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Campdoku 2014
Landesjugendcamp 4. bis 6. Juli
mehr Fotos, Filme und Informationen unter www.lajucamp.de
Landesjugendcamp
Campdoku 2014
Campdoku 2014
Impressum
Die Campreporter
Foto: Felix Pilz
Impressum Landesjugendcamp 2014 – Camp-Dokumentation
Redaktion: Regula Jantos, Nadine Kowalke Layout: Wiebke Grunhold, www.illustratorin.info
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Zwei Zelte, ein Duschcontainer und ein Storch …
(v.l.): Phil, Anke, Madlen, Walter, Jannis, Clemens, Nadine, Regula, Matthias, Julian, Jan, Jana, Torben, Stina, Joachim, Anne. Es fehlen: Cedric, Gunnar
Herausgeber: Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers Postfach 265, 3002 Hannover Tel: 0511/1241-428, Fax: -978
[email protected] www.ejh.de Juli 2014
Landesjugendcamp
Text & Bild: Anne Basedau (ab), Stina Becker (sb), Wolfgang Blaffert (wb), Torben Brandt (tb), Clemens Creutzburg (cc), Anne Eggers (ae), Jannis Eickenroth (je), Roland Geisheimer, Cedric Hesse (ch), Michael Hinrichs (mh), Regula Jantos (rj), Madlen Kasten (mk), Nadine Kowalke (nk), Joachim Lau (jl), Walter Neufeld (wn), Jana Otto (jo), Felix Pilz, Julian Rehn (jr), Niklas Renken (nr), Phil Rieger (pr), Matthias Schiefer (ms), Anke Britta Schmidt (as), Gunnar Schulz-Achelis (gsa), Jan Schwensfeger (jas) Druck: MHD Druck und Service GmbH Hermannsburg, www.mhd-druck.de Auflage: 3.500 Stück
Montag, 7.7.2014 – es ist 19:10 Uhr, ich stehe neben dem Waschhaus und schaue auf die Wiese – ganz allein – nur begleitet vom Geräusch der Zwangsentlüftung, die das Gebäude trocken halten soll. 28 Stunden ist es her, dass der letzte Bus den Platz verlassen hat und damit auch der letzte Teilnehmer – 30 Stunden, dass die Wiese voller Zelte, bunter Aufbauten, Kabel, Schirme, Pavillons und Menschen war. Und jetzt – zwei Großzelte, die wohl am nächsten Tag abgebaut werden, die zusammengeklappten Duschcontainer (ein unlösbares Puzzle nach 8 Tagen auf der Wiese) und ein Storch, als wolle er sagen: „Endlich ist es ruhig und jetzt habe ich meine Wiese wieder für mich“. Es ist ruhig wie seit 9 Tagen nicht mehr – ausgenommen dieser fast magische Moment im Abschlussgottesdienst, als ein Riesenzelt voller schwitzender Menschen gebeten wurde, eine Minute Stille einzuhalten. Und es war – still. Magische Momente: Jeder und jede von euch und Ihnen mag sie erlebt haben, in den Bibelarbeiten, den Großveranstaltungen, tanzend beim Riesenpausenbrot, wartend bei den Hennatattoos, duschend im selbstgebauten Duschcontainer, klönend, betend, singend, chillend. Ich habe ein schönes Camp erlebt, ruhig, vom großen angekündigten Gewitter verschont, mit einem bunten
Riesenangebot an Veranstaltungen, offenen und wohlgelaunten Teilnehmenden, partnerschaftlich agierenden Mitarbeitenden und eingehaltenen Verabredungen (meistens jedenfalls). Dank euch fürs Dabeisein und Mitmischen – Dank an alle Mitwirkenden, an GWS, die Johanniter, die Planenden und Umsetzenden in den Sprengeln und Verbänden, die vielen Hände im Hintergrund, das Sachsenhain-Team, die TechnikCrew der AG-MuK, die Mitwirkenden bei den zentralen Großveranstaltungen, Familie Müller (nicht zuletzt dafür, dass sie jetzt hinter uns den Rest aufräumen wird ). Danke, dass die Evangelische Jugend in der Landeskirche Hannovers gemeinsam so was auf die Beine stellen kann! Danke für drei bis sechs tolle Tage, die mit dieser Dokumentation jeder für sich noch einmal zum Leben erwecken kann – oder auch mehrmals, um sich am Ende dann Appetit zu machen für die nächste Runde Landesjugendcamp: 2016, wenn alles gut geht. Wir sehen uns im Sachsenhain!
Michael Peters | Campkoordinator
Inhaltsverzeichnis Vorwort........................................................................ 2 Vorcamp.................................................................. 3 – 6 Campfreitag.......................................................... 7 – 12 Campsamstag..................................................... 13 – 22 Campsonntag...................................................... 23 – 24
Campfeeling....................................................... 25 – 30 Backstage........................................................... 31 – 35 „Wusstest Du Schon?“ ...............................................37 Gesichter.................................................................... 38 Impressum................................................................... 1
Vorwort
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Vorcamp
Hämmern, Sägen, Bohren - das Camp wird bunt
Es ist Vorcamp und die Vorbereitungen für das Landesjugendcamp sind voll im Gange. Noch dominieren die Geräusche von Sägen, Bohrmaschinen und Treckern die Wiese. Bereits am nächsten Tag werden diese Geräusche verschwunden sein. An allen Ecken und Enden des Camps wird fleißig gewerkt und gemalt, um das Gelände für die Jugendlichen
Schlafplätze für über 2000 Teilnehmer in 48 Stunden
herzurichten. In den letzten 48 Stunden wurden Schlafplätze für über 2000 Teilnehmer geschaffen. Außerdem werden die großen Zelte für zahlreiche Veranstaltungen vorbereitet und dekoriert. Neben einer Planetenwelt entsteht unter anderem eine eigene Campkirche. Noch bis Freitagmittag haben die Helfer Zeit. Dann beginnt das Camp. /tb
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Blitzinterviews
Es ist Vorc amp: All es neu oder wa s hat sich geändert Keine Ah ? nung. Ich war s eit zehn Jahren nic mehr beim ht V Deine Pro orcamp. Spaßig. gnose: W ie wird das Wett er beim Camp? Bombasti sch Die Gewit . ter ziehe n alle vo [Henner, Sprengel rbei. Sta de]
Es ist Vorcamp: Alles neu oder was hat sich geändert? Es flutscht. Das Essen ist lecker. Die Duschen wurden freigegeben. Die GWS Unterstützung ist wie immer super. Neu ist der Standort unseres Sprengelzeltes, dadurch haben wir einen neuen Blick. Und wir können in Ruhe unseren Soundcheck machen, ohne dass wir jemanden stören. Deine Prognose: Wie wird das Wetter beim Camp? Wir lassen uns überraschen.
Es is t ode Vorcam r wa Ich b s ha p: Alles t sic i n neu zu Die Stim m erst h geän dert en M Dein mun ? a g das e Progn ist sup l hier. Wet ose: er. Das t Wet er beim Wie wi rd t [Jen er w C nife ird g amp? r Sp reng ut. el H il
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Es ist Vorcamp: Alles neu oder was hat sich geändert? Alles ist wie immer. Bloß spiegelverkehrt ( der Sprengel Ostrfiresland hat seinen Standort geändert). Jetzt sind wir mehr im Mittelpunkt. Deine Prognose: Wie wird das Wetter beim Camp? Wo gute Stimmung ist kann nur gutes Wetter herrschen.
[Meike und Christian Sprengel Hannover]
[Lars, Sprengel Ostfriesland]
neu Es ist Vorcamp: Alles dert? än ge h sic t oder was ha andere – Die Position ist eine hr in die diesmal bin ich viel me nden. Das Gesamtorga eingebu habe ist aufregend, denn ich auf das ck Bli ren de an einen ganz ganze. wird das Deine Prognose: Wie Wetter beim Camp? chstens Es wird richtig gut! Hö Regen. Samstagabend gibt es auf jeden Aber das Wetter wird Fall aushaltbar. kammer]
[Willi, Landesjugend
neu p: Alles dert? m a c r o Es ist V hat sich geän t, aber hn as oder w f ist wie gewo schen. u la M e en Der Ab iele neu s Jahr zum v n e f f e diese wir tr können lafen. Und wir l im Haus sch d Ma Wie wir ersten gnose: o r ? P p e Dein im Cam tter be das We immer. Gut, wie e Regenjacke . ein en Da ich k bleibt es trock , e b a S] mith von GW [Simon
Es ist Vorcamp: Alles neu oder was hat sich geändert? Diesmal ist nicht so ein Streß. Deine Prognose: Wie wird das Wetter beim Camp? Natürlich gut, oder nicht?
