerin», sagt Harrich.
Die Jury, bestehend aus Oscar-Preisträgerin Caroline Link, Produzent Uli Aselmann und FFF-Nachwuchsreferentin Julia Rappold hat Anfang September entschieden, wer die VGF-Stipendiaten 2008 sind: Die Finanzierung eines Büroraumes im Bavaria Filmzentrum Geiselgasteig für 18 Monate erhalten 1. Peter Johann Engelmayer, 2. Isabella von Klaas/ Rudi Gaul - Schattengewächs Filmproduktion, 3. Su Turhan - GetpiX und 4. Michael Watzke/ Michael Orth - Watzke & Orth. Die Geschäftsführer des Filmzentrums, Christiane M. Conradi und Dr. Klaus Schaefer, freuen sich, die neuen Stipendiaten beim Aufbau ihrer Produktionsunternehmen und der Entwicklung ihrer Stoffe zu begleiten und zu unterstützen.
10 Jahre Filme, Festivals, Preise Altweibersommer Martina Elbert Ë Mein absolutes Lieblingslied Henriette Kaiser Der Brief des Kosmonauten Vladimir Torbica Ë Harte Brötchen Sylvia Leuker Tim Trageser Großglocknerliebe Robert Mayer Ë Aus der Tiefe des Raumes Gil Mehmert Philipp Budweg Johannes Schmid Georgisches Liebeslied Tatjana Brandrup Ë Französisch für Anfänger Christian Ditter NEOS Film Zores Daniel Wolf Ë Fata Morgana Simon Groß Fritjof Hohagen Beste Zeit Beste Gegend Karin Michalke Ë Lauf um Dein Leben – Vom Junkie zum Ironman Adnan G. Köse Blöde Mütze Philipp Budweg Johannes Schmid Ë Der rote Punkt Maria Miyayama Martin Blankemeyer Internationale Filmfestspiele Berlin Ë Filmfest München Ë Internationale Hofer Filmtage Ë Max-Ophüls-Festival Saarbrücken Festival Goldener Spatz Ë Alpinale Filmfestival Ë Filmfest Lünen Ë Filmfest Emden Ë Cinemagic Belfast International Eurasia Film Festival Antalya Ë Faithful Heart Festival Moskau Ë Montreal World Film Festival Ë Rome Film Fest u. v. a. Bayerischer Filmpreis Ë VGF-Nachwuchsproduzentenpreis Ë Starter-Filmpreis der Stadt München Förderpreis Deutscher Film Ë Tankred-Dorst-Preis Ë Kinder-Medienpreis Der weiße Elefant Nachwuchspreis des Festivals Goldener Spatz Ë Goldenes Einhorn der Alpinale Ë Boje Buck Drehbuchpreis u. v. a.
Wir danken unseren Partnern Bavaria Film Ë Bayerischer Rundfunk Ë Constantin Film Ë Diana Development Ë Freistaat Bayern gff geißendörfer film- und fernsehproduktion Ë Hager Moss Film Ë Kinowelt Filmproduktion MTM Medien & Television Ë Monaco Film Ë ndF: neue deutsche Filmgesellschaft Ë Opal Filmproduktion ProSieben Television Ë Rat Pack Filmproduktion Ë RTL Television Ë SAT.1 SatellitenFernsehen Tele München Ë Tellux-Film Ë TV60Filmproduktion Ë VFF Verwertungsgesellschaft der Film- und Fernsehproduzenten ZDF Zweites Deutsches Fernsehen Ë 13th Street The Action & Suspense Channel
First Movie Program · Bayerisches Filmzentrum Geiselgasteig Bavariafilmplatz 7 · 82031 Geiselgasteig Telefon 089/649 81-107 · Fax 089/649 81-100 www.filmzentrum-bayern.de ·
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