Die Ströme der Pendler - nordumgehung

March 21, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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Bremen

MONTAG 6. OKTOBER 2014

7

Die Ströme der Pendler

Studie: Zahl der Beschäftigten aus dem Umland steigt / Kritik an Stadt- und Verkehrsentwicklung

So viele Menschen pendeln nach Bremen

OHZ 4967 OsterholzScharmbeck

4129 Schwanewede

1093 Worpswede

3441 Ritterhude

BRA RA A

981 Lemwerder

969 Hude

ROW OW W

1000 1150 Tarmstedt 3343 Grasberg L ient Lil Lilienthal

676 Berne

1277 Ottersberg

EN N BREMEN

2967 Ganderkesee

304 Hatten

Man soll sich mehr um die Seele als um den Körper kümmern; denn die Vollkommenheit der Seele richtet die Schwächen des Körpers auf, aber geistlose Kraft des Körpers macht die Seele nicht besser.

1582 Hambergen

CUX

3112 31 Oyten Oy

Delmen-8997 horst 4757 Achim

OL 41 41 12 6412 h Stuhr

255 Dötlingen

893 Harpstedt

V ON CH RI S T IA N W ET H

Bremen. Ralf Buhlrich hat es probiert. Neun Monate wohnte er in Bremen. Dann brach er das Experiment Stadtleben ab und zog in die 4621-Seelen-Gemeinde Harpstedt, nach Niedersachsen aufs Land: „Nur dort fühle ich mich wohl.“ Seinen Job in Bremen hat er behalten. Buhlrich arbeitet bei Rheinmetall Defence Electronics. Der Mann ist Techniker und einer von 126 000 Beschäftigten, die zur Arbeit nach Bremen pendeln. Wie mittlerweile 40 Prozent der Berufstätigen im Land. Die Arbeitnehmerkammer registriert sie. In regelmäßigen Abständen legt sie eine Studie vor. Jetzt hat sie die Zahlen für 2013 ausgewertet. Und die sind so hoch, dass Kai-Ole Hausen, Referent für Wirtschaftsund Infrastrukturpolitik, von einer neuen Qualität spricht: „So viele Pendler gab es seit vielen Jahren nicht.“ Überrascht ist er nicht nur von den 126 000 Beschäftigten, die im Umland wohnen und in Bremen arbeiten. Mehr noch verblüfft ihn die Zahl der Menschen, die es genau andersherum machen: die in Bremen wohnen und im Umland arbeiten. Ihre Zahl stieg in den vergangenen Jahren von 33 790 auf 42 360, ein Plus von mehr als 25 Prozent. Zum Vergleich: Die Zahl der Pendler, die zum Arbeiten nach Bremen kommen, erhöhte sich im gleichen Zeitraum lediglich um zehn Prozent. Hausen geht davon aus, dass sich der Trend fortsetzen wird. „Der Anstieg bei den Einpendlern wird auf dem Niveau blei-

VER VE ER E R

1854 Thedinghausen

2929 Syke 1454 Bassum

Die Zahl der Berufspendler im Land Bremen steigt so sehr, dass für die Arbeitnehmerkammer eine neue Qualität erreicht ist. Nicht nur mehr Beschäftigte kommen aus dem Umland nach Bremen, um dort zu arbeiten, sondern auch mehr Bremer fahren zur Arbeit ins Umland. Die Zahl der sogenannten Auspendler stieg nach einer Studie der Kammer sogar deutlicher an als die der Einpendler. Was die Ströme der Pendler für Bremen bedeuten und wie das das Land auf sie reagiert.

59 5 93 93 30 0 5930 We eyhe ey he Weyhe

DH 726 BruchhausenVilsen

ben, das Plus bei den Auspendlern noch deutlicher wachsen.“ Über die Gründe, warum immer mehr Bremer zur Arbeit ins Umland fahren, kann er nur spekulieren. Hausen schließt nicht aus, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze in der Vergangenheit nicht so erhöht hat, wie es notwendig gewesen wäre. Auch die Auslagerung von Arbeitsplätzen ins Umland spielt seiner Einschätzung nach eine tragende Rolle. Leichter ist es für Hausen, über die Gründe zu sprechen, warum die Gruppe der Pendler wächst, die zur Arbeit nach Bremen kommt. Anders als die Wohnungsbaubranche spricht er nicht etwa von einer Rückkehr der Menschen in die Stadt, sondern nach wie vor von einer Stadtflucht. Wie viele Bremer in den vergangenen Jahren zu Niedersachsen geworden sind, sagt die Studie zwar nicht. Aber nach Hausens Worten gibt es Indizien dafür, dass dieser Trend anhält: „Die Immobilienpreise sind in manchen Stadtteilen buchstäblich explo-

DEMOKRIT (460 bis 371 vor Chr.)