[Dietrich Sprengel Hildesheim Göttingen]
Es ist Vorc amp: All es neu oder wa s hat sich g eändert? Für mich ist gel. Anso es ein neuer Spre nsten ist nes entspann ter. Das W ruhiger und etter ist to wie imm er. p Deine Pro gnose: W ie wird das Wett er beim Camp? Sonnig u nd warm . [Rielana Sprengel
Osnabrück
]
Es ist Vorcamp: Alles neu oder was hat sich geändert? Neu ist, dass es so entspannt ist: keine Katastrophen, keine Aufregungen. Deine Prognose: Wie wird das Wetter beim Camp? Durchwachsen. Vielleicht bekommen wir ein Gewitter. [Petra, Campleitungskreis]
rn
und Bjö
Es ist Vorcamp: Alles neu oder was hat si ch geändert? Es ist schön, wie der hier zu sein, aber noch schöner wäre es, wenn der W eg zur nächsten Toilette nicht so weit wäre. Deine Prognose : Wie wird das Wetter beim Ca mp? 30°C, wolkenlos , Sonne. Vielleicht regnet es Caipis …
[Sonja und Heiko
Sprengel Lünebu
rg]
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Campfreitag
Mit dem Rad zum Camp
Das diesjährige Landesjugendcamp die Gruppe am frühen Freitagmorgen legt einen besonderen Fokus auf die in Buchholz. Dann führte sie der Weg Zukunft und dadurch auch auf NachNachhaltige Anreise: über Tostedt und Scheeßel bis in den haltigkeit. Eine besonders nachhaltige Sachsenhain. Bereits vor vier Jahren Aus der Nordheide Anreise hatten 35 Jugendliche aus reiste die Gruppe mit dem Fahrrad in den Sachsenhain Buchholz in der Nordheide. Sie sind mit an und wiederholte die Aktion in dem Fahrrad zum Landesjugendcamp diesem Jahr mit mehr Teilnehmern. gekommen. „Das ist eine sensationelle Der 14-jährige Bjarne war einer der raLeistung. Ich bin stolz auf euch.“ Mit diesen Worten bedelnden Campteilnehmer und findet, dass die Anreise cool grüßte Holger Kuk (Kirchenkreisjugendwart im Kirchenkreis war aber „teilweise etwas anstrengend, weil die vorne Hittfeld) die Gruppe aus seinem Kirchenkreis. Gestartet ist immer gebremst haben“. /tb
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Angekommen
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Campfreitag
Rundgang
„Das müsste ich selber bauen können“ sagte Landesbischof Ralf Meister in der Jurtenkirche des Landesjugendcamps beim traditionellen Rundgang zum Auftakt am Freitag. Der gelernte Pfadfinder Meister zeigte sich beeindruckt von der Präzision, mit der die aktuellen Pfadfinder das mobile Gotteshaus errichtet haben: So ist der Altar exakt nach Osten Richtung Jerusalem ausgerichtet. Und auch das bunte Fenster schaute sich der leitende Geistliche lange an.
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Kirche und FuSSball - passt das?!
„Hier ist sonst nur Wiese!†
Meister ging zusammen mit Staatssekretär Jörg Röhmann aus dem niedersächsischen Sozialministerium über den Platz und ließ sich von Mitgliedern der Landesjugendkammer viele Zelte und Installationen zeigen. Röhmann mochte kaum glauben, dass hier zwei Jahre lang nur Kühe grasen. „Irgendetwas vom Camp muss doch hier sein“ meinte er und Jan-Hendrik Saxe von der Landesjugendkammer entgegnete: „Hier ist sonst nur Wiese!“ /gsa
Eine große Zeltstadt, lauter Jubel und Klatschen – Pubaus. Auch für die erfolgreichen Abwehrversuche gab es lic Viewing im Evangelischen Jugendhof Sachsenhain in Beifall. Während der Halbzeit begann es dann zu regnen, Verden! Dort findet an diesem Wochenende die größte was jedoch niemandem auf die Stimmung schlug. Im Zelt Lüneburg war kurzzeitig der Empfang weg. nicht-kommerzielle Jugendveranstaltung Dies konnte das Team mit Unterstützung der Evangelischen Landeskirche Hannovers statt. Und natürlich will man auch hier wis- Super Stimmung der Techniker aber nach wenigen Minuten sen, wie es weitergeht mit Jogis Jungs. wieder beheben. In der Zwischenzeit war trotz EmpfangsDie Begeisterung für das Spiel packte es den Zuschauern möglich in den anderen störungen auch die Jugendlichen, die sich an diesem Zelten weiter zu schauen. Wochenende zum Campen und zum Feiern Das Spiel blieb bis zur letzten Minute des Glaubens versammelt haben. In den Zelten der Sprenspannend und wurde mit einer Torchance für Frankreich gel Lüneburg, Stade, Osnabrück und Ostfriesland konnten beendet. Doch bis zuletzt schaffte es die deutsche Mannalle zusammen auf Großbildleinwänden das Viertelfinale schaft, ihr 1:0 zu verteidigen und gewann das Spiel. Das Zuschauer jubelten und alle gingen – von diesem positiven Deutschland – Frankreich verfolgen. Dazu gab es, je nach Ausgang geprägt – zur Eröffnungsveranstaltung des LanZelt, Cocktail oder „klassische Stadionwurst“. desjugendcamps, welche unter dem Motto „Mach Dich auf In der dreizehnten Minute erzielte der Spieler Mats Humdie Socken“ stattfand. /ae mels dann das erste Tor und auf den Bänken brach Jubel
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Mach dich auf die Socken!
Zeit zum Träumen
Was für Schuhe möchtest du haben? Sind die fair produbuntere Welt aus, die das Leben und die Kirche bereichern. ziert worden? Sind sie bequem oder sehen sie nur gut aus? Begeistert zeigten sie sich über das Engagement der Diese und weitere Fragen wurden während Teilnehmer. Tabea (18) aus dem Sprengel der Eröffnungsfeier des Landesjugendcamps Lüneburg hat besonders die musikalische Das Camp 2014 gestellt. Passend zum Motto der Feier Untermalung durch die Tensing Gruppe aus „Mach Dich auf die Socken!“ gab es fünf wird eröffnet Hannover gefallen. Die Musiker haben mit Theaterszenen, die in einem Schuhgeschäft viel Schwung für gute Stimmung gesorgt. Zur spielten. Darin versuchten Delegierte der Ruhe kamen die rund 2000 Jugendlichen erst Landesjugendkammer Antworten auf die Schuhfragen wieder gegen Ende, um gemeinsam mit Landesjugendpaszu finden. Rede und Antwort mussten auch die beiden torin Cornelia Dassler zu beten. Nach dem Schlusssegen Ehrengäste Landesbischof Ralf Meister und Staatssekretär durch Landesbischof Meister, eröffnete Claas Goldenstein, Jörg Röhmann stehen. Die beiden sprachen sich für eine Vorsitzender der Landesjugendkammer, das Camp. /as
1000 Jugendliche strömten am Freitag gegen 23 Uhr zur aus den vier Evangelien vorgelesen, eine Fürbitte gehalten Hauptbühne, um an der „Nacht der Lichter“ teilzunehmen. und es gibt einige Minuten der Stille und des Schweigens. Dies ist ein Gottesdienst, wie die Taizé-BrüIn dieser Zeit kann man abschalten vom der ihn aus Burgund in Frankreich feiern. Alltag, seine Gedanken schweifen lassen „Die Kirche sieht aus wie eine große Ten- Taizé-Gottesdienst oder einfach nur träumen. „Ein Meer nishalle“; wurde in der Einführung über von Lichtern“ entstand gegen Ende mit Lichtermeer das Leben in Taizé erzählt. Nachdem alle des Gottesdienstes. Jeder hatte beim Lieder bis 23.30 Uhr geprobt wurden, Eintritt eine Kerze bekommen, durch die startete der Gottesdienst. das Licht von Nachbar zu Nachbar weitergegeben wurde. Der Gottesdienst besteht zu 80 Prozent aus Singen von Auch beim Verlassen der Hauptbühne sah man vereinzelte kurzen Taizé-Liedern, die in vielen verschiedenen Sprachen Kleingruppen mit Lichtern auf der Plaza um die nachklinverfasst wurden, wie zum Beispiel Deutsch, Französisch, gende ruhige Atmosphäre des Taizé-Gottesdienstes zu Latein, Englisch und vielen mehr. Dazu wird eine Stelle genießen. /sb
SB: Habt ihr schon einmal an einem Taizé-Gottesdienst teilgenommen? BEIDE: Nein, es war unser erster Taizé-Gottesdienst. SB: Wie hat euch der Gottesdienst gefallen? LINA: Es war sehr schön, besonders die paar Minuten der Stille. Allerdings war es auch komisch, die Lieder in französisch zu singen. MERLE: Durch die Kerzenlichter entstand eine schöne Atmosphäre und dass alle Menschen so ruhig waren, war beeindruckend. SB: Worüber habt ihr in der Zeit der Stille und des Schweigens nachgedacht? LINA: Ich habe an nichts gedacht und einfach mal meinen Kopf ausgeschaltet. MERLE: Ich habe an das LaJu-Camp 2014 gedacht und wie schön es schon ist!
