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March 13, 2018 | Author: Anonymous | Category: N/A
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Düssel dorf goes trans lokal
state-theatre / translokal #1 ist szenische Forschung im öffentlichen Raum. Constanze Fischbeck und Daniel Kötter haben in Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Beirut und Mönchen gladbach Theaterbauten im Kontext ihrer Geschichte und ihres Funktionswandels untersucht. Diese Fallbeispiele werden zur Folie, um die Düsseldorfer Friedrichstadt aus einer internationalen Perspektive zu betrach ten. Performer aus allen sechs Städten führen das Publikum fünf Abende lang auf perfor mativen Walks durch die Umgebung der FFT Kammerspiele und deklarieren sie zum translokalen Performanceraum.
„Centro Italiano“ (1976), Jahnstraße / Ecke Luisenstraße
friedrich stadt
Südlich der Kö, zwischen Rheinpromenade, Oberbilk und Bahnhofsviertel, liegt in der Düsseldorfer Friedrichstadt das ehemalige „Klein St. Pauli“. Einstmals lebendiges Theater viertel, zeugen nur mehr das FFT und einige Bars aktiv von der illustren Vergangenheit. Die Nachkriegszeit brachte Verkehrsschneisen, Garagen und Parkhäuser, blockgroße Verwal tungsbauten und graue Architekturen. Eine Vielfalt von Versammlungsstätten verweist neben der historischen vor allem auf jüngere Um- und Zwischennutzungen: Ein chinesisches Handelszentrum und Restaurant in einem ehemaligen Bürogebäude, eine Kirche im Hinterhof, ein Discounter in einem ehemaligen Medienmarkt, eine Hütte auf dem Dach des ehemaligen Casinos. Im Rahmen von statetheatre / translokal #1 wird das Quartier zur Bühne für die Stadtrecherchen aus Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Beirut und Mönchen gladbach.
Hier entsteht das Gebäude, in dem sich heute die FFT Kammerspiele befinden. Jahnstraße / Ecke Luisenstraße (1973)
7.–11.5. performative walks Lagos Mit Segun Adefila / englisch 18:00 / 19:30 / 21:00 teheran Mit Sahar Rahimi / deutsch 18:00 / 19:30 / 21:00 berlin Mit Michael Schindhelm u.a. / deutsch 18:00 / 19:30 / 21:00 detroit Audiotour / englisch 18:45 / 20:15 / 21:45
AUSSTELLUNG / INTERVENTIONEN / CAFE Vor und in den FFT Kammerspielen täglich ab 17 Uhr. talks 8.5. / 21.30 / Friedrichstadt, South of KÖ 9.5. / 21.30 / Performance translokaler Räume 10.5. / 21.30 / Lagos, Metropole der informellen Moderne
beirut Mit Rani al Rajji / englisch 18:45 / 20:15 / 21:45 mönchengladbach Mit Norbert Krause u.a. / deutsch 18:45 / 20:15 / 21:45 filme Alle Filme laufen im Loop ab 18 Uhr im Theatersaal der FFT Kammerspiele. Check-in für die Walks täglich ab 17 Uhr. Das Filmprogramm und die Walks laufen täglich ab 18 Uhr.
Performative Walks Der nigerianische Choreograf Segun Adefila erkundet die Hinterhöfe des Viertels als Shantytown, die Performerin Sahar Rahimi verpflanzt die Dächer Teherans in die Friedrichstadt und der ehemalige Leiter der Berliner Opernstiftung Michael Schindhelm bezieht die leerstehende WestLB. Eine Autofahrt führt in ein Parkhaus in Detroit, der libanesische Architekt Rani al Raji imaginiert den Stadtraum der Beiruter Nachkriegszeit,
während der Performancekünstler Norbert Krause in Düsseldorf nach Ersatz für das verschwundene Stadttheater seiner Heimatstadt Mönchengladbach sucht.