1050 Sottrum

1589 Langwedel

1132 Verden

© WESER-KURIER · JUNG · QUELLE: STATISTISCHES LANDESAMT, BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT

243 Elsfleth

1092 Hagen

Mit Schnurr

VO N AN N E -KATR I N W Ü B B E N A

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Christian Fischer ist von Bremen nach Barrien gezogen.

diert.“ Die Menschen fänden in Bremen entweder nicht die passenden oder eben keine erschwinglichen Immobilien. Menschen wie Christian Fischer. Der gebürtige Grollander lebt jetzt im niedersächsischen Barrien. Er hat versucht, für sich und seine Familie ein Eigenheim in Bremen zu bauen, zuletzt in Borgfeld, doch: „Die Grundstückspreise waren einfach zu hoch.“ Die Suche nach bezahlbarem Grund und Boden liegt Jahre zurück. Seither pendelt der 43-jährige kaufmännische Angestellte. Erst fährt er mit dem Rad zum Barrier Bahnhof, dann in Bremen mit Bus oder Straßenbahn ins Büro.

Erst Zug, dann Rad Bernd Knieriem pendelt ähnlich. Der einzige Unterschied: Der 56-jährige Achimer fährt erst Zug, dann Rad. Er deponiert es in der Fahrradstation am Hauptbahnhof, notgedrungen. „Weil die Bahn oft Verspätung hatte, habe ich immer wieder meinen Anschlussbus verpasst.“ Was für Pendler im Land getan wird, um schnell am Arbeitsplatz zu sein, geht für die Arbeitnehmerkammer weit, mitunter aber nicht weit genug. Referent Hausen

Wie Wege zurückgelegt werden

Bremen (wtc). Auch in einer Fahrradstadt wie Bremen werden die meisten Wege zum Arbeitsplatz mit dem Auto zurückgelegt. Nach einem Zwischenbericht zum Verkehrsentwicklungsplan nutzen 38 Prozent aller Arbeitnehmer – inklusive Ein- und Auspendler – den Wagen, um zu Firma, Dienststelle oder Behörde zu gelangen. Mit dem Fahrrad sind 20 Prozent der Arbeitnehmer unterwegs. Ein Wert, bei dem Pendler eine untergeordnete Rolle spielen, wie es in dem Papier heißt. 17 Prozent legen die Strecke zwischen Arbeitsplatz und Wohnung mit Bus oder Bahn zurück. Und 15 Prozent wohnen so dicht am Arbeitsplatz, dass sie die Strecke zu Fuß zurücklegen. Die Zahl der Mitfahrer bei Fahrgemeinschaf-

ten ist am kleinsten: Zehn Prozent der Arbeitnehmer fahren bei einem Kollegen mit. Nach einer bundesweiten Erhebung sind die Wege zur Arbeit länger geworden: Im Zeitraum zwischen 1994 bis 2012 ist die Zahl der Pendler, die mehr als 60 Minuten unterwegs zum Arbeitsplatz sind, um 20 Prozent gestiegen. Ein Plus um fast 30 Prozent gibt es bei Arbeitnehmern, die eine halbe bis eine Stunde zum Arbeitsplatz brauchen. Und um sechs Prozent hat sich die Zahl der Pendler erhöht, die zwischen zehn und 30 Minuten zum Arbeitsplatz unterwegs sind. Bundesweit pendeln rund 8,5 Millionen Menschen zwischen Wohnort und Arbeitsplatz.