SB: Wie würdet ihr die Atmosphäre beschreiben? MERLE: ruhig, harmonisch, alle haben so schön gemeinsam gesungen, es kam ein großes Gemeinschaftsgefühl auf. LINA: Ich schließe mich Merle an. SB: Hättet ihr mal Lust nach Taizé zu fahren? MERLE: Doch, ich möchte das mal kennen lernen. Durch die Einführung wurde man neugierig gemacht. Die Lieder, die Internationalität und die Brüder, die nicht in einem Backsteinkloster leben sollen, sind bestimmt spannend! LINA: Ich kann es mir nicht vorstellen. Es wäre mir zu still und dreimal am Tag den Gottesdienst besuchen, wäre mir zu viel. SB: Würdet ihr denn den Gottesdienst weiterempfehlen? BEIDE: Auf jeden Fall!! [Lina (16) und Merle (15), Sprengel Stade]
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Landesjugendcamp
Campsamstag
„Man weiSS nie, was an so einem Abend passiert†
Mitspielen statt Zugucken
Der Poetry-Slam-Meister von Berlin-Brandeburg, Nick Pötter (21 Jahre), und Marvin Weinstein (21), der in Berlin selbst einen eigenen Poetry-Slam organisiert, waren am Samstagabend zu Gast im Planutopia, dem Veranstaltungszelt vom Sprengel Stade.
Spontanes Schauspiel gab es Samstagnachmittag auf dem Jahrmarkt des Sprengels Hannover. Als Einstimmung auf das Improvisationstheater der Gruppe „Improvokanz“ startete Diakonin Berit Busch aus dem Kirchenkreis Nienburg spontan ein eigenes kurzes Theater auf der Plaza. Zusammen mit einigen Mitarbeitern aus dem Sprengel improvisierte sie kleine Szenen und lud Passaten zum Mitspielen ein. Das Publikum durfte die handelnden Personen vorgeben, die Schauspieler mussten entsprechend reagieren. Anschließend konnte jeder mitmachen, indem
Ganz gespannt sitzt das Publikum auf den Stühlen und Bänken rum. zwei Jungs treten auf die Bühne, es sind zwei ganz Kühne. Das Zelt, nur von rot-blau-grünem Licht erhellt. Und Nick Pötter, der uns diese Frage stellt:
„Was ist Poetry Slam?“. „Poetry Slam ist ein Dichter- und Rednerwettstreit auf der Bühne, bei dem alles passieren kann! Man weiß nie, was an so einem Abend geschieht. Genau das ist das Spannende“, erklärten die beiden Berliner Jungs. Die Gedanken und Worte sind frei, trotzdem müssen bestimmte Regeln eingehalten werden: 1. „Es dürfen nur selbst geschriebene Texte sein. Goethe und Schiller sind tot, also haben sie hier nichts auf der Bühne verloren“, so Nick Pötter 2. „Es sind keine Requisiten oder Kostüme erlaubt. Wenn man den Alltag in Jogginghose meistert, dann zieht man die Jogginghose auch auf der Bühne an“, erklärte Marvin Weinstein (der eine graue Jogginghose trug) 3. Man hat ein Zeitlimit von fünf bis sieben Minuten, das ist von Slam zu Slam unterschiedlich 4. „Respect the poet“. Jeder Poetry-Slamer soll auch als Poetry Slamer von der Bühne gehen. Der Mut sich auf die Bühne zu stellen, soll mit Applaus belohnt werden.
Nach der kurzen Einführung durch Nick und Marvin gab es eine erste Überraschung: Keiner hatte damit gerechnet, dass noch vier weitere Slamer im Publikum saßen. Teilweise schrieben sie ihre Texte sogar auf der Busfahrt zum Landesjugendcamp. Über unerwiderte, aufregende Blicke im Bus schrieb Hauke (24) aus dem Sprengel Osnabrück und Jana (15) aus dem Sprengel Lüneburg hielt ihr Herzchenbriefpapier in der Hand und berichtete über das Sparen von Worten. Nach jedem Poetry Slam gab es einen tosenden Applaus, so auch nach dem Text von Lisa (19) aus dem Sprengel Stade über das Schlendern in der Stadt, im Kreis gehen und Schaufensterpuppen. Fahrrad gefahren und von Bibelstellen verfolgt wurde man mit dem Text von Johann aus dem Kirchenkreis Bremerhaven. Das Publikum zeigte sich beeindruckt über die oft originelle und unerwartete Themenwahl. Viel gelacht wurde mit dem Text von Marvin Weinstein über „einen Tag ein Arschloch sein“ und von Nick Pötter, der seine rappende Mutter beschrieb. Nicht nur die Ohren haben die Welt der Sprache hören können, sondern auch die Augen sahen, wie eine ausgewählte Gestik und Mimik die Texte untermalen können. So gab es schüttelnde Hände in Kopfhöhe als Nick Pötter seine Mutter erwähnte oder ausdrucksstarke Blicke von Marvin, als es um seinen „Arschlochtag“ ging. Mit der Frage „ Was ist man für ein Mensch?“ und den streitenden vier Geistern (Reichtum, Weisheit, Liebe und Gesundheit) im Kopf, wurde der Poetry-Slam perfekt abgerundet. /sb
sie oder er durch Abklatschen eine Person aus der Szene ersetzte und eine spontan erdachte Figur weiterspielte. Was aus dem Spiel entstehen würde, war nicht vorhersehbar. So verwandelte sich beispielsweise eine Romanze in ein Kriegsdrama. Die teilweise lustigen und überraschenden Situationen lockten immer mehr Zuschauer und Mitspieler an. Die Beteiligung war überraschend groß und das Publikum war am Ende perfekt auf den Auftritt von „Improvokanz“ eingestimmt. /pr
Eine Kuh, ein Pferd, ein Vorschlagshammer „Herzlich Willkommen, hier und heute werdet ihr nur Premieren sehen!“, so begrüßte das Improvisationsteam von „Improvokanz“ das Publikum. Es sind vier Männer, die kurze Theaterstücke mit Hilfe des Publikums aufführen. Sie haben fünf Sekunden Zeit zum Nachdenken, um aus einer Situation eine Bühnenszene zu improvisieren. Das Publikum wird dazu immer wieder nach Gefühlen, Gegenständen, Genre oder Beziehungen gefragt und dadurch entstehen spontane Situationen auf die die Schauspieler eingehen. So versuchen eine Kuh und ein Pferd mit Hilfe eines Vorschlaghammers über einen Zaun zu springen. Dann wieder lösen zwei Putzfrauen mit Hilfe eines Kugelschreibers ein Kaugummi vom Boden. Dabei philosophieren sie über Gefühle wie Liebe und Ekel. Der kurze Sturm, der zwischendurch aufkam, tat der guten Stimmung im Zelt keinen Abbruch. Es wurde einfach ein Gebärdensprecher improvisiert und das Publikum konnte ein dargestelltes Interview über Erdmännchen nicht nur hören, sondern auch pantomimisch sehen. Am Ende dankten die Zuschauer den Schauspielern mit einem lauten Beifall. /sb
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Campsamstag
Fat Belly rocken das Camp
Eine Punk-Band auf der Bühne, schwitzende Jugendliche Fernsehserie „Friends“, „I’ll be there for you“. Wie immer im Publikum, ausgelassener Pogo, mehr als 100 Personen motiviert Sänger Benny das Publikum: „Letztes mal hatten brüllen „Britpop-Mucke muss aufhören“. Auch das ist ein wir sehr, sehr viel Spaß und heute werden wir noch mehr Spaß haben.“ Gesicht des Landesjugendcamps. Die Organisatoren des Auch in 10 Jahren sieht Benny sich noch auf der Bühne. Ein Zeltes „Im Himmel ist Jahrmarkt“ konnten die hannoversche Band Fat Belly nach dem großen Erfolg beim letzten Leben ohne Musik und ohne das ständige Unterwegs-sein Camp erneut gewinnen. Man sieht einikönne er sich nicht mehr vorstellen, ge bekannte Gesichter, die bereits vor „Cool, wenn jemand verriet er Campreporterin Jana Otto. zwei Jahren im Publikum standen. Solange er die Musik lebt und liebt, mit seinem Glauben Nach dem Konzert stehen besonders möchte er weiter machen. im Reinen ist† die Mädchen Schlange. Sie wollen Fat Belly können sich auch sehr gut Autogramme und Umarmungen der vorstellen, erneut auf dem Camp zu vier Musiker. Neu ist in diesem Jahr nur der Bassist. Robin spielen: „Wir sind gerne hier. Wir sind zwar nicht religiös, aber für uns ist es cool, wenn jemand mit seinem Glauben vertritt Honka, der gerade Vater geworden ist. Wie immer im Reinen ist und dahinter steht. Das spüren wir hier. Was werden eigene Songs gespielt, sowie Punk-Cover bekannwir nicht mögen, ist, wenn Menschen anderen ihre Ideale ter Lieder wie „heaven is a place on earth“ von Belinda und Ideologien aufzwingen wollen.“ /jo Carlisle, „99 red ballons“ von Nena oder das Titellied der
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Campsamstag
Stadt Gottes in der Zukunft
Wie sieht eigentlich die Stadt Gottes in der Zukunft aus? Mit dieser Frage setzten sich kreative Köpfe aus allen Sprengeln gemeinsam mit der Jugendpastorin Meike Drude aus dem Kirchenkreis WolfsburgWittingen auseinander. Dabei war es Drude wichtig, sich kreativ mit dem
Wie sieht meine Zukunft aus?