Ausstellung / Inter ventionen / cafe Im Foyer der FFT Kammerspiele und in unmittlebarer Umgebung des Theaters entstehen Stadtrauminstallationen, Karto graphien und Interventionen. Mit Arbeiten von Wiebke Strombeck, Raffaela Phannavong, Georg Nocke, Jascha Sommer, Louisa Schueckens, Claire Carnin, Antonia Daida, Jelka Habert, Carina Busch, Romane Jonet, Michael Lessmann, Anahita Pouja, Marvin Schieler, Linda Wenzel, Florian Wickermann.
talks An drei Abenden finden im Foyer der FFT Kammerspiele Gesprächsrunden mit Experten aus Architektur, Kunst und Urbanistik statt.
state theatre
Im Rahmen von state-theatre / translokal #1 sind zum ersten Mal exklusiv alle sechs Filme der Reihe state-theatre zu sehen. Unter diesem Titel produzierten Constanze Fischbeck und Daniel Kötter zwischen 2010 und 2014 eine Reihe von experimentellen Dokumentarfilmen, die sich mit den städtebaulichen Bedingungen des Performativen anhand der sechs Fall studien Lagos, Teheran, Berlin, Detroit, Beirut und Mönchengladbach beschäftigen. In den Filmen untersuchen sie Orte, die ihres unmit telbaren gesellschaftlichen Funktionszusam menhangs entkleidet sind. Verlassene Plätze, Baustellen, um- und ungenutzte Gebäude, urbane Leerstellen, ursprünglich konzipiert als Orte der Versammlung — kurz: Theater.
state-theatre #1
lagos
Im Zentrum steht das nigerianische National theater in Lagos, 1977 errichtet für das FESTAC (Second World Black and African Festival of Arts). Es zeugt nicht nur vom Repräsentations anspruch einer Nationalkultur, sondern auch von einer Kulturpolitik der großen Gesten ohne jede Nachhaltigkeit. Die Kamera nähert sich dem gigantischen, verstaubten und leeren Theatersaal im Herzen des Gebäudes mit mechanisch-kreisenden Bewegungen. Gegenschuss: Segun Adefila, bekannter Nollywood-Darsteller, steht vor seinem informellen Kulturzentrum und deklariert die Straße im Slum Bariga zur Film- und Theaterbühne.
2010 / 24 Minuten / Mit Segun Adefila
state-theatre #2
teheran
Die Vahdat Halle Teheran war Irans erstes und einziges Opernhaus. Der Zuschauerraum des 1966 vom Schah-Regime in Auftrag gegebenen Baus ist der Wiener Hofoper nachempfunden, die Ornamente dagegen wiederholen die Formensprache von Persepolis, der zentralen Repräsentationsarchitektur des Persischen Reiches. Seit der Islamischen Revolution 1979 finden in der Vahdat Halle keine Opern- und Ballettaufführungen mehr statt. Ein Archiv der vorrevolutionären Zeit existiert nicht. Seit 2006 verfügt das Theater über ein System von Schwenk- und Neige kameras zu Dokumentationszwecken. Zoom Out: das ehemalige Werkstattgebäude der Vahdat Halle. Regisseur Behrooz Gharibpour ersetzt den Opernsänger durch eine Puppe durch einen Dichter durch sich selbst. Zoom Out: ein Dach im Norden Teherans. Sara Reyhani, virtuelle Tänzerin, imaginiert die Blick-Regime verschiedener unsichtbarer Bühnen.
2011 / 24 Minuten / Mit Sara Reyhani
state-theatre #3
Berlin
Die Staatsoper Unter den Linden ist mit über 250 Jahren das älteste Theatergebäude in Berlin. Sie diente im Laufe ihrer Geschichte den unterschiedlichsten politischen Systemen als Repräsentationsbau: vom Kaiser-Reich über den Nationalsozialismus bis hin zum Sozialis mus der DDR-Zeit. Ihre Architektur wurde im Laufe von Umbauten, Renovierungen und Rekonstruktionen immer wieder verändert und angepasst. Nach jahrelangen kontroversen Debatten beauftragten die Staatsvertreter den Architekten, das Gebäude bis 2014 im Stil des Neo-Rokoko der DDR-Zeit zu rekonstruieren. Die Arbeiter verlassen die Fabrik und betreten die Bühne. Es könnte sein, dass die Arbeit am Film am Ende der Oper noch nicht beendet ist.
2011 / 22 Minuten / Mit Hermann Heisig
state-theatre #4
detroit
Detroit, einst Amerikas blühendes Zentrum der Autoindustrie und Theatermetropole, ist heute auf ein Drittel der früheren Bevölkerungszahl geschrumpft. Der ehemalige Raum des The aters wird zur Allegorie der urbanen Krise, umgekehrt wird ehemals privater Raum zum öffentlichen Verhandlungsraum, das Theater ist die Stadt selbst. Vor der ruinösen Kulisse des ehemaligen Michigan-Theaters, heute Parkhaus eines Bürogebäudes, inszeniert die Kamera die Verbindungslinien zwischen sechs exemplarischen Räumen, zwischen sechs Detroitern. “We’re sort of talking about Detroit in a way that it itself is a theatre, that it itself is the object to behold”.