FOTOS: KOCH

lobt den Ringschluss der Autobahn 281, sieht aber großen Nachholbedarf beim Wohnungsbau, der erschwinglich gemacht werden müsse. Er freut sich über den Ausbau der Straßenbahnlinie 4, hält aber Zahl und Größe der Park-und-Ride-Plätze für unzureichend. Er schätzt die Anstrengungen Bremens, den öffentlichen Nahverkehr auszubauen, sieht aber, dass andere Städte längst weiter sind als Bremen. Genauso wie die Handelskammer. „Bremen hat es versäumt, sich wie Hannover mit dem Umland zu einem wirtschaftlichen Großraum zu verbünden“, sagt Olaf Orb. Der stellvertretende Leiter des Geschäftsbereichs Standortpolitik verweist auf Taktzeiten von Bussen und Bahnen, die sowohl in der niedersächsischen Landeshauptstadt als auch in den benachbarten Landkreisen nur halb so lang seien wie in Bremen. Noch, wie Gunnar Polzin sagt. Einen schnelleren Takt werde es in Bremen ebenso geben wie mehr Park-und RidePlätze und zusätzliche Haltestellen für Busse und Straßenbahnen. So sehe es schließlich der Verkehrsentwicklungsplan vor, der gerade auf den Weg gebracht worden sei. Für Polzin kommt die Kritik deshalb überraschend. „Wir haben viel für Pendler getan und sind dabei, in den nächsten Jahren noch mehr für sie zu tun.“ So lange sollte eine andere Entwicklung aus Sicht der Handelskammer nicht auf sich warten lassen: die der Innenstadt. Für Orb schreitet sie zu langsam voran. Dabei könne sich das Land nur durch eine bessere Erreichbarkeit der Geschäfte wenigstens teilweise wiederholen, was ihm an Steuereinnahmen durch die Pendler verloren gehe: „Wer in Bremen arbeitet, soll gute Möglichkeiten haben, sein Geld auch dort auszugeben.“ Wie hoch der Steuerbetrag ist, der dem Land durch Pendler verloren geht, kann die Finanzbehörde nur ungefähr sagen. Die Faustformel von Sprecherin Dagmar Bleiker lautet: 200 Millionen Euro jährlich gehen mit den Pendlern allein nach Niedersachsen.

Quante-Brandt und Mäurer hinter Böhrnsen

Sozialdemokratische Mandatskommission verständigt sich einstimmig auf Kandidatenliste für die Bürgerschaftswahl V ON WIGBER T G ER L ING

Bremen. Die Mandatskommission der SPD hat sich gestern einstimmig auf einen Vorschlag mit der Rangfolge der stadtbremischen Kandidaten zur Bürgerschaftswahl am 10. Mai 2015 verständigt. Für Platz eins war Bürgermeister Jens Böhrnsen bereits vor einigen Tagen auf einem Sonderparteitag nominiert worden. Gestern wurde unter der Leitung des ehemaligen Senators Peter Sakuth der zweite Rang an Eva Quante-Brandt vergeben, Chefin im Bildungsressort. Ihr folgt an dritter Stelle Innensenator Ulrich Mäurer. Für Peter Sakuth war es bereits das dritte Mal, dass er die Mandatskommission mit insgesamt 15 Mitgliedern leitete. In dem Auswahlgremium, das seit dem Sommer alle Bewerber angehört hatte, sind die Untergliederungen der SPD vertreten. Über diese Kandidatenliste entscheidet ein Parteitag am 18. Oktober. Bremerhaven stellt eine eigene Liste auf, die stadtbremische wird in Kürze noch um Bewerber aus Bremen-Nord ergänzt. Die SPD hat 35 der 83 Bürgerschaftssitze. Rund die Hälfte der

Abgeordneten war 2011 über die Parteiliste in das Parlament eingezogen, die anderen hatten viele Direktstimmen auf sich vereinigt und damit unabhängig von ihrem Listenplatz ein Mandat im Parlament errungen.

Eva Quante-Brandt nimmt den zweiten Platz auf der Kandidatenliste ein.

TACH AUCH

Bernd Knieriem pendelt mit dem Zug von Achim nach Bremen.

Böhrnsen, Quante-Brandt, Mäurer – das ist nach dem Vorschlag der Mandatskommission nun die SPD-Spitzengruppe. Auf Rang vier und damit hoch platziert wurde die Abgeordnete Antje Grotheer, die unter anderem mit ihrer Arbeit im parlamentari-

Ulrich Mäurer haben die Bremer SozialdemokraFOTOS: FRANK KOCH ten auf Rang 3 gesetzt.

schen Untersuchungsausschuss zu den Krankenhauskeimen Beachtung fand. Die Nummer fünf der Liste ist Björn Tschöpe, Vorsitzender der sozialdemokratischen Bürgerschaftsfraktion. Er ist maßgeblich beteiligt an der Forderung Bremens, wonach sich die Bundesliga an den überdurchschnittlichen Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballkrawallen beteiligen soll. Der sechste Rang ist der erste, der später von einem Kandidaten oder einer Kandidatin aus Bremen-Nord besetzt wird. Auf Platz sieben kam der Präsident der Bürgerschaft, Christian Weber, gefolgt von Petra Krümpfer, die seit Sommer 2007 dem Parlament angehört und die Sozialdemokraten dort unter anderem in der Deputation für Inneres und Sport vertritt. Auf den neunten Platz setzte die Mandatskommission den Landesvorsitzenden der Partei, Dieter Reinken, der als Abgeordneter unter anderem ein Mandat für die Wirtschaftsdeputation hat. Auf Position zehn kam Sarah Ryglewski. Sie ist stellvertretende Vorsitzende im SPD-Landesvorstand. Die bremische Bewerberliste reicht bis Platz 68.