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Henna-Tattoo für 7 Tage Zukunft
Campmotto auseinander zu setzen: Wie sieht meine Zukunft aus und wie könnte Gottes Zukunft aussehen? Die Ergebnisse des Projektes waren vielfältig. Im Zentrum steht Jerusalem, außen herum finden sich neben vielen biblischen Geschichten auch einige Zukunftsvisionen. /tb
Man hört Englisch, Spanisch und Deutsch, man sieht lachende Gesichter und bunte Fahnen aus Südafrika, Honduras, Brasilien, Botswana, Russland und anderen Ländern – Willkommen im Global Village! Eine internationale Gruppe von Jugendlichen hat sich bereits vorab für eine Woche im Antikriegshaus in Sievershausen zum Thema „Gewaltfreiheit“ getroffen, um unter anderem das Global Village auf dem LaJuCamp 2014 zu organisieren. Sie möchten vor allem unterschiedliche Kulturen, Länder und Gebräuche kennenlernen sowie länderübergreifend Freundschaften schließen. Die internationalen Teilnehmer bieten für jeden Besucher etwas an: Henna-Tattoos, die man in die kommende 7-Tage-Zukunft mitnimmt, das Binden eines Saris, Austauschrunden besonders zum Thema Frieden und Gewaltfreiheit, Bibelrunden zum Thema Bergpredigt sowie eine äthiopische Kaffeezeremonie. Das Global Village besteht aus 3 Zelten: ein Ausstellungszelt zum Thema „Nonviolent peace force“, ein Veranstal-
tungszelt für die traditionellen Gebräuche, wie Henna-Tattoos, Saris, Spiele und Musik, ein Begegnungszelt zum Ausruhen, Essen, miteinander reden und diskutieren.
Mit Händen und Füßen unterhalten.
„Dieses tolle Projekt bringt einfach Spaß und Freude, gerade weil man sich manchmal mit Händen und Füßen unterhalten muss. Es ist interessant sich über das Thema „Gewalt im Alltag“ auseinanderzusetzen, da gerade die deutschen Jugendlichen noch recht behütet aufwachsen im Gegensatz zu den anderen vertretenden Ländern“, sagt Organisatorin Hannelore Köhler vom Landesjugendpfarramt. Finanziert wird das internationale Projekt von dem „Fonds Frieden stiften“, „Brot für die Welt“ und dem „Haus kirchlicher Dienste“. Organisiert wird es von dem Landesjugendpfarramt sowie dem evangelischen-lutherischen Missionswerk. /sb, wn
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Campsamstag
„Alles was trägt† Niedrigseilgarten auf dem Camp
Krim, Drogen und Au-Pair
Ein bisschen abseits vom Camp, hinter dem Zelt „Das Sichern „Baustelle Zukunft“ noch ist gar hinter dem Steinkreis, haben nicht schwer† Teamer aus dem Kirchenkreis Gifhorn im Sprengel Lüneburg einen Niedrigseilgarten aufgebaut. Die Teilnehmenden klettern über Seile und eine Slackline, springen von Kiste zu Kiste oder von Teppichfliese zu Teppichfliese – nur mit dem Ziel, nicht den Boden zu berühren. Dabei muss eine weitere Person sie sichern. Die Teamer aus Gifhorn haben gerade erst einen Kurs im Aufbauen von Niedrigseilgärten gemacht. Nun können sie ihr Wissen mit Teilnehmenden auf dem Camp erproben.
könne da nichts machen, außer bei GeHeiß diskutierten neun LaJuCamplegenheit mit der Agentur zu sprechen. Teilnehmer mit den beiden LandtagsabBei der Frage nach der Legalisierung geordneten Elke Twesten aus Scheeßel Heiße Diskussion von Marihuana zeigten die beiden und Volker Meyer aus Bassum; heiß mit Politikern Politiker Unterschiede. Angesichts der war es nicht nur in der Jurtenkirche von CDU und Grünen Gesundheitsschäden beim Drogenbeim Speeddating mit den Politikern, Konsum möchte Meyer und seine CDU sondern auch im übertragenen Sinne Drogen weiter verbieten. Twesten die Themen: Sollte Marihuanakonsum fragte: „Was ist eine harte Droge, was legalisiert werden, wie ist die Krim-Krise eine weiche? Alkohol und Zigaretten sind auch Drogen, zu beurteilen, warum müssen Jungen mehr Stunden in der aber gesellschaftsfähig“. „Alkohol ist legal, weil es das Arbeit mit Kindern nachweisen als Mädchen, wenn man schon seit 1000 Jahren gibt“ pflichtete ihr Lukas bei. Beide ein Au-Pair-Jahr machen möchte? Politiker lehnten Koma-Saufen ab. Lukas (18) aus dem Sprengel Lüneburg möchte ein Au„Wie stehen Sie zur Krim-Krise?“ fragte Inola-Marie (15) Pair-Jahr machen, muss aber 800 Stunden in eineinhalb aus dem Sprengel Osnabrück. „Ich habe große Angst, dass Jahren in der Arbeit mit Kindern nachweisen, Mädchen nur sich die Krise ausweitet und unbeherrschbar wird“ gab 200 Stunden. „Kann man da was machen?“ fragte er. Die Twesten zu. „Das Wichtigste ist, dass wir das diplomatisch Grüne Elke Twesten findet die unterschiedliche Behandlösen“ meinte Meyer. Die Angst osteuropäischer Staaten lung von Jungen und Mädchen durch die VermittlungsAgentur ungerecht und rückwärtsgewandt. Die Politik vor Putin sein „völlig berechtigt“. /gsa
Tobias, Till und Jonas (alle 13 aus dem Sprengel Stade) müssen den Parcours dreimal absolvieren, damit jeder einmal an der Reihe war. Gerade balanciert Tobias auf einem Seil und hat die Augen verbunden. Er hält sich an einem Besenstiel fest, mit dem Till und Jonas ihn sichern. „Ich fühle mich sicher“, sagt Tobias. Und Jonas fügt hinzu: „Das Sichern ist gar nicht schwer.“ /jo
Schneeballschlacht im Juli Na ja fast. Bei der Aktion „Spiele, Spaß und Aktion“ auf der Plaza gab es ein Bierdeckelwurfspiel. Als die weißen Bierdeckel durch die Gegend flogen sahen sie wie Schneebälle aus. Nachdem die Spielleiter am Anfang leichte Probleme hatten, genug Teilnehmer zu finden, wurden schnell weitere Campbesucher auf sie aufmerksam und spielten mit. Für Silas (13) aus dem Sprengel Göttingen/Hildesheim durfte bei dem warmen Wetter Wasser natürlich nicht fehlen. Sein Freund Brian (13) aus dem Sprengel Göttingen/ Hildesheim fand die Schnelligkeit und Taktik des Wassertransportspiels gut. Hierbei mussten mit Wasser gefüllte Schwämme durch eine Reihe Teilnehmer weitergereicht werden, bis ein Eimer gefüllt war. Beim letzten Spiel „Sitzkreis“, bei dem sich alle Teilnehmer in einen engen Kreis stellen und sich dann auf die Beine ihres Hintermanns, setzen um ein paar Schritte vorwärts zu gehen, gab es einige lustige Versuche.
Organisiert wurde das Ganze von der ev. SchülerInnenarbeit des Landesjugendpfarramtes. Diese fördert Kooperationsmöglichkeiten von Jugendarbeit und Schule. So gibt es z.B. Kennenlerntage für Klassen oder die Tage zur Orientierung. Da die ehrenamtlichen Teamer der SchülerInnenarbeit mittlerweile in ganz Deutschland verteilt sind, konnten sie sich nur auf ihre Erfahrungen und eine kurze Absprache verlassen. /as
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Campsamstag
„Du darfst auch im Sarg Probe liegen†
Dieser Satz wird am Ende der Aktion „Kirche in meinem Leben – Stationen meines Glaubens“ im Zelt Heaven to touch häufig gesprochen, wenn Jugendliche Erfahrungen für ihren Weg von der Geburt bis zum Tod sammeln können. Angefangen bei der Geburt können die Teilnehmer ihr bisher gelebtes Leben betrachten, von der Taufe über die Konfirmation und sogar ihr zukünftiges Leben mit Wohnort, Berufstätigkeit und Familienplanung. Ein Gelehrter – dargestellt von Malte (21) aus dem Sprengel Osnabrück –erzählt die Geschichte des 12-jährigen Jesus, den seine Eltern verloren hatten und im Tempel wiederfand, wo er mit den Gelehrten diskutierte und sich Dinge erklären ließ. Die Besucher können hier selbst in die Rolle von Jesus schlüpfen und sich mit ihren Glaubensfragen auseinandersetzen. Anschließend dürfen die Teilnehmer mit einem Dartpfeil einen Luftballon abschießen und die darin enthaltene Fra-
ge beantworten. Kurz vor Ende der Reise gibt es die Station des Todes, bei der man einmal ausprobieren kann, wie es sich anfühlt in einem Sarg zu liegen. Dieses Angebot nehmen fast nur Jugendliche und kaum Erwachsene wahr. Am Ende steht das Leben nach dem Tod. Hier kann jeder Teilnehmer seine persönlichen Vorstellungen in Wort oder Bild auf einer Wolke verewigen, die im Zelt des Sprengels Osnabrück besichtigt werden können. /as
Glauben heiSSt: sich festmachen Mein Glaube gibt mir …
Mich festigt …
Gott ist für mich …
• Halt und macht mich stark • Mut und Stärke für den Tag
• Das Wissen, dass jemand an mich glaubt • Meine Familie und meine Freunde
• Pure Energie • Jemand, der immer da ist
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Von einer die auszog, die Freiheit zu suchen
und bricht aus den Verpflichtungen aus. In „Ihr werdet Begeisterung erleben“, vermehreren szenischen Bildern zeichnete die sprach Pastor Wolfgang Blaffert für den Abendmahlsgottesdienst am Samstagabend. Begeisternder Gruppe anhand der Hauptfigur die biblische Geschichte nach. Anders als im OriginalDie Band Beautiful One stimmte die GotAbendmahlstext, erzählte das Gottesdienstteam hier tesdienstbesucher in einem Warm-up ein. gottesdienst allerdings auch das Warum. Damit wurde Frontsänger Nils Grage sorgte für eine ausdie ursprüngliche Schwarzweiß-Darstellung gelassene Mitklatschstimmung. Thema der (guter Sohn – ungehorsamer Sohn) aufgeVeranstaltung war die biblische Geschichte brochen und die Gottesdienstbesucher konnten Alex’ Weg vom verlorenen Sohn, der seine Familie im Stich lässt. besser nachvollziehen. Die einzelnen Stationen wurden so Nach einer Reihe von Misserfolgen kehrt er reumütig beschrieben, dass jeder sich darin wieder finden konnte: heim und wird in Liebe wieder aufgenommen. Blaffert Die Eifersüchteleien mit der Schwester Antonia (Sophie) führte mit einem besonderen Geschenk in den Gottesund die hohen Anforderungen der Eltern (Lea und Cedric), dienst ein: „eine Minute der Stille“, in der jeder und jede im Familienbetrieb mitzuarbeiten, treiben Alex aus dem sich sammeln und sich den ganz persönlichen Gedanken Haus. Doch falsche Freunde („Du hast kein Geld mehr, und Gefühlen zuwenden konnte. Dass dieses Geschenk dann scher dich hier weg“) und windige Arbeitgeber zur richtigen Zeit am richtigen Ort kam, zeigte der anlassen das Mädchen draußen scheitern. Am Ende kehrt schließende spontane Applaus. Das Vorbereitungsteam Alex zu ihrer Familie zurück, um sich in diesem geschützaus dem Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder erzählte ten Umfeld frei entfalten zu können. Das Fazit am Ende: die Geschichte vom verlorenen Sohn in einem aktuellen „Freiheit beginnt da, wo Liebe ist. Gott lässt uns nicht in Kontext neu. Die junge Alex (gut interpretiert von FredeSackgassen laufen.“ Anschließend verteilten Helferinnen rike) läuft von zu Hause weg, um sich von der Familie zu und Helfer von acht Tischen Abendmahl an die rund 1000 distanzieren und ein eigenes – freies – Leben zu führen, Jugendlichen. Mit einem Abschlusssegen entließ Wolfgang fern von den Aufgaben und Regeln des Elternhauses. Blaffert die Teilnehmer dann in die Nacht. /rj Sie fühlt sich unverstanden, überfordert und eingeengt
Campsamstag
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Landesjugendcamp
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Campsonntag
Sieh um Dich herum! Und sieh in Dich hinein!
„Manchmal will ich die Notbremse ziehen“, sagt Friederiten vom Wunsch, frei zu leben: „mein Bruder darf immer ke (19). Sie steht im großen Veranstaltungszelt und hält alles, nur weil er ein Jahr älter ist“ und von selbstgesetzten die Predigt beim Abschlussgottesdienst. 2000 Jugendliche Grenzen: „ich finde es cool ein ganz altes Handy zu haben, hören ihr aufmerksam zu. Sie erzählt davon, das ist auch viel besser für die Umwelt“, was ihr dabei hilft, Entscheidungen zu von schwierigen Entscheidungen und von 1070 Euro treffen: „Manchmal will ich die Zeit anhalten Abschied und Neubeginn „wenn einer dem Kollekte für und dem Moment entfliehen, um mit neuer anderen folgen möchte, und immer mit Projekt in Kraft und klarem Kopf über mein Leben ihm zusammen sein möchte, dann muss er Brasilien nachzudenken.“ selber etwas aufgeben“. Zuvor: fünf Szenen einer Zugfahrt, gespielt von Jugendlichen aus dem Kirchenkreis Buxtehude und Patricia Harlos, Bühnenkünstlerin aus Hannover. Ein Zug rollte zum Landesjugendcamp nach Verden. Die Schauspieler erzähl-
Friederike war mit im Zug. Sie sagt, was ihr im Leben hilft: „Es sind nicht die großen Zeichen, um die es geht. Es sind kleine Bemerkungen, Gesten und Kontakte, die unglaublich viel Kraft und Stärke besitzen.“ Sie erzählt von dem
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Landesjugendcamp
erschöpften Propheten Elia, dem Gott einen Engel zur Seite gestellt hat, der ihm zu essen und zu trinken gab. Die junge Predigerin rät: „Sieh um dich herum! Freunde und Familienmitglieder könnten persönliche Engel sein. Und sieh in dich hinein! Wenn man weiß, was einem selbst wichtig ist, kann man eine Entscheidung fällen.“ Landesjugendpastorin Cornelia Dassler moderierte den Gottesdienst. Musik machte „Impact“ aus Nienburg. Ruhige Orgelklänge spielte die Band zum Psalm. Aber sie kann auch anders: Fetzig ging’s zur Sache bei Liedern wie „One way Jesus!“ oder „Das Privileg zu sein“. Die Jugendlichen sangen kräftig mit. Bei „Sei behütet“ waren sie nicht zu stoppen, sangen auch nach dem Lied weiter, die Band setzte erneut ein. Auch internationale Gäste vom „global village“ waren am Gottesdienst beteiligt. Psalm, Vaterunser, Glaubensbekenntnis und Segen wurden in verschiedenen Sprachen gesprochen: Sulu, Englisch, Spanisch, Portugiesisch und Deutsch. Célia (24) aus Brasilien erzählte von dem Projekt „Rote Karte zeigen“ gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung in ihrem Land. Die Jugendlichen sammelten dafür die Kollekte – 1070 Euro kamen zusammen, deutlich mehr als bei früheren Landesjugendcamps.
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16 Jugendliche aus dem Kirchenkreis Buxtehude hatten den Gottesdienst vorbereitet, gemeinsam mit Landesjugendpastorin Dassler, Karen Seefeld und Felix Pilz, beide Kirchenkreisjugenddiakone. Sie haben intensiv diskutiert, überlegt, geprobt. Die Idee für den Gottesdienst war dann irgendwann plötzlich da: Ein Zug fährt von Haltestelle zu Haltestelle. „Damit lassen sich viele Gedanken verbinden“, so die Jugendlichen. Und auf ihre Gedanken und Ideen kommt es ihnen an. „Zum Beispiel hat man im Zug einen Plan – was aber, wenn im Leben kein Plan da ist?“ Ratschläge für andere, die so einen Gottesdienst vorbereiten möchten, hat die Gruppe auch: „Früh treffen, an eigenen Ideen festhalten, gute Gruppenstimmung und viele Weintrauben ohne Kerne!“ /jl
„Rote Karte zeigen† wird auch vom Evangelischlutherischen Missionswerk Hermannsburg unterstützt. Weitere Informationen www.elm-mission.net
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Landesjugendcamp
Campdoku 2014
Campfeeling
4000 Pausen-Fladen-Brote am Start
Auf der zentralen Plaza sollen am Samstag-Abend rund 2500 Menschen gleichzeitig verköstigt werden. Das ist eine Herausforderung, die bereits in der Vorbereitung anfängt. Der Speisesaal des Jugendhofes ist voller Helfer, die Brote aufschneiden, Käse würfeln und Tomaten zerteilen. Insgesamt 4000 kleine Fladenbrote, 180 Kilo Gouda, 100 Kilo Kochschinken, 120 Kilo Tomaten, 40 Eimer Tzatziki und 30 Eimer Krautsalat werden hier vorbereitet, damit später auf der Plaza das „Extra-Pausenbrot“ zubereitet werden kann. Neben dem Küchenteam des Jugendhofes helfen viele Ehrenamtler mit. „In der Küche Käse schnippeln oder draußen auf der Wiese Wasser schleppen – wir freuen uns über jede Herausforderung“, so Niclas (16) von der Abteilung Gas-Wasser-Service (GWS). „Und wir schicken nicht nur unsere Mädels in die Küche“, ergänzt Liam (17). Das Pausenbrotprojekt ist auch unter gesundheitlichem
Aspekt unbedenklich. Hier wird streng nach Nahrungsmittelhygieneverordnung gearbeitet. „Und es wird lecker, schließlich hat das Laju das Rezept extra fürs Camp entwickelt“, verrät Bettina Heitmann aus dem Landesjugendpfarramt. Dann geht es auf die Plaza: An 18 Verpflegungsstationen können sich die Hungrigen individuell ihr Fladenbrot belegen lassen. Eröffnet wird dieses Abendessen mit einem musikalischen Gebet, welches die Masse an hungrigen Menschen auf die etwas andere Mahlzeit einstimmt. Das Extrapausenbrot sei ein Experiment gewesen, welches schon einmal mit rund 500 Teilnehmern durchgeführt worden war, erklärt Thomas Ringelmann aus dem GWSTeam. Auf dem Landesjugendcamp musste nun mit der vierfachen Menge an Personen umgegangen werden. Das Konzept scheint aufzugehen, den Teilnehmern schmeckt’s! /pr, rj
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Landesjugendcamp
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Campfeeling
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So werden alle satt
Organisation und Überblick – zwei Worte, die gerade bei der Verpflegung der Teilnehmenden und der Verteilung der Mahlzeiten beim Landesjugendcamp eine große Rolle spielen. Schon während des Vorcamps gab es einen strengen Zeitplan, ausgearbeitet und kontrolliert von Petra PieperRudkowski, damit alle Teilnehmenden aus den Sprengeln im Haupthaus des Evangelischen Jugendhofes Sachsenhain gut verpflegt werden konnten. Das Essen in Schichten klappte gut und die Küche des Sachsenhains wurde ein ums andere Mal für das leckere Essen gelobt. Auf dem Camp wurde das Essen für das Frühstück und das Pausenbrot am Samstag dann durch die fleißigen Hände der GWS gebracht. Das Mittagessen am Samstag und auch die Lunchpakete am Sonntag lieferte ein Caterer . Ausgeteilt wurde das Essen teilweise in den einzelnen Pommes, Obst Sprengeln und manches und Zuckerwatte auch auf der Plaza. Dank der vielen helfenden
Hände aus den Sprengeln, von der GWS und dem Landesjugendpfarramt ging dies immer schnell und gut. Und wer bei den ganzen Hauptmahlzeiten noch nicht satt wurde, der hatte die Chance sich einmal übers Camp zu futtern. Die Auswahl reichte von Döner, über Pommes und Pizza hin zu Obstsalat und Zuckerwatte. /nk
Einmal rot-weiss für zwischendurch Frische Luft macht bekanntlich hungrig. Und dann? Dann ist es Zeit für einen kleinen Snack. Zum Beispiel an der Pommesbude im Zelt „Aufbruch“: Pommes, Currywurst oder Frühlingsrolle - alles für den kleinen Hunger zwischendurch. Der Imbiss war stets gut besucht. „Die Teilnehmer sind begeistert und man bekommt bei uns nicht nur etwas zu Essen, sondern auch ein kaltes Getränk oder zur Abkühlung auch ein Slush-Eis“, schwärmt Melina (19) aus dem Sprengel Hildesheim-Göttingen während sie die nächste Portion Pommes für einen Teilnehmer fertig macht. /wn
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Marmelade für Alle die Nachhaltigkeitsaktion auf dem Camp
Was kann man eigentlich mit Fallobst und Obstresten der Tafeln noch machen? Ist es nicht Verschwendung, wenn diese auf dem Kompost oder im Müll landen, obwohl sie noch essbar sind? Die Arbeitsgemeinschaft Evangelische Jugend (aej) hat eine Antwort: Um die Bedeutung und den Wert von Lebensmitteln wieder mehr in das Bewusstsein der Jugendlichen zu rufen, haben sie die Aktion „Marmelade für Alle“ konzipiert. Mitarbeitende des Kirchenkreises Celle im Sprengel Lüneburg führen diese Aktion auf dem Camp hinter dem Zelt „Baustelle Zukunft“ durch. Kirchenkreisjugendwartin Susanne Mauk sagt dazu: „Als der Campleitungskreis die Aktion vorgestellt hat, war ich sofort interessiert. Ich finde die Aktion supergut und werde sie auch im Herbst im Kirchenkreis durchführen. Dann wollen wir die Marmelade verkaufen und das Geld für einen guten Zweck verwenden. 10% gehen aber immer an Brot für die Welt.“ Ob die Aktion auf dem Camp auch durchgeführt werden kann, hing davon ab, ob sich in Verden Läden finden, die
altes Obst zur Verfügung stellen. Während des Vorcamps gewannen Susanne Mauk und ihr Team den Kaufland und den Edeka aus Verden und holten am Freitag kurz vor Ladenschluss insgesamt sechs Kisten Obst, darunter Erdbeeren, Pfirsiche, Himbeeren und Melonen, ab. Am Tisch sitzen sieben Jugendliche und schneiden Obst in Stücke. Sonja, 15, aus dem Sprengel Hannover, findet, dass „das eine gute Idee für einen guten Zweck ist!“ Auch die vier Jungs am Tisch spaßen herum. Sie haben noch nie vorher selbst Marmelade gekocht. Wer nun selbst Interesse hat, diese Aktion bei sich vor Ort durchzuführen, der kann das Materialset von der aej beziehen. /jo
Alle wichtigen Infos findet man im Internet unter www.marmelade-fuer-alle.de
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Eine Zukunft ohne Nachhaltigkeit?
„Das geht nicht!“ beschloss die AG Zukunftsfähigkeit der Landesjugendkammer und lobte für das Landesjugendcamp die Verleihung des goldenen „Salz der Erde“-Streuers aus. Bereits im Vorfeld des Camps hat die Kammer eine Liste mit 10 Bistrotipps zusammengestellt. Sie diente als Grundlage zur Ermittlung der Preisträger. Zu den Tipps gehören regional & saisonal einkaufen, wenig Energieeinsatz, Abfall vermeiden, oder wenig Fleisch, dafür aber von glücklichen Kühen. Viele Sprengel haben sich auf dem Camp Gedanken dazu gemacht. So hatte der Sprengel Hannover beispielsweise einen Erdkühlschrank, im Sprengel Stade wurde Apfelsaft der Evangelischen Jugend des Kirchenkreises Verden aus dem Projekt „Bääm – Dein Saft“ verkauft. /nk
Folgende Bistros bekamen den goldenen „Salz der Erde†-Streuer von der Landesjugendkammer verliehen: • Café Lounge, Dönerautomat & Cocktailbar (Sprengel Lüneburg) • Obstsalat Bistro (Sprengel Stade) • Heaven to eat (Sprengel Osnabrück) • Pfannkuchen Bistro & Pizza Stand (Sprengel Hannover).
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Campfeeling
Das Camp in Zahlen und Fakten
Musik, Technik und Licht der Hauptbühne von der AG MuK in Osnabrück: Aufbau von: Zeit des Aufbaus: gesamte Kabellänge: gedrückte Knöpfe: Lampenanzahl: Stundenanzahl der Soundchecks:
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starken Männern
50
Stunden
15
1.500 10
3x 1x
Geflossener Schweiß:
Hauptorganisation: Teilnehmer: Gedruckte Programmhefte: Brötchen: Nudeln: Dixiklos: Organisationsteam (von Planung bis Sprengelaufbau):
Bänke: Verlegte Wasserleitungen: Länge der Hauptlichterkette: Getränke:
Stunden
Wegbefestigung:
Ehrenamtlich
Sprengel Hannover
7,5 Tonnen LKW
2 Tonnen Anhänger
1.000 Liter gefühlt
Campbilder
Hauptorganisation (Fortsetzung):
Hauptpanne:
70
Bezahlung: Fahrzeuge:
km
Äpfel
Sprengel Osnabrück Maiskolben:
2.200 Personen
Kartoffeln für den Kartoffelsalat:
2.700
Sprengel Stade | Obstsalat:
350
kg
Äpfel
38
Stück
Weintrauben
370
Personen
Schokolade Heidel- und Himbeeren: /sb
Stück
170
m
400
m
Der Dixi-Wagen steckte fest
Eier für Pfannkuchen:
Erdbeeren:
320
5.000 Flaschen
Würstchen:
8.600 Stück
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20
Tonnen
300
Stück
50
kg
100
Stück
340
Stück
100
kg
30
kg
12
kg
12
kg
100
kg
20
kg
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Landesjugendcamp
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Landesjugendcamp
Campdoku 2014
Backstage
Interview mit dem Kammervorstand
Geliebte Tradition oder Impulsgeber: Warum war es der Kammer wichtig, dass es auch dieses Jahr wieder ein Landesjugendcamp gibt? Rouven: Es geht darum mit bewährten Traditionen neue Impulse zu setzen. Inga: Außerdem kann man hier die Vielfalt der evangelischen Jugend erleben. Das Motto des Camps ist Zukunft? Meinetwegen! Spricht daraus eine gewisse Gleichgültigkeit? Hat die Jugend bereits mit der Zukunft abgeschlossen? Claas: Auf gar keinen Fall! Inga: Aber viele Jugendliche haben heute auch andere Dinge im Kopf. Rebecca: Jede und jeder liest das Motto anders und für mich ist es wichtig, dass hier alle zusammenkommen, sich austauschen und ihrer Zukunft ein klares Bild geben. Ein Blick in Eure persönliche Zukunft: 3 Dinge die ihr auch noch in 10 Jahren haben werdet: Inga: Den Spaß an meiner Arbeit, mein Kuschelkissen, meine Kreuzkette Claas: Lust darauf, neue Menschen und Sichtweisen kennen zu lernen. Spaß an dem, was ich tue. Und (leider) die Sorge darum, wie wir auf diesem Planeten alle gut leben können. Rouven: meine Blutgruppe Grün Weiß, Hunger, Sitzfleisch. Rebecca: Träume, Macken und Menschen, die mir wichtig sind. Die Landesjugendkammer kurz erklärt: Was tut sie eigentlich und was zeichnet sie aus? Inga: In der Landesjugendkammer sitzen Jugendliche zusammen, um gemeinsam kreativ über Inhalte
mitarbeiten 1/08
Materialien
Rebecca: Die Kammer hat mich kürzlich als Jugendvertreterin der Landeskirche Hannover in die deutsche „Abteilung“ des Weltbundes aller lutherischen Christen und Christinnen entsandt. Jetzt bekomme ich also die Chance, Themen
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kennen zu lernen und zu diskutieren, die Jugendliche auf der ganzen Welt betreffen. Zusammen mit Marius Steinwachs, dem zweiten Vertreter aus der Kammer, und den anderen wird nun natürlich auch auf das Reformationsjubiläum 2017 hingearbeitet.
zu beraten, die die Jugend bewegt. Dabei ist sie Austauschforum und auch Beschlussgremium. Rebecca: Den Protokollen unserer Sitzungen zufolge: berichten, jugendpolitische Themen erörtern, diskutieren, abstimmen, wichtige Leute aus der Landeskirche einladen. Meine Erfahrungen ergänzen: neue Freundschaften schließen, sich mit neuen Themen auseinandersetzen, Perspektivwechsel bei der Sicht auf die Jugendarbeit. Die Kammerperiode ist bald vorbei, was waren eure Highlights wenn ihr zurückblickt? Claas: Mitzuerleben wie so viele Leute gemeinsam an sinnvollen Themen arbeiten, weil es ihnen wichtig ist und sie einfach Bock darauf haben. Das ist kein Vergleich zur Schule oder dem Studium – ehrlich! Und dann kommen auch noch tolle Ergebnisse raus wie das Camp oder die Social Media Guidelines. Inga: Die beiden Landesjugendcamps und jede einzelne Kammer. Rebecca: Mein Highlight war das Gestalten eines Gottesdienstes am Samstagabend auf einer Kammertagung zusammen mit Bekannten aus meinem Verband, dem CVJM. Wie soll es weiter gehen? Welche Projekte stehen in nächster Zeit an? Claas: Im Februar wird die Landesjugendkammer neu gewählt. Inga: Wofür es uns hoffentlich gelingt viele neue Jugendliche für die Kammer zu begeistern. Rouven: Und wir müssen uns der Frage stellen, welche Angebote die Evangelische Jugend bzw. die Kirche hat, um junge Erwachsene für sich zu begeistern.
/nk
Du bist bereits in deinem Kirchenkreisjugendkonvent engagiert und hast Lust mal in die Arbeit der Landesjugendkammer zu schnuppern? Oder du überlegst dich neben deinem Kirchenkreisjugendkonvent für die nächste Kammerperiode zur Wahl stellen zu lassen, bist dir aber noch nicht sicher ob es das Richtige für dich ist? Dann komm zur nächsten Sitzung der Landesjugendkammer vom 14.-16. November 2014 im Ev. Jugendhof Sachsenhain in Verden. Anmeldungen und weitere Informationen bekommst du im Landesjugendpfarramt bei Frau Plath Tel: 0511/1241-428 oder
[email protected]
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Backstage
Sie lassen ihr Essen stehen
Eigentlich sind sie Vermessungsingenieur, Installateur, Diakonin, Polizist, Wasserbauingenieur, Jurastudentin, Elektriker oder Schüler. Aber während des Camps gehören die Jungs und Mädels zur 35 Mann starken Truppe des Gas-Wasser-Service-Teams (GWS), das vom Alter her total gemischt ist und wo zur Freude aller bei jedem Camp neue, junge Leute zum Team dazu kommen. Die Schüler der Produktionsschule in Wilhelmshaven und der BBS in Leer haben nicht nur das Solarmobil für die Duschcontainer auf dem Camp aufgebaut. Sie sind auch sonst voll im Einsatz bei der GWS. Marvin (17) von der Produktionsschule in Wilhelmshaven sagt: „Allgemein ist die Arbeitsatmosphäre sehr entspannt hier. Es macht einfach viel Spaß“. Auf die Frage was GWS´ler auszeichnet, kam die einhellige Antwort: „Alle sitzen beim Abendessen. Der letzte Reisebus kommt an. Sofort springen alle auf, lassen ihr Essen
stehen und laden gemeinsam den letzten Bus aus. Sowas ist einfach Klasse.“ So ein GWS-Tag beginnt morgens um sieben und endet nachts um eins. Manchmal auch später. Und für die Nacht hat einer der GWS-Verantwortlichen Bereitschaft. Neben der Auslieferung der Getränke und des Essen auf dem Campgelände ist die Truppe unter der Leitung von Thomas Ringelmann und Anne Basedau auch noch für die An- und Abreise der Teilnehmenden, den Müll, die Sauberkeit der Toiletten, Orgadienste bei den Großveranstaltungen, die Elektrik, die Wasserversorgung des Camps und noch einiges mehr zuständig. Hier mal ein paar Fakten, was die Jungs und Mädels für das Camp alles so bewegen: 40 Tonnen Mineralgemisch Ca. 8.000 Gepäckstücke Grundversorgung Wasser pro Sprengel täglich 450 Liter. /nk
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Landesjugendcamp
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Backstage
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Ein Team für alle Fälle
Immer ansprechbar, immer hilfsbereit und immer freundlich – egal zu welcher Uhrzeit. Das war das Team der Johanniter, das das ganze Wochenende im Allerhaus des Jugendhofes Quartier bezogen hatte und dort kleine und größere Blessuren verarztete. Die meisten zu behandelnden Fälle waren Verstauchungen und Kreislaufprobleme, Knochenbrüche waren glücklicherweise nur einige wenige dabei. Auch Zeckenbisse gab es. Es gilt sich also schon einmal für das nächste Camp zu merken – aufgepasst und gründlich nach Zecken geschaut! Insgesamt gab es 73 Verletzungen und 18 Krankenwagenfahrten. Auch wenn diese Zahlen hoch erscheinen, so ist sie angesichts der Größe der Veranstaltung nicht ungewöhnlich. Bei so viel Action, sonnigem Wetter und vielen Teilnehmern blieb das natürlich nicht aus. Die Rettungssa-
nitäterin Janina Hokamp sagte dazu: „Zum nächsten Mal werden wir uns vielleicht auch das Motto der GWS Shirts aufdrucken. Irgendwas ist immer.“ /ae
Sicher durch die Nacht mit dem CND Wenn alle anderen schlafen gehen, stehen sie auf: 23 Ehrenamtliche sorgten in den Nächten des Landesjugendcamps für Ruhe und Ordnung auf dem Campgelände. Die eigens fortgebildeten Teamer aus allen Sprengeln hatten die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Campteilnehmer ihre Ruhe in der Nacht finden konnten, um dabei Kräfte für einen neuen Tag voller Entdeckungen zu tanken. Insgesamt blickt der CampNachtDienst auf zwei ruhige Nächte zurück. In jeder dieser Nächte waren von 22 bis 7 Uhr in drei Schichten jeweils sechs CNDler unterwegs und liefen Streife auf und um das Campgelände herum, um sicher zu gehen, dass keiner das Gelände verlässt, aber auch das kein ungebetener Gast das Gelände betritt. /tb
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Nach Feierabend aufs Camp
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st mal Du hast Lu es r was ande ule zu ch S r de nach eine r vo machen be er ein od ng u ild sb Au st? ng fä an m Studiu
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Du willst dich ausprobier en? enge Jede M nschen e neue M rnen? e l n e n ken
Abwechslung Jede Menge i ben und dabe ha und Spaß ? en rn le as auch noch w
Wie wäre es mit einem FSJ oder BFD im Ev. Jugendhof Sachsenhain in Verden? Hast Du Lust? Dann melde dich bei: Evangelischer Jugendhof Sachsenhain Herr Dirk Grieger | Am Jugendhof 17 | 27283 Verden Tel: 04231/97 40-0 | Fax: 04231/97 40-99 E-Mail:
[email protected]
Der Jugendhof Sachsenhain – eigentlich ein idyllischer Ort mitten im Wald. Daneben: eine große Weide mit entspannten Kühen. Doch dann ist Landesjugendcamp und in der Idylle pulsiert das Leben! Der Leiter des Jugendhofes, Dirk Grieger, und seine elf Mitarbeiter stellen sich alle zwei Jahre der Herausforderung Landesjugendcamp. „Für uns ist vor allem das Vorcamp die arbeitsintensivste Zeit“, so Grieger. Denn hier gilt es, rund 400 Menschen zu verpflegen. Das bedeutet Organisation und Logistik beim Einkauf und Lagerung der Lebensmittel. Aber auch die Essensausgabe muss genau geplant werden, denn nicht alle 400 passen gleichzeitig in den Speisesaal. Gegessen wird nach
einem Schichtplan. „Das hat prima geklappt und das Essen war richtig lecker“, freut sich Nadine aus dem Landesjugendpfarramt. „Egal wie stressig es war, zum Essen gab es immer ein Lächeln oder einen flotten Spruch dazu.“ Fängt das eigentliche Camp an, kann sich das Team etwas entspannen. Der erste Ansturm ist vorüber, das meiste findet jetzt auf der Weide statt. Aber außenvor ist der Jugendhof keineswegs. Nach Feierabend zieht es einige Mitarbeiter in die Zeltstadt, um ein Stück weit das Camp mitzuerleben. „Es ist zwar super anstrengend, aber es macht viel Spaß und wir freuen uns auf das nächste Mal!“ So die Meinung des Teams. /rj
„Heute ist es besser als damals† Nicht nur die Jugendlichen Teilnehmer interessierte am Samstagvormittag das Programm auf der Wiese am Sachsenhain, sondern auch die Bewohner des Ortsteils Dauelsen. Unter ihnen war auch Lisa. Sie wohnt direkt neben dem Sachsenhain und machte sich mit ihrem Rollator auf den Weg, um das bunte Treiben zu beobachten. Sie hat noch die Bilder vor Augen, wie die Nationalsozialisten auf dem Gelände ihre Sonnenwendfeier begingen. „Heute ist es viel besser als damals“, freut sich Lisa über die positive Entwicklung, die das Gelände in den vergangenen Jahrzehnten genommen hat. Heute beweist das Camp, dass das Zusammenleben zwischen jung und alt, schwarz und weiß problemlos möglich ist. /tb
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Wusstet Ihr schon?
Wusstet Ihr schon?
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p jugendcam Kopf … s e d n a L m Auf de nittlich pro h c s h c r u d werden macht elfies ge … 77 S n n er gesunge ausgehalte … 22 Lied terschied n ru tu ra pe d Tem … 20 Gra elegt uß zurückg F zu m k n … 15 it getrunke r Flüssigke … 12 Lite lafen nden gesch … 10 Stu verbracht it Lachen m n e d n tu … 8 S r gebetet aterunse 7 … V ren tücke verlo leidungss chlossen … 4 K haften ges c s d n u re F … 3 n eue t ste besuch ottesdien … 2 G emacht hte durchg c ä N 5 1, … ts durch nich lernen? enbegabt, s u ph o ra tr a s d e ta ti h s ka ren, ftsbe … lässt sic itionserfah reundscha d F Und was , pe x in e r/ , h re c u st, Abente üstentaugli Du bist w ofi, Feierbie pr s n e b u la ern, G zu erschütt sch! Glückwun p! m a h C pCam Du bist ein /wb
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