2012 / 52 Minuten / Mit Janet Anderson, Jessica Care Moore, Kate Daughdrill, Mike Hauser, Dan Pitera, David Rambeau
state-theatre #5
beirut
Die Architektur von Downtown Beirut ist Abbild einer segregierten Gesellschaft ohne gemeinsam geteilten öffentlichen Raum: Bürgerkriegsruinen neben um- und ungenutz ten Theatern und Kinos, Rekonstruktionen neben Brachen, Designerläden neben Leer stand, Militärbarrieren neben Sakralbauten. Und im Herzen von alldem der „Platz der Mär tyrer“ als allegorischer Raum, ein unmögliches Nationaltheater für den Libanon. Bei einem Spaziergang durch Downtown Beirut erhält der Raum zwischen dem Gebauten, Trans formierten und Abgerissenen eine ganz persönliche theatrale Öffentlichkeit.
2014 / 65 Minuten / Mit Rani al Raji, Amira Soleh, Antoine Moultaka, Sari Mustafa, Karim Makarem, Nesrine Khoder, Maxime Hourani u.v.a.
state-theatre #6
MÖNCHEn GLADBACH
Das kleine westdeutsche Mönchengladbach, ehemals Zentrum der Textilindustrie, unter nimmt den Versuch, sich selbst eine neue Mitte zu verleihen: Das modernistische Stadttheater, seit 15 Jahren verlassen und ungenutzt, wird rückgebaut und weicht einem Einkaufs- und Erlebniszentrum. Dieser kontinuierliche Prozess der Produktion von städtischem Raum steht für einen Moment still, als eine Gruppe von Bürgern die winterliche Leere betritt, um den öffentlichen Diskurs über die Aneignung ein letztes Mal zu inszenieren. „Es darf kein Vakuum entstehen, das dazu verführen könnte, sich die Leere als Potential vorzustellen.“
2013 / 40 Minuten / Mit Nicolas Beucker, Bastian Blei, Karl Boland, Busso Diekamp, Martina Fecke, Norbert Krause, Hans Schürings, Detlev Schneider, Susanne Titz
Städtische Operette (1935), Jahnstraße / Ecke Luisenstraße © Theatermuseum der Stadt Düsseldorf, Köhler Rückseite / Düsseldorfer Schauspielhaus (1969), Jahnstraße / Ecke Luisenstraße © Lore Bermbach
Für den Eintritt zu state-theatre / translokal #1 gibt es ein Ticket zum Einheitspreis von 10 Euro. Dieses Ticket berechtigt zur Teilnahme am gesamten Programm! team Projektverantwortliche: Constanze Fischbeck, Daniel Kötter, Jochen Becker / Assistenz: Sandra Grutza, Robin Metzer / Performer/innen: Norbert Krause, Segun Adefila, Rani al Rajji, Sahar Rahimi / Referent/innen: Benedikt Boucsein (Zürich), Andreas Rumpfhuber (Wien), Axel Braun (Essen), Clara Giacalone (Berlin), Mudi Yahaya (Lagos) / In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Social Design der Hochschule Niederrhein Krefeld, dem Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum und Studierenden der Bühnenbildklasse der Kunstakademie Düsseldorf / Betreuer/in Hochschulen: Ulrike Haß, Nicolas Beucker / Bühnenbildklasse Kunstakademie Düsseldorf: Wiebke Strombeck / Ruhr-Universität-Bochum: Raffaela Phannavong, Georg Nocke, Jascha Sommer, Louisa Schueckens, Claire Carnin, Antonia Daida, Jelka Habert / Hochschule Niederrhein: Carina Busch, Romane Jonet, Michael Lessmann, Anahita Pouja, Marvin Schieler, Linda Wenzel, Florian Wickermann Impressum FFT Düsseldorf, Jahnstraße 3, 40215 Düsseldorf / fft-duesseldorf.de / Geschäftsführung: Kathrin Tiedemann (V.i.S.d.P.) / Redaktion: Dramaturgie / Gestaltung: Slothrop.eu Berlin förderer state-theatre / translokal #1 wird gefördert vom Fonds Darstel lende Künste e.V. — Sonderprojekt Theater im öffentlichen Raum. Das FFT wird gefördert durch die Landeshauptstadt Düsseldorf und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.
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