ndlich ein neues Smartphone – was hat Lara sich darüber gefreut. Beim Ausflug nach Hamburg werden gleich reihenweise Fotos gemacht, um sie sofort an alle möglichen Freunde zu schicken. Zu Hause angekommen, bricht jedoch große Panik aus. Lara findet das Handy nicht in ihrer Tasche. Kurzerhand verdonnert sie alle zum Suchen, das ganze Haus wird auf den Kopf gestellt. Doch es hilft alles nichts. Lara ist zum Heulen zumute.Wie soll sie jetzt erfahren, wie der Urlaub ihrer besten Freundin war? Oder ob ihr Cousin seinen Führerschein bestanden hat? Immerhin weiß ihr kleiner Bruder Tim Rat. „Warum kaufst du dir nicht so ein Telefon wie Oma?“, fragt er. „Das kann man nicht verlieren, so eins mit Schnurr!“

Einbrecher legen Brand in Schule

Polizei fasst Verdächtige in Tenever Bremen (jse). Einbrecher haben am Sonntagmorgen Feuer in der Grundschule am Pfälzer Weg, Koblenzer Straße 10, in Tenever gelegt. Die Polizei konnte die Brandherde noch vor Eintreffen der Feuerwehr löschen. Die beiden mutmaßlichen Täter flüchteten, wurden aber gestellt. Wie die Polizei mitteilt, waren sie bereits durch verschiedene Delikte auffällig geworden. Ihre Motive für die Tat sind bislang unbekannt. Ein Zeuge hatte am frühen Morgen die Einbrecher bemerkt und die Polizei verständigt. Gegen halb acht riefen die Beamten die Feuerwehr zur Verstärkung. Wie diese mitteilt, sind insgesamt zehn Fahrzeuge und 31 Kräfte im Einsatz gewesen, darunter zwei Löschzüge, der Rettungsdienst und Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Osterholz. „Die Brandstellen im zweigeschossigen Foyer der Schule hatten die Polizisten mit Pulverlöschern aber bereits vollständig gelöscht“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Dennoch durchsuchten Trupps mit Atemschutz das Gebäude nach Personen und weiteren Brandstellen. Wegen des starken Rauchs mussten umfangreiche Lüftungsmaßnahmen durchgeführt werden. Der Unterricht am Montag werde höchstwahrscheinlich dennoch stattfinden, hieß es von der Polizei.

Linke lässt Drachen gegen Drohnen steigen

Bremen (jse). Mitglieder der Linkspartei haben am Wochenende am Osterdeich einige Drachen in die Luft steigen lassen. Damit beteiligte sich der Landesverband am globalen „Aktionstag gegen die Nutzung von Drohnen zur Überwachung und zum Töten“. Laut Linken-Mitglied Michael Horn hat sich auch der Staatsschutz der Bremer Polizei dafür interessiert. Der Aufforderung des Staatsschutzes, die Aktion beim Stadtamt anzumelden, sei die Partei selbstverständlich nachgekommen, so Horn.

TOTO- UND LOTTOZAHLEN Lotto: 4, 7, 24, 31, 33, 45; Superzahl: 6. Toto: 13er-Wette: 1, 0, 2, 1, 0, 1, 1, 0, 1, 2, 2, 1, 2. Auswahlwette „6 aus 45“: 2, 5, 8, 15, 18, 44; Zusatzspiel: 27. „Spiel 77“: 5 0 5 4 8 0 2. „Super 6“: 1 4 8 3 3 4. GLÜCKSSPIRALE 2014 Sonnabend, 4. 10. Wochenziehung 7 = 10,– Euro 18 = 20,– Euro 730 = 50,– Euro 7 633 = 500,– Euro 21 071 = 5000,– Euro 404 035 = 100 000,– Euro 968 262 = 100 000,– Euro Prämienziehung 3 941 842 7500 Euro

monatlich als „Sofortrente“

(Alle Angaben ohne Gewähr.)

4 969 101 7500 Euro monatlich als „Sofortrente“